Sortimenterumfrage zur Beratungsintensität im Kalendergeschäft

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Wie beratungsintensiv ist die Warengruppe Kalender? Buchhändler über Selbstläufer und die Recherche für den Kunden. LENA REICH

Annekathrin Lippelt

Annekathrin Lippelt © Lünebuch

Annekathrin Lippelt, Lünebuch in Lüneburg:
"Ich beobachte, dass sich der Zeitraum für den Kalenderkauf immer weiter ausdehnt. Teilweise werden im April noch Kalender für das laufende Jahr gekauft, ebenso schon Titel für 2020. Viele Kunden suchen ein bestimmtes Geschenk, Thema, Format, eine besonders große Schrift oder viel Platz zum Eintragen; sie haben sehr praxisbezogene Fragen. Dann nehmen wir uns Zeit, um den richtigen Kalender für sie zu finden. Ebenso viele gucken selbst und wissen schon, wonach sie suchen."

Alexander Fries

Alexander Fries © privat

Alexander Fries, Fontane Buchhandlung in Neuruppin:
"Kalender sind bei uns relativ beratungsintensiv. Viele Kunden fragen gezielt nach dem Kalender, den sie seit Jahren kaufen. Es ist dann eine Katastrophe, wenn genau dieser Kalender plötzlich nicht mehr lieferbar ist. Das ist oft nicht nachvollziehbar für die Kunden. Wir erklären dann und suchen gemeinsam nach einer Alternative. Auch bei Terminkalendern benötigen viele Kunden eine intensive Beratung, da es zahlreiche Aufteilungen und Formate gibt."

Tanja Eger

Tanja Eger © privat

Tanja Eger, Buchhandlung Mäx und Moritz in Baden-Baden:
"Am wichtigsten ist es, dass die Kunden die Kalender ordentlich angucken und darin blättern können. Deshalb werden wir oft gebeten, verschiedene Kalender von den Wänden zu holen. Die größte Beratung findet bei uns bei Familienkalendern statt, da die Kunden genaue Vorstellungen davon haben, wie viele Spalten und wie viel Platz zum Eintragen vorhanden sein soll."

Sven Rabanus, Altstadt-Buchhandlung in Ratingen:
"Die Beratung ist nicht so intensiv wie etwa bei der Belletristik; meistens geht es um ein bestimmtes Motiv, das die Kunden wünschen. Wir geben dann einen Marktüberblick, was in der gewünschten Preislage so alles verfügbar ist."

Ursula Hilberath

Ursula Hilberath © Alexandra Umbach

Ursula Hilberath, Buchhandlung Hilberath & Lange in Mülheim an der Ruhr:
"Wenn, dann fragen Kunden nach bestimmten Themen oder Größen, auch die Qualität etwa des Papiers ist sehr wichtig, denn oft ersetzen Kalender später Gemälde und werden eingerahmt. Die meisten Kunden wollen einen Kalender, der das ganze Jahr über schön aussieht, und sind dann auch gern bereit, ein paar Euro mehr zu bezahlen. Wir bauen die Kalender schön auf und sortieren sie vor: Anstatt sich beraten zu lassen, lassen sich unsere Kunden vielmehr von uns inspirieren und machen den Rest dann selbst."

Claudia Becker-Klinger

Claudia Becker-Klinger © privat

Claudia Becker-Klingler, Bücherstube Klingler in Hainburg:
"Manche Kunden haben ganz genau im Kopf, welchen Kalender sie haben möchten, und fragen gezielt danach – dann wissen wir meistens schon Bescheid. Vor allem beraten wir, wenn Kunden einen Kalender als Geschenk suchen. Ich achte beim Einkauf darauf, immer mal etwas Neues zu ordern, und schaue bewusst nach Jahresbegleitern, die es bisher noch nicht so gab."

Josua Straß

Josua Straß © privat

Josua Straß, Buchhandlung Straß in Baden-Baden:
"Als Selbstläufer können Kalender nur funktionieren, wenn die Auswahl stimmt – also nur dann, wenn man besonders viele unterschiedliche Preiskategorien und Formate anbietet. Wichtig ist, den Kunden erklären zu können, wie manche Preise zustande kommen, also warum manche Kalender etwas teurer sind. Solche und andere praktische Hinweise, wie man Kalender an eigene Wünsche anpasst, sind essenziell, wenn es darum geht, den Kunden daran zu hindern, den Laden beispielsweise schon deswegen zu verlassen, weil ihm nicht alle Bilder in einem Kalender gefallen. Die Kunden sollen sich bei unserer Beratung gut aufgehoben fühlen, damit sie nicht dazu übergehen, lieber im Netz zu kaufen. Kalender sind meiner Meinung nach eine tolle Möglichkeit, den Einzelhandel attraktiv zu halten."

Hella Maria Terjung, Buchhandlung Baudach in Köln:
"Ungefähr ein Drittel der Kunden braucht Beratung. Dabei geht es vor allem um die Motive, um die Formate und darum, wie gut man das Kalendarium lesen kann. Bei Familienplanern wollen die Kunden wissen, wie groß die Fläche zum Beschreiben ist."

Ingrid Kindsmüller

Ingrid Kindsmüller © privat

Ingrid Kindsmüller, Buchhandlung Kindsmüller in Ergoldsbach:
"Bei uns wird eigentlich keine Kalender­beratung gewünscht – höchstens fragt ein Kunde mal nach einem bestimmten Kalenda­rium oder nach einem anderen Katzenkalender als dem, den er bislang gekauft hat."

Johannes Steinhöfel

Johannes Steinhöfel © Eckermann Buchhandlung

Johannes Steinhöfel, Eckermann Buchhandlung in Weimar:
"Die meisten Kunden schauen erst mal für sich. Sie haben eine Vorstellung von dem, was sie suchen. Oft geht es um das Format, da der Kalender für einen bestimmten freien Platz gesucht wird. Manche Kunden haben einen bestimmten Motivwunsch – dann verschaffen wir uns gern eine Übersicht, was passen könnte, indem wir den KNV-Katalog durchsehen oder online direkt beim Verlag schauen. Wenn dann noch der Preis für den Kunden passt, ist der Verkauf meist abgeschlossen."

Und wie sieht es bei Ihnen aus, liebe Leser, liebe Leserinnen? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen gern in den Kommentaren mit!

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