Fatale Corona-Folgen für Theaterverlage

„Wir brauchen Hilfe, Solidarität und Rücksicht“

Die Schließung von Kulturstätten wie Theatern aufgrund der Maßnahmen für die Eindämmung des Corona-Virus trifft nicht nur die Theater und Ensemble selbst. Bernd Schmidt, Vorsitzender des Verbands Deutscher Bühnen- und Medienverlage verweist ausdrücklich auf die fatale Situation der Theaterverlage, die sich vor allem durch Aufführungslizenzen finanzieren.

„Zeiten, in denen Theater schließen müssen, sind schlechte Zeiten für Theaterverlage“, so Bernd Schmidt, Vorsitzender des Verbands Deutscher Bühnen- und Medienverlage. Eigentlich wollte er darauf in seiner Ansprache zum Preis der Deutschen Theaterverlage am 14. März an das Landestheater Marburg hinweisen, die kurzfristig abgesagt wurde.

„Darf ich unterstellen, dass Sie nicht wissen, was ein Theaterverlag ist? Lassen Sie es mich kurz erklären, solange es uns noch gibt“, leitet er Schmidt ein. Er weist daraufhin, dass die etwa 60 Theaterverlage im deutschsprachigen Raum vor allem von Lizenzen finanziert werden, die sie beispielsweise für die Aufführung eines Stückes vergeben. Unmittelbar betroffen sind auch hier das Lektorat, das sich Dramaturgie nennt, Vertriebs-, Marketing-, und Lizenzmitarbeiter und so weiter.

Doch „wenn Theater nicht mehr spielen, gibt es keine Abendeinnahme. Dann gibt es keine Tantiemen für die Autoren und auch keine Provision für Theaterverlage“, erläutert Schmidt weiter. Er macht darauf aufmerksam, dass es gerade für kleine konzernunabhängige Theaterverlage existentielle Probleme sind. „Was wir jetzt brauchen, ist gegenseitige Hilfe, ist Solidarität, ist Rücksicht.“

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat Hilfe für Kultureinrichtungen versprochen (siehe Archiv). Schmidt hofft, dass auch privatwirtschaftlich geführte Theaterverlage profitieren werden. „Damit wir weiter Dramatikerinnen und Dramatiker finden, fördern und verlegen dürfen.“

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