Interview mit Lehmanns-Geschäftsführer Detlef Büttner

"Wir sehen gemeinsames Entwicklungspotenzial"

Der Deutsche Ärzte Verlag hat im Zuge einer strategischen Neuorientierung Lehmanns Media an die Beteiligungsgesellschaft Lafayette Mittelstand Capital verkauft. Welche Perspektiven der Eigentümerwechsel eröffnet, fragt boersenblatt.net Lehmanns-Geschäftsführer Detlef Büttner.

Der Fachinformationsmarkt reagiert nervös auf die jetzt erst bekanntgewordene Übernahme von Lehmanns Media durch Lafayette Mittelstand Capital.
Ja, wir waren überrascht, dass aufgrund der Börsenblatt–Meldung einige besorgte Kunden nachgefragt haben, ob bei uns "alles in Ordnung" sei. Seit der Swets- und KNV-Insolvenz besteht ein verständliches Sicherheitsbedürfnis.
 
Und wie sieht es aus bei Ihnen?
Unsere Geschäfte laufen sehr gut. In Deutschland und der Schweiz schreiben wir solide schwarze Zahlen, 2018 war sogar ein Rekordjahr. Wir sind mehr als zufrieden und blicken mit Optimismus in die Zukunft.
 
Worauf begründet sich Ihr Optimismus angesichts der tiefgreifenden Marktveränderungen im Geschäft mit Fachinformationen?
Mit unseren Online-Services für Bibliotheken und Großkunden haben wir innerhalb unseres b2b-Portals „Le2B“ zahlreiche Funktionalitäten geschaffen, die mehr und mehr Kunden überzeugen. Zuletzt haben wir die Goethe  Institute als Neukunden gewinnen können, die wir nun weltweit beliefern. Unser Endkunden-Geschäft stabilisiert sich nach Jahren des Rückgangs und auch hier gelingt es uns, mit zusätzlichen, zu uns passenden Angeboten zu überzeugen. Im vergangenen Jahr sind wir mit Weiterbildungsangeboten für Tierärzte an den Markt gegangen, im Jahr davor mit Medical Equipment.

Wieso erfolgte dann ein Gesellschafter-Wechsel?
Der Gesellschafterwechsel lag in den geänderten rechtlichen und strategischen Rahmenbedingungen des Deutschen Ärzteverlags begründet. Von daher haben wir uns schweren Herzens voneinander getrennt, bleiben aber weiter freundschaftlich verbunden. Lafayette passte insofern gut, weil wir gemeinsam unsere Strategie in Richtung eines breiter aufgestellten Medienunternehmen weiter entwickeln können. Unser neuer
Gesellschafter konnte durch sein Netzwerk schon in den ersten Monaten wertvolle Impulse liefern.
 
Was genau verstehen Lafayette und Sie darunter?
Wir sehen gemeinsam Entwicklungspotential im Ausbau unseres Kerngeschäfts mit Fachinformationen. Hier wollen wir weiter in Kundenlösungen investieren, die uns am Markt Alleinstellungsmerkmale sichern. Internationalisierung über den DACH-Raum hinaus ist für uns ebenso ein Thema, wie der Bereich Weiterbildung und der Ausbau unserer Verlagsaktivitäten. Es gibt aber keine fixe Agenda, wir schauen uns alle Themen nach und nach an.

Die Fragen stellte Torsten Casimir.

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