Guido Bosbach rät, altes Rollendenken zu überwinden

Gemeinsam statt top-down

In vielen Unternehmen stellen nicht die Chefs die Weichen für die Zukunft, sondern engagierte Mitarbeiter. Diese "Schattenorganisationen" wollen etwas bewegen, sagt der Berater Guido Bosbach. Er empfiehlt, sie in wichtige Entscheidungen einzubinden.

Guido Bosbach

Guido Bosbach © LeanknowledgeBase

Eigentlich wollte sich Guido Bosbach mit seiner Umfrage in den sozialen Netzwerken Xing und LinkedIn nur "einen kleinen Überblick über den Status zeitgemäßer Führung und Managements verschaffen". Heraus kam die "eindrückliche Darstellung einiger der größten Stolpersteine und Hemmnisse bei der Gestaltung der Zukunft in Unternehmen", so der Berater und Blogger. Die Rede ist vom alten Rollendenken, das nach wie vor ausschließlich Führungskräften zuschreibt, das große Ganze im Blick zu haben – obwohl sie das in einer immer komplexeren Unternehmenswelt meist gar nicht mehr können.

An Bosbachs Befragung haben größtenteils Mitarbeiter aus der unteren Hierarchie teilgenommen, aber auch ein beträchtlicher Teil aus mittleren Führungsschichten. Gerade sie gelten in Firmen manchmal als lähmender Unterbau. Dabei sind sie die treibenden Kräfte, die sich selbst gegen die Lähmungen des Arbeitsalltags wehren müssen. Bosbach kommt zu dem Ergebnis, dass sich 70 Prozent der Befragten für die Zukunft ihres Unternehmens einsetzen, obwohl gerade einmal ein Drittel davon offiziell in solche Fragen einbezogen wird. Die anderen agieren einfach unter dem Radar. "Die Revolution ist in vollem Gange", schreibt er.

Fast jedes größere Unternehmen hat bereits solche "Schattenorganisationen": Mitarbeiter mit hoher sozialer Kompetenz, die sich noch dazu – anders als mancher Vorstandsvorsitzende – im Tagesgeschäft gut auskennen und die zusammen mit den Kollegen etwas verändern wollen. Guido Bosbach rät den Bossen, solche "informellen Netzwerke" zu identifizieren und in wichtige Entscheidungen einzubinden. "Führungskräfte müssen heute nicht mehr zwingend die großen Problemlöser sein. Viel wichtiger ist es, dass sie die Menschen zusammenbringen, die es können. Gemeinsam ist das neue Top-down."

Darin liege ein unglaubliches Potenzial für Unternehmen. Auch und gerade bei Neueinstellungen: "Unternehmen sollten nicht mehr in erster Linie nur auf die fachlichen Kompetenzen schauen, sondern darauf, ob der Bewerber in die Struktur der Organisa­tion passt und bereit ist, neue Dinge zu lernen und anzuwenden."

Gefragt sind Flexibilität und frisches Denken. "Mitarbeiter, die auch mal den kurzen Dienstweg gehen, statt immer nur Prozesse einzuhalten", so Bosbach. Als Berater preist er gern sogenannte Workhacks. Das sind kleine Veränderungen im Arbeitsalltag und in dessen Abläufen, die sich aber langfristig für die Produktivität des Unternehmens auszahlen. Er nennt ein Beispiel: eine offene Einladung zu einem Meeting ohne Teilnahmezwang. "Da kommen dann auch wirklich die Leute, die etwas beitragen können", hat Bosbach festgestellt. Einen anderen Workhack findet man auf Bosbachs Website: Wer mit ihm sprechen möchte, kann sich dort selbst einen Termin in Bosbachs Kalender eintragen. Funktioniert hervorragend.

Mehr von Guido Bosbach finden Sie unter: www.zukunftheute.net.

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3 Kommentar/e

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  • Finny

    Finny

    Ich lach mich weg - seit wann sind denn fachliche Kompetenzen und die Bereitschaft, etwas Neues zu lernen, ein Widerspruch?

    Nur ein erstes Klischee für mich in diesem Text. Schade.

  • Benjamin Wagner

    Benjamin Wagner

    Selten so etwas inhaltsloses gelesen. Typische Beraterfloskeln.

  • Die Buchhändlerin

    Die Buchhändlerin

    @Finny: das sagt Bosbach doch garnicht...

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