Ideenreiche CDs zum Beethovenjahr für Kinder

Einstiegsdroge

Das Beethovenjahr ist eine guter Anlass, um schon Kinder für die Musik des großen Komponisten zu begeistern – neue CDs sorgen für einen altersgemäßen Zugang, auch zu komplexen Werken. SABINE SCHMIDT

© Beethoven-Haus Bonn, beethov@issay.com

Mit großen Paukenschlägen hat das Beethovenjahr 2020 begonnen – der Komponist ist schließlich ein weltweit anerkannter Superstar. Bereits am 16. Dezember 2019, ein Jahr vor dem 250. Geburtstag, wurde das Jubiläums­programm unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier mit einem Festkonzert in ­Beethovens Geburtsort Bonn eröffnet. In den nächsten Wochen und Monaten wird weitergefeiert, mit klingenden Namen wie Daniel ­Barenboim und Anne-Sophie Mutter. Also: "Freude!" – über zahlreiche hochkarätige Musikveranstaltungen im Jahr 2020 und darüber, dass der Schöpfer der Europa-Hymne in aller ­Ohren ist. Ein Humanist mit politischen Visionen, ein außer­gewöhnlicher Komponist mit großer Strahlkraft.

Natürlich sind es die Werke, die Beethoven unsterblich machen, aber ebenso interessant ist die Persönlichkeit dahinter. Das Leben des außergewöhnlichen Künstlers, der nach und nach taub wurde und seine berühmte "9. Sinfonie" selbst nicht mehr hören konnte, bietet gerade Kindern viele Einstiegspunkte ins Thema. Von seiner Kindheit erzählen Buch und CD "Wir entdecken Beethoven" (Schott Music, 19,50 Euro): eine Einführung in Leben und Werk des Meisters für Zuhörer und werdende Musiker ab acht. Sie erfahren hier, dass Ludwig einen sehr strengen Vater hatte, der die Ausbildung schon begann, als der hochbegabte Junge gerade mal vier Jahre alt war – ein Star wie Mozart sollte der Sohn werden.

Sein erstes Konzert vor großem Publikum gab Beethoven mit sieben Jahren in Köln, bereits mit 13 verdiente er eigenes Geld als Organist. Buch und CD erzählen von Beethoven, seiner Zeit und seinem Umfeld. Auch alltägliche Details, die den Titanen menschlich erscheinen lassen, gehören dazu: zum Beispiel, dass er am liebsten Makkaroni mit Parmesan aß. ­Seine Musik ist natürlich auch zu hören.

Marko Simsa hat viel Erfahrung damit, Konzert- und Theaterprogramme für Kinder und die ganze Familie zu produzieren, und auch er bietet einen kindgerechten Einstieg in das Werk Beethovens an. Ausschnitte aus den Sinfonien und aus "Fidelio" sind auf der CD "Beethoven-Hits für Kinder" zu hören (Jumbo, 13 Euro).

Und in "Herr Beethoven macht ­Musik", einem Musikbilderbuch mit CD für Kinder ab drei Jahren, besuchen Frau Eule, Herr Affe und Elise Stachelschwein den Löwen mit seiner wilden Mähne und inspirieren ihn zu seinen bekanntesten Kompositionen. "Für Elise" ist dabei, die "Mondscheinsonate" und natürlich: die "9. Sinfonie" (Annette Betz, 16,95 Euro). Die ganze Geschichte dieses berühmten Werks, das 1824 in Wien uraufgeführt wurde, erklärt Rudolf Herfurtner in "Beethovens 9. Sinfonie" für Leser ab sechs, die Begleit-CD bietet musikalische Höhepunkte (Annette Betz, 24,95 Euro).

Einen anderen Akzent setzt die Märchen- und Musik-CD "Der gestiefelte Kater". Erzählt wird das Märchen von Schauspieler Ulrich Noethen, dazu gibt es Musik: ein leichter Einstieg in die Klassik für Kinder ab fünf, unter anderem mit Stücken von Ludwig van Beethoven, aber auch von Claude Debussy und Jacques Offenbach – eine ruhige, sehr schöne Einspielung, die kleine und große Märchenfans gut gemeinsam hören können (Edition See-Igel, 15,50 Euro).

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2 Kommentar/e

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  • Ulrich Störiko-Blume

    Ulrich Störiko-Blume

    Ein schöner, hilfreicher, erfreulicher Artikel, denn die Freude an Beethoven kann man gar nicht früh genug wecken. Aber diese Überschrift!
    Einstiegsdroge? Beethoven?
    Es ist immer hilfreich, den Humor nicht zu verlieren. Hier handelt es sich wohl um eine ironisch gemeinte Verwendung des Begriffs „Einstiegsdroge“. Wie lustig, wie originell! Ach ja, irgendwo in dunklen Ecken und Elendsvierteln unserer schönen Welt gibt es Drogen. Oh ja, die machen süchtig, wie schrecklich. Aber da schauen wir lieber nicht hin. Wir plappern einfach mal so daher, dass es doch auch positive Drogen gibt, die Musiksucht, Lesesucht und andere schöne Süchte auslösen. Liebes Börsenblatt, wir sind eine Branche des Wortes – da sollte man solche abgedroschenen, schiefen und unakzeptablen Begriffe einfach nicht verwenden. Oder findet Ihr das geil?

    Ulrich Störiko-Blume

  • Sabine van Endert

    Sabine van Endert

    Lieber Herr Störiko-Blume, so weit wie Sie haben wir in diesem Fall leider nicht gedacht. Die Autorin des schönen Artikels trifft übrigens keine Schuld, das hat die Redaktion selber hinbekommen.

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