Hörtipp: Kirsten Boie im Deutschlandfunk zur Märchenbuch-Aktion

„Habe ganz, ganz große Zweifel“

Schriftstellerin und Leseförderin Kristen Boie kritisiert im Gespräch mit dem „Deutschlandfunk“ die geplante Verschenkaktion von Stiftung Lesen und Amazon.

Kirsten Boie

Kirsten Boie © Tobias Bohm

„Ich denke, wenn es wirklich um Leseförderung gegangen wäre, dann hätten die beteiligten Player die Mittel für wirklich sinnvolle Projekte zur Verfügung stellen können“, fasst Boie zusammen. Sie erklärt, wie sie die gewaltigen Finanzmittel im Sinne der Leseförderung einsetzen würde und wie und ob buchferne Familien mit Gratisbüchern überhaupt angesprochen werden können. Insbesondere die Auswahl des Stoffs sieht Boie kritisch: Kinder, „die schon unendlich viel ferngesehen haben, die im Internet unterwegs sind, die Stunden über Stunden gezockt haben“ seien damit wohl kaum hinterm Ofen hervorzulocken. Hier geht’s zum Gespräch mit Kirsten Boie (zum Nachhören und Nachlesen auf Deutschlandfunk).

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1 Kommentar/e

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  • Bundesverband Leseförderung e.V.

    Bundesverband Leseförderung e.V.

    Wenn man sich auf der Website der Stiftung Lesen das „Portrait“ ansieht und sinnentnehmend liest, dann ist man doch erleichtert: Richtig, Leseförderung ist mit keinem Wort erwähnt. Da sind wir erleichtert und auch gleichzeitig wieder beschwert, denn nun trägt der Bundesverband Leseförderung e.V. wieder sein selbstgeschnürtes Päckchen alleine: die Leseförderung. „Wir wollen Kinder durch die Fähigkeit, Texte lesen und verstehen zu können, bei ihrem eigenen Blick auf die Welt unterstützen.“ Dahingegen ist die „Stiftung Lesen“ erstmal nicht für nachhaltige Leseförderung zuständig, sondern für „Programme, Kampagnen, Forschungs- und Modellprojekte“. Und dabei wird sie von einigen kapitalstarken Unternehmen unterstützt, die schnelle, öffentlichkeitswirksame und ohne überflüssige Kreativität durchsetzbare Aktionen durchführen. Inwieweit Verschenkaktionen programmatisch sein können, inwieweit sie erforscht werden – das ist unklar. Zur Kampagne für das Lesen sollen sie sich eignen – aber wer überprüft das?
    Leseförderung, wie sie die Mitglieder des Bundesverbands Leseförderung e.V. betreiben, ist nicht dafür geeignet, große Medien auf den Plan zu rufen und Diskussionen anzufachen. Sie ist nicht kampagnen-geeignet. Viele Menschen wissen, dass Lese- und Literaturpädagog*innen keine Kampagnen für das Lesen betreiben, sondern in vielen, vielen Workshops, Leseveranstaltungen, Multiplikatoren-Seminaren und Weiterbildungsangeboten nachhaltige Leseförderung betreiben.
    Viele Verlage wissen, dass wir ihre Bücher lesen, dass wir sie den Menschen begeistert und begeisternd vorstellen, dass wir sie Kindern ausschnittweise vorlesen und sie zur Auseinandersetzung mit dem Erlesenen durch das Erleben führen. So, dass sie ein positives Erlebnis mit dem Buch haben, so, dass sie selbst lesen können wollen. Die Verlage haben verstanden, dass diese direkte Leseförderung effektiv ist und unterstützen sie.
    Da Lese- und Literaturpädagog*innen direkt mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, werden wir auch von ihnen „geprüft“: Wenn ein Angebot nicht ankommt, kann es nicht mehr durchgeführt werden. Und wenn wir die packenden Bücher, die passenden Methoden und das richtige Konzept gefunden haben, laufen Projekte und Angebote mehrere Male oder vielleicht Jahre lang. Hunderte und Tausende Kinder und Jugendliche werden direkt erreicht und wir sehen die Freude und auch die Ernsthaftigkeit in ihren Gesichtern.
    Deswegen setzt sich der Bundesverband Leseförderung e.V. „für die Weiterentwicklung der professionellen Leseförderung im deutschsprachigen Raum ein. Sein Handeln richtet sich auf qualitätsvolle Bildung und nachhaltige Fördermaßnahmen.“ (http://www.bundesverband-lesefoerderund.de/ueber- uns)

    Der Vorstand des Bundesverband Leseförderung e.V:

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