Bildergalerie: Deutscher Buchpreis

Die Longlist

Nun ist’s raus: 
203 Titel wurden gesichtet, nun hat die Jury des Deutschen Buchpreises – bestehend aus Jörg Magenau, Daniela Strigl, Alf Mentzer, Margarete von Schwarzkopf, Björn Lauer, Petra Hartlieb, Hauke Hückstädt (von links) - 20 Titel für die Longlist ausgewählt.

Nun ist’s raus: 203 Titel wurden gesichtet, nun hat die Jury des Deutschen Buchpreises – bestehend aus Jörg Magenau, Daniela Strigl, Alf Mentzer, Margarete von Schwarzkopf, Björn Lauer, Petra Hartlieb, Hauke Hückstädt (von links) - 20 Titel für die Longlist ausgewählt.

© Sascha Erdmann

Die hier (in alphabetischer Folge des Autorennamens) veröffentlichten Kurzporträts mit Werkskizze basieren auf den Texten von Holger Heimann und Wolfgang Schneider, die in dem dbp-Leseproben-Reader (MVB) in die nominierten Werke einführen. Buchhändler können die Leseproben als Gratisgabe für ihre Kunden <a href="https://www.mvb-online.de/buchhaendler/so-verkaufen-sie-besser/deutscher-buchpreis/e">bestellen</a>.

Die hier (in alphabetischer Folge des Autorennamens) veröffentlichten Kurzporträts mit Werkskizze basieren auf den Texten von Holger Heimann und Wolfgang Schneider, die in dem dbp-Leseproben-Reader (MVB) in die nominierten Werke einführen. Buchhändler können die Leseproben als Gratisgabe für ihre Kunden bestellen.

Mit ihren literarischen Texten dringt sie in Bereiche vor, die den meisten Zeitgenossen verborgen bleiben: Nora Bossong, die 1982 in Bremen geborene Schriftstellerin und Lyrikerin. Ob Rotlichtmilieu, Reisen in den Iran oder nach China – Bossong ist eine Erfor-
scherin fremder Welten. Ihr neuer Roman »Schutzzone« erzählt von einer Frau, die im ostafrikanischen Burundi für die UNO arbeitet und zwischen verfeindeten Parteien vermittelt. Die Autorin verwebt Gedanken, Naturimpressionen und Reminiszenzen an den Genozid zu einer dichten, manchmal atemlosen Prosa.

Nora Bossong: »Schutzzone«, Suhrkamp Verlag, September, 332 S., 24 €

Mit ihren literarischen Texten dringt sie in Bereiche vor, die den meisten Zeitgenossen verborgen bleiben: Nora Bossong, die 1982 in Bremen geborene Schriftstellerin und Lyrikerin. Ob Rotlichtmilieu, Reisen in den Iran oder nach China – Bossong ist eine Erfor- scherin fremder Welten. Ihr neuer Roman »Schutzzone« erzählt von einer Frau, die im ostafrikanischen Burundi für die UNO arbeitet und zwischen verfeindeten Parteien vermittelt. Die Autorin verwebt Gedanken, Naturimpressionen und Reminiszenzen an den Genozid zu einer dichten, manchmal atemlosen Prosa.

© Autorenfoto: Heike Steinweg

Schmale Bücher mit starker Prosa, die kafkaeske Stimmungen erzeugt – das ist die Spezialität von Jan Peter Bremer, der nach acht Jahren Unterbrechung seinen neuen Roman vorlegt. Darin geht es um einen unbekannten Gast, den »jungen Doktoranden«, von dem sich der in einer abgelegenen Mühle lebende Maler Günter Greilach neuen Ruhm verspricht. Er und seine Frau Natascha leben in ständiger Erwartung des angekündigten Gastes, der nach mehreren Absagen unvermittelt eintrifft – und den Dingen eine vollkommen andere Richtung gibt.

Jan Peter Bremer: »Der junge Doktorand«, Berlin Verlag, 176 S., 20 €

Schmale Bücher mit starker Prosa, die kafkaeske Stimmungen erzeugt – das ist die Spezialität von Jan Peter Bremer, der nach acht Jahren Unterbrechung seinen neuen Roman vorlegt. Darin geht es um einen unbekannten Gast, den »jungen Doktoranden«, von dem sich der in einer abgelegenen Mühle lebende Maler Günter Greilach neuen Ruhm verspricht. Er und seine Frau Natascha leben in ständiger Erwartung des angekündigten Gastes, der nach mehreren Absagen unvermittelt eintrifft – und den Dingen eine vollkommen andere Richtung gibt.

© Autorenfoto: Andreas Hornoff

Raphaela Edelbauer hat eine Poetik entwickelt, die sich aus der Konfrontation mit den Naturwissenschaften speist. In ihrem bei Klett-Cotta erscheinenden Roman »Das flüssige Land« schildert sie einen Ort, in dem sich ein Abgrund auftut: ein 50 Meter breiter und 200 Meter tiefer »Abyss«, der die Tektonik Groß-Einlands ins Gleiten bringt und den Bewohnern besondere Kletterkünste abverlangt. Neben der faktischen hat dieses Bild eine allegorische Dimension: Verdrängtes bahnt sich wie die Glut einer berstenden Magmakammer den Weg an die Oberfläche.

Raphaela Edelbauer: »Das flüssige Land«, Klett-Cotta, 350 S., 22 €

Raphaela Edelbauer hat eine Poetik entwickelt, die sich aus der Konfrontation mit den Naturwissenschaften speist. In ihrem bei Klett-Cotta erscheinenden Roman »Das flüssige Land« schildert sie einen Ort, in dem sich ein Abgrund auftut: ein 50 Meter breiter und 200 Meter tiefer »Abyss«, der die Tektonik Groß-Einlands ins Gleiten bringt und den Bewohnern besondere Kletterkünste abverlangt. Neben der faktischen hat dieses Bild eine allegorische Dimension: Verdrängtes bahnt sich wie die Glut einer berstenden Magmakammer den Weg an die Oberfläche.

© Autorenfoto: Victoria Herbig

Wer einmal Mozarts »Hochzeit des Figaro« gehört hat, kennt die Hosenrolle des »Cherubino«, des Pagen von Graf Almaviva. Die Sopranistin Iris Schiffer, Protagonistin des neuen Romans von Andrea Grill, ist gerade im Begriff, sich auf diese Gesangspartie vorzubereiten, als sie schwanger wird. Die selbstbewusste 39-Jährige gerät in Konflikt mit dem Bild der selbstbestimmten Frau, die ihre Lebensplanung nicht dem Zufall überlasst. Doch nun regt sich Leben in ihr, das sein eigenes Recht fordert. Andrea Grill hat Biologie und Sprachen studiert und für ihre Dissertation das Leben sardischer Schmetterlinge erforscht.

 Andrea Grill: »Cherubino«, Zsolnay, 320 S., 23 €

Wer einmal Mozarts »Hochzeit des Figaro« gehört hat, kennt die Hosenrolle des »Cherubino«, des Pagen von Graf Almaviva. Die Sopranistin Iris Schiffer, Protagonistin des neuen Romans von Andrea Grill, ist gerade im Begriff, sich auf diese Gesangspartie vorzubereiten, als sie schwanger wird. Die selbstbewusste 39-Jährige gerät in Konflikt mit dem Bild der selbstbestimmten Frau, die ihre Lebensplanung nicht dem Zufall überlasst. Doch nun regt sich Leben in ihr, das sein eigenes Recht fordert. Andrea Grill hat Biologie und Sprachen studiert und für ihre Dissertation das Leben sardischer Schmetterlinge erforscht.

© Autorenfoto: Paul Zsolnay Verlag

Bis 2014 hat Karen Köhler, die im selben Jahr mit dem Erzählband »Wir haben Raketen geangelt« debütierte, als Bühnenschauspielerin gearbeitet. Das erklärt auch ihre besondere Nähe zu den Figuren und ihren Sinn für Dramaturgie. In »Miroloi« erzählt sie die Geschichte eines Findelkinds, das von seiner Familie als hässlich und abstoßend empfunden wird und unter dem Männergesetz, das die Dorfgesellschaft beherrscht, leidet. Doch die junge Frau lehnt sich in ihrem Freiheitsdrang auf und stellt die starren Strukturen ihrer Lebenswelt in Frage. Eine Handlung, die an vielen Orten dieser Welt spielen könnte.

Karen Köhler: »Miroloi«, Hanser, 464 S., 24 €

Bis 2014 hat Karen Köhler, die im selben Jahr mit dem Erzählband »Wir haben Raketen geangelt« debütierte, als Bühnenschauspielerin gearbeitet. Das erklärt auch ihre besondere Nähe zu den Figuren und ihren Sinn für Dramaturgie. In »Miroloi« erzählt sie die Geschichte eines Findelkinds, das von seiner Familie als hässlich und abstoßend empfunden wird und unter dem Männergesetz, das die Dorfgesellschaft beherrscht, leidet. Doch die junge Frau lehnt sich in ihrem Freiheitsdrang auf und stellt die starren Strukturen ihrer Lebenswelt in Frage. Eine Handlung, die an vielen Orten dieser Welt spielen könnte.

© Autorenfoto: Christian Rothe

Die 1992 in Gotha geborene Autorin studierte in Berlin und New York Literatur, unter anderem bei Roger Willemsen und Daniel Kehlmann. Seit 2013 veröffentlicht sie Kurzprosa in Zeitschriften und Anthologien. In ihrem Romandebüt geht es um ein Paar, das während eines Wochenendes an einem See 20 Jahre Zusammensein feiern möchte. Gäste sind ein Freund mit seiner 20-jährigen Tochter. Was als ruhiges Wochenende geplant ist, entwickelt sich zu einem Beziehungsdrama. Der Titel verweist auf die gleichnamige japanische Technik, zerbrochenes Porzellan mit vergoldetem Kitt neu zusammenzufügen.

Miku Sophie Kühmel: »Kintsugi«, S. Fischer, 304 S., 21 €

Die 1992 in Gotha geborene Autorin studierte in Berlin und New York Literatur, unter anderem bei Roger Willemsen und Daniel Kehlmann. Seit 2013 veröffentlicht sie Kurzprosa in Zeitschriften und Anthologien. In ihrem Romandebüt geht es um ein Paar, das während eines Wochenendes an einem See 20 Jahre Zusammensein feiern möchte. Gäste sind ein Freund mit seiner 20-jährigen Tochter. Was als ruhiges Wochenende geplant ist, entwickelt sich zu einem Beziehungsdrama. Der Titel verweist auf die gleichnamige japanische Technik, zerbrochenes Porzellan mit vergoldetem Kitt neu zusammenzufügen.

© Autorenfoto: Andreas Labes

In Klagenfurt geboren, lebt Angela Lehner nach dem Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft heute in Berlin, wo sie eine Literaturwerkstatt leitet. Ihr bitterbös-spaßiger Debütroman erzählt die Geschichte einer Psychiatriepatientin, die eines Tages von der Polizei in das Otto-Wagner-Spital in Wien eingeliefert wird. Dem behandelnden Arzt Dr. Korb erzählt sie von ihren angeblich toten Eltern und dem Bruder, den sie allein großgezogen haben will. Die Therapiestunde will sie als solche nicht wahrhaben – sie betrachtet die Sitzung eher als Spiel, das sie nach Belieben abbrechen kann.

Angela Lehner: »Vater unser«, Hanser Berlin, 284 S., 22 €

In Klagenfurt geboren, lebt Angela Lehner nach dem Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft heute in Berlin, wo sie eine Literaturwerkstatt leitet. Ihr bitterbös-spaßiger Debütroman erzählt die Geschichte einer Psychiatriepatientin, die eines Tages von der Polizei in das Otto-Wagner-Spital in Wien eingeliefert wird. Dem behandelnden Arzt Dr. Korb erzählt sie von ihren angeblich toten Eltern und dem Bruder, den sie allein großgezogen haben will. Die Therapiestunde will sie als solche nicht wahrhaben – sie betrachtet die Sitzung eher als Spiel, das sie nach Belieben abbrechen kann.

© Autorenfoto: Paula Winkler

Welchem Autor der Gegenwart gelingt es, den Mond zu besingen, als gehe er in einem romantischen Himmel auf? Doch die Stimmung, die Emanuel Maeß in seinem Roman evoziert, hat durchaus ihre Brechungen. Das viereinhalb Milliarden Jahre alte Nachtgestirn wird als »rotierender Unfallschaden« apostrophiert – und im Dunkeln ziehen die Rücklichter eines Autos »leuchtend verwehende Schlangen« hinter sich her. Der 1977 in Jena geborene Autor versteht es, die Chiffren unseres Daseins zu entziffern. Ganz wie seine literarischen Vorbilder, zu denen er Proust, Jean Paul, Rilke und Pessoa rechnet.

Emanuel Maeß: »Gelenke des Lichts«, Wallstein, 254 S., 20 €

Welchem Autor der Gegenwart gelingt es, den Mond zu besingen, als gehe er in einem romantischen Himmel auf? Doch die Stimmung, die Emanuel Maeß in seinem Roman evoziert, hat durchaus ihre Brechungen. Das viereinhalb Milliarden Jahre alte Nachtgestirn wird als »rotierender Unfallschaden« apostrophiert – und im Dunkeln ziehen die Rücklichter eines Autos »leuchtend verwehende Schlangen« hinter sich her. Der 1977 in Jena geborene Autor versteht es, die Chiffren unseres Daseins zu entziffern. Ganz wie seine literarischen Vorbilder, zu denen er Proust, Jean Paul, Rilke und Pessoa rechnet.

© Autorenfoto: Anno Dittmer

Über ein Jahrhundert und vier Generationen erstreckt sich die Familiengeschichte des Filmemachers Konstantin Stein in Alexander Osangs fünftem Roman. Sie setzt ein im Revolutionsjahr 1905 in einem russischen Provinzstädtchen mit der damals zweieinhalbjährigen Elena Silber, seiner Großmutter, und reicht bis in die Gegenwart, das Jahr 2017. Stein, der Zweifel an der Lebenserzählung seiner Großmutter hegt, reist nach Russland, um die Geschichte seiner Familie zu verstehen. Osang, heute Tel-Aviv-Korrespondent des »Spiegel«, wurde durch seinen ersten Roman »Nachrichten« bekannt.

Alexander Osang: »Die Leben der Elena Silber«, S. Fischer, 624 S., 24 €

Über ein Jahrhundert und vier Generationen erstreckt sich die Familiengeschichte des Filmemachers Konstantin Stein in Alexander Osangs fünftem Roman. Sie setzt ein im Revolutionsjahr 1905 in einem russischen Provinzstädtchen mit der damals zweieinhalbjährigen Elena Silber, seiner Großmutter, und reicht bis in die Gegenwart, das Jahr 2017. Stein, der Zweifel an der Lebenserzählung seiner Großmutter hegt, reist nach Russland, um die Geschichte seiner Familie zu verstehen. Osang, heute Tel-Aviv-Korrespondent des »Spiegel«, wurde durch seinen ersten Roman »Nachrichten« bekannt.

© Autorenfoto: Andreas Labes

Um die Suche nach familiären Wurzeln geht es auch im Roman der 1971 in Moskau geborenen Autorin und Schauspielerin Katerina Poladjan. Ihre Heldin, die Buchrestaurateurin Helen, reist nach Jerewan, um drei Monate im Zentralarchiv für armenische Handschriften zu arbeiten. Dort versucht sie, mehr über das Schicksal ihrer Vorfahren herauszubekommen. Dabei wird auch ihre eigene Identität erschüttert und zugleich komplexer. Poladjans Roman hat einen biographischen Hintergrund: Ihr eigener Großvater entging dem Genozid an den Armeniern im Ersten Weltkrieg.

Katerina Poladjan: »Hier sind Löwen«, S.Fischer, 288 S., 22 €

Um die Suche nach familiären Wurzeln geht es auch im Roman der 1971 in Moskau geborenen Autorin und Schauspielerin Katerina Poladjan. Ihre Heldin, die Buchrestaurateurin Helen, reist nach Jerewan, um drei Monate im Zentralarchiv für armenische Handschriften zu arbeiten. Dort versucht sie, mehr über das Schicksal ihrer Vorfahren herauszubekommen. Dabei wird auch ihre eigene Identität erschüttert und zugleich komplexer. Poladjans Roman hat einen biographischen Hintergrund: Ihr eigener Großvater entging dem Genozid an den Armeniern im Ersten Weltkrieg.

© Autorenfoto: Andreas Labes

Die 1980 geborene Filmemacherin Lola Randl hat nicht nur Teile ihrer Jugend in einer bayerischen Ökokommune verbracht, sondern lebt heute in der Modell-Siedlung Gerswalde in der Uckermark, nur eine Autostunde von Berlin entfernt. In ihrem Roman »Der Große Garten« sind Inhalt und Form so verschwistert, dass jeder der zahlreichen, wie für ein Handbuch bestimmten Texte einer Rabatte oder einem eingefassten Beet gleicht. Ton und Rhythmus ihrer Prosa haben – auch wegen der kalkulierten Wortwiederholungen – etwas Hämmerndes, wie man es von Thomas Bernhard kennt.

Lola Randl: »Der Große Garten«, Matthes & Seitz Berlin, 316 S., 17,99 €

Die 1980 geborene Filmemacherin Lola Randl hat nicht nur Teile ihrer Jugend in einer bayerischen Ökokommune verbracht, sondern lebt heute in der Modell-Siedlung Gerswalde in der Uckermark, nur eine Autostunde von Berlin entfernt. In ihrem Roman »Der Große Garten« sind Inhalt und Form so verschwistert, dass jeder der zahlreichen, wie für ein Handbuch bestimmten Texte einer Rabatte oder einem eingefassten Beet gleicht. Ton und Rhythmus ihrer Prosa haben – auch wegen der kalkulierten Wortwiederholungen – etwas Hämmerndes, wie man es von Thomas Bernhard kennt.

© Autorenfoto: privat

Dieses Buch ist ein Anti-Fan-Roman. Sein Protagonist, der junge Fußballstar Ivo, ist zwar in der Top-Spieler-Liga angekommen, kann dem Sport- und Medienzirkus aber nichts abgewinnen. Illusions- und respektlos schildert er das Getriebe, in dem es vor allem um viel Arbeit, Anpassung und Langeweile geht. Tonio Schachinger, in Neu-Delhi geboren und in Nicaragua aufgewachsen, hat die Erde schon aus sehr verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. In Wien studiert er heute Germanistik und Angewandte Sprachkunst und legt jetzt sein Debüt vor.

Tonio Schachinger: »Nicht wie ihr«, Kremayr & Scheriau, September, 304 S., 22,90 €

Dieses Buch ist ein Anti-Fan-Roman. Sein Protagonist, der junge Fußballstar Ivo, ist zwar in der Top-Spieler-Liga angekommen, kann dem Sport- und Medienzirkus aber nichts abgewinnen. Illusions- und respektlos schildert er das Getriebe, in dem es vor allem um viel Arbeit, Anpassung und Langeweile geht. Tonio Schachinger, in Neu-Delhi geboren und in Nicaragua aufgewachsen, hat die Erde schon aus sehr verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. In Wien studiert er heute Germanistik und Angewandte Sprachkunst und legt jetzt sein Debüt vor.

© Autorenfoto: detailsinn.at

Was anderen Autoren Dublin oder Lübeck war, ist Norbert Scheuer, dem 1951 geborenen Schriftsteller und ehemaligen Systemprogrammierer, das Eifel-Örtchen Kall. Dort siedelt der einfühlsame, laute Töne meidende Erzähler das Zentrum seines Erzähluniversums an. In seinem neuen Roman schildert er das Schicksal des wegen Epilepsie im »Dritten Reich« zwangssterilisierten Egidius Arimond. Aus dem Schuldienst entfernt, widmet er sich leidenschaftlich der Bienenzucht – und schmuggelt heimlich in Bienenkästen verfolgte Juden aus dem Reich über die Grenze.

Norbert Scheuer: »Winterbienen«, C.H. Beck, 319 S., 22 €

Was anderen Autoren Dublin oder Lübeck war, ist Norbert Scheuer, dem 1951 geborenen Schriftsteller und ehemaligen Systemprogrammierer, das Eifel-Örtchen Kall. Dort siedelt der einfühlsame, laute Töne meidende Erzähler das Zentrum seines Erzähluniversums an. In seinem neuen Roman schildert er das Schicksal des wegen Epilepsie im »Dritten Reich« zwangssterilisierten Egidius Arimond. Aus dem Schuldienst entfernt, widmet er sich leidenschaftlich der Bienenzucht – und schmuggelt heimlich in Bienenkästen verfolgte Juden aus dem Reich über die Grenze.

© Autorenfoto: Fritz Peter Linden

Mit ihrem Roman »Ein langes Jahr« kam die österreichische Schriftstellerin bereits 2016 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Nun ist ihr neuer Roman, »Die untalen-
tierte Lügnerin« für den Buchpreis 2019 nominiert. Hauptfigur des Buchs ist eine junge Frau namens Maren, die nach dem vorzeitigen Abbruch einer Schauspielausbildung wieder bei den Eltern einzieht, bald darauf in Apathie versinkt und sich dann einer Therapie unterzieht. Die lakonische Prosa Eva Schmidts steht an der Oberfläche stark unter Spannung.Darunter verbirgt sich Ungesagtes, Verschwiegenes und Verleugnetes.

Eva Schmidt: »Die untalentierte Lügnerin«, Jung und Jung, 208 S., 22 €

Mit ihrem Roman »Ein langes Jahr« kam die österreichische Schriftstellerin bereits 2016 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Nun ist ihr neuer Roman, »Die untalen- tierte Lügnerin« für den Buchpreis 2019 nominiert. Hauptfigur des Buchs ist eine junge Frau namens Maren, die nach dem vorzeitigen Abbruch einer Schauspielausbildung wieder bei den Eltern einzieht, bald darauf in Apathie versinkt und sich dann einer Therapie unterzieht. Die lakonische Prosa Eva Schmidts steht an der Oberfläche stark unter Spannung.Darunter verbirgt sich Ungesagtes, Verschwiegenes und Verleugnetes.

© Autorenfoto: Lisa Mathis

Im Alter von vier Jahren kam Saša Stanišić mit seiner Familie aus Bosnien nach Deutschland. Den Verlust der Heimat, noch einmal verschärft durch den Bosnienkrieg in den 90er Jahren, thematisierte er bereits in seinem Debütroman »Wie der Soldat das Grammofon repariert«. Stanišićs besonderes Erzähltalent nahm nicht nur die Kritik für ihn sein, sondern ließ ihn auch zum Liebling der Leser werden. In seinem autobiografischen Buch »Herkunft« spürt er seinen bosnischen Wurzeln nach und setzt seiner dementen Großmutter ein literarisches Denkmal. Ein auch formal anspruchsvolles Werk.

Saša Stanišić: »Herkunft«, Luchterhand Literaturverlag, 356 S., 22 €

Im Alter von vier Jahren kam Saša Stanišić mit seiner Familie aus Bosnien nach Deutschland. Den Verlust der Heimat, noch einmal verschärft durch den Bosnienkrieg in den 90er Jahren, thematisierte er bereits in seinem Debütroman »Wie der Soldat das Grammofon repariert«. Stanišićs besonderes Erzähltalent nahm nicht nur die Kritik für ihn sein, sondern ließ ihn auch zum Liebling der Leser werden. In seinem autobiografischen Buch »Herkunft« spürt er seinen bosnischen Wurzeln nach und setzt seiner dementen Großmutter ein literarisches Denkmal. Ein auch formal anspruchsvolles Werk.

© Autorenfoto: Katja Saemann

Die 1950 in Baden bei Wien als Tochter eines Schuldirektors geborene Schriftstellerin ist eine streitbare Frau, wenn es um Geschlechterfragen oder Rechtspopulismus geht. Der inzwischen zerbrochenen Koalition zwischen ÖVP und FPÖ unterstellte sie einmal, Denkkulturen zu vernichten. Ihr neuer Roman »Flammenwand« kann als Abrechnung mit dieser Politik gelesen werden. Darin bildet sie in Staccato-Prosa den Bewusstseinsstrom einer gequälten Frau ab, die sich auf eine »toxische« Beziehung mit einem deutschen Finanzbeamten eingelassen hat.

Marlene Streeruwitz: »Flammenwand«, S. Fischer Verlag, 414 S., 22 €

Die 1950 in Baden bei Wien als Tochter eines Schuldirektors geborene Schriftstellerin ist eine streitbare Frau, wenn es um Geschlechterfragen oder Rechtspopulismus geht. Der inzwischen zerbrochenen Koalition zwischen ÖVP und FPÖ unterstellte sie einmal, Denkkulturen zu vernichten. Ihr neuer Roman »Flammenwand« kann als Abrechnung mit dieser Politik gelesen werden. Darin bildet sie in Staccato-Prosa den Bewusstseinsstrom einer gequälten Frau ab, die sich auf eine »toxische« Beziehung mit einem deutschen Finanzbeamten eingelassen hat.

© Autorenfoto: Rita Newman ASAblanca

Die 1972 in Halle geborene Jackie Thomae hat sich zunächst einen Namen mit Titeln wie »Eine Frau – Ein Buch« (gemeinsam mit Heike Blümner) gemacht – unterhaltsamen Ratgebern im lockeren Plauderton, die zu Bestsellern wurden. Bereits in ihrem ersten Roman (»Momente der Klarheit«, 2015) hat Thomae bewiesen, dass sie auch klug beobachtete und erzählte Romane schreiben kann. Im neuen Roman »Brüder« schildert sie das Schicksal der Brüder Mick und Gabriel, die unterschiedlicher nicht sein können, und denen ihr Vater nichts anderes als seine dunkle Haut hinterlassen hat.

Jackie Thomae: »Brüder«, Hanser Berlin, 416 S., 23 €

Die 1972 in Halle geborene Jackie Thomae hat sich zunächst einen Namen mit Titeln wie »Eine Frau – Ein Buch« (gemeinsam mit Heike Blümner) gemacht – unterhaltsamen Ratgebern im lockeren Plauderton, die zu Bestsellern wurden. Bereits in ihrem ersten Roman (»Momente der Klarheit«, 2015) hat Thomae bewiesen, dass sie auch klug beobachtete und erzählte Romane schreiben kann. Im neuen Roman »Brüder« schildert sie das Schicksal der Brüder Mick und Gabriel, die unterschiedlicher nicht sein können, und denen ihr Vater nichts anderes als seine dunkle Haut hinterlassen hat.

© Autorenfoto: Urban Zintel

Nach acht Jahren als Astrophysiker und ersten literarischen Erfolgen (so mit seinem Debüt »Freigang«) lebt der 1960 geborene Ulrich Woelk seit 1995 als freier Schriftsteller in Berlin. In seinem Oeuvre thematisiert er immer wieder Beziehungsfragen und zeitgeschichtliche Konstellationen. Sein neuer, autobiografisch grundierter Roman greift zurück in das Jahr 1969. Vor dem Hintergrund der ersten Mondlandung und im Lichte der sexuellen Befreiung erzählt Woelk die Coming-of-Age-Geschichte des elfjährigen Tobias, in der sich zugleich der Selbstwerdungsprozess der Mutter spiegelt.

 Ulrich Woelk: »Der Sommer meiner Mutter«, C.H. Beck, 189 S., 19,95 €

Nach acht Jahren als Astrophysiker und ersten literarischen Erfolgen (so mit seinem Debüt »Freigang«) lebt der 1960 geborene Ulrich Woelk seit 1995 als freier Schriftsteller in Berlin. In seinem Oeuvre thematisiert er immer wieder Beziehungsfragen und zeitgeschichtliche Konstellationen. Sein neuer, autobiografisch grundierter Roman greift zurück in das Jahr 1969. Vor dem Hintergrund der ersten Mondlandung und im Lichte der sexuellen Befreiung erzählt Woelk die Coming-of-Age-Geschichte des elfjährigen Tobias, in der sich zugleich der Selbstwerdungsprozess der Mutter spiegelt.

© Autorenfoto: Bettina Keller

Auch Norbert Zähringers fünfter Roman »Wo wir waren« wird vor der Kulisse der ersten Mondlandung erzählt. Und ebenso wie in den Vorgänger-Büchern, die meist in Parallelaktion auf mehreren Kontinenten spielen, wird hier eine komplexe, verschachtelte Geschichte erzählt, die zwischen Epochen hin- und her springt. Die sehr irdischen Verstrickungen, um die es in »Wo wir waren« geht, beginnen mit der Geschichte eines gequälten Heimkindes im Jahr 1969. Zähringer zeichnet in vielen Facetten das Tableau einer zerrissenen Familie über ein ganzes Jahrhundert hinweg.

Norbert Zähringer: »Wo wir waren«, Rowohlt Verlag, 512 S., 25 €

Auch Norbert Zähringers fünfter Roman »Wo wir waren« wird vor der Kulisse der ersten Mondlandung erzählt. Und ebenso wie in den Vorgänger-Büchern, die meist in Parallelaktion auf mehreren Kontinenten spielen, wird hier eine komplexe, verschachtelte Geschichte erzählt, die zwischen Epochen hin- und her springt. Die sehr irdischen Verstrickungen, um die es in »Wo wir waren« geht, beginnen mit der Geschichte eines gequälten Heimkindes im Jahr 1969. Zähringer zeichnet in vielen Facetten das Tableau einer zerrissenen Familie über ein ganzes Jahrhundert hinweg.

© Autorenfoto: Isabella Scheel

Bei Tom Zürcher, dem 1966 in Zürich geborenen Autor und Werbetexter, gibt die Ökonomie den Takt beim Schreiben an. Ist Geld auf dem Konto, schreibt er Romane, ist es leer, muss Reklame getextet werden. Dabei gilt auch ein ökonomisches Gesetz: »nur die Sätze stehen zu lassen, die unbedingt notwendig sind«. In »Mobbing Dick« erzählt Zürcher die Geschichte Dicks, eines jungen Mannes, der der Enge seines Elternhauses entkommen will und unabhängig werden will. Als Mitarbeiter einer Bank muss er sich in einer Umgebung zurechtfinden und durchsetzen, in der andere Zwänge herrschen.

Tom Zürcher: »Mobbing Dick«, Salis Verlag, 319 S., 24 €

Bei Tom Zürcher, dem 1966 in Zürich geborenen Autor und Werbetexter, gibt die Ökonomie den Takt beim Schreiben an. Ist Geld auf dem Konto, schreibt er Romane, ist es leer, muss Reklame getextet werden. Dabei gilt auch ein ökonomisches Gesetz: »nur die Sätze stehen zu lassen, die unbedingt notwendig sind«. In »Mobbing Dick« erzählt Zürcher die Geschichte Dicks, eines jungen Mannes, der der Enge seines Elternhauses entkommen will und unabhängig werden will. Als Mitarbeiter einer Bank muss er sich in einer Umgebung zurechtfinden und durchsetzen, in der andere Zwänge herrschen.

© Autorenfoto: privat

Was anderen Autoren Dublin oder Lübeck war, ist Norbert Scheuer, dem 1951 geborenen Schriftsteller und ehemaligen Systemprogrammierer, das Eifel-Örtchen Kall. Dort siedelt der einfühlsame, laute Töne meidende Erzähler das Zentrum seines Erzähluniversums an. In seinem neuen Roman schildert er das Schicksal des wegen Epilepsie im »Dritten Reich« zwangssterilisierten Egidius Arimond. Aus dem Schuldienst entfernt, widmet er sich leidenschaftlich der Bienenzucht – und schmuggelt heimlich in Bienenkästen verfolgte Juden aus dem Reich über die Grenze.

Norbert Scheuer und "Winterbienen"

Was anderen Autoren Dublin oder Lübeck war, ist Norbert Scheuer, dem 1951 geborenen Schriftsteller und ehemaligen Systemprogrammierer, das Eifel-Örtchen Kall. Dort siedelt der einfühlsame, laute Töne meidende Erzähler das Zentrum seines Erzähluniversums an. In seinem neuen Roman schildert er das Schicksal des wegen Epilepsie im »Dritten Reich« zwangssterilisierten Egidius Arimond. Aus dem Schuldienst entfernt, widmet er sich leidenschaftlich der Bienenzucht – und schmuggelt heimlich in Bienenkästen verfolgte Juden aus dem Reich über die Grenze.

© Autorenfoto: Fritz Peter Linden

Im Alter von vier Jahren kam Saša Stanišić mit seiner Familie aus Bosnien nach Deutschland. Den Verlust der Heimat, noch einmal verschärft durch den Bosnienkrieg in den 90er Jahren, thematisierte er bereits in seinem Debütroman »Wie der Soldat das Grammofon repariert«. Stanišićs besonderes Erzähltalent nahm nicht nur die Kritik für ihn sein, sondern ließ ihn auch zum Liebling der Leser werden. In seinem autobiografischen Buch »Herkunft« spürt er seinen bosnischen Wurzeln nach und setzt seiner dementen Großmutter ein literarisches Denkmal. Ein auch formal anspruchsvolles Werk.

Der Buchpreisgewinner erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro

Im Alter von vier Jahren kam Saša Stanišić mit seiner Familie aus Bosnien nach Deutschland. Den Verlust der Heimat, noch einmal verschärft durch den Bosnienkrieg in den 90er Jahren, thematisierte er bereits in seinem Debütroman »Wie der Soldat das Grammofon repariert«. Stanišićs besonderes Erzähltalent nahm nicht nur die Kritik für ihn sein, sondern ließ ihn auch zum Liebling der Leser werden. In seinem autobiografischen Buch »Herkunft« spürt er seinen bosnischen Wurzeln nach und setzt seiner dementen Großmutter ein literarisches Denkmal. Ein auch formal anspruchsvolles Werk.

© Autorenfoto: Katja Saemann

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