MVB Data Summit 2019

Wie KI für mehr Sichtbarkeit sorgen kann

Wie finden Kunden die Bücher, die sie wollen? Wie können Verlage Bücher so kategorisieren, dass sie die Bedürfnisse ihrer Kunden treffen? Und mit welchen Mitteln kann die Sichtbarkeit von Büchern gesteigert werden? Um diese und viele weitere Fragen geht es beim heutigen MVB Data Summit in Frankfurt. VON MICHAEL ROESLER-GRAICHEN

Für MVB begrüßt Andrea Schneemeier die Gäste, Professor Harald Henzler moderiert das Programm

Für MVB begrüßt Andrea Schneemeier die Gäste, Professor Harald Henzler moderiert das Programm © pg

Mit der "Zukunft der Suche" befasste sich Jochen Müller, beim IT-Händler- und Dienstleister Bechtle für Digitale Daten und KI Services verantwortlich, in seiner Keynote. Wenn Kunden sich heute über einen Gegenstand, zum Beispiel ein Produkt, informieren wollen, genügt ihnen der einfache Suchschlitz, in den sie Schlüsselbegriffe eingeben, in der Regel nicht mehr. Suchmaschinen assistieren Nutzern, indem sie Suchvorschläge machen, Chatbots einsetzen und zusätzliches Wissen anbieten. Teilweise sogar schon eine Anleitung, wie man zum Beispiel ein konkretes IT-Problem löst.

Für die Präsenz im Netz bedeutet dies, dass man sich von der Statik bisheriger Webseiten löst. Müller hat daher die Vision, dass man sie zu einer Ausgabefläche für digitale Echtzeit-Assistenten umbaut, die Suche und Chat in einem sind. Um dorthin zu gelangen, sich auf  den "Weg zur Künstlichen Intelligenz" ("The Path to AI") zu begeben, muss man mehrere Stufen erklimmen und verschiedene Modelle zur Wort- und Bedeutungsanalyse einsetzen.

Eines ist das sogenannte Word Embedding, das Wörtern einen bestimmten Ort auf einem Bedeutungsvektor zuweist. Lässt man nun einen kompletten Fundus an Wortdaten mit Hilfe eines Algorithmus interagieren, entsteht ein komplexes Bedeutungsnetz ("Knowledge Graph"), in dem die Begriffe in vielfältiger Beziehung zueinander stehen. Mit Hilfe von "Topic Models", die Textdokumente nach bestimmten Kategorien klassifizieren, lassen sich beispielsweise Buchinhalte bestimmten Genres zuordnen oder als neue Genres entdecken.

Für Verlage, die KI für die Anreicherung ihrer Buchmetadaten oder für die semantische Analyse von Manuskripten einsetzen wollen, hat Müller den Rat, zunächst selbst einen Plan zu haben, bevor man eine bestimmte Technologie einkauft. KI sei der Schlüssel für die digitale Transformation, aber "man muss selbst am Steuer bleiben und nachvollziehen können, weshalb ein System bestimmte Schlussfolgerungen aus analysierten Datenbeständen zieht".

Ein weiteres Thema des heutigen Vormittags war die Keynote der QualiFiction-Geschäftsführer Gesa Schöning und Ralf Winkler, die aus Texten mit Hilfe des KI-Systems "LiSA" semantische Metadaten extrahieren, nach denen sich Bücher nach Schreibstil, Stimmung etc. klassifizieren lassen.

Mehrere Table Sessions schlossen sich den Vorträgen an, unter anderem zum Thema Suche und der Rolle von Metadaten im Handel.

roe

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