Stiftung Internationale Jugendbibliothek

Japanische Kaiserin Michiko wird Ehrenmitglied

"Her majesty will accept the request" - die Japanische Kaiserin Michiko wird Ehrenmitglied der Stiftung Internationale Jugendbibliothek. Nach einer persönlichen Audienz bei Japans Kaiserin Michiko im Frühjahr 2018 hatte Christiane Raabe, Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, das Gesuch eingebracht. Heute, ein knappes Jahr später, folgte die Antwort per Pressemitteilung. Die Kaisierin sagt "Ja".

Kaisierin Michiko

Kaisierin Michiko © William Ng

Wie das kaiserliche Hofamt heute in einer Pressemitteilung verkündet, wird die japanische Kaiserin Michiko die Einladung der Stiftung annehmen. Die Würde wird nicht leichtfertig angetragen: Nach Erich Kästner und Astrid Lindgren wird Kaiserin Michiko erst die dritte Person in dieser Ehrenposition sein.

Schon seit über 30 Jahren sei die Kaiserin der internationalen Kinder- und Jugendliteratur sehr verbunden. Anfang der 90er Jahre übertrug sie 80 Gedichte des bekannten japanischen Kinderlyrikers Michio Mado ins Englische und machte ihn damit einer breiten internationalen Öffentlichkeit bekannt. Nur wenige Jahre später wurde er als erster Autor aus dem asiatischen Raum mit dem Hans Christian Andersen Award für sein Werk ausgezeichnet. Die Kaiserin hat selbst eine Vielzahl an Haiku und Tanka, japanischen Kurzgedichten verfasst (eine Auswahl ist im Herder Verlag erschienen: "Nur eine kleine Maulbeere. Aber sie wog schwer").

Wann immer möglich, so informiert die Stiftung, besuche die Kaiserin auf Auslandsreisen zwischen ihren offiziellen Terminen Kinder- und Jugendbuchbibliotheken, darunter auch die Internationale Jugendbibliothek in München im Jahr 1993. Wie schon deren Gründerin Jella Lepman ist Kaiserin Michiko davon überzeugt, "dass Kinderbücher einen wertvollen Beitrag für gegenseitiges Verständnis zwischen Menschen und Kulturen leisten." Diese Überzeugung bestimmt auch die Arbeit des Internationalen Kuratoriums für das Jugendbuch (IBBY), ebenfalls eine Gründung Jella Lepmans, für dessen Jubiläumskongress zum 50jährigen Bestehen die Kaiserin im Jahr 2002 die Schirmherrschaft übernahm.
Im Frühjahr 2018 gewährte Kaiserin Michiko der Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, Christiane Raabe, eine persönliche Audienz im Kaiserpalast. "Tief beeindruckt von der aufrichtigen Verbundenheit der Kaiserin mit der internationalen Kinder- und Jugendliteratur und ihrer spürbaren Nähe zu den Ideen Jella Lepmans ersuchte Raabe im Namen der Stiftung Internationale Jugendbibliothek die Kaiserin daraufhin, Ehrenmitglied der Stiftung zu werden", heißt in einer Nachricht der Stiftung Internationale Jugendbibliothek. Ihren Palast in der japansichen Hauptstadt Tokyo wird Kaiserin Michiko aber nicht räumen, um nach Schloss Blutenberg in München zu ziehen, wo die Stiftung ihren Sitz hat: Die Ehrenmitgliedschaft ist rein symbolisch und beinhaltet keine Verpflichtungen.

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