Logistikkosten

Die Post macht die Büchersendung teurer

Die Deutsche Post macht Kleinsendungen teurer, reduziert zugleich das Angebot – und korrigiert auch die Maximalmaße für den Buchversand nach unten. Die Preise steigen: um bis zu 60 Prozent.

Die Post will das Porto für Büchersendungen erhöhen

Die Post will das Porto für Büchersendungen erhöhen © Deutsche Post

Die letzte Reform ist gerade ein Jahr her, jetzt greift die Deutsche Post in ihrem Tarifangebot erneut ein – spricht dabei von einer Vereinfachung. Nach eigener Aussage will das Unternehmen die Büchersendung mit der 2018 neu entwickelten Warensendung zusammenführen. Statt zwei Büchersendungs- und vier Warensendungsprodukten soll es dann insgesamt nur noch insgesamt zwei Tarife geben:   

  • die Bücher- und Warensendung bis 500 Gramm und
  • die Bücher- und Warensendung bis 1000 Gramm.

Beide Produkte sollen einheitliche Maximalmaße haben – und können künftig verschlossen bei der Post abgegeben werden (die aber zu Prüfzwecken weiterhin öffnen kann). Am Tempo ändert sich jedoch nichts: Was als Bücher- und Warensendung losgeschickt wird, ist in der Regel vier Werktage unterwegs (nach der Einlieferung).

Die Post in der Preisspirale

"Für Kunden, die Büchersendungen nutzen, wird der Versand künftig teurer", heißt es selbst bei der Post. Mit ein paar Cent mehr − wie im vergangenen Jahr − ist es diesmal nicht getan:

  • Die Büchersendung Groß (bis max. 500 Gramm) kostet bis 30. Juni je 1,20 Euro, danach – nach dem neuen Tarifschema – werden für Bücher in dieser Gewichtslage pro Versand 1,90 Euro fällig. Das entspricht einem Anstieg von knapp 60 Prozent (58,3 Prozent).  
  • Für den Versand von Büchern, die mehr Gewicht auf die Waage bringen (bis 1.000 Gramm; bisher: Büchersendung Maxi), sind künftig 2,20 Euro zu zahlen – statt 1,70 Euro. Der prozentuale Anstieg hier: fast 30 Prozent (29,4 Prozent).

Die Post erklärt ihre neue Preismaßnahme mit den ähnlichen Argumenten, die schon beim letzten Mal zum Einsatz kamen, dafür genügt ihr diesmal ein Satz: "Preissteigerungen sind für die Deutsche Post unumgänglich, da sie mit höheren Transport- und Lohnkosten konfrontiert ist." Ansonsten verweist das Unternehmen im nationalen Versand auf Alternativen. Bücher und Waren ließen sich auch als Großbrief verschicken – aus Sicht der Post biete er "gegenüber der bisherigen Büchersendung Groß und Warensendung Kompakt zu einem geringen Mehrpreis eine kürzere Regellaufzeit".

Das sind die neuen Idealmaße der Post für Kleinsendungen

Bisher ließ die Post ihren Kunden einen gewissen Spielraum, was die Größe des Packstücks anging. Auch das ist: vorbei. Zum Vergleich: Packstücke, die als preiswerte Kleinsendung (bis 1 Kilo) auf Reisen gehen sollten, konnten bis zu 35,3 cm lang sein, bis zu 30 cm breit und bis 15 cm hoch. Gleich bleiben wird davon nur das Längenmaß – die maximale Breite reduziert die Post auf 25 cm, die maximale Höhe auf 5 cm. 

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21 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Ulrich Dombrowsky

    Ulrich Dombrowsky

    Dann werden wir wohl in Zukunft per Maxibrief und Großbrief versenden, dann kommt die Sendung wenigstens nach ein bi zwei Tagen an. Und wenn das auch nicht mehr geht, müssen wir wohl doch andere Versender buchen. Oder - und das wollen wir eigentlich nicht - die Versandkosten an die Kunden weitergeben.

  • Daniel Beskos

    Daniel Beskos

    Das Porto für Sendungen unter 500g ist dann also innerhalb eines Jahres (30.6.2018 bis 1.7.2019) um 90% gestiegen, von 1,- Euro auf 1,90 Euro. Sauber. Die Aktionäre der Deutschen Post wollen halt Gewinne sehen.

  • Benjamin Wagner

    Benjamin Wagner

    Das sind ja gute Neuigkeiten: Entweder ein privater Dienstleister erkennt das freiwerdende Auftragsvolumen und macht ein aktraktives Angebot, oder wir werden wohl soweit wie möglich nur noch als Brief versenden. Schon die internationale Warensendung stellt für das Preisniveau vieler Titel einen nicht hinnehmbaren Aufwand dar. Fraglich ist nur, wie weit Kunden eine Erhöhung der Versandpauschale mitgehen werden. Viele Titel in unserem Sortiment könnnen aktuell nur noch angeboten werden, da die Versandpauschale halbwegs die Gebühren für die Plattform deckt.
    Spannend wird auch, wie Großanbieter ihre 1cent-Ware mit der 3-Euro Portopauschale von Amazon noch rentalbel verkaufen können. Vielleciht findet hier ja eine gewisse Marktbereinigung statt.

  • Edition Nautilus

    Edition Nautilus

    Das ist eine Frechheit und Verantwortungslosigkeit. Hat da irgendjemand eine Ahnung von den Realitäten im Buchgeschäft? Von der KNV-Insolvenz gehört? Wie kann so etwas auch nur denkbar sein? Wie passt das zusammen mit dem politischen Willen von Frau Grütters und vielen anderen zur Verlags-(=Kultur-)Förderung? Was sagt der Börsenverein dazu, was unternimmt er dagegen?

  • D. Orie

    D. Orie

    Da kann ich mich nur meinen Vorredner anschließen. Versender wechseln, per Brief oder ... Zusammen mit der KNV-Insolvenz ist das schon harter Tobak für kleine Verlage. Wir waren immer so stolz, dass wir kein Porto berechnen. Aber nun?

  • Dirk Bauer

    Dirk Bauer

    Na ja - eine Anhebung von € 1,20 auf € 1,45 bedeutet bereits eine Kostensteigerung von knapp 21%. Nicht lustig. Und wenn es über 2cm Höhe geht, müssen schon € 2,20 berappt werden. Am Ende wird der Kunde diese clevere Produktbereinigung mit bezahlen.

    Wer mehr als 1.000 Sendungen im Jahr als Maxibrief versendet, sollte sich einen Warenpostvertag zulegen. Kostet mit € 2,60 genaus so viel, bietet allerdings bei E+1 noch eine Trackingnummer.

    Trotz der drastischen Portoerhöhung wird es eher keine Marktbereinigung auf dem Amazon Marketplace geben. Amazon besitzt vermutlich schon einen Warenpostvertrag mit traumhaft indviduellen Preis. Die stören die neuen Produkt- und Preismodelle der Post wohl nicht - trifft eher die kleinen Buchversender.
    Die Zwangs-Versandkosten für gebrauchte Bücher werden wohl auf € 3,50 oder € 3,95 gehen. Bleibt für Amazon und Marketplace-Teilnehmer das Bisherige wieder übrig, und wenn alle Marktteilnehmer die Portokosten verlangen müssen, dann ist ein Abwandern unwahrscheinlich. Vielelicht wird dem einen oder anderen Restejäger das gebrauchte Buch zu teuer, nur billiger und portogünstiger gibt es woanders nicht unbedingt.

  • Satyr Verlag Volker Surmann

    Satyr Verlag Volker Surmann

    Es macht keinen Spaß mehr, Verlag zu sein! Es macht einfach keinen Spaß mehr. Kaum verkraftet man noch die eine Klatsche, kommt die nächste hinterher. Das ist eine völlig willkürliche und überzogene Preiserhöhung! Der Deutschen Post war die Büchersendung schon lange ein Dorn im Auge, entsprechend hat sie die Sendungen behandelt, nun macht sie kurzen Prozess. Und wieder trifft's die unabhängige Verlagsbranche besonders hart. Wie sollen wir da mit unserem kleinen Onlineshop noch mit Onlinehändlern konkurrieren? Keine Chance! Regulierungsbehörde, bitte einschreiten!

  • Klaus Jans

    Klaus Jans

    Es ist ein Jammer. Das ist ein direkter Angriff auf die Verlage, gerade die kleineren, die nicht nur große Laster durchs das Land sausen lassen. Auch bei den Auslieferungen gehen einige Bücher via Post DHL auf die Reise. Bei den Buchhandlungen zudem. Wo soll das nur enden? (HINWEIS: Ich möchte keine Niedrigpreise auf dem Rücken der armen Paketausfahrer*innen. Die sollen anständig, ordentlich und fair bezahlt werden. Und keine Überstunden arbeiten. ABER: Die Preissteigerungen der Post dienen ja den Gewinnmargen, also den Aktionären. Faire Löhne ... darum geht es der Post hier bei den ewigen Preissteigerungen ja gar nicht. Es ist beschämend, das alles. An die Verlage denkt die Post wohl erst recht nicht.)

  • Dieter Dausien

    Dieter Dausien

    Es ist ja offensichtlich: Die Post möchte dieses Produkt nicht mehr. Nicht nur die heftige Tarifsteigerung, sondern auch noch das Höchstmaß: In die 5 cm passen kaum zwei übereinandergelegte Taschenbücher incl. Versandtasche. Eh wir da jetzt ständig messen, wiegen und nachdenken, werden wir eben auch Kleinsendungen generell über DPD schicken. Das holt der Fahrer ab, die Laufzeit ist i.d.R. tatsächlich 1 Tag, wir haben eine Wegeverfolgung und die Sendung ist versichert. Meine Empfehlung: Mitgliederprogramm "Seitenreich" des Börsenvereins nutzen.
    Teurer wird's damit natürlich so oder so. Es ist schon ein Drama: Die Post als staatliches Unternehmen verschlurt permanent ihre Grundversorgung, verschlechtert den Briefdienst, pampert amazon stattdessen mit Sondertarifen und stärkt damit den Großversandhandel, was dann von Wirtschaftsministerium und Kommunen mit Innenstadt-Förderprogrammen konterkariert werden darf. Wenn es denn dazu kommt . . . Hauptsache, wir lassen der heiligen Kuh namens Marktwirtschaft freien Lauf.

  • Michael Netzer

    Michael Netzer

    Die Entscheidung der Post widerspricht dem Gedanken, dass traditionell Büchersendungen eine Dienstleistung mit ermäßigtem Porto sind. Durch die Ermäßigung gegenüber Postpaketen und Päckchen soll der Versand des Kulturgutes Buch die Bildung der Bevölkerung fördern.
    Jetzt soll Büchern dieser besondere Status entzogen werden
    Sie sollen mit Warensendungen, einem vollkommen anderen Wirtschaftsgut, zusammen gelegt werden. Die eigentliche Büchersendung wird damit abgeschafft. Dagegen sollten Einwände vom Börsenverein formuliert und an die richtigen Empfänger weitergeleitet werden.

  • Holger Timm

    Holger Timm

    Die maximale Höhe von 5 cm bedeutet, dass praktisch kein gebundenes Buch mehr als Büchersendung verschickt werden kann, günstigstes Angebot bei der Post dann Päckchen für 3,79 Euro. Da könnten andere Versender billiger sein...
    Ich habe schon länger daran gezweifelt, dass Post und Kultur irgendwie zusammengeht.

  • Alexander Virchow

    Alexander Virchow

    Warum nicht gleich fünf Euro oder zehn, das sind runde Beträge, die man sich gut merken kann. Auch die Größe sollte man auf zehn mal zehn mal zehn setzen.

    Ich denke, die Post will auf mittlere Sicht den ganzen Bereich Briefpost loswerden. Wenn niemand mehr Briefe verschickt, dann entfällt auch der Zwang zur täglichen Belieferung. Dann kann endlich verdient werden. Und dann kommt der Börsengang. Welcher Politiker dann wohl Vorstand spielt?

  • If

    If

    "Die Entscheidung der Post widerspricht dem Gedanken, dass traditionell Büchersendungen eine Dienstleistung mit ermäßigtem Porto sind. Durch die Ermäßigung gegenüber Postpaketen und Päckchen soll der Versand des Kulturgutes Buch die Bildung der Bevölkerung fördern. "

    Warum sollte eine privates Unternehmen die Buchbranche subventionieren? Reichen Rabatte und ermäßigter Umsatzsteuersatz nicht aus? Es ist wirklich ein Jammern auf einem ganz hohen Subventionsniveau. Übrigens: Das elektronische Buch ist versandkostenfrei.

  • Dorothea Thomé

    Dorothea Thomé

    if: Was meinen Sie mit Rabatten? Auch Ihre Einschätzung des "Jammerns auf ganz hohem Subventionsniveaus" kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ihre Lösung: "Das elektronische Buch ist versandkostenfrei", kommt mir auch nicht als der Weisheit letzter Schluss vor.

  • Bernd

    Bernd

    Einfach Mal die viel zu günstigen Buchpreise erhöhen. So schwer ist es doch nicht...

  • Michael Netzer

    Michael Netzer

    "Es drängt sich der Eindruck auf, dass das Produkt konsequent 'ausgeschlichen' werden soll"

    Die Entwicklungen bei der Post, das Ringen um mehr Tempo bei der Büchersendung und um moderate Preise: Kyra Dreher, Geschäftsführerin der Fachausschüsse im Börsenvereins, hat die Entwicklung über Jahre begleitet und immer wieder auch mit der Post Kontakt habe, um die Manager in der Bonner Zentrale über die Lage der Buchbranche zu informieren. "Rückblickend auf die sieben Jahre, in denen ich mit der Deutschen Post im Austausch über die Erhaltung und Qualität der Büchersendung stehe, bildet die jüngste Entscheidung des Unternehmens ganz sicherlich einen Tief- und Wendepunkt gleichermaßen", so Dreher im Gespräch mit Börsenblatt Online.

    Auf die erste schmerzhafte Preiserhöhung 2018 folge nun die zweite – innerhalb von gerade einmal zwölf Monaten. Die neuen Preise ab Juli könnten Dreher zufolge für ein "E + 4“-Produkt (Versandgeschwindigkeit: Einlieferung plus vier Tage) als prohibitiv bezeichnet werden. "Es drängt sich der Eindruck auf, dass das Produkt konsequent aus dem Produktportfolio der Post `ausgeschlichen` werden soll: es wird infolge der reduzierten Höhenmaße und Preise immer weniger zum Einsatz kommen, in Konsequenz dessen immer weiter verteuert werden, bis es preislich so an die anderen Versandprodukte der Post angeglichen ist, dass seine Einstellung der logische nächste Schritt ist, bei dessen Begründung sich gelassen auf die geringe Nutzung von Seiten der Bücherversender wird verweisen lassen."

    Gegen die von der Post vorgebrachten Argumente mit Verweis auf die gestiegenen Lohn- und Logistikkosten, lasse sich nicht angehen. Sie seien Fakt. Womit sich hingegen sehr wohl argumentieren lasse, sind laut Dreher die Daseinsvorsorge der Post hinsichtlich der Verbreitung des Buches als Kulturgut. "So anachronistisch dies dem derzeitigen Management der Post erscheinen mag, so sehr ist es die politische Ebene, die darüber zu befinden hat, ob Bücher und ihre qualitative und preisadäquate Verbreitung in genanntem Sinne als unverändert existentiell für die Bevölkerung anzusehen sind." Dreher betrachtet es als Aufgabe des Börsenvereins, hierzu in Dialog mit der Politik zu treten und verspricht: "Wir werden dieser Aufgabe nachkommen."

  • Chris

    Chris

    Hier wird immer nur über Büchersendung geredet. Eine Warensendung unter 50 Gramm konnte man für 70 Cent, dann 90 Cent, mittlerweile für 1,30 Euro, und ab 1.7. dann für 1,90 Euro versenden. Saftige Preiserhöhungen und auch die werden wieder durchgewunken.

  • Dorothea Thomé

    Dorothea Thomé

    Danke, lieber Herr Netzer! Hoffentlich tritt der Börsenverein ordentlich in die Pedale bzw. auf die Post-Preisbremse für diese unverschämte Preissteigerung. Bald ist ja das Porto teurer als der Druck!

  • Benjamin Wagner

    Benjamin Wagner

    Der Börsenverein sollte es nicht bei Protest belassen sondern versuchen, über einen Rahmenvertrag mit der Post oder einem privaten Dienstleister ein Angebot auszuhandeln. Vielleicht wäre der Warenbrief eine Option. Bei den ZVAB-Marken geht es ja auch, dass man diese über einen die Plattform kaufen kann und damit sehr gute Konditionen bekommt.

  • Dorothea Thomé

    Dorothea Thomé

    Danke für den Hinweis auf die ZVAB-Marken. Diese Möglichkeit für einen günstigeren Paketversand kannte ich noch gar nicht. Da muss ich mich mal einlesen.

  • Björn

    Björn

    Die hier kalkulierten Teuerungen von nur 60% sind zu gering angesetzt. Durch die weitere Begrenzung bei den Maßen muss oft das größere Produkt gewählt werden. Im Schnitt werden also 70% - 90% mehr fällig (nur gegenüber dem Vorjahr). Eine Katastrophe für den privaten und (klein-)gewerblichen Buch- und Warenhandel. Hier sollte der Gesetzgeber einschreiten, da die Sicherstellung von Infrastruktur und Warentransport in der Mitverantwortung des Staates liegt.

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