Corona-Krise: Interview mit Eckhard Südmersen

"Der Buchhandel soll bestmöglich lieferfähig bleiben"

Nach Umbreit stellt auch Libri die Montagsbelieferung ein. Über eine weitere Reduzierung des Belieferungsrhythmus' denkt das Barsortiment ebenfalls nach. Libri-Geschäftsführer Eckhard Südmersen mit den neuesten Entwicklungen. FRAGEN: CHRISTINA SCHULTE

Eckart Südmersen

Eckart Südmersen © Daniel Müller

Wie hat sich in den letzten Tagen das Volumen im Barsortiment verändert?
Das Barsortimentsvolumen ändert sich gerade täglich.

Welche Entwicklung nimmt das Online- und Direktversandvolumen?
Es ist um ein Vielfaches gestiegen. Um den stationären Buchhandel zu unterstützen, haben wir am vergangenen Freitag die Provision für den Online-Direktversand verdoppelt.

Wie weit im Voraus können Sie Ihre Touren überhaupt noch planen?
Da sich das Volumen täglich ändert, planen wir nun wöchentlich neu.

Was bedeutet die Entwicklung der letzten Tage für Sie auf der Kostenseite?
Wir versuchen, die Kosten dem verminderten Volumen anzupassen, wo es geht.

Denken Sie ebenfalls darüber nach, den Belieferungsrhythmus ändern?
Ja, darüber entscheiden wir wöchentlich und informieren unsere Kunden rechtzeitig im Vorfeld. In der kommenden Woche wird zunächst die Montagsbelieferung eingestellt.

Was bedeutet das für den Buchhandel, wenn die Belieferungsfrequenz gesenkt wird?
Unser Ziel ist, dass die Buchhandlungen bestmöglich lieferfähig bleiben. Sobald es notwendig wird, die Belieferung weiter einzuschränken, weil auch die Verlagsbeischlüsse deutlich zurückgegangen sind, stellen wir zunächst dreimal in der Woche zu (Dienstag, Donnerstag, Samstag). Der Versandservice für Online- und Direktbestellungen läuft selbstverständlich weiter. Hierfür ergreifen wir momentan Maßnahmen, um das höhere Arbeitsaufkommen bedienen zu können. Das heißt, wir stocken hier Kapazitäten auf.

Sie hatten angekündigt, ab April eine Transportkostenpauschale einzuführen. Kommt sie tatsächlich?
Nein. Wir werden sie zunächst bis Ende April aussetzen und die Situation danach neu bewerten.

Wie lange kann Libri einen Shutdown der Buchhandlungen durchstehen?
Das hängt auch von der Kooperationsbereitschaft der Verlage ab. Alle Libri-Mitarbeiter und das Libri-Management tun alles dafür, dass Libri auch nach der Corona-Krise ein starker und verlässlicher Partner bleibt.

Nutzen Sie Möglichkeiten wie Kurzarbeit?
Wir haben alle Vorkehrungen für die Option Kurzarbeit getroffen und diese bereits angemeldet. Über den Nutzungsgrad entscheiden wir kurzfristig je nach Situation.

Werden Sie staatlichen Hilfe beantragen?
Hier sind die Modalitäten weiterhin unklar, somit kann die Frage nicht beantwortet werden.

 

Schlagworte:

Mehr zum Thema

1 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Frank Hermsteiner

    Frank Hermsteiner

    Kundin vorhin am Telefon: "Da amazon derzeit so schlecht liefern kann, bestelle ich jetzt mal bei Ihnen."
    JETZT besteht mal die Möglichkeit für den stationären Buchhandel zu glänzen. Auch wenn die Warenflüsse durch sinkende Beschluss-Belieferungen geringer werden, wäre eine Belieferung zumindest von Dienstag bis Samstag äußerst wichtig für uns Buchhandlungen - da nehme ich gerne ein paar mehr Meldenummern in Kauf.

    • Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld