"Ich schenk dir eine Geschichte": Ist der Buchhandel zufrieden?

Platz für noch mehr Schüler*innen

Welche Verbesserungswünsche hat der Buchhandel an die Welttagsaktion "Ich schenk dir eine Geschichte"? Das wollte der Börsenverein wissen. Die Auswertung einer entsprechenden Online-Umfrage im Sortiment zeigt: Der Rückhalt für die Aktion ist groß, die Kritik konstruktiv.

Alle Bücher fliegen hoch: Auftaktlesung zum Welttag 2019 in Bayern – bei Buch in der Au in München

Alle Bücher fliegen hoch: Auftaktlesung zum Welttag 2019 in Bayern – bei Buch in der Au in München © Börsenverein Bayern

Mehr als eine Million Schüler*innen holen sich rund um den 23. April Jahr für Jahr das Welttags-Buch "Ich schenk dir eine Geschichte" im Buchhandel ab - auch logistisch eine Meisterleistung. Wie zufrieden sind die teilnehmenden Buchhandlungen mit der Organisation und der Kommunikation der Buch-Gutschein-Aktion, die vom Börsenverein und der Stiftung Lesen zusammen mit weiteren Partnern getragen wird?
Das wollte der Verband genauer wissen.

Im November wurden deshalb 2 805 Buchhandlungen, die sich 2019 an der Aktion beteiligt haben, per Mail zu einer Online-Umfrage eingeladen. Die Rücklaufquote lag mit 705 Teilnehmern bei 25,1 Prozent. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

97 Prozent

der Buchhandlungen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, sind treu und nehmen jährlich an der Aktion von Börsenverein und Stiftung Lesen teil – knapp 65 Prozent seit mehr als zehn Jahren.

ca. 95 Prozent

wollen 2020 sicher oder wahrscheinlich wieder dabei sein (Stand: November 2019, Zeitpunkt der Umfrage).

16 Klassen

betreuen Buchhandlungen aller Größenordnungen im Schnitt pro Jahr. Bei Firmen mit mehr als zehn Mitarbeitern sind es knapp 30, bei Läden mit bis zu drei Kräften immer noch mehr als 13 Schulklassen (Mittelwert).

49,5 Prozent

der Buchhandlungen geben an, dass die Zahl der angemeldeten Klassen genau zur Kapazität des Ladens passt.

36,2 Prozent

der Sortimente würden sogar gerne noch mehr Schülerinnen und Schüler empfangen.

© Grafik: Julia Zimmermann

72,3 Prozent

der Sortimente nennen Leseförderung als zentralen Grund für ihren Welttags­einsatz.

43,8 Prozent

führen vor allem die Kontaktpflege zu den Schulen im Umfeld an.

92 Prozent

der Teilnehmer bewerten die Kommunikation mit dem Welttagsteam als gut bis sehr gut. Bei der Kommunikation mit den Lehrer*innen läuft es dagegen mit einem Vergleichswert von 47 Prozent noch nicht ganz so rund.

© Grafik: Julia Zimmermann

38,3 Prozent

der Sortimente finden die Schulen bei der Durch­führung der Aktion nicht verbindlich genug,

31,8 Prozent

Prozent halten das Verfahren mit den gedruckten Gutscheinen und der Rücksendung an Random House für zu umständlich. Alle anderen sehen in beiden Punkten allerdings kein oder kaum ein Problem.

72,5 Prozent

der Welttagsbuchhandlungen sagen: Die Resonanz der Kinder auf das Welttagsbuch 2019 ("Der geheime Kontinent") war "gut" oder sogar "sehr gut".

Welttag des Buches 2020



  • Der Aktionszeitraum liegt diesmal zwischen dem 20. April und dem 29. Mai.

  • Seit dem 4. Februar 2020 ist die Liste aller teilnehmenden Schulen online. Buchhandlungen können hier nachlesen, welche Schulen sich in ihrer Nähe beteiligen und sie als Wunschbuchhandlung angegeben haben.

  • Die entsprechende Menge an Verschenkbüchern kann dann beim cbj-Verlag zum Selbstkostenpreis von 80 Cent bestellt werden.


  • Das Buch 2020 heißt "Abenteuer in der Megaworld" und spielt in einem Freizeitpark. Es stammt aus der Feder von Sven Gerhardt, mit Illustrationen und einer Bildergeschichte von Timo Grubing.

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1 Kommentar/e

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  • Petra Lange

    Petra Lange

    Nun rückt der "Welttag des Buches" 2020 näher und ich bin erstaunt, dass als Werbemittel einzeln in Folie verschweißte Balsen-Kekse und Wegwerfkugelschreibe angeboten werden. Es wäre doch ein schönes Zeichen sich etwas mehr Gedanken über sinnvolle und auch sinnfreie give aways zu machen. Die zu Recht geführte Diskussion über Plastik bzw der Vermeidung unnötigen Gebrauchs desselben wird doch Allerorten geführt. Da sprechen wir auf der einen Seite über unverschweisste Bücher und erwarten, dass der Kunde entspannt über Fingerabdrücke auf einem Gegenstand, der im besten Fall stundenlangen Genuss verspricht, hinweg sieht. Auf der anderen Seite scheuen wir nicht die Plastikverpackung einer Süßigkeit, die oft gleich ausgepackt und verschlungen wird. Was nach dem kurzen Genuss bleibt ist die Verpackung und die Frage: Wohin damit.
    Wie kann es also sein das bei einer Aktion die sich die Gewinnung und Pflege der "Nachwuchsleser" widmet eine solche Gedankenlosigkeit vorliegt?
    Oder ist es so, dass sich zwar Gedanken gemacht wurden, das Ergebnis danach aber wieder das ewig Gleiche war?
    Beide Annahmen machen nachdenklich und gar ein bisschen traurig.
    Wie wäre es mit Bienenwachs-Butterbrotpapier mit einem Slogan zum Thema lesen, oder der Abbildung eines Buchs? Oder Kugelschreibern aus nachwachsendem Material, wenn es denn immer noch ein Kuli sein soll?

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