Börsenvereinsvorstand schlägt Finanzpaket vor

Weitere Maßnahmen zur Sicherung der Verbandsdienstleistungen

Der Börsenverein will ein Finanzpaket auf den Weg bringen, "um sich gemeinsam mit seinen Mitgliedern zukunftssicher aufzustellen", wie es in einer entsprechenden Pressemitteilung des Verbands heißt. Geplant sind Sparmaßnahmen, eine Erweiterung des Sponsorings und eine Beitragserhöhung, gestaffelt nach Finanzkraft der Mitglieder.

Der Vorstand des Verbands habe ein Bündel an Maßnahmen beschlossen, "um den schwindenden Mitgliederzahlen zu begegnen und die Dienstleistungen des Verbandes für seine Mitglieder zu erhalten", so der Börsenverein. Der Haushaltsausschuss hat die Maßnahmen in seiner heutigen Sitzung bekräftigt und wird sie der Hauptversammlung bei ihrer nächsten Sitzung am 13. Juni für das Budget 2019 empfehlen.

"Die Kosten und die Anforderungen an das Serviceportfolio des Verbandes wachsen ständig, während die Beitragseinnahmen u. a. durch die Konsolidierung in der Branche zurückgehen", sagt Matthias Heinrich, Schatzmeister des Börsenvereins. Im Jahr 2021 werde der Verband voraussichtlich 365.000 Euro weniger Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen haben als 2018.

Hinzu kommen nach Angaben des Schatzmeisters Rückgänge bei den Börsenblatt-Lizenzen (90.000 Euro), Personalkostensteigerungen in Folge von Tariferhöhungen (160.000 Euro) sowie allgemeine Kostensteigerungen (110.000 Euro). Dem gegenüber stehe ein geringerer Zinsaufwand für Pensionen in Höhe von ca. 150.000 Euro, rechnet Heinrich vor.

"Insgesamt wird der Verband in 2021 so eine Ergebnisverschlechterung von 575.000 Euro haben. Diese Lücke müssen wir jetzt gemeinsam schließen und finanziell verantwortungsvoll handeln", so Matthias Heinrich: "Dabei genügt es nicht, allein Ausschüttungen der Tochterunternehmen zu erhöhen oder vollends aufs Sponsoring zu setzen. Ein Verband muss letztlich durch seine Mitglieder getragen werden."

Das Maßnahmenpaket sieht drei Säulen vor:

  • Erstens will der Verband durch weitere Effizienzsteigerungen bis 2021 200.000 Euro einsparen. Darunter fallen zum Beispiel Einsparungen bei den Reisekosten und in der Organisation. Außerdem wurden der Deutsche Buchpreis, der Vorlesewettbewerb und der Welttag des Buches in die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung eingegliedert. Dadurch konnten Prozesse optimiert und Ressourcen effizienter eingesetzt werden.
  • Zweitens soll die Suche nach Sponsoren weiter ausgebaut werden. Insbesondere in der Kooperation mit der Sparda-Bank beim Vorlesewettbewerb konnten hier in den letzten Jahren bereits bedeutende Erfolge erzielt werden. Im nächsten Jahr startet der Börsenverein außerdem eine groß angelegte Aktion zur Mitgliederakquise, die zu erhöhten Einnahmen führen soll.
  • Als dritte Säule schlägt der Vorstand der Hauptversammlung eine konstante Beitragsanpassung über die Jahre 2019 bis 2021 vor, bei der Mitgliedsunternehmen der unteren Beitragsgruppen geringer belastet werden als die der oberen. Insgesamt trägt die Beitragsanpassung ca. 283.000 Euro zur Schließung der Finanzierungslücke bei. Der Haushaltsausschuss schließt sich diesem Vorschlag mit einer Empfehlung an.

Mitglieder werden gemäß dem Vorschlag bei der Erhöhung der Beiträge in drei Gruppen eingeteilt:

  • Unternehmen der Gruppe 1 (beinhaltet die Beitragsgruppen 1 - 3) zahlen von 2019 bis 2021 jährlich 1,25 Prozent mehr,
  • die der Gruppe 2 (Beitragsgruppen 4 - 14) zahlen 1,75 Prozent mehr
  • und die der Gruppe 3 (Beitragsgruppe 15 oder höher) 2,25 Prozent.

Beispielrechnung: Für ein Unternehmen der Beitragsgruppe 1 bedeutet das im Jahr 2019 ca. 4 Euro Mehrbelastung. Für ein Unternehmen der Beitragsgruppe 40 entsteht 2019 eine Mehrbelastung von ca. 300 Euro.

"Der Haushaltsausschuss legt Wert darauf, dass die finanzielle Sicherung des Verbandes auf mehreren Säulen steht. Unerlässlich sind dabei weitere Einsparungen und das Anwerben finanzieller Mittel Dritter, schlussendlich aber auch der Beitrag der Mitglieder", betont Michael Justus, Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Börsenverein: "Der Haushaltsausschuss will vor allem die Verträglichkeit der Anpassung für die verschiedenen Mitgliedergruppen sicherstellen. Aus diesem Grund möchten wir die kleineren Unternehmen entsprechend weniger belasten. Auch die Staffelung der Anpassung über drei Jahre stellt sicher, dass die Verbandsmitglieder nicht über Gebühr beansprucht werden."

Über den Vorschlag stimmt die Hauptversammlung des Börsenvereins für das Budget 2019 ab, die zum Abschluss der Buchtage Berlin 2018 am 13. Juni in Berlin stattfindet.  

Eine detaillierte Tabelle der Beitragsrechnung für den Bundesverband und einen Beitragsrechner für Mitglieder gibt es unter: www.boersenverein.de/hauptversammlung.

Ein ausführliches Interview mit Schatzmeister Matthias Heinrich und Michael Justus vom Haushaltausschuss lesen Sie hier.

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