Thalia-CEO Michael Busch zur Märchenbuchaktion der Stiftung Lesen

"Wir fanden und finden die Idee gut"

Amazon, Thalia und die Mayersche sind Partner der Märchenbuchaktion der Stiftung Lesen, die im Buchhandel für Kritik gesorgt hat. Im Pressegespräch zum weiteren Vorgehen bei der Fusion von Thalia und der Mayerschen am vergangenen Donnerstag kam auch ihr Engagement bei der umstrittenen Kampagne zur Sprache. 

Michael Busch

Michael Busch © Sascha Kreklau

„Die Aktion ist eine Kampagne für das Lesen und das Buch, keine Amazon-Kampagne", sagte Thalia-CEO Michael Busch.  Die Stiftung Lesen und Amazon seien frühzeitig auf auf Thalia und die Mayersche zu gekommen und hätten gefragt, ob sie mitmachen wollten. "Wir fanden und finden die Idee gut und daher beteiligen wir uns" so Busch. Und weiter: "Wir wissen alle, dass wir wieder mehr Menschen zum Lesen bringen müssen. Wenn wir uns bei einer solchen Aktion für das Lesen nicht beteiligen würden, wäre das unglaubwürdig."

Busch zieht einen Vergleich zur Thalia-Kampagne  „Welt, bleib wach“. Auch sie sei für alle offen, "die größeren Buchhändler sorgen für Schwungmasse und die kleineren und mittleren Buchhandlungen können mitmachen", sagte er. Seit dem Aufbau der Tolino-Allianz würde Thalia das Prinzip der Offenheit dort kultivieren und pflegen, wo es Sinn mache, Kräfte zu bündeln – "insbesondere bei für alle vitale Themen". Die Diskussion der letzten Tage sei für ihn "eine falsche". Wenn es um das Gewinnen neuer Leser geht, müsse man in der Lage sein, an einem Strang zu ziehen. "Warum regt man sich auf, wenn andere eine gute Idee haben? Eine Idee ist doch nicht dann nur gut, wenn sie von einem selbst kommt", so Busch. 


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4 Kommentar/e

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  • manuela hantschel

    manuela hantschel

    Leser oder Leserin ist man erst, wenn man liest und nicht, wenn man ein Buch hat.
    Leseförderung ist mehr als ein Buch im Schrank!
    Lese- und Literaturpädagog*innen betreiben keine finanzstarken Kampagnen für das Buch, sondern führen in vielen, vielen Workshops, Leseveranstaltungen, Multiplikatoren-Seminaren und Weiterbildungsangeboten nachhaltige Leseförderung mit kreativen Methoden durch.

  • Gitta Wiese-Günther

    Gitta Wiese-Günther

    Herr Busch scheint die Kritik und Missstimmung an der Verschenk-Aktion nicht begriffen zu haben. Die Verschenk-Aktion als Idee kann natürlich auf ihre Wirksamkeit hin diskutiert werden, doch darum ging es meistens nicht, sondern um die Konzentration auf wenige Akteure. Für meinen Ort (ca. 12.000 E, Kernstadt und 15 Ortsteilen) muss ich die Frage nach dem kostenlosen Buch verneinen und entweder auf Amazon oder die Kunden auf die 17 km entfernte Thalia-Buchhandlung verweisen. Dabei arbeitet meine Buchhandlung eng mit den Schulen zusammen (Welttag des Buches, Lesewettbewerb etc.).

  • Dorothea Thomé

    Dorothea Thomé

    Busch: "... die größeren Buchhändler sorgen für Schwungmasse und die kleineren und mittleren Buchhandlungen können mitmachen". Das ist aber wirklich "herzensgut". So lieb ...

  • Independent Bookstore

    Independent Bookstore

    Herr Busch hübscht Thalia zur Zeit lediglich ein wenig für Amazon auf. Gemeinsame Aktionen mit dem Onlinegiganten gehören ebenso dazu, wie das komplette Thalia-Angebot seit einiger Zeit auf Amazon-marketplace verfügbar zu halten. Zum aktuellen Zeitpunkt sind mehr als 800.000 Thalia-Artikel auf dem Marktplatz für Drittanbieter gelistet, vermutlich unter dem Vorwand des Omnichannelings. Stellen Sie sich aber bitte im einmal vor, Amazon würde im Gegenzug seine Artikel auf dem Thalia- Webshop einlisten! Wird wohl nie passieren, denn die Kräfteverhältnisse sind wohl eindeutig klar. Soweit zur Potenz der beiden Onlinemarktplätze in Vergleich.

    Wir wissen also, wer sich da wem devot beugt. Um so unanständiger empfinde ich Herrn Buschs Ankündigung für 2020 ein Kooperationskonzept für kleinere Buchhandlungen zu erarbeiten, um "deren Überleben zu sichern".

    Diese Ambitionen Thalias darf man getrost als "Bauernlegen" im freien Buchhande bezeichnen. Die Definition des Begriffs "Bauernlegen" googeln Sie bitte in der Wikipedia selbst. Der Begriff beschreibt aber ganz gut den gegenwärtigen Zustand der Arrondierungsbestrebungen Thalias, die sich vermutlich noch über die kommenden zwei bis drei Jahre hinziehen werden. Danach wird Thalia aufgrund teilweise sehr ineffizienter Investitionen finanziell völlig zerrüttet sein.

    Es liegt dann an Amazon zwecks Übernahme der inzwischen 400 Thalia-Filialen ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten und die "gelernte Marke" einfach als Basis für sein geplantes stationäres Buchhandelsnetz nutzen.

    Herr Busch wird sich zu diesem Zeitpunkt entweder bereits im gut dotierten Ruhestand befinden oder noch eine Zeitlang als Frühstücksdirektor fungieren.

    Es wird so kommen, weil Thalia aufgrund der enormen Markt- und Innovationskraft Amazons dieser auf Dauer nicht wird widerstehen können. Das wissen die Thalia-Manager längst und planen beizeiten.

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