Neuer Bestand der Akademie der Künste

Emine Sevgi Özdamar übergibt ihr Archiv

Die deutsch-türkische Autorin und Schauspielerin Emine Sevgi Özdamar hat den ersten Teil ihres künstlerischen Vorlasses an das Literaturarchiv der Akademie der Künste in Berlin übergeben.

Das teilte die Akademie der Künste mit. Der Vorlass umfasst Werkmanuskripte, Notiz- und Skizzenbücher aus ihrer Arbeit an der Volksbühne Berlin und anderen Bühnen seit 1976, Korrespondenz, Material zu Lesereisen, Belegdrucke ihrer Werke, auch in bibliophilen Ausgaben, sowie Sekundärliteratur.
"Emine Sevgi Özdamar schreibt auf Deutsch, das von ihrer türkischen Muttersprache geprägt ist, Prosa und Dramatik. Ihre Texte, formal wie inhaltlich interkulturell und multi-perspektivisch geprägt, beruhen teils auf autobiographischer Grundlage. Sie gehen jedoch in ihren Bezügen auf türkische und deutsche Politik und Gesellschaft weit übers Autobiographische hinaus", schreibt die Akademie. Özdamar wurde im Frühjahr 2017 zum Mitglied der Akademie der Künste gewählt.

Emine Sevgi Özdamar, 1946 in Malatya (Türkei) geboren, lebt in Berlin. Nach einem Berlinaufenthalt 1965 bis 1967 besuchte sie bis 1970 die Schauspielschule in Istanbul. 1976 kam sie nach Berlin zurück, arbeitete zunächst an der Volksbühne Berlin (Ost), später auch in Paris. Von 1979 bis 1984 war sie am Schauspielhaus Bochum engagiert, führte dort 1986 Regie bei der Uraufführung ihres ersten Theaterstücks. 

Seit 1986 ist Özdamar als freie Schriftstellerin, daneben aber auch noch als Schauspielerin tätig. Ihr Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Werke (Auswahl): "Karagöz in Alamania" (Theaterstück, 1982); "Mutterzunge" (Erzählungen, 1990), "Das Leben ist eine Karawanserei, hat zwei Türen, aus einer
kam ich rein, aus der anderen ging ich raus" (Roman, 1992), "Die Brücke vom Goldenen Horn" (Roman, 1998), "Der Hof im Spiegel" (Erzählungen, 2001), "Seltsame Sterne starren zur Erde. Wedding – Pankow 1976/77" (Roman, 2003), "Sonne auf halbem Weg. Die Istanbul-Berlin-Trilogie" (2006).

Özdamar hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter: 1991 den Ingeborg-Bachmann-Preis, 1993 den Walter-Hasenclever-Preis der Stadt Aachen, 1999 den Adelbert-von-Chamisso-Preis, 2004 den Kleist-Preis, 2009 den Kunstpreis Berlin / Fontane-Preis, 2010 die Carl-Zuckmayer-Medaille, 2012 den Alice Salomon Poetik Preis. Gastprofessuren absolvierte sie in Hamburg, New York und Paris (Sorbonne).

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