Sonntagsfrage

“Ist die Einschweißfolie ein Auslaufmodell, Frau Lüders?“

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte – die Buchhandlung Lüders hat den Plastikmüll einer Woche in den Laden gekippt und das Einschweißfolienfoto auf Instagram gepostet. Der Erfolg war überwältigend. Ragna Lüders über die Reaktionen der Kollegen aus Buchhandlungen und Verlage und ihre weiteren Pläne im Kampf gegen die Folie.

Ragna Lüders

Ragna Lüders © privat

Die Vermeidung von Plastik ist uns ein Anliegen – in allen Bereichen des Lebens. Wir wollten darstellen, wie viel Plastik allein durch das Einschweißen der Bücher anfällt, und waren selbst schockiert, als wir realisierten, was so alles zusammenkommt, wenn wir eine Woche lang die Folien sammeln.
Auf dem Foto ist neben dem Plastikberg auch ein Kind zu sehen, dadurch wollten wir auch die Botschaft vermitteln, dass es für zukünftige Generationen eine ganz andere Situation sein wird, wenn wir unser Verhalten von heute nicht ändern.

© Buchhandlung Lüders

Die Resonanz auf den Post bei Instagram war überwältigend, damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet. Der Post wurde inzwischen über 1.300-mal geliked, es wurden mehr als zwanzig kreative Stories daraus gemacht und wir haben viele leidenschaftliche und dankbare Kommentare dafür bekommen – sowohl von Kunden als auch von Verlagen und Autoren; auch bei Facebook war das Echo groß.

In unserem Post haben wir viele Verlage direkt angesprochen und um einen Kommentar gebeten. Mit dem Wunsch nach deutlich weniger Plastik – auch in Buchhandlungen – haben wir offensichtlich ein Thema berührt, das viele Menschen bewegt. Da bislang nur eine wenige Verlage reagiert haben, werden wir zusammen mit Jasmin Marschall von der Buchhandlung herr holgersson. lesen & leben einen Brief an alle größeren Verlage schreiben, um unseren Wunsch nach folienfreien Büchern auszudrücken.

Inzwischen haben sich viele weitere Buchhandlungen angeschlossen, die den Brief mit uns unterzeichnen wollen. Wir freuen uns sehr über diese engagierte Reaktion! Der Brief soll Ende Februar / Anfang März verschickt werden. Und wir würden uns sehr wünschen, dass wir auf diese Weise etwas dazu beisteuern können, die Welt ein kleines bisschen mehr vom Plastik zu befreien. Dass dazu ein Instagram-Account beitragen könnte, hätten wir uns noch vor kurzer Zeit nicht vorstellen können ...

Kontakt über: buchhandlunglueders.de

Lesen Sie zur Plastikfolie auch das Thema der Woche im Börsenblatt, Heft 7, das am 14. Februar erscheint.

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12 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Harald Kraft

    Harald Kraft

    Bei einer so wichtigen Frage um die Einschweißfolie um die Bücher könnte man auch die Kunden/-innen der Buchhandlungen durch Umfragen mit entscheiden lassen.
    Dies wäre jedenfalls besser, als die Änderungen gleich durchsetzen zu wollen.

  • Daniel Beskos

    Daniel Beskos

    Ich finde das Engagement natürlich super, es wird Zeit, dass über weniger Verpackungsmüll auch im Buchhandel gesprochen wird. Aber mich wundert doch sehr, dass es immer nur heißt: Verpackung weglassen. Ich finde das zu kurz gedacht. Gibt es nicht in anderen Branchen bereits kompostierbare Verpackungsstoffe? Denn natürlich gehen einige Kunden und Buchhändler sorgsam mit neuen Büchern um, aber es geht ja nicht nur um die wenigen Ansichtsexemplare im Handel. Wenn ich alleine an den Zustand der Bücher denke, die wir regelmäßig von Büchertischen zurückerhalten, wird mir schnell klar, dass es ganz ohne Verpackung nicht gehen kann, vor allem nicht bei hochwertigen, empfindlichen Hardcovern mit besonderen Papieren. Die Remis können wir praktisch zu 80% wegwerfen (bzw. als Mängelexemplare verkaufen), denn der Zustand der meisten Bücher ist wirklich erbärmlich. Zuweilen fragt man sich, was die Händler/Transporteure wohl damit angestellt haben, um sie so zuzurichten (eingestaubt, Brandflecken, eingestoßene Ecken, Knicke, Schnitte und zuweilen auch Dinge, wo selbst Plastikfolien nicht mehr geholfen hätten, gebrochene Rücken usw.). Diese Schäden bleiben ja gerade bei Büchertischen (volles RR!) komplett bei den Verlagen hängen. Also: Gut, dass es diese Diskussion gibt, aber bitte auch angemessene Lösungen suchen.

  • Dr. Sonja Klug

    Dr. Sonja Klug

    Alle wollen saubere, einwandfreie Bücher, ohne schmutzige Fingerabdrücke, Eselsohren oder eingerissene Seiten - aber niemand will Plastikfolie um die Bücher haben. Das ist mir nicht verständlich! Als Buchkäuferin wie auch als Verlegerin möchte ich "saubere ungelesene" Bücher (ver-)kaufen; dafür nehme ich die Plastikfolie gerne in Kauf - und gehe davon aus, dass sie über die gelben Tonnen auch problemlos von jedermann entsorgt werden kann. Wozu dann also das ganze Tratra?
    Ich sehe nur eine Möglichkeit, dem zu entkommen: Wenn die fabrikneuen Bücher - wie noch in den 60er und 70er Jahren - statt mit Plastikfolie wieder in Papier eingeschlagen werden. Das sieht weniger schön aus (Cover und Buch kann man im Papier nicht erkennen), erfüllt aber den Wunsch von Käufern, Händlern und Verlegern, "saubere, einwandfreie" Ware zu (ver-)kaufen.
    Doch wie kann die maschinelle Verpackung in Folie so schnell auf Papier umgestellt werden? Mir scheint, das Problem lässt sich so schnell nicht lösen.
    Und überhaupt: Die größten Plastik-Dreckschleudern sitzen nicht in Europa (wo der gelbe Punkt das Entsorgen gut regelt), sondern z.B. in Afrika: In Marokko z.B. weht der Plastikmüll über das ganze Land (das glaubt nur, wer als Tourist mit eigenen Augen diesen Dreck allerorten gesehen hat!) und natürlich ins Meer; eine Entsorgung oder Müllabfuhr gibt es schlicht nicht! In diesen Ländern müsste viel eher als in Europa angesetzt werden, um dem Plastikmüll ein Ende zu bereiten. Bis dahin bin ich einverstanden, Bücher auch weiter in Plastikfolie einzuschweißen oder eingeschweißte Bücher zu (ver-)kaufen.

  • Inge Lütt

    Inge Lütt

    Wo im Ausland die »größten Plastik-Dreckschleudern sitzen«, ist meiner Meinung nach unerheblich.
    Abfallvermeidung, die zunächst einmal daraus besteht, anderen Menschen vorzuwerfen, dass sie nicht im Rahmen bundesrepublikanischer Standards leben, scheint zumindest mir nicht wirklich effektiv. Wie wäre es denn, mit gutem Beispiel voran zu gehen, statt den "Ihr tut ja nichts, also ist das auch nicht unser Problem"-Finger in den Wind zu halten?
    Ach ja: Seit bereits 2016 ist in dem von Frau Dr. Klug gescholtenen Marokko die Nutzung und Produktion von Plastiktüten strafbar. Zugegeben, Ruanda war schon zehn Jahre früher soweit. Südafrika, Mauretanien, Kenia stehen auch auf der Liste. So viel zum Thema "die anderen sind aber viel schlimmer, deshalb darf ich das tun".

  • Harald Kraft

    Harald Kraft

    @Dr. Sonja Klug
    Die in Ihrem Kommentar geschriebenen beiden Sätze: "Ich sehe nur die Möglichkeit, dem zu entkommen: Wenn die fabrikneuen Bücher - wie noch in den 60er und 70er Jahren - statt mit Plastikfolie wieder in Papier eingeschlagen werden. Das sieht weniger schön aus (Cover und Buch kann man im Papier nicht erkennen) erfüllt aber den Wunsch von Käufern, Händlern und Verlegern, "saubere, einwandfreie" Ware zu (ver-)kaufen" kann ich sehr unterstreichen und auch nachvollziehen.
    Frau Dr. Sonja Klug zeigt mit dem Beispiel von der Plastikfolie langsam weg wieder zum Papier um die Bücher als geschützten Umschlag eine Version auf, die man doch in den Buchhandlungen ausprobieren könnte.
    Immerhin hätte dann der Kunde, welcher ein Buch, z. B. zu einem Geburtstag jemanden kaufen möchte, die Gewissheit, dass dieses Buch sauber ist, weil es ja in einem Papiereinband sozusagen gut eingepackt ist. Manche Papiere sind sicher auch etwas durchsichtig. Aber dies macht dann gerade auch den Reiz dieses Papierumschlages aus.

  • Jens Bartsch

    Jens Bartsch

    Man sollte aus der Folie kein Dogma machen, denn selbstverständlich gibt es viele Fälle empfindlicher und hochwertiger Bücher, bei denen die Nutzung einer Folienverpackung weiterhin zwingend bleiben wird! Vielleicht denken aber auch einige Hersteller mal drüber nach, wie sich Umschläge in der Oberflächenbeschaffenheit so gestalten lassen, dass sie eine Auslieferung ohne Folie zulassen.

    @Daniel Beskos:
    Bei den Büchertisch-Rückläufern allerdings eine Quote von 80% Ramsch zu erreichen – das ist Kunst und da stimmt etwas nicht. Soweit es mir erinnerlich ist, sind wir Buchhändler aufgefordert, Remissionsexemplare (bei Büchertischen oder generell) nur in wiederverkäuflichem Zustand zurückzusenden, egal wo die landen (sic!). Eventuell sollten Sie den jeweiligen Handelspartnern im Sortiment ein Musterexemplar zum Durchgrabbeln umsonst dazu packen, weitergehend aber heftigst auf die Finger klopfen und nicht wiederverkäufliche Exemplare schlicht und ergreifend einfach nicht gutschreiben. Volles RR ist ja kein Naturgesetz, sondern an Bedingungen geknüpft. Gegebenenfalls muss man an den Spruch „So etwas tut man nicht“ eben auch unseren Teil der Branche oder einen Teil derer deutlicher erinnern.
    Wir sind hier als Buchhandlung in Sachen Umtausch ganz extrem kulant, aber nicht wiederkaufsfähige Ware nehmen wir nicht zurück – fertig!

    @Sonja Klug:
    Ja, den Weltfrieden und die Weltmeere retten deutsche Buchhändler und Verlage mit einer Folienvermeidung nicht. Aber die Negierung eines hiesigen Plastikproblems und der bequeme Verweis auf die gelbe Tonne und andere, selbstverständlich größere Umweltsünder…? Dies erinnert mich dann doch zu sehr an die Menschen, die beim Ökosupermarkt mit dem SUV vorfahren, dort einkaufen und glauben, sich damit aller restlichen Verantwortlichkeit entledigt zu haben. So einfach ist das nicht.

    Nach der Umstellung von Plastik- auf Papiertragetaschen (über deren vorgeblichen ökologischen Mehrwert ich gerne streite) oder die alternativ von Kunden mitgebrachten eigenen Stoffbeutelchen (sehr brav) vollzog sich hier merkwürdiges. Als Sortimenter, die bei dem übelsten Regenwetter alternativ zu unseren Papier- auch weiterhin noch Plastiktaschen anbieten, werden wir von manchen Kunden gelegentlich so vorwurfsvoll angeschaut, als seien wir komplette Ökofaschisten. An dieser Stelle hat ein Umdenken dort also offensichtlich funktioniert und eingesetzt. Warum soll man die geneigte Kundschaft also nicht auch daran erinnern, dass der mutmaßlich größere Müllberg aus der Einzelverpackung entsteht?

    Der Mensch braucht gelegentlich Bilder, um Dinge zu verstehen. Die Aktion der Buchhandlung Lüders ist ein großartiges Bild, welches wir hier in Köln auf irgendeine Art und Weise mit Freuden nachahmen werden – ein herzlicher Gruß nach Hamburg!

    Jens Bartsch – Buchhandlung Goltsteinstraße in Köln

  • Dr. Gabriele Kalmbach

    Dr. Gabriele Kalmbach

    @Sonja Klug ... »und gehe davon aus, dass sie über die gelben Tonnen auch problemlos von jedermann entsorgt werden kann.« Das ist leider der Irrglaube in Deutschland, dass »problemlos entsorgen« mit der gelben Tonne geregelt ist. Leider ist der Anteil des Recyclings viel zu gering, ein Großteil des Mülls wird einfach verbrannt.

  • Caroline

    Caroline

    Falls der Beitrag von Frau Dr. Klug tatsächlich ernst gemeint sein sollte, empfehle ich eher einen Blick nach Malaysia als nach Marokko:
    https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wirtschaf t/deutscher-plastikmuell-verschmutzt-malaysia-e590 969/

  • Ulrike Helmer (Ulrike Helmer Verlag)

    Ulrike Helmer (Ulrike Helmer Verlag)

    Ohne Plastik? Super Sache, aber leider gibt es da tatsächlich die andere Seite, etwa die genannten beschädigten Remissionen. Nur weiterverkäufliche Ware remittieren? Stimmt, so lautet die Vorgabe. Die Realität sieht indessen anders, sprich: zerfleddert aus, schon weil offenbar das Packen von Buchpaketen misslingt. Hierzu der hilfreiche Hinweis: Machen Sie die Schlackerprobe! Solange sich drinnen was bewegt, wurde nicht gut gepackt und muss ausgestopft werden. - Auch kennen wir Beschwerden aus dem Buchhandel wegen kleinster Schleifspuren auf der Folienkaschierung, etc. Das ist ohne Plastik aber unvermeidlich. - Ich erinnere mich zudem aus meiner Zeit als Buchhändlerin, dass auch die Kundschaft oft äußerst pingelig war, es bitte gern "originalverschweißt" hatte und sogar um Preisnachlässe für "Schäden" bat ... Zwei Vorschläge: Wir sollten uns eventuell mal in anderen Ländern umsehen, etwa in Frankreich, wo Buchumschläge seit eh und je schlicht und ergreifend Buchumschläge sein dürfen (auch wenn sie dort nun öfter bunt bedruckt werden). Und zum Vorschlag eines Papierwickels: Früher nannte man sowas SCHUTZumschlag! Auch 'ne super Idee ;o)

  • Dr. Sonja Klug

    Dr. Sonja Klug

    @ Caroline
    Ich bin einigermaßen entsetzt, dass unser Plastikmüll "munter-lustig" in die 3. Welt gekarrt wird, wo er natürlich nicht ordentlich weiterverarbeitet oder entsorgt wird, weil das schon die Korruption dieser Länder gar nicht zulässt...
    @Ulrike Helmer @Daniel Beskos
    Dennoch: Wir alle - Käufer und Verkäufer von Büchern - wollen einwandfreie Neuware - und keine Probleme mit den Remis. So, wie ich einen neuen Toaster oder ein neues Telefon nur "verpackt" kaufe, um sicher zu sein, dass sie wirklich "neu und einwandfrei" sind, so will jedermann auch neue Bücher "verpackt (OVP)" kaufen.
    Der Schritt in der Prozesskette, in der man etwas ändern könnte und (wie von mir vorgeschlagen) wieder von Plastikfolie auf Papierverpackung "umschalten" könnte, sind die Druckereien. Bei Auftragsvergabe gebe ich als Hersteller/Verlegerin an: "Bücher eingeschweißt in Folie". Hier - in den Druckereien - müsste das Problem technisch zuerst gelöst werden, wie man eine Alternative zur Plastikfolie finden kann.
    Die Bücher "nackt" zu lassen, ist wirklich keine Lösung !!! In der Tat kenne auch ich als Käuferin von Büchern wie als Verlegerin das Problem: Die Kunden "schreien" nach einer vernünftigen Verpackung des (neuen) Buches, wollen keine Kratzspuren auf den Covern und ärgern sich erst recht über Eselsohren, Fettfletten und eingerissene Schutzumschläge - diese Malheurs passieren leider sehr leicht, wenn ein Buch "nur mal so" in der Buchhandlung einige Wochen ausliegt und von ein paar 100 Leuten "begrapscht" wird. Also bevor wir die Plastikfolie weglassen, brauchen wir unbedingt eine brauchbare Verpackungsalternative!! Und dafür muss zuerst eine technische Lösung gefunden werden.

  • Harald Kraft

    Harald Kraft

    @Dr. Sonja Klug
    Besten Dank für Ihren ausführlichen Beitrag vom 12. Februar.
    Bei so einer wichtigen Entscheidung sollten die Kunden/-innen in den Buchhandlungen sich auch dazu äußern können.
    Auch ist mehr eine Individualität, also die eigene Entscheidung des Buchhändlers in seiner Buchhandlung gefragt. Wir leben nun mal in einer Demokratie und da können letztendlich auch Entscheidungen reifen und vollzogen werden, wenn alle Beteiligten, somit auch die Leser/-innen, dies sind ja dann die Kunden/-innen der Buchhandlungen in die Prozesse eines sinnvollen Weges beteiligt werden.
    Dies mit einer "technischen Lösung" sehe ich etwas anders. Wenn Papier als Umschlag für Bücher als Alternative für Plastikfolien verwendet wird, so könnten doch Buchhandlungen dahingehend aktiv werden und sich selber, z. B. bei Schreibwarengeschäften, so Papiere besorgen. Da muss jetzt dafür kein großer Aufwand getrieben werden. Und zudem läuft ja erst diese Idee erst einmal langsam an. Also sollte da jetzt auch nicht eine große Hektik verbreitet werden.
    Man kommt sicher nur mit der Überlegung "Papierumschläge für Bücher statt in Plastik" voran, wenn die Buchbranche überzeugt ist, dass man dies auch in einer gemeinsamen Zielsetzung verwirklichen kann. Es sollten dafür jetzt auch keine überdimensionalen Aktionen gestartet werden, denn zunächst müsste ja einmal die Bereitschaft zu einem Umdenken kommen.
    Und wenn diese vorhanden ist, wird ein Erfolg sichtbar werden. In einer sogenannten Ruck-Zuck-Aktion wird es also nicht funktionieren.
    Aber Ihr Gedanke, Frau Dr. Klug, mit dem Papier von den 60er und den 70er Jahren ist sicherlich ein guter Ansatz, wie man dies heute umsetzen könnte.
    Und dazu bedarf es vielleicht auch noch mehr Vorschläge von Buchhändlern/-innen aus ihren Buchhandlungen, wie diese in ihren Meinungen dazu stehen und sich dann äußern.
    Eine Bandbreite von neuen und sinnvollen Ideen ist also nach vorne noch ganz offen.

  • Dr. Sonja Klug

    Dr. Sonja Klug

    @Harald Kraft
    Kraft schreibt: "Dies mit einer "technischen Lösung" sehe ich etwas anders. Wenn Papier als Umschlag für Bücher als Alternative für Plastikfolien verwendet wird, so könnten doch Buchhandlungen dahingehend aktiv werden und sich selber, z. B. bei Schreibwarengeschäften, so Papiere besorgen."
    Das ist absolut unrealistisch, Herr Kraft! Stellen Sie sich mal die Buchhändler vor, die jetzt täglich den "Verpackungsirrsinn" selbst entfachen müssen! Die Buchhändler stehen täglich in der Buchhandlung und verpacken Tausende Titel, die angeliefert werden, in Papier! Abgesehen von dem enormen Platz-, Zeit- und Materialaufwand, den das Verpacken braucht, kostet das zig-tausende Arbeitsstunden im Jahr, die erst mal bezahlt werden müssen von den Inhabern der Buchhandlungen!!! Und bei den hypermickrigen Gewinnmargen an den Büchern und die supermickrigen Buchhändler-Einkommen und -Löhnen kann das definitiv niemand leisten. Und auch das Papier zum Verpacken und zum Einwickeln muss gekauft und wahrscheinlich zurechtgeschnitten, beschriftet werden usw.! (Pro Buch ein geschätzter Zeitaufwand von 10-15 Minuten - rechnen Sie das hoch auf mehrere 1000 Bücher pro Jahr und auf den durchschnittlichen Lohn pro Stunde, dann ist sofort klar, dass das kein Buchhändler leisten kann.)
    Nein, nein. Das Ganze funktioniert nur, wenn hier zuvor eine "industrielle" Lösung gefunden wird, die Bücher also "in Papier verpackt" bereits in die Buchhandlungen geliefert werden. Und das geht eben nur, wenn diese industrielle Lösung der Massenverpackung technisch zuvor ausgereift ist und an der entscheidenden "Schnittstelle" im gesamten Prozess (das sind eben die Druckereien, die Bücher drucken und eingeschweißt liefern) technisch geleistet werden kann und geleistet wird. Ist es möglich, die Bücher druckereiseitig in Papier statt Folie zu verpacken, wird sicher die gesamte Branche sofort mitmachen, da bin ich sicher.
    Ach, übrigens: Auch Verpackungspapier muss entsorgt und recycelt werden ..... schon mal daran gedacht, dass andere Verpackungsmaterialien als Plastik das Problem nur verschieben, aber auch nicht letztgültig lösen können ... ???

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