E-Book-Markt in den USA

Zweistelliges Absatzminus

Die US-Verlage haben im vergangenen Jahr 162 Millionen E-Books verkauft − zehn Prozent weniger als im Jahr zuvor. Das hat die Erhebung PubTrack Digital der NPD Book Group ergeben.

2016 wurden 180 Millionen E-Books abgesetzt, schreibt das Branchenmagazin "Publishers Weekly" über die Studie. Für den PubTrack Digital wertet die NPD Book Group Verkaufsdaten von rund 450 Verlagen in den USA aus, darunter auch die sogenannten Big Five (Hachette Book Group, HarperCollins, Macmillan Publishers, Penguin Random House, Simon & Schuster). Dabei hatten E-Books einen Anteil von 19 Prozent (2016: 21 Prozent) am gesamten Buch-Absatz 2017 (print und digital: 849,2 Millionen Bücher). Nicht erfasst werden Amazons KDP-Selfpublishing-Autoren. Leih- und Flatrate-Modelle sind wohl ebenfalls nicht einbezogen.

Belletristik für Erwachsene war mit einem Anteil von 44 Prozent erneut das stärkste Segment beim E-Book-Absatz. Die 108 Millionen verkauften Exemplare bedeuteten jedoch ein Minus von 14 Prozent gegenüber 2016. Der Anteil innerhalb Sachbüchern lag bei 12 Prozent, hier stieg der Absatz jedoch um 3 Prozent auf 38 Millionen E-Books. Bei Kinderbüchern sank der Absatz um 22 Prozent, der höchste Rückgang. E-Books trugen in diesem Segment nur 5 Prozent zum Absatz bei. Bei Jungendbüchern hatten digitale Bücher einen Anteil von 18 Prozent am Absatz, die Zahl der verkauften E-Books fiel um 8 Prozent auf 38 Millionen Stück, fasst "Publishers Weekly" zusammen.

Absatz von Printbüchern steigt

Laut NDP BookScan, der nach eigenen Angaben rund 80-85 Prozent des Marktes erfasst, wurden 2017 687,2 Millionen Printbücher verkauft, das waren 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2013 sei der Absatz von Printbüchern in den USA damit um 10,8 Prozent gestiegen, wie "Publishers Weekly" früher berichtet hatte.

Digitale Delle wächst

Damit vertieft sich die "digitale Delle" bei den US-Verlagen weiter: Bereits vor einem Jahr hatte eine − allerdings grobe Schätzung − auf Basis von Daten von nur 30 traditionellen Verlagen, die die Marktforscher von Nielsen vorgelegt hatten, für 2016 einen Absatzrückgang von 16 Prozent gegenüber 2015 errechnet (siehe Archiv).

Wenn man diese Zahl dennoch heranzieht und mit der aktuellen Erhebung vergleicht, ergäbe sich für 2015 eine Absatzzahl von etwa 214 Millionen E-Books. Weiter hieße das: 2017 wurden 24,3 Prozent weniger E-Books verkauft als 2015.

Zum Vergleich: Entwicklung in Deutschland

Laut E-Book-Quartalsbericht, den GfK Consumer Panel Media Scope Buch im Auftrag des Börsenvereins ermittelt, sind in Deutschland 2017 (Publikumsmarkt, ohne Schul- und Fachbücher) 3,9 Prozent mehr E-Books verkauft worden, als im Jahr zuvor. 2016 wurden 28,1 Millionen E-Books (2017: 27,0 Millionen) abgesetzt.

mg

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2 Kommentar/e

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  • Karl von Wendt

    Karl von Wendt

    "E-Book-Markt in den USA - Zweistelliges Absatzminus" - wer nur diese Überschrift liest, erhält leider die völlig falsche Botschaft. Denn der entscheidende Hinweis findet sich erst am Ende des ersten Absatzes: "Nicht erfasst werden Amazons KDP-Selfpublishing-Autoren. Leih- und Flatrate-Modelle sind wohl ebenfalls nicht einbezogen."

    Was wie eine unbedeutende Anmerkung zur statistischen Methodik daherkommt, verbirgt leider den Kern der tatsächlich dramatischen Marktentwicklung weg von (relativ) hochpreisigen Verlags-E-Books hin zu Selfpublishing und kostenlosem Flatrate-Lesen bei Amazon Prime. Die korrekte Überschrift müsste daher lauten: "US-Verlage verlieren im Digitalmarkt massiv Marktanteile".

  • Jens Bartsch

    Jens Bartsch

    Da hat Herr von Wendt wohl durchaus recht und eine andere Überschrift für diesen Beitrag hätte ich mir auch gewünscht.

    Denn insbesondere für den deutschen Markt suggeriert diese Überschrift doch eine falsche Sicherheit, wo doch auch wir hier ahnen oder mittlerweile schon wissen, welche Scheren sich im hiesigen Buchmarkt insgesamt auftun und welche Entwicklungen uns alsbald ereilen werden...

    Jens Bartsch / Buchhandlung Goltsteinstraße

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