Buchmärkte Österreich und Schweiz

Kumulierter Gleichklang

Es liegen aktuelle Zahlen zum Buchhandelsumsatz für unsere südlichen Nachbarn vor: Während Österreich im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat minus 3 Prozent verzeichnet, heißt es für die Schweiz plus 1,9 Prozent. Kumuliert für Januar bis Oktober weisen beide Länder einen ähnlichen positiven Wert auf.

Für die ersten zehn Monate des Jahres zeigt sich kumuliert allerdings eine ähnliche Umsatzenwicklung: plus 1,7 Prozent (Österreich) und plus 1,6 Prozent (Schweiz, Absatz: -1,2 Prozent; Durchschnittspreis: +2,8 Prozent) − jeweils im Vergleich zur Vorjahresperiode. Das Buchhandelspanel Österreich wird von Media Control für den Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) ermittelt, der Branchen-Monitor Schweiz von GfK Entertainment im Auftrag des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands (SBVV).

Buchhandel in Österreich

Der österreichische Buchmarkt hat im Oktober ein Umsatzminus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu verkraften. Betroffen waren alle Editionsformen − am stärksten Hörbuch/Audiobook (-11,9 Prozent). Geringer fiel das Minus bei Hardcover/Sofcover (-3,4 Prozent) sowie Taschenbuch (-2,1 Prozent) aus.

  • Nur bei zwei Warengruppen gab es ein Umsatzplus: Kinder- und Jugendbuch (+6,2 Prozent) sowie Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik (+1,5 Prozent).
  • Alle weiteren Warengruppen verzeichneten ein Minus − am stärksten dabei Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft (-14,8 Prozent) sowie Sachbücher (-14,6 Prozent). In der Belletristik waren es minus 1,1 Prozent, bei Ratgebern miuns 3,7 Prozent. Belletristik-Titel hatten mit 27 Prozent den größten Anteil am Gesamtumsatz, gefolgt von Ratgebern (21 Prozent). Die restlichen Warengruppen: Reisen (-4,0 Prozent), Geisteswissenschaften, Kunst, Musik (-4,8 Prozent) sowie Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik (-1,5 Prozent).

Zur Erhebung

Im Auftrag des HVB ermittelt das Media Control monatlich die Umsatzveränderungen im Vergleich zum Vorjahresmonat für die Absatzwege Sortimentsbuchhandel, E-Commerce inkl. Amazon, Bahnhofbuchhandel sowie Elektro- und Drogeriemarkt. Mit dem MC-Buchhandelspanel werden knapp 90 Prozent aller Barverkäufe in Österreich abgedeckt, teilt der HVB mit.

Buchhandel in der Schweiz

Die Deutschschweizer Büchhändler (Vertriebswege: Sortiment / E-Commerce; Coverage: 83 Prozent) erzielten im Oktober 1,9 Prozent mehr Umsatz als in der Vorjahresperiode. Dabei war die Absatzmenge geringer (-0,9 Prozent), der durchschnittliche Preis jedoch höher (+2,8 Prozent), so der Newsletter "Schweizer Buchhandel".

Bei den Warengruppen gibt es ein geteiltes Bild (im Vergleich zum Oktober 2018):

Mit Umsatzplus:

  • Belletristik: 4,4 Prozent (Absatz: -0,1 Prozent; Durchschnittspreis: +4,5 Prozent)
  • Kinder- und Jugendbücher: 5,7 Prozent (Absatz: +0,1 Prozent; Durchschnittspreis: +5,6 Prozent)
  • Ratgeber: 10,2 Prozent (Absatz: +6,7 Prozent; Durchschnittspreis: +3,2 Prozent)
  • Geisteswissenschaften, Kunst, Musik: 1,9 Prozent (Absatz: +0,2 Prozent; Durchschnittspreis: +1,7 Prozent)

Mit Umsatzminus:

  • Reisen: -7,0 Prozent (Absatz: -10,9 Prozent; Durchschnittspreis: +4,4 Prozent)
  • Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik: -3,5 Prozent (Absatz: -4,6 Prozent; Durchschnittspreis: +1,2 Prozent)
  • Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft: -10,1 Prozent (Absatz: -3,0; Durchschnittspreis: -7,4 Prozent)
  • Schule und Lernen: -3,0 Prozent (Absatz: -1,6 Prozent; Durchschnittspreis: -1,4 Prozent)
  • Sachbuch: -4,1 Prozent (Absatz: -8,3 Prozent; Durchschnittspreis: +4,6 Prozent)

Umsatzentwicklung nach Editionsformen: Hardcover/Softcover (+1,6 Prozent; Absatz: -0,1 Prozent), Taschenbuch (+6,2 Prozent; Absatz: -0,1 Prozent) und Hörbuch/Audiobook (-32,5 Prozent; Absatz: -37,8 Prozent).

Zum Vergleich: Deutschland

Der Branchen-Monitor Buch Deutschland, erhoben von Media Control, hat für den Oktober ein Umsatzplus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ergeben (alle Absatzwege) − für den Zeitraum Januar bis Oktober steht das kumulierte Plus bei 2,4 Prozent (siehe Archiv).

Auffallend im Drei-Länder-Vergleich ist etwa, dass die Warengruppe Sachbuch in Deutschland ein Umsatzplus (4,0 Prozent) verzeichnete, während es für diese in Österreich (-14,6 Prozent) und der Schweiz (-4,1 Prozent) jeweils ein Minus gab.

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