Sonntagsfrage

"Welche Probleme löst der Self-Publishing-Day, Herr Kreutzer?"

Am 6. Juni ist wieder Self-Publishing-Day, schon zum 7. Mal. Im City Hostel Düsseldorf Oberkassel geht es um Schreibrezepte für Sach- und Kinderbücher, interaktives Storytelling und den Erfolg von Poppy J. Anderson. Warum selbstverlegende Autoren zum Self-Publishing-Day kommen sollten, erklärt Organisator Lutz Kreutzer in der Sonntagsfrage.

Lutz Kreutzer

Lutz Kreutzer © Jutta Benzenberg

Der Self-Publishing-Day ist nun seit 2014 der jährliche Begleiter von vielen Autor(inn)en, die das Self-Publishing für sich entdeckt haben. Der 7. Self-Publishing-Day findet am 6. Juni 2020 in Düsseldorf statt. In Deutschland gibt es schätzungsweise hunderttausend Selfpublisher, wobei es weitaus weniger sind, die das wirklich professionell machen oder vorhaben. Und solche ernsthaften Autor(inn)en treffen sich auf dem SP-Day, sowohl Super-Bestellerautor(inn)en wie auch Anfänger. In diesem Jahr kommen unter anderen Poppy J. Anderson und Martin Krist, die beide ihr Knowhow beisteuern werden.

Wir haben sowohl Stammbesucher wie auch Erstteilnehmer, wobei die Anzahl der Besucher im Laufe der Jahre gestiegen ist, so waren es in Hamburg mehr als 200 Teilnehmer. Vorträge und Workshops widmen sich oft gestellten Fragen der Teilnehmer wie Marketing, Schreibtechnik oder Social Media. Zum ersten Mal gibt es beim 7. SP-Day drei Themen Camps, und zwar das SP-Day Camp Romance, das SP-Day Camp Utopia und das SP-Day Camp Crime. Hier werden die Teilnehmer mit Moderationsbegleitung selbst die Agenda setzen und Kurzvorträge halten, die anschließend diskutiert werden. Nirgendwo bekommen Autor(inn)en wohl so intensiv die Gelegenheit, Gleichgesinnte zu finden. Auf den Self-Publishing-Days wurden so manche lang anhaltende Freundschaften geschlossen.

Auch zu unseren Sponsoren kann auf dem Self-Publishing-Day sehr direkter Kontakt geknüpft werden. Jeder findet die Zeit, an den Ausstellertischen mit deren Vertretern zu reden und spezielle Fragen zu stellen, die über einen üblichen Support weit hinausgehen. In diesem Jahr sind tolino media, buchdeals, buuk, epubli, der MVB, neobooks, livory, snipsl, amazon kdp und der VFLL dabei, ohne die der Self-Publishing-Day nicht finanzierbar wäre. Aber auch über die Eintritts-Tickets wird der Tag getragen, denn – wie Matthias Matting es einmal ausdrückte – es handelt sich um eine Fortbildungsveranstaltung, zu der nur solche Autoren kommen, die Willens seien, in ihre Karriere und in ihre Professionalität auch wirklich zu investieren.

Vorranging ist in diesem Jahr auch wieder das Thema Marketing, denn in dieser Hinsicht müssen Self-Publishing Autoren zusätzlich Enormes leisten. Hier geben wir seit Jahren Hilfe in Form von Workshops und Vorträgen, die von erstklassigen Referenten aus der Szene gestaltet werden. So hält dieses Jahr der Autor Martin Krist einen Workshop zum Markenaufbau mit Social Media, Johannes Zum Winkel erklärt, wie effiziente Werbung über eines der großen Portale funktioniert, und Mitarbeiterinnen von tolino zeigen, wie Autor(inn)en gezielt ihre Sichtbarkeit erhöhen können. Aber auch junge erfolgreiche Autorinnen kommen zu Wort und verraten ihre erfolgreichen Kniffe, der Lektorenverband macht einen Workshop zum Thema Klappentext als Marketinginstrument, Steuerfragen werden angesprochen und die neue Möglichkeit, mit seinen Werken in Zweitverwertung zu gehen, wird von livory aufgegriffen. Auf Anregung der letzten Jahre haben wir das Thema Sachbuch aufgegriffen, das ja am SP-Markt immer stärker im Kommen ist.

Immer wieder steht aber auch auf der Liste, wie man auch die Zusammenarbeit mit Verlagen gestalten kann. Wie kommt man in den Buchhandel? Denn viele Selfpublisher wollen auch gern beides machen: Verlagsautor sein und Selfpublisher. Die Zeit der großen Ressentiments zwischen Selfpublishern und Verlagen ist jedenfalls vorbei. Seit Jahren wird immer deutlicher, dass die meisten Verlage zunehmend an Selfpublishern interessiert sind, denn die bringen in der Regel eine bereits etablierte Fanbase mit, und schreiben können die erfolgreichen Selfpublisher sowieso.

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1 Kommentar/e

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  • Christian Reichenbach

    Christian Reichenbach

    Die spannendere Frage ist: Welche Probleme löst der Tag nicht? Hier sei an erster Stelle zu nennen, dass die Chancen eines Selfpublishers, nennenswerte Stückzahlen im Buchhandel zu verkaufen, aus strukturellen Gründen minimal sind. Diese Mechanismen greifen leider nach wie vor unabhängig von der Güte des Werks. Ein Selfpublisher kann es deshalb heute nur auf eine einzige Bestenliste schaffen, und zwar die von Bild (=Amazon). Interessant wäre mal eine deutsche 'Geldrangliste', da würden AutorInnen wie Poppy J. Anderson oder Catherine Shepherd plötzlich ganz oben stehen.

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