Kein Effekt auf die Liquidität

Bastei Lübbe korrigiert Ergebnisprognose für 2019/2020 um bis zu 15,8 Millionen Euro

Die Bastei Lübbe AG kommt nicht zur Ruhe: Nachdem die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung gerade erst den Jahresabschluss 2017/2018 bemängelt hatte, muss der Medienkonzern nun seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr deutlich senken und könnte tief im Minus landen.

Basteil Lübbe an der Börse (Archivbild)

Basteil Lübbe an der Börse (Archivbild) © Rainer Rüffer

Grund dafür ist, dass das börsennotierte Unternehmen auf seine Beteiligung am Spieleentwickler Daedalic Entertainment Wertminderungen in Höhe von zwölf bis 14 Millionen Euro vornehmen muss, wovon fünf Millionen Euro auf den Firmenwert beziehungsweise Goodwill entfallen, so Bastei Lübbe in einer Pressemitteilung. Der Anteil des Konzerns an der Tochtergesellschaft beträgt 51 Prozent.

Die Korrektur führe dazu, dass der Vorstand derzeit ein gegenüber der bisherigen Prognose deutlich gesunkenes Konzern-EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) für das laufende Geschäftsjahr 2019/2020 von voraussichtlich minus 10,5 Millionen bis minus 6,7 Millionen Euro erwartet. Geplant waren bislang 3,5 bis 5,3 Millionen Euro.

Die reduzierte Prognose für das Konzern-EBIT werde vom Vorstand insbesondere auch unter Berücksichtigung der Prüfung von Optionen der Restrukturierung und Neuausrichtung des Geschäftsmodells im Segment Games weiterhin fortlaufend überprüft und erforderlichenfalls erneut angepasst und veröffentlicht. Die insoweit erforderlichen Wertminderungen der immateriellen Vermögenswerte – sowohl selbsterstellte Computerspiele als auch bilanzierter Firmenwert der Daedalic Entertainment GmbH – hätten keinen Effekt auf das Kerngeschäft mit Büchern, Hörbüchern und Romanheften sowie auf die Liquidität von Bastei Lübbe.

"Das Geschäftsmodell unserer 51-prozentigen Finanzbeteiligung erweist sich als nicht zukunftsfähig. Gemeinsam mit dem Minderheitsgesellschafter werden wir daher nun alle Optionen für eine Neupositionierung der Daedalic Entertainment und ihres Geschäftsmodells prüfen", erläutert Carel Halff, CEO der Bastei Lübbe AG, die eingeleiteten Maßnahmen. "Im Gegensatz dazu sind wir mit der Entwicklung unseres Kerngeschäfts, den Büchern, Hörbüchern und Romanheften, sehr zufrieden", so Halff weiter.

Daedalic Entertainment entwickelt und vertreibt Computerspiele. Die Geschäftsentwicklung belaste die finanzielle Situation des Spieleexperten und führe dazu, dass das zur Verfügung stehende Fremdkapital für weitere Investitionen nahezu ausgeschöpft ist. Zudem müssten Wertminderungen auf das Spieleportfolio vorgenommen werden.

Die Börse reagierte mit hohen Kursverlusten auf diese Nachricht. Die Aktie verlor am Freitag in der ersten Handelsstunde rund 26 Prozent ihres Wertes und notierte bei 2,08 Euro.

Die Zahlen zum dritten Quartal werden am 13. Februar 2020 veröffentlicht

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