Interview mit Sarah Reul über Social Media

"Unbedingt authentisch bleiben"

Social-Media-Expertin Sarah Reul arbeitet im Buchladen am Freiheitsplatz in Hanau und bloggt seit 2006 auf pinkfisch.net. Für Buchhandlungen hat sie einige Ratschläge zum Umgang mit den sozialen Medien. INTERVIEW: ISABELLA CALDART

Sarah Reul

Sarah Reul © privat

Welche Tipps gibt es für Buchhandlungen, die mit Social Media anfangen wollen – was sind die ersten Schritte?
Zunächst sollte man sich überlegen, auf welcher Plattform sich die eigene Zielgruppe tummelt. Dafür kann man durchaus auch die Kunden selbst fragen, wo sie sich Präsenz wünschen würden. Der zweite Gedanke wäre, sich zu überlegen, wie neue Zielgruppen angesprochen werden können. Junges Publikum beispielsweise ist aktiver auf Instagram. Aber als erstes sollte definitiv mit dem bestehenden Publikum gearbeitet werden.


Stichwort Instagram: Wie relevant ist Facebook überhaupt noch?
Gerade für Buchhandlungen wird Facebook noch eine ganze Weile eine Rolle spielen, da sich dort die Kundschaft aufhält. Facebook ist klassisch, eher ein Netzwerk für die Älteren – aber auch generell relevant: Die meisten Leute gucken nach wie vor als erstes, ob ein Laden auf Facebook vertreten ist. Darauf verzichten sollte man nicht, jedoch auch nicht ausschließlich auf dieser Plattform aktiv sein.


Ist Instagram die geeignete Ergänzung?
Instagram wird für Buchhandlungen immer wichtiger. Es bietet viele Möglichkeiten, nicht nur für Fotos, sondern auch für Storys: Damit lässt sich schnell ein persönlicher Einblick in die Buchhandlung vermitteln und dank der Videofunktion können Ausschnitte von Veranstaltungen gezeigt oder komplett live gestreamt werden. Die Kunden bekommen dadurch das Gefühl, dabei zu sein, selbst wenn sie nicht vor Ort sind.


Worauf muss beim Social-Media-Auftritt geachtet werden?
Authentizität ist essenziell. Man sollte sich online so zeigen, wie man offline auch ist. Wir bekommen in unserer Buchhandlung oft die Rückmeldung, dass wir im Internet genauso wahrgenommen werden wie bei der persönlichen Begegnung. Der Content stammt schließlich nicht von einer Agentur; Persönlichkeit und individuelle Empfehlungen sind wichtig. Und natürlich darf der Spaß nicht zu kurz kommen.


Wie oft sollten die Accounts bespielt werden?
Es gibt keine grundsätzliche Regel, aber mehrfach die Woche sollte es schon sein. Was sehr gut funktioniert: wiederkehrende Aktionen, zum Beispiel immer mittwochs den Buchtipp der Woche oder regelmäßig die Mitarbeiter vorstellen. Solche Ankerpunkte sind wichtig.


Wie sieht die rechtliche Situation aus, was muss als Werbung markiert werden?
Ich darf keine rechtlichen Ratschläge geben. Ich kann nur raten, sich ins Thema einzulesen oder mit einem befreundeten Rechtsanwalt darüber zu reden.


Sie schreiben gerade ein Buch zu genau diesem Thema: Buchhandlungen und Social Media …
... genauer gesagt ist es eine Broschüre für den Verbund Buchwert, die im Frühjahr erscheinen soll, mit Praxistipps speziell für Buchhandlungen. Sie basiert auf dem Vortrag "Keine Angst vor Social Media", den ich auf der Frankfurter Buchmesse gehalten habe. Im Zuge der Veröffentlichung werde ich auch weitere Vorträge zu dem Thema halten.

Einige Beispiele dafür, wie erfolgreiche Social-Media-Arbeit im Buchhandel aussehen kann, finden Sie in unserer Rubrik "Aktionen für den Buchhandel".

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