Barbara Laugwitz über ihren Rauswurf bei Rowohlt

"Solange ich Verlegerin war, gab es jedes Jahr Millionengewinne"

Die plötzliche Kündigung von Barbara Laugwitz an der Spitze von Rowohlt Ende August vergangenen Jahres wurde in der Branche - und von namhaften Autoren des Verlags - entgeistert aufgenommen. Seit 1. März ist Laugwitz Verlegerin bei Ullstein. Im "Spiegel" dieser Woche äußerte sie sich erstmals persönlich zu den Hintergründen. 

Barbara Laugwitz, Rowohlt

Barbara Laugwitz, Rowohlt © Thorsten Wulff

"Dieser 27. August, an dem mir bei Rowohlt gekündigt wurde, ist für mich tatsächlich unvergesslich", sagte sie dem "Spiegel". Sie sei an dem Tag nach Stuttgart zu Holtzbrinck-CEO Joerg Pfuhl bestellt worden, wo Kündigungsschreiben und Pressemitteilung schon auf dem Tisch gelegen hätten. Wie auch im Börsenblatt online berichtet, ist Laugwitz mit sofortiger Wirkung freigestellt worden, sie hatte wenige Minuten später keinen Zugang mehr zu ihren E-Mails und ihr wurde ein Kontaktverbot zu Mitarbeitern und Autoren auferlegt.

Ihr Rausschmiss nach nur vier Jahren hatte zu einer langanhaltenden Debatte geführt, an der sich namhafte Rowohlt-Autoren beteiligten: "Ich kann nur glauben, dass ihr Rauswurf ein schrecklicher Irrtum war", schrieb der amerikanische Schriftsteller Jonathan Franzen der "FAZ". "Jetzt ist schon wieder eine Frau rausgekippt worden wie Abfall", sagte die Literaturnobelpreisträgerin Elfride Jelinek. 

Im Interview mit dem "Spiegel" vermutet Laugwitz, dass ihre Kündigung schon im Herbst 2017 beschlossen war - und ihr Nachfolger Florian Illies zu diesem Zeitpunkt schon festgestanden habe. Vertragsabschlüsse mit Autoren seien schwieriger geworden, erinnert sie sich. "Heute glaube ich: Rowohlt sollte unter mir keine geplanten Erfolge mehr haben", so Laugwitz. Wirtschaftlichen Misserfolg lässt sie sich allerdings nicht vorwerfen: "Solange ich Verlegerin war, gab es jedes Jahr Millionengewinne - ich weiß, das klingt unbescheiden, aber wenn ich schon über diese Dinge rede, muss ich das jetzt sagen."

Das Interview gibt es im "Spiegel" exklusiv für Abonennten hier

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