Siv Bublitz warnt vor staatlicher Verlagsförderung

"Risiko der politischen Abhängigkeit"

S. Fischer-Verlegerin Siv Bublitz sprach sich auf einem Podium bei der Tagung des Deutschen Literaturfonds und im Podcast von Literaturcafé gegen die staatliche Subventionierung für Verlage aus. Sie sieht die Gefahr von politischer Abhängigkeit beim Publizieren.

Siv Bublitz

Siv Bublitz © Kai Bublitz

"Da wo Unabhängigkeit möglich ist, bin ich immer dafür, sie zu erhalten“, so Siv Bublitz, S. Fischer Verlegerin, im Interview mit Literaturcafé. Zwar verstehe sie, dass Geld, mehr gute Bücher ermöglichen kann, allerdings verweist sie auf die Verantwortung der Verlage, wirtschaftlich profitabel zu arbeiten.

"Bücher sind Wirtschaftsgut und Kulturgut – beides kann und muss man in Einklang bringen. … Literatur nur auf Subventionsbasis entstehen zu lassen, da sehe ich das Risiko der politischen oder anders gearteten Abhängigkeit", so Bublitz weiter. Sie warnt auch davor, dass die Verlagsbranche "wie andere kulturelle Sparten ihr komplettes System auf die staatliche Subventionierung bauen und die eigene wirtschaftliche Verantwortung aufgeben.“ Gefahr sieht sie – auch in Anbetracht historischer Hintergründe – vor allem bei einem Wandel des politischen Klimas.

Autoren oder einzelne Titel durch Literaturpreise hält die Fischer-Verlegerin dennoch für unterstützenswert. Den Einwand, dass Fischer durch die Zugehörigkeit zu Holtzbrinck, auch in einer gewissen Abhängigkeit stünde, bejaht sie. Sie findet allerdings, dass sie mit der Konzernzugehörigkeit in größerer publizistischer Freiheit agieren kann als in staatlicher Abhängigkeit.

In der Vergangenheit hat sich Siv Bublitz bereits gegen eine staatliche Verlagsförderung ausgesprochen, wie etwa in einer Deutschlandfunk-Diskussion zwischen ihr und Anya Schutzbach vom unabhängigen Verlag weissbooks.w.

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