Deutschschweizer Buchmarkt

2019 – das Jahr der Trendwende

Der Deutschschweizer Buchmarkt hat im vergangenen Jahr eine Trendwende erlebt: Erstmals seit fünf Jahren, so der Marktreport des SBVV, ist der Umsatz gestiegen – um 1,5 Prozent. Die Aussichten für 2020 stimmten optimistisch, so der Verband.

Die von GfK Entertainment im Auftrag des SBVV erhobenen Zahlen für den Deutschschweizer Buchhandel weisen für 2019 ein Umsatz-Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus (zum Vergleich: Deutschland 2019: plus 1,4 Prozent; Österreich 2019: plus 1,6 Prozent).

Erhoben wurden von GfK Entertainment die Daten für die Vertriebswege Sortimentsbuchhandel, E-Commerce, Bahnhofs-Buchhandel, Warenhäuser und Nebenmärkte. Im Vorjahr verzeichnete der Deutschschweizer Buchmarkt noch ein Minus von 1,0 Prozent.

Treiber im Umsatz-Plus war die Erhöhung der Durchschnittspreise (plus 3,1 Prozent). Dem steht eine leichte Mengenreduktion von -1,6 Prozent gegenüber. Dieser Absatzrückgang lässt sich teilweise durch die mangelhafte Erfassung der digitalen Formate (E-Books/Audio) des Branchenmonitors erklären. Eine Anpassung der Erhebungsmethode ist eingeleitet, wird aber erst ab 2021 in die statistische Auswertung einfliessen können.

Vor allem in den Sparten Ratgeber, Kunst, Musik und Geisteswissenschaften wurden im vergangenen Jahr Zuwächse notiert. Zudem habe sich die Sparte Kinder- und Jugendbücher "wacker" geschlagen, so der SBVV.

Laut Verband bilden die Zahlen den Handel mit gedruckten Büchern im Publikumsmarkt der Deutschschweiz ab – und nicht den Gesamtmarkt mit Büchern: Nicht enthalten sind die Rechnungsumsätze der Buchhandlungen (zum Beispiel Lieferungen an Schulen oder Bibliotheken), das Direktgeschäft von Verlagen und das Geschäft mit E-Books, Near-Books und Non-Books (Papeteriewaren, Spiele, DVDs).

Die Bücherpreise haben sich in den letzten vier Jahren schrittweise erholt. Der Durchschnittspreis eines in der Schweiz verkauften Buches über alle Sparten und Editionsformen (Hardcover, Taschenbuch, Hörbuch, aber ohne E-Book) hinweg zeigt seit 2015 eine positive Entwicklung und liegt aktuell bei 21,15 Franken (gegenüber 20,50 Franken im Vorjahr). Die positive Preisentwicklung in Deutschland (plus 1,9 Prozent gemäss Media Control Deutschland) habe dabei sicherlich unterstützend gewirkt, so der SBVV.

80 Prozent der Bücher werden aus Deutschland und Österreich importiert

Der Umsatzanteil der Schweizer Verlage an den verkauften Büchern im Sortimentsbuchhandel in der Deutschschweiz liegt fast unverändert bei 17,2 Prozent (Vorjahr 17,7 Prozent). Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass über 80 Prozent der hierzulande verkauften Bücher aus Deutschland und Österreich importiert werden.

Grundsätzlich bewerten die Marktteilnehmer auch die Aussichten für 2020 positiv. Allerdings sei der Schweizer Buchmarkt immer noch stark von den Entwicklungen im Euro-Raum abhängig, so der Verband. Umso wichtiger sei es, nach den Umsätzen auch die verkauften Mengen zu steigern, um negative Währungsentwicklungen zumindest teilweise kompensieren zu können. Nach den Rückmeldungen aus der Branche wird der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband darum die Image-Kampagne "Sag’s mit einem Buch" 2020 in leicht modifizierter Form fortsetzen.

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