Preisträger des ersten Deutschen Verlagspreises ausgezeichnet

"Leuchttürme unserer vielfältigen Literaturlandschaft"

66 kleine und unabhängige Verlage aus ganz Deutschland können sich über die erste Auszeichnung mit dem Deutschen Verlagspreis freuen. Am 18. Oktober wird Kulturstaatsministerin Monika Grütters den von ihr initiierten Preis auf der Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal verleihen.

Mit Blick auf die Juryentscheidung gratulierte Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Gewinnern: "Die ausgezeichneten Verlage sind Leuchttürme in unserer weltweit einzigartig vielfältigen Literaturlandschaft. Dies ist etwas, worauf wir im Land der Dichter und Denker sehr stolz sein können. Es ist mir ein Herzensanliegen, die wertvolle Arbeit der Verlage mit dem Deutschen Verlagspreis noch sichtbarer für die Öffentlichkeit zu machen."

Monika Grütters

Monika Grütters © Christof Rieken

Den Deutschen Verlagspreis hatte die Kulturstaatsministerin im vergangenen Jahr initiiert. Verliehen wird er in drei Kategorien: Die drei besten Verlage erhalten Gütesiegel und Prämien in Höhe von jeweils 60.000 Euro. 60 weitere Verlage werden mit einem Gütesiegel und jeweils 15.000 Euro ausgezeichnet. Ein undotiertes Gütesiegel erhalten drei Verlage, die mit ihrem durchschnittlichen Jahresumsatz über drei Millionen Euro pro Jahr liegen. Wer zu den besten drei Verlagen gehört, erfahren die Sieger erst bei der feierlichen Preisverleihung am 18. Oktober.

Aus insgesamt 312 Bewerbungen hat eine unabhängige Fachjury die Preisträger ausgewählt. Entscheidende Kriterien waren dabei neben dem eigentlichen Verlagsprogramm das kulturelle Engagement des jeweiligen Bewerbers, die Umsetzung innovativer Projekte oder eine besonders hohe Qualität in der verlegerischen Arbeit.

Denis Scheck

Denis Scheck © Andreas Hornoff

Zur Jury unter Vorsitz des Literaturkritikers und Fernsehmoderators Denis Scheck gehören die Germanistin und Literaturkritikerin Insa Wilke, die Buchgestalterin Iris Farnschläder sowie die Literaturübersetzerin Patricia Klobusiczky und ihr Kollege Hinrich Schmidt-Henkel. Weitere Mitglieder sind der Verantwortliche für Business Development bei der Frankfurter Buchmesse Lars Birken-Bertsch sowie der Buchhändler und Bookstagrammer Florian Valerius.

Alexander Skipis

Alexander Skipis © Claus Setzer

Skipis: "Wichtiger Baustein in der Förderung der Buchbranche"

Als Partner der Auszeichnung beglückwünscht auch der Börsenverein die ausgezeichneten Verlage und weist auf die Bedeutung starker Rahmenbedingungen für die Zukunft der Verlagslandschaft in Deutschland hin. "Die 66 Preisträgerinnen und Preisträger des ersten Deutschen Verlagspreises sind hervorragende Beispiele für die wichtige Rolle der Verlage als Garanten kultureller Vielfalt und unserer Demokratie", sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. "Mit großem persönlichem Engagement erbringen Verlegerinnen und Verleger mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen wesentlichen Beitrag zu unserer Kulturlandschaft, regen mit ihren Büchern Debatten an und leisten einen Beitrag zum Meinungsbildungsprozess. Wir bedanken uns bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters, dass sie sich mit dieser Auszeichnung zur Bedeutung der unabhängigen Verlage für unsere Gesellschaft bekennt und damit die Leistung und Bandbreite der rund 3.000 Verlage in unserem Land sichtbar macht. Der Deutsche Verlagspreis ist ein wichtiger Baustein in der Förderung der Buchbranche.“

Essenziell für eine lebendige und unabhängige Verlagslandschaft seien, so Skipis, tragfähige Rahmenbedingungen wie die Buchpreisbindung, ein starkes Urheberrecht und der reduzierte Mehrwertsteuersatz für gedruckte wie elektronische Bücher: "Es ist dringend erforderlich, dass die Bundesregierung noch in diesem Jahr die Weichen dafür stellt, dass Verlage wieder an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaften beteiligt werden können. Aufgrund eines Urteils des Bundesgerichtshofs erhalten Verlage seit 2015 keinen gerechten Ausgleich mehr, wenn ihre Werke privat kopiert oder in sonstiger gesetzlich erlaubter Weise genutzt werden. Gerade die kleinen, unabhängigen Verlage benötigen diese Einnahmen aber dringend, um auch künftig in qualitativ hochwertige und vielfältige Inhalte investieren zu können."

Die Preisträger des Deutschen Verlagspreis 2019 sind:

Alexander Verlag Berlin
Argobooks
Argument Verlag mit Ariadne
ars vivendi
AvivA Verlag
Berenberg Verlag
binooki Verlag
BuchkinderVerlag
Buchkunst Kleinheinrich
cass verlag
CulturBooks Verlag
Deutscher Architektur Verlag
Edition Assemblage
Edition Faust
Edition Nautilus
Elfenbein Verlag
Felix Meiner Verlag
Frankfurter Verlagsanstalt
Guggolz Verlag
Hädecke Verlag
Anton Hiersemann Verlag
Verlagshaus Jacoby & Stuart
konkursbuch Verlag
kookbooks
Kröner Verlag
Kulturverlag Kadmos
kunstanstifter – Verlag für Illustration
Lehmstedt Verlag
Liebeskind
Lilienfeld Verlag
Mabuse-Verlag
mairisch Verlag
mareverlag
MaroVerlag
Matthes & Seitz Berlin
mikrotext
Mitteldeutscher Verlag
Mixtvision
Peter Hammer Verlag
Poetenladen Literaturverlag
Psychiatrie Verlag
Reclam Verlag (undotiertes Gütesiegel)
Reprodukt
Schirmer/Mosel Verlag
Schöffling & Co. Verlag
Schwaneberger Verlag (undotiertes Gütesiegel)
Secession Verlag
speak low
Spector Books
supposé
Theater der Zeit
Transit Buchverlag
Tulipan Verlag
Verlag für Berlin-Brandenburg
Ventil Verlag
Verbrecher Verlag
Verlag Das Wunderhorn
Verlag Hermann Schmidt
Verlag Klaus Wagenbach
Verlagshaus Berlin
Vittorio Klostermann
Voland & Quist
Walde + Graf
Weidle Verlag
Wissenschaftliche Buchgesellschaft (undotiertes Gütesiegel)
zu Klampen Verlag

Die Wahl der vier Verlage mit einem undotierten Gütesiegel begründet die Jury so:

"Mit dem undotierten Gütesiegel zeichnen wir drei Verlagshäuser aus, die auf erstaunliche Weise zeigen, wie sich Tradition und Zukunftsfähigkeit verbinden lassen und wie die dafür nötigen Transformationsprozesse gelingen können.

Bibliothek und Veranstaltungsraum der WBG

Bibliothek und Veranstaltungsraum der WBG © WBG

Die Wissenschaftliche Buchgesellschaft macht Wissenschaft mit anhaltendem Erfolg für ein breites Publikum zugänglich und zeichnet sich durch Sorgfalt in Herstellung und zeitgemäßer Gestaltung aus.

Ein Michel: Reiseführer durch die Welt der Briefmarken

Ein Michel: Reiseführer durch die Welt der Briefmarken

Dem Verlag Schwaneberger ist es mit dem Michel-Katalog gelungen, seine Weltmarktrelevanz zu behaupten und sich in einer technisch und kommunikativ vollkommen veränderten Welt an die neuen Gegebenheiten anzupassen und sie sogar für sich zu nutzen.

Den Reclam Verlag zeichnen wir für die große demokratische Leistung aus, seit 200 Jahren die Hochliteratur für die gesamte Bevölkerung verfügbar zu halten und mit nur wenigen, fast unauffälligen programmatischen und gestalterischen Akzenten auf neue Themen, Seh- und Lesegewohnheiten zu reagieren."

Die Edition Michael Fischer wird ebenfalls mit einem Gütesiegel ausgezeichnet. 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.deutscher-verlagspreis.de

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11 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Donata Kinzelbach

    Donata Kinzelbach

    Die wahren Leuchttürme sind doch die, die ohne finanzielle Zuwendung weitermachen - mit Anstand, auf hohem Niveau. Ich hätte mir manche andere auf der Liste gewünscht. Aber warum glaubt man eigentlich immer noch, dass solche Preise nach fairen Kriterien vergeben werden?

  • Erich Koslowski

    Erich Koslowski

    Herzlichen Glückwunsch an alle engagierten Kolleg*innen! Und dennoch frage ich neuerlich an, wann es denn den Preis für die engagierten Nonbook-Verlage geben wird bzw. diese Berücksichtigung finden?!? Unsere Kunst-Artikel könnten auch jede erdenkliche Förderung brauchen.

  • Martin Holtermann, Magdeburg, Buchhändler i.R.

    Martin Holtermann, Magdeburg, Buchhändler i.R.

    "66+3": weniger sind mehr! - Denis Schenk: ist der kompetent?

  • Donata Kinzelbach

    Donata Kinzelbach

    Netzfund-Kommentar
    "Kriterien erfüllt? Ab in den Lostopf. Wäre glaubwürdiger für mich."

  • Gachmuret

    Gachmuret

    Sehr geehrte Frau Kinzelbach,

    mer muss och jünne künne - es sieht doch sonst sehr schnell nach Missgunst aus. Und: Nach dem Preis ist vor dem Preis - wir werden bei der nächsten Ausschreibung mit Sicherheit auch andere Namen auf der Liste finden.

    Ich gratuliere jedenfalls allen ausgezeichneten Kolleg_innen - und finde keinen Namen auf der Liste, der dort nicht hingehörte. :)

  • Birgit Schwäbe

    Birgit Schwäbe

    Ich finde es merkwürdig, dass bei 66 Verlagen keiner dabei ist, der Phantastik veröffentlicht (mit Ausnahme von Comics oder Kinderbüchern), oder gar darauf spezialisiert ist. Das lässt doch eher gestrig anmutende Vorurteile gegenüber diesem Genre erahnen, als dass das mit der Qualität der Verlage zu erklären wäre. (Seltsamerweise sind Krimis und Thriller offenbar hochkulturell genug, die zumindest findet man in manchen Verlagskatalogen.)

    Womit ich nicht sagen will, der Preis wäre in meinen Augen völlig hinfällig. Ich habe einige Verlage und Bücher entdeckt, die mich durchaus interessieren. Aber letztlich fühle ich mich in der Masse der Verlage doch wieder ausgeschlossen, weil meinem Geschmack hier wieder keine Gleichberechtigung zugesprochen wird. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass schon Shakespeare Fantasy geschrieben hat, ebenso wie Goethe und Jules Verne. Wenn wir es genau nehmen, schrieb sogar Sophokles schon im Genre der Phantastik - denn Mythologie ist genau das. Es wäre also schön, würde die Hochkultur sich endlich dazu herablassen, auch dieses Genre zumindest nicht als minderwertig unter den Tisch fallen zu lassen.

  • Aljoscha Walser

    Aljoscha Walser

    Liebe Frau Kinzelbach,
    als Juror des hessischen Verlagspreises kann ich nur sagen, dass ich mich freue, die zwei Verlage, die wir in diesem Jahr in Hessen einstimmig ausgezeichnet haben, auch auf der nationalen Liste zu finden. Es gibt offenbar einen breiten Konsens über Qualität. Da ich von keinem der Preisträger bestochen wurde, noch die Verleger kenne, finde ich ihre Unterstellung ziemlich ehrenrührig; und neidisch.

  • xxxx Donata Kinzelbach

    xxxx Donata Kinzelbach

    Liebe Frau Walser,

    mein Name ist KINZELBACH (wie der Verlag). So viel Sorgfalt dürfte sein.

  • Christian Reichenbach

    Christian Reichenbach

    Als Verleger denke ich, wir sollten uns erst einmal freuen, dass es den Verlagspreis gibt. Die Bundesregieurng hat zurecht erkannt, dass die Verlagslandschaft in Deutschland sehr vielfältig ist und dass es viel förderwürdiges Engagement gibt.
    Es ist auch sehr schön, dass sich gleich viele kleinere Verlage beteiligt haben, wobei es sicher noch deutlich mehr gibt, denen man eine Beteiligung empfehlen kann.
    Wünschen würde ich mir, dass die Verlagslandschaft in ihrer ganzen Breite noch mehr zur Geltung kommt. Beim Durchklicken der Verlage hatte ich etwas den Eindruck, dass 'Qualität' vor allem mit anspruchsvoller Literatur gleichgesetzt wird (siehe auch die Überschrift mit 'Literaturlandschaft'). Wenn das die Zielrichtung sein soll, dann müsste man den Preis in 'Literaturverlagspreis' umbenennen und daneben weitere Preise für andere Teile des Sortiments ausloben, damit auch die Bedeutung von z.B. leichter Unterhaltung und Ratgebern bis hin zu Mangas, die sich beim Publikum alle regem Zuspruch erfreuen, entsprechend gewürdigt wird.

  • Vanessa von Proff

    Vanessa von Proff

    Im Netz werden kritische Stimmen gegen den Deutschen Verlagspreis laut. Der Hauptvorwurf: 5 von 7 Jurymitgliedern stehen in wirtschaftlicher Abhängigkeit zu ausgezeichneten Verlagen. Nachzulesen ist das u.a. hier: https://www.openpr.de/news/1061624/Feiern-oder-fra gen-Der-Deutsche-Verlagspreis-2019.html
    Das wift natürlich Fragen auf - nicht nur zum Wettbewerbsrecht, sondern auch zu den Teilnahmebedingen, die schon von vorneherin einen Großteil der kleinen, unabhängigen Verlage ausschließen.
    Der Deutsche Verlagspreis ist nobel gedacht und hätte eine Fortführung im kommenden Jahr verdient. Aber bitte nicht ohne vorherige Aufklärung der diesjährigen Missstände im Vergabeverfahren - immerhin reden wir hier von Steuergeldern.

  • Donata Kinzelbach

    Donata Kinzelbach

    Sie haben so recht! Obendrein haben nun verlagsnahe Jurymitglieder Einblick in unser aller Projekte (der Bewerber) und Steuerbescheide, das erscheint mir auch nicht korrekt.

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