Sieger des Buchblog-Awards 2018 (6)

"Durch das Bloggen wird die Lesezeit deutlich knapper"

Am 12. Oktober hatten der Börsenverein und NetGalley Deutschland die besten Buchblogs ausgezeichnet. boersenblatt.net befragt Buchblog-Award-Siegerin Petra Wiemann von "Elementares Lesen" über ihre Arbeit.

Petra Wiemann

Petra Wiemann © privat

Wie viel Arbeit steckt in Ihrem Blog?

Eine ganze Menge! Ich lese Bücher konzentrierter als früher und mache mir schon während der Lektüre Notizen. Das Schreiben kostet viel Zeit, da ich gern ausführlich auf die Bücher eingehe. Um Fehler zu vermeiden, überprüfe ich einige Fakten, gerade bei wissenschaftlichen Themen. Dann kommen das Einbinden von Fotos und Links und die Pflege der Social Media-Kanäle zum Blog hinzu. Für meine Vorfreuden-Serie wälze ich zweimal im Jahr über hundert Verlagsvorschauen. Alles in allem eine Arbeit, die abwechslungsreich ist und Spaß macht!

Werden Sachbücher unterschätzt?

Auf jeden Fall! Das zeigt sich schon darin, dass es deutlich weniger Auszeichnungen gibt als bei Romanen. Sachbücher sind wichtig, um sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen und auch die Hintergründe zu verstehen. Sie gelten allerdings vielen als trocken und anstrengend. Dabei können Sachbücher unbekannte Welten erschließen und Denkanstöße geben. Sie können fesselnd wie ein Krimi sein, lehrreich und unterhaltsam zugleich! Für mich sind gute Sachbücher ein intellektuelles Vergnügen. Das möchte ich in meinem Blog "Elementares Lesen" demonstrieren.

 

Ihr Leib- und Magenthema?

Zurzeit bewegen mich Themen wie der Artenschwund und der Klimawandel. Darum sind mir Bücher wichtig, die die engen Verflechtungen von Mensch und Natur erklären. Zum Genießen lese ich Bücher in der angelsächsischen Tradition des "Nature Writing". Wissenschaft und Naturbeobachtung werden darin in literarischer Weise verknüpft.

 

Was hätten Sie gerne gewusst, bevor Sie mit dem Bloggen angefangen haben?

Hätte ich geahnt, dass Bloggen so viel Spaß macht und der ideale Weg ist, um Gleichgesinnte zum Austausch zu finden, dann hätte ich früher damit begonnen. Den zeitlichen Aufwand habe ich allerdings völlig unterschätzt! Durch das Bloggen wird die Lesezeit deutlich knapper.

 

Wie groß ist Ihr "Ausstoß"?

Im Durchschnitt veröffentliche ich vier Artikel pro Monat. In fünfeinhalb Jahren sind so 252 Artikel zusammengekommen.

 

Wie gehen Sie mit Selbstzweifeln um?

Auf das Bloggen bezogen heißt das für mich Zweifel an der Qualität und Aussagekraft meiner Texte. Habe ich das Wesentliche erfasst? Erreiche ich mein Ziel, für ein Buch zu begeistern? Und dann die Frage, ob es nicht Zeit für den nächsten Artikel wäre. Ich mache mir dann klar, dass das Bloggen ein Hobby ist und das Ergebnis nicht perfekt sein muss. Die Kommentare zu meinen Artikeln bestärken mich in dem, was ich tue. Das ist eine starke Motivation.

 

Was ist Ihr Ziel?

Zum Lesen anstiften, Freude an Wissensthemen wecken, unterhalten.

 

Welches Format kommt bei Ihren Followern am besten an?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die meisten Klicks erhalte ich in der Kategorie "Wissensbücher des Jahres", weil mein Blog gern als Informationsquelle zu den nominierten Büchern genutzt wird. In der Serie "Vorfreuden für Leseratten" und den Rückblicken auf meine "Lieblingsbücher" wird besonders gern kommentiert. Ansonsten ist das Interesse der Leser breit gestreut. Artikel, in denen ich mehr Kritik übe als gewohnt, stoßen auf besonderes Interesse, da es selten vorkommt. Beliebt sind auch Artikel, in denen ich mehrere Bücher zu einem Thema vorstelle.

 

Wem hätten Sie den Sieg beim BuBla von Herzen gegönnt?

Sabine Delorme vom Blog "Binge Reading & More". Sie liest sich quer durch die Weltliteratur und verschiedene Genres. Auch anspruchsvolle Sachbücher verschmäht sie nicht. Ihre locker geschriebenen Artikel regen oft zum Schmunzeln oder zum Nachdenken an.

 

Was bedeutet Bloggen für Sie?

Es ist ein fester Bestandteil meines Lebens – unverzichtbar, herausfordernd, beglückend!

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