Auszeichnung

Eva Menasse wird Mainzer Stadtschreiberin

Die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse wird Mainzer Stadtschreiberin des Jahres 2019 und ist damit die 35. Trägerin des von ZDF, 3sat und der Stadt Mainz vergebenen Literaturpreises.

Die Jury begründet: "Eva Menasse ist eine große Menschenerzählerin, die mit feiner Empathie und scharfsinnigem Humor über fragile Beziehungen schreibt. Mit großer sprachlicher Präzision gestaltet sie ihre Figuren und findet feinste Nuancen in ihren Erzählsituationen. Zugleich mischt sich Eva Menasse öffentlich ein, streitet wirkungsvoll für Grundrechte im digitalen Zeitalter und wendet sich engagiert gegen Diskriminierung und rechte Hetze."

Menasse, 1970 in Wien geboren und inzwischen in Berlin wohnend, studierte Germanistik und Geschichte an der Universität Wien. Noch während ihres Studiums begann sie ihre journalistische Karriere, die sie vom Wiener Wochenmagazin "Profil" bis zur "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" führte. Mit ihrem ersten Roman, dem österreichisch-jüdischen Familienepos "Vienna" (2005), gelang Eva Menasse ein fulminantes Debüt. Mit ihrem zweiten Roman "Lässliche Todsünden" (2009) über das lasterhafte Leben der Wiener Intellektuellenszene konnte sie ihren Erfolg bei Publikum und Kritik fortsetzen. Preisgekrönt ist ihr Roman "Quasikristalle" (2013), in dem Menasse das Lebensmosaik einer Frau aus verschiedensten Perspektiven schildert. Der jüngste Erzählband "Tiere für Fortgeschrittene" (2017) handelt von Lebenslügen des aufgeklärten Bürgertums. Eva Menasses Bücher sind bei Kiepenheur & Witsch sowie btb erschienen. 

Eva Menasse wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, unter anderem mit dem Corine-Preis (2005), dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln (2013), dem Stipendium der Villa Massimo in Rom (2015), dem Friedrich-Hölderlin-Preis (2017) und dem Österreichischen Buchpreis (2017). Die Verleihung des Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreises findet voraussichtlich Anfang März 2019 statt.

 

Zum Preis:

Der "Mainzer Stadtschreiber" ist ein Literaturpreis der Fernsehsender ZDF, 3sat und der Stadt Mainz. Er wurde 1984 gestiftet und wird seitdem jährlich vergeben. Ziel der mit 12.500 Euro dotierten Auszeichnung ist es, Schriftsteller deutscher Sprache zu ehren, welche die deutschsprachige Literatur mit ihren Werken beeinflussen oder prägen und die sich darüber hinaus um das Zusammenwirken von Literatur und Fernsehen bemühen. Neben der Dotierung hat der Preisträger das Wohnrecht im Stadtschreiberdomizil im Gutenberg-Museum in Mainz für ein Jahr sowie die Möglichkeit, einen Film nach einem Thema freier Wahl mit dem ZDF zu drehen. 

In den vergangenen Jahren wurden unter anderen Anna Katharina Hahn, Abbas Khider, Clemens Meyer, Feridun Zaimoglu und Judith Schalansky ausgezeichnet. Alle Preisträger hier.  

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