eBuch Jahrestagung 2019

Die Genossen schmieden Pläne

eBuch zieht Bilanz – und schmiedet bei der Jahrestagung Pläne: Die Mitglieder verzichten auf ihre Dividende, reinvestieren das Geld lieber in den Verbund, um die Plattform genialokal und das Kundenmagazin "schönerlesen" weiter zu entwickeln.

eBuch tagte in Nürnberg - hier spricht Julian Müller, Chef der eBuch Service GmbH & Co. KG

eBuch tagte in Nürnberg - hier spricht Julian Müller, Chef der eBuch Service GmbH & Co. KG © eBuch

Die Jahrestagung der eBuch hat am vergangenen Wochenende in Nürnberg stattgefunden, heute berichtet der Verbund darüber – sowohl über das Erreichte 2018 als auch über die Pläne für das laufende Jahr. Bei der Mitgliederversammlung wurde laut Bericht auch beschlossen, für das abgelaufene Jahr auf eine Dividende zu verzichten. "Das Geld soll in die Weiterentwicklung von Dienstleistungen der Genossenschaft gesteckt werden", heißt es. Welche Themen die Genossen nach eigenen Angaben 2019 auf ihrer Agenda haben:

  • Kooperationen. Die Zusammenarbeit mit Prisma läuft aus eBuch-Sicht positiv – künftig soll in diesem Umfeld deshalb noch mehr passieren: Die Genossen sind dabei, weitere Verbundgruppen als Kooperationspartner zu gewinnen – erste Gespräche gebe es bereits.
  • VLB-TIX. Die eBuch hat sich entschieden, als Verbundgruppe mit dem Novitätensystem VLB-TIX zusammenzuarbeiten. Novi24, das eigene System, wird dem Vernehmen nach nicht weiterentwickelt.
  • "schönerlesen". Mit dem Start des Kundenmagazins sind die Genossen zufrieden – los ging es im Frühjahr 2018 mit in einer Auflage von 100.000 Exemplare. Da das Magazin mittlerweile auch von Libri-Kunden (Buchhandlungen) geordert werden kann, ging die Auflage zwischenzeitlich nach oben. Für 2019 ist eine weitere Auflagensteigerung geplant, dazu stellt eBuch wie angekündigt auf vier Ausgaben um.
  • genialokal. Auch hier lautet die Zwischenbilanz der Genossen: "sehr gut". Die Plattform erwirtschaftete 2018 ein Umsatzplus von durchschnittlich 20 Prozent pro teilnehmender Buchhandlung (angeschlossen sind aktuell 650 der insgesamt rund 860 Mitgliedsbuchhandlungen). Positiv sei auch die nach wie vor hohe Abholfachquote von 85 Prozent und die Conversionrate von 9,1 Prozent. 2019 wollen die Genossen die Plattform mit dem stationären Geschäft in den Buchhandlungen und dem Magazin "schönerlesen" enger verknüpfen − hier versprechen sie sich Impulse für weiteres Wachstum.

Thalia und die Mayersche fusionen, den Kleinen fehlen Nachfolger: Und nun?

Diskutiert haben die Genossen nach eigenen Angaben aber nicht nur über interne Vorhaben, sondern auch über die Lage im Buchmarkt insgesamt. Sie tauschten sich aus über die Expansionsstrategie von Thalia, sprachen über die Verschmelzung der Filialketten von Thalia und der Mayerschen – und über die Tatsache, dass Buchhandlungen mangels Nachfolger schließen müssen.

Was die Verbundgruppe selbst tun kann, um den Entwicklungen etwas entgegenzusetzen, war einer der Schwerpunkte der Tagung, in der Gewissheit, "Lösungen zu dieser Fragestellung zu finden, wird die zentrale Aufgabe in naher Zukunft sein", wie die Genossen schreiben. Dazu richteten sie noch während der Jahrestagung eine Pilotgruppe ein, die in den nächsten zwei Jahren einen konkreten Fahrplan entwickeln soll. 

Börsenverein: eBuch unterstützt Stefan Könemann

Stefan Könemann, Geschäftsführer des mehrheitlich zu Libri gehörenden Barsortiments Könemann, stellte sich den Mitgliedern der Verbundgruppe als Kandidat für das Amt des Vorstehers des Börsenvereins vor. Der eBuch-Mitteilung zufolge erläuterte er zudem mögliche Zusammensetzungen des Vorstands und die Auswirkungen. "Für die Sortimenter wäre es wichtig, jemand aus dem Zwischenbuchhandel zu wählen, damit der Einfluss des Sortiments nicht ganz verloren geht", finden die Genossen – und erklären: "Die eBuch unterstützt seine Kandidatur, ebenso die von Annerose Beurich, Inhaberin der Buchhandlung stories in Hamburg, die als Buchhändlerin die Interessen des Sortiments vertreten wird."

Lorenz Borsche und das "Goldene e"

Zur Jahrestagung kam auch der langjährige eBuch-Vorstand Lorenz Borsche. Im Februar war er, wie berichtet, aus dem Amt ausgestiegen – Bernhard Schäfer (Buchland, Bad Wildungen) wurde sein Nachfolger. Borsche ist von den Mitgliedern nun noch einmal gefeiert worden und erhielt – für besondere Verdienste um den unabhängigen Buchhandel – das "Goldene e". Angelika Siebrands, Mitglied des eBuch-Vorstands, und Julian Müller, Geschäftsführer der eBuch Service GmbH & Co. KG, hielten die Laudatio.

Personelle Veränderungen gab es diesmal im Aufsichtsrat: Sebastian Otter wurde nach zwei Amtszeiten verabschiedet, Susanne Ludorf von der Buchhandlung Seevetal einstimmig als neue Aufsichtsrätin gewählt.

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