Lesetipp zu Plastikverpackungen

Unbefleckte Erkenntnis

"Wissen sie nicht, dass sie Hand an einen Fetisch legen?": Peter Praschl, Journalist und Autor, graut es davor, dass Verlage ihre Bücher nicht mehr einschweißen wollen. In der "Welt" erklärt er, warum.

Peter Praschl hat die Meldungen über Verlage, die dem Klima zuliebe aufs Einschweißen verzichten, alle gelesen. Ganz einverstanden ist er mit der Sache offenbar nicht. "Habt ihr euch überlegt, dass viele Bücher nur deswegen gekauft werden, weil man nicht in sie reinlesen kann", fragt er und gibt zu Bedenken: "Erst wenn das letzte Buch betatscht, verstaubt, verknickt ist, werdet ihr merken, dass die Klimalobby keinen Sinn für Poesie hat."

Zum Text, veröffentlicht von Welt online.

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11 Kommentar/e

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  • Annemarie Chiappetta

    Annemarie Chiappetta

    Etwas derart Dämliches habe ich lange nicht mehr gelesen. Herr Praschel hat wohl einfach noch nicht verstanden, wie ernst die Lage ist. Schade.

  • Stefan

    Stefan

    "Habt ihr euch überlegt, dass viele Bücher nur deswegen gekauft werden, weil man nicht in sie reinlesen kann".
    Mir geht es ja genau umgekehrt: Ich habe viele Bücher nicht gekauft, weil ich nicht reinlesen konnte und es mir zu blöd ist jedes mal zum Ladenpersonal zu gehen, um darum zu bitte, das Leseverhüterli zu entfernen.
    Ansonsten bin ich Annemaries Meinung: Die Lage ist ernst!
    Wir sollten so gut es eben geht auf unnötige Verpackungen verzichten. Ein Buch einzuschweißen ist so nötig, wie eine Banane verpacken.

  • Hubert

    Hubert

    "...werdet ihr merken, dass die Klimalobby keinen Sinn für Poesie hat".

    "Erst wenn ihr Kopf, Herr Peter Praschl, der über dem letzten Damm dieser Welt aufragt, bis zum Kinn im Wasser steckt und wenn sie keinen Ast mehr haben, an dem Sie sich schwimmend mehr festhalten werden können, werden sie merken, dass ihr Sinn für Poesie in diesem Zusammenhang aber wirklich völlig irrelevant war."

  • Renate R.

    Renate R.

    Man merkt, dass Herrn Praschel das Käuferverhalten völlig fremd ist. Eine Woche hinter einer Buchhandlungstheke und schon ergibt sich ein neuer Blickwinkel, den ich sehr empfehlen würde. Vom dringend notwendigen Umweltschutz ganz zu schweigen. Oftmals ist es nötig vom hohen Roß herunterzusteigen, um der Realität wieder etwas näherzukommen

  • Ulrike Müller

    Ulrike Müller

    Kann Herrn Praschl gut verstehen, ein durchblättertes, möglichst schief angelesenes Buch ist ärgerlich-und unästhetisch.
    Doch es gibt Verlage, die mit Papier-Umschlägen arbeiten-das wäre doch eine Alternative zu dem unseligen Plastik...

    Ulrike Müller

  • Leser

    Leser

    Wenn ich ein Buch kaufe, das 30 EUR kostet, möchte ich ein Exemplar, das ungelesen, sauber und nicht angestoßen ist. Und ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige Käufer bin, der das so sieht. Letztendlich wird diese Angelegenheit von den Kunden entschieden werden.

  • I.B.

    I.B.

    Tja, und wenn's nun regnet? Dann verlangt/braucht (?) der Kunde doch wieder eine Plastiktüte......

    I.B.

  • Hubert

    Hubert

    Tja, und wenn's nicht mehr aufhört zu regnen, weil wir unseren Komfort über den Sinn desselben gestellt haben, dann wird die Angelegenheit letztlich von der Natur geregelt und der Kunde braucht in Zukunft keine Plastiktüten mehr.

  • Annemarie

    Annemarie

    Wenn es regnet, dann steckt man sein gekauftes Buch in eine mitgebrachte Tasche. Problem gelöst.

    Und übrigens: Früher waren die Schutzumschläge dafür da um das Buch vor Flecken oder ähnlichem zu schützen. Daher auch der Name „SCHUTZumschlag“. Mittlerweile schütz die Plastikfolie den SCHUTZumschlag. Ist das seltsam oder sehr seltsam?

  • Philipp B.

    Philipp B.

    Auch wenn mir Herrn Praschls Argumentation zu schwurbelig formuliert ist, so finde ich es bedenklich, wie mit den Zweiflern an der Abschaffung der Einschweißfolie umgegangen wird. Viele Befürworter der Folien-Abschaffung fühlen sich scheinbar moralisch überlegen. Stichwort: „Die Lage ist Ernst.“ Die Buchbranche als Vorreiter der Plastikreduzierung, wirklich? Könnte es sein, dass in Deutschland an einem einzigen Tag mehr Plastikmüll durch verbrauchte Joghurtbecher entsteht, als in einem ganzen Jahr durch Einschweißfolie von Büchern? Und soll es wirklich einerlei sein, ob eine Gurke für 0,99 € eingeschweißt wird oder ein Hardcoverbuch für z.B. 25 €? Und könnte es sein, dass die hohe Zustimmung für die Abschaffung bei Kundenumfragen mit dem Phänomen „soziale Erwünschtheit“ zusammenhängt? Fragen über Fragen…

  • Annemarie

    Annemarie

    Erstrebenswert wäre doch, wenn jede Branche sich darum kümmert, so viel Müll wie möglich einzusparen, oder? Die Buchbranche muss kein Vorreiter sein, aber sie kann ihren Beitrag leisten.
    Weniger Buchfolie + weniger Gurkenfolie + weniger Plastikbecher = glücklicher Planet = glückliche Menschen

    Es muss ja auch nicht der sofortige und komplette Verzicht auf jede Plastikfolie im Buchbereich sein. Teure, bibliophile Ausgaben könnten auch erst noch eingeschweißt bleiben, bis andere Wege/ Materialien gefunden werden, um die Bücher sicher zu transportieren etc.

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