Verleihung in Weinheim

Antje Herden erhält Peter-Härtling-Preis

Am 12. Mai hat Antje Herden in der Beltz Buchhandlung in Weinheim den Peter-Härtling-Preis 2019 in Empfang genommen. Eine bewegende Veranstaltung: Es war die erste Preisverleihung ohne den Namensgeber Peter Härtling, der im Sommer 2017 gestorben ist.

Preisübergabe (v.l.): Tilman Spreckelsen, Antje Herden und Marianne Rübelmann

Preisübergabe (v.l.): Tilman Spreckelsen, Antje Herden und Marianne Rübelmann © E. Distelrath

"Peter Härtling fehlt sehr", sagte nicht nur Laudator Tilman Spreckelsen. Der Juryvorsitzende war sich jedoch sicher, dass die Wahl des diesjährigen Preisbuches im Sinne des verstorbenen Autors gewesen wäre. "Meisterhaft und äußerst glaubwürdig" erzähle Antje Herden, "wie sich ein Junge auf der Suche nach dem richtigen Leben in einer Parallelwelt verliert."

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Verlegerin Marianne Rübelmann die Gäste begrüßt, unter denen sich auch Peter Härtlings Ehefrau Mechthild und der Sohn befanden, berichtet die Verlagsgruppe Beltz. Rübelmann betonte die Bedeutung von Härtlings Werks und erinnerte an die Anfänge des Preises, den Beltz & Gelberg als Geschenk zum 50. Geburtstag des Autors 1984 gestiftete hatte. Stellvertretend für die Jury gab Lektorin Barbara Gelberg Einblicke in die langjährige Zusammenarbeit mit Peter Härtling und verdeutlichte die Lücke, die er hinterlasse.

In ihren spontanen Dankesworten erzählte Antje Herden von ihrer eigenen Verbindung zu Peter Härtling: Dessen Tochter Sophie habe sie vor vielen Jahren dazu bewegt, ihr erstes Kinderbuch zu publizieren. Herdens Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen den Spaß am Lesen und Schreiben zu vermitteln. Im Vorfeld der Preisverleihung hatte sie mit Schülern der Weinheimer Dietrich Bonhoeffer-Schule einen Schreibworkshop zu ihrem Roman abgehalten. Die erarbeiten Texte trugen die Schülerinnen und Schüler Marisa Frischel, Marisa Selbitschka und Martin Villanueva-Astroga zum Abschluss der Verleihung vor.

Antje Herden signiert für Mechthild Härtling

Antje Herden signiert für Mechthild Härtling © E. Distelrath

Ausgezeichnet wurde Herden für ihren Jugendroman "Keine halben Sachen". Die Geschichte um den fünfzehnjährigen Robin, dessen sehnlichster Wunsch, "keine halben Sachen" mehr zu machen, in den Drogenrausch führt, begeisterte das Publikum, so dass die Preisträgerin recht ausdauernd signieren durfte. Abgerundet wurde der festliche Teil mit einem Empfang auf dem Atrium vor der Buchhandlung.

Der Peter-Härtling-Preis für unveröffentlichte Kinder-und Jugendbuchmanuskripte wird seit 1984 alle zwei Jahre von Beltz & Gelberg ausgeschrieben. Er ist mit 3.000 Euro dotiert und wird in Weinheim verliehen. Das preisgekrönte Manuskript wird im Programm Beltz & Gelberg veröffentlicht. Unter den früheren Preisträgern sind Martina Wildner, Gabi Kreslehner, Salah Naoura und Regina Dürig.

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