Übergangsfrist bei Büchersendungen

Es hakt in Postfilialen

Die Deutsche Post hatte zum 1. Juli eine Übergangsfrist im Zuge der Änderungen bei Bücher- und Warensendungen angekündigt − bis zum Jahresende sollen zusätzlich die bisherigen Angebote gelten. In der Praxis zeigt sich nun, dass die Umsetzung in einzelnen Postfilialen noch hakt.

Elektrofahrzeuge der Deutschen Post Go Green

Die Deutsche Post, unterwegs © Lindner Fotografie

Buchhändler und Verleger haben Börsenblatt Online über ihre Versuche, auf ihren Postämtern Büchersendungen nach den "alten" Bedingungen abzugeben mittgeteilt − teils hakt es dort noch: "Heute bei der Postzentrale beschwert weil die Filiale die Annahme einer alten Warensendung verweigert hat. Antwort: Die Übergangslösung gilt nur für Frankiersysteme", schreibt ein Kommentator. Und ein Verleger aus Wyk berichtet: "Die Postangestellten am Schalter waren über die 'Übergangsfrist' informiert − aber diese gilt nur, wenn der Einlieferer die Frankierung selbst online vornimmt."

Was ist daran? Börsenblatt Online hat bei der Deutschen Post nachgefragt. Der Kunde "kann online frankieren, wenn er möchte. Die Filiale verkauft ihm aber auch die Briefmarken und nimmt die Sendung an", erklärt Pressesprecher Alexander Edenhofer − auch die alten Preise würden gelten. "Die bis zum Jahresende übergangsweise zur Verfügung stehenden 'alten' Bücher- und Warensendungsprodukte können, wie auch die neuen Produkte 'Bücher- und Warensendung 500' und 'Bücher- und Warensendung 1000', mit den gängigen Frankierungsarten frankiert werden: Postwertzeichen, Frankiermaschinen, Internetmarke usw."

Was müssen Kunden vor Ort in ihrer Filiale tun? Edenhofer sagt dazu: "Sie müssen lediglich sagen, dass sie diese Produkte nutzen wollen und dann die Sendungen abgeben und bezahlen." Die Kassensysteme der Filialen seien alle befähigt, die Sendungen anzunehmen und Frankierungen dafür bereitzuhalten. Die Übergangsfrist gelte für alle Kunden, es gebe daher auch keine Mindesteinlieferungsmenge.

Warum kommt es dennoch zu Komplikationen? Die Entscheidung, aus Kulanzgründen eine Übergangszeit bis zum Jahresende einzuräumen, sei sehr kurzfristig vor dem 1. Juli getroffen worden, führt Edenhofer als Grund an: "Selbstverständlich wurden alle Filialen und deren Mitarbeiter entsprechend informiert, aber wir können nicht ausschließen, dass es im Einzelfall zu Prozessstörungen kommt", formuliert er. "Wir informieren unsere Kolleginnen und Kollegen in einem kontinuierlichen Prozess, um die Anzahl der Fälle, in denen es hakt, so gering wie möglich zu halten."

Die Post habe ihre Filialen sowohl in Infozeitungen als auch im Partnerportal und über Ad-Hoc-Mitteilungen im Kassensystem informiert, sagt Edenhofer, der davon ausgeht, dass in den nächsten Tagen alles reibungslos laufen wird.

Wenn es in einzelnen Filialen noch nicht klappt, was wäre zu tun? Der Post-Mitarbeiter könne dann in die aktuelle Infozeitschrift schauen, ins Partnerportal oder bei den Nachrichten in seinem Kassensystem. "Falls er dennoch unsicher ist, kann der Filialpartner die Filialhotline anrufen. Ansonsten hilft nur der Weg über die Zentrale, wir leiten das dann an die Filialabteilung weiter", so Edenhofer.

Was können Kunden tun, um falsche Abrechnungen zu vermeiden? Hier rät Edenhofer, den Abrechnungsbeleg zu prüfen, und falls Zweifel aufkommen, sofort zu reklamieren. Könne es Rückerstattungen geben? "Zu hohe Abrechnungen können nur aus Kommunikationsmissverständnissen zwischen Kunden und Filialmitarbeitern entstehen, die nur vor Ort zwischen den beteiligten Personen geklärt werden können", führt Edenhofer die Position der Post aus.

Sind die "alten" Preise für Büchersendungen im Kassensystem? Hier erläutert Edenhofer, dass die Mitarbeiter diese Produkte nicht explizit "buchen", das hätten sie noch nie gemacht: "Sie verkaufen Briefmarken in der notwendigen Größe bspw. 1,90 € und 'buchen' das als Briefmarkenverkauf. Es gibt und gab keine expliziten Preise für diese Produkte im Kassensystem. Im Shop der Post online gibt es explizite Produkte und diese sind auch zu kaufen."

Schließlich haben wir noch gefragt, ob die Post angesichts der Übergangsfrist auch die Änderungen zum 1. Juli überdenken werde? Die Entscheidung, aus Kulanzgründen eine Übergangszeit für die Nutzung der bisherigen Bücher- und Warensendungsprodukte bis zum Jahresende einzuräumen, basiere auf den Rückmeldungen der Kunden, dass eine Umstellung der Versandprozesse fristgerecht bis zum 1. Juli in vielen Fällen nicht möglich wäre. "Es ist nicht vorgesehen, die Übergangsfrist zu verlängern oder die Portfoliomaßnahme zurückzunehmen", betont Edenhofer.

mg

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7 Kommentar/e

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  • Berlin

    Berlin

    "Die Übergangslösung gilt nur für Frankiersysteme", schreibt ein Kommentator."

    Für unsere jedenfalls nicht. Da wurden am Montag die neuen Preise automatisch eingespielt und seitdem stehen die alten Konditionen nicht mehr zur Verfügung.

  • Stuttgart

    Stuttgart

    Unser Frankiermaschinenanbieter rechnet damit, dass in der 30. KW wieder die alten Büchersendungs-Werte zur Verfügung stehen. Bis dahin behelfen wir uns mit Internetmarken ...

  • Der eine sagt so

    Der eine sagt so

    aber der andere, der in der Postbankfiliale Heussweg in Hamburg sagt, Büchersendung nimmt er nicht, ist jetzt BÜWA, kostet jetzt 1,90.
    Versand über Briefkasten leider nicht möglich, da Briefmarkenautomat kaputt. War am Montag 1.7 schon so und ist auch heute Montag 8.7. so und so langsam meint man, die Post... (sach ich jetz nich, is nich politically correct).

  • Andrea Euler

    Andrea Euler

    Nachdem auch unsere Mitarbeiterin statt für eine Büchersendung für eine Warensendung bezahlt hat, habe ich sie gebeten, bei der Post schriftliche Unterlagen zu erbitten, die auf dem hiesigen Postamt für Klarheit sorgen. Ein absolut sinnloses Unterfangen: Drei Anrufe, drei verschiedene Auskünfte (soviele Varianten waren uns nicht mal bekannt, wie da Auskünfte kamen), die Aussage, man dürfe nur mündlich und nicht schriftlich informieren. Ein echtes Trauerspiel. Mir hat dann mittags eine Mitarbeiterin geraten, mich an die Pressestelle zu wenden. Hab ich getan. Eine Antwort gibt´s bis heute nicht. Wenn wir als Buchhändler*innen einen solchen Service anbieten würden, nehme ich an, gäbe es unsere Läden nicht mehr. Sehr bedauerlich.

  • A. Fischer

    A. Fischer

    In den vergangenen Tagen habe ich in einer (privaten) Postfiliale Büchersendungen aufgegeben. Die Mitarbeiterin wollte das neuere, höhere Porto berechnen, aber ich teilte ihr mit, für Büchersendungen würden noch bis 31.12.19 die alten, günstigen Versandoptionen gelten. Das akzeptierte sie, vielleicht auch, weil ich mich leicht ironisch wunderte, dass sie nicht entsprechend informiert sei, wofür letztlich Ihr Arbeitgeber (= Postfilialpächter) zuständig sei. Siehe auch: https://www.deutschepost.de/de/b/buechersendung_na tional.html
    .

  • John

    John

    Am 11.09. 19 ist die Postfiliale in Sömmerda immer noch der Meinung, dass nur eine Internetmarke zu 1,20€ für die Büchersendung möglich ist. In der Filiale kostet es 1,90€. Ich konnte die Sendung nicht aufgeben.

  • Andrea Euler

    Andrea Euler

    Absurdistan lässt grüßen. Nach mehreren Telefonaten der Mitarbeiterinnen mit diversen Vorgesetzten weiß man nun in unserer Post-Filiale, dass die "alte" Regelung bis Ende des Jahres gilt. Aber nur für die, die das wissen! Die anderen dürfen fröhlich die neuen Preise zahlen. Codewort, das wir vereinbart haben: "ich weiß Bescheid!" Das ist kein Scherz. Wenn wir das sagen, kriegen wir die alten Preise, sagen wir es nicht und pochen nicht darauf, werden die neuen Preise kassiert. Es ist unfassbar. Und den Mitarbeiter*innen vor Ort auch unglaublich peinlich.

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