Ausbildungszahlen 2018

Weniger Buchhandelsazubis

Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge in der Buchbranche ist laut der Statistik des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) im Jahr 2018 gesunken. Demnach wurden 429 neue Ausbildungsverträge geschlossen.

  • Laut DIHK waren es im Jahr 2017 noch 480 geschlossene Ausbildungsverträge.
  • Damit befanden sich im vergangenen Jahr insgesamt 1.142 Menschen in der Ausbildung zum Buchhändler oder zur Buchhändlerin (2017: 1.148).
  • Im Ausbildungsberuf „Medienkaufmann/-frau Digital und Print“ gab es 633 neue Vertragsabschlüsse (2017: 675).

„Nach einem starken Ausbildungsjahr 2017 haben sich die Ausbildungszahlen im letzten Jahr wieder auf das Niveau von 2016 eingependelt. 2017 hatten Hugendubel und andere größere Filialisten Ausbildungsinitiativen gestartet, die zu einem deutlichen Anstieg der Ausbildungszahlen beitrugen“, sagt Monika Kolb-Klausch, Bildungsdirektorin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Monika Kolb-Klausch

Monika Kolb-Klausch © mediacampus frankfurt

Im Vergleich mit anderen Einzelhandelsbranchen stehe der Buchhandel gut da, so Kolb-Klausch. Die Unternehmen beklagten branchenübergreifend einen immer härteren Wettbewerb um junge Menschen. „Die Buchbranche hat verstanden, dass man dem Nachwuchs ein flexibles Ausbildungsangebot machen muss – dazu zählen neben der klassischen Ausbildung zum Buchhändler oder zur Buchhändlerin auch neue Ausbildungsangebote wie das Abiturientenmodell ‚Handelsfachwirt‘, die Ausbildung ‚E-Commerce-Kaufmann/-frau‘, duale Studiengänge oder Fachwirtformate.“

Viele Ausbildungsstellen unbesetzt

Im vergangenen Jahr konnten laut Industrie- und Handelskammer (IHK) die Unternehmen 58.000 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldete Ausbildungsplätze nicht besetzen – so viele wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr. Zuletzt bekam fast jedes zehnte IHK-Unternehmen keine einzige Bewerbung mehr. Besonders schwer sei es für kleine Unternehmen, Azubis für sich zu gewinnen.

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5 Kommentar/e

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  • Harald Kraft

    Harald Kraft

    Trotz dieser genannten Zahlen in diesem Beitrag sollte man sich insgesamt gesehen einmal die Lage der Buchbranche ansehen.
    Zu kleine Buchhandlungen können aus Kostengründen nicht ausbilden.
    Bei vielen Schulabgängern, die sich Buchhändler/-in als ihren Beruf dann vorstellen könnten, ist eben der Verdienst nach der Ausbildung auch ein wichtiger Faktor.
    Bedeutend wäre sicher für die nahe Zukunft, dass man die Fachklassen für Buchhändler/-innen in den Berufsschulen etwas mehr finanziell unterstützen könnte.
    Der Börsenverein, die Landesverbände und die Buchhandlungen sollten auch etwas mehr für das Berufsbild Buchhändler/-in werben und eben auch an den Abgangsklassen der Schulen informieren. Zudem wären auch noch die Industrie- u. Handelskammern Ansprechpartner für Jugendliche in der Berufswahl.
    Notwendig ist in erster Linie, dass junge Menschen ein genaues Bild vom Beruf Buchhändler/-in durch gute Infos bekommen.
    Entscheidend dazu ist auch die weitere Entwicklung im Buchhandel im Ablauf dieses Jahres. Und da sollte man abwarten können, wie sich die konjunkturelle Struktur im Herbst/Winter dann wieder zeigt.

  • Guido Schröer

    Guido Schröer

    Ich könnte noch eine Interessentin für eine Ausbildungsstelle im Buchhandel für September 2019 im Raum Augsburg, München oder Neu-Ulm vermitteln. Kontakt gerne über PN bei LinkedIn oder Xing.

  • Buchhändler, es war einmal

    Buchhändler, es war einmal

    Ich bin auch Buchhändlerin geworden, aus Leidenschaft, mit Herz und Verstand. Doch ich arbeite seit vielen Jahren in meinem neuen Beruf, doch der alte wäre mir lieber. Aber es gibt im Tagespendelbereich keine offenen Vollzeit Stellen, seit vielen Jahren. Von meinen früheren Kollegen arbeitet aus denselben Gründen nicht mal mehr die Hälfte im Buchhandel. Da kann ich junge Menschen schon verstehen, die sich zur Familiengründung einfach irgendwann räumlich festlegen wollen und daher keinen Beruf erlernen wollen, von dem zu Leben oft nicht möglich ist, wenn man nicht bereit ist, immer wieder mal das Bundesland zu wechseln.

  • Peter R.

    Peter R.

    [Die Unternehmen beklagten branchenübergreifend einen immer härteren Wettbewerb um junge Menschen.]

    Dabei sollen wir immer länger Arbeiten, ältere Menschen mit Berufserfahrung sind zu teuer und lassen sich mit 450 Euro Jobs nicht abspeisen. Ich bekomme mittlerweile keinen Vollzeitjob mehr im Einzelhandel, warum sollte ein junger Menschen sich das noch antun im Einzelhandel, eine Familie wird er damit nicht ernähren können.

    Dazu kommt noch Amazon, da hat der Buchhandel auch keine Zukunft mehr.

  • Badischer Grantler

    Badischer Grantler

    Ich habe Ende der Achtziger Jahre Buchhändler in einer großen Universitätsbuchhandlung im Rhein-Neckar-Raum gelernt und habe - nach sehr gutem Abschluss und dem lächerlichen Gehaltsangebot meines damaligen Chefs - nochmal studiert und kann von diesem Abschluß zumindest gut leben (mein Chef hat später Konkurs angemeldet). Was bleibt von der Ausbildung? Meine Freundin, die mit mir in der Ausbildung war und die ich viele Jahre später zufällig wiederfand und in die ich mich wieder verliebte. Ich kann also nicht völlig schlecht vom Buchhandel reden. Der Rest aber darf, nein, muß abgehakt werden.

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