Karin Plötz empfiehlt Fußball-Bücher

"Als es den Bayern noch ans Leder ging"

Einmal im Monat stellt LitCam-Direktorin Karin Plötz in ihrer Kolumne ein neueres Fußball-Buch vor. Diesmal geht es um den FC Bayern, und denkwürdige Niederlagen, die die Münchner in der Bundesliga einstecken mussten.

© Arete Verlag

Die Corona-Krise ist allgegenwärtig. Das öffentliche Leben ist eingeschränkt, und alle Fußballspiele sind vorerst abgesagt. Am 25. Spieltag waren die Fans noch live dabei und freuten sich auf einen erstmals seit Jahren spannenden Kampf um die deutsche Meisterschaft. Seit dem 9. März ruht nun der Ball. Fußballfreunde haben bereits Entzugserscheinungen. Hoffnung keimt schon bei der Aussicht auf Geisterspiele im Mai auf.

Die DFL organisiert ein E-Football Turnier "Bundesliga Home Challenge" mit Fußballern aus der 1. und 2. Bundesliga, die am 4. April in die zweite Runde ging. In der Sportschau werden Länderspiele von 2016 gezeigt und am Samstag, den 4. April wird anstelle des verschobenen Topspiels Bayern gegen Dortmund die Konserve des Pokalspiels Bayern gegen Dortmund von 2014 ausgestrahlt.

Warum dann nicht zum Buch greifen? Ein wirklich abwechslungsreiches und unterhaltsames Werk zum Thema FC Bayern hat der Redakteur Albrecht Breitschuh geschrieben: "Als es den Bayern noch ans Leder ging. 13 Geschichten für Fußball-Romantiker".

Nun sollten sich Bayern-Fans nicht grämen, dass hier die spärlichen Niederlagen des FC Bayern dargestellt werden. Erstmal sind es ja sehr wenige und zweitens liegt der Focus des Autors in diesen 13 Geschichten nicht auf der Niederlage des FC Bayern, sondern auf dem Geschehen drumherum. So erfahren jüngere Leserinnen und Leser, das der Viertligist und derzeit aufgrund der Coronavirus-Krise um sein Überleben kämpfende Verein Rot Weiss Essen tatsächlich erfolgreich in der 1. Bundesliga war und die Offenbacher Kickers mit dem damaligen Trainer Otto Rehhagel für einen Spieltag sogar an der Spitze der Bundesliga standen. Dabei kommen damalige Spieler wie z. B. Bernhard Dietz, Harald Karger und Wolfgang Schäfer zu Wort. Auch die Lebenswege einiger der Protagonisten erzählt Albrecht Breitschuh und zeigt damit auch die Unterschiede der früheren zu den aktuellen Trainings- und Spielbedingungen.

Die Geschichten machen auf lesenswerte Weise deutlich, dass im Fußball alles möglich ist. Der 1. FC Kaiserslautern schaffte es nach einem 1:4 Spielstand gegen Bayern, nachdem einige Kaiserslauterer Fans schon das Stadion verlassen hatten, in einer fulminanten Aufholjagd noch zu einem 7:4 Sieg.

Allerdings schreibt Breitschuh aber auch: "[…]die hier versammelten Spiele fanden zu Zeiten statt, als die Bundesliga noch voller Möglichkeiten und Bayern zwar groß, aber besiegbar war.[…]in den ersten Bundesliga-Jahren gab es sieben verschiedene Clubs, die Meister wurden, in den letzten Bundesliga-Jahren nur einen: den FC Bayern."

Lesen können dieses Buch aber nicht nur Nostalgiker und die sogenannten Fußball-Romantiker. Ich war erst skeptisch, als ich den Titel sah und zu lesen begann. Aber es sind einfach schöne und unterhaltsame Geschichten rund um den Fußball und eben die besagten Spiele, die das "Fußballgefühl" wunderbar widerspiegeln und eines zeigen: Fans sind immer begeistert vom Fußball und ihrer Mannschaft, auch wenn sich die Bedingungen beim Profifußball geändert haben. Sie freuen sich auf jedes Spiel ihrer Mannschaft. Und Fußball ist und bleibt die schönste Nebensache der Welt. Freuen wir uns, wenn es hoffentlich in nicht allzu ferner Zeit heißt: Der Ball rollt wieder!

Bibliografie

Albrecht Breitschuh:
"Als es den BAYERN noch ans Leder ging. 13 Geschichten für Fußball-Romantiker"
Arete Verlag
238 S., 18 Euro
ISBN 978-396423-026-3

 

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