Zwischenbuchhandel

TMI meldet Insolvenz an

Das Amtsgericht Heidelberg hat das Insolvenzverfahren beim Mediengroßhändler TMI mit Firmensitz in St. Leon-Rot eingeleitet; vorläufiger Insolventverwalter ist der Heidelberger Rechtsanwalt Christopher Seagon. Das operative Geschäft soll nach Prüfung durch den vorläufigen Insolvenzverwalter fortgeführt werden, teilte das Unternehmen mit.

„Es gilt nun, möglichst schnell einen fundierten Überblick über das Geschäft der Unternehmen zu bekommen“, sagt Seagon. Als einen der ersten Schritte kündigte er an, Kontakt zu den Beteiligten – vor allem Kunden, Lieferanten und Banken – aufzunehmen. "Die Unternehmensleitung sah sich zu dem Insolvenzantrag gezwungen, da sich das Konsumklima in den vergangenen Monaten nochmals stark eingetrübt hat und der Einzelhandelsumsatz, von dem die TMI direkt abhängt, dementsprechend zurückging", heißt es in einer Mitteilung an die Medien. Finanzierungspartner hätten daraufhin ihrerseits die ursprünglichen Kreditlinien nicht mehr aufrechterhalten, heißt es. „Mit der Insolvenzantragstellung wird auch das Ziel verfolgt, eine Sanierung in der Insolvenz zu ermöglichen“, so die Geschäftsführung. Die seit 1989 im Bereich Großhandel mit Medienprodukten (Bücher/Hörbücher, DVD,CD, Software/Games), Logistikdienstleistungen für den stationären Handel und dem Fulfillment für den Online-Handel tätige Unternehmensgruppe erwirtschaftete eigenen Angaben zufolge zuletzt mit rund 500 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 280 Mio. Euro. Neben ihrem Hauptsitz in St. Leon-Rot verfügt sie über Standorte in Bremen und Alsdorf. In Österreich ist sie mit einer eigenen Vertriebsgesellschaft vertreten. Eigenen Angaben zufolge umfasst das Sortiment etwa 230.000 Artikel von über 300 Herstellern und Verlagen. Geschäftsführer sind Hans-Joachim Wessendorf, Alexander Wessendorf, Uwe Dexheimer und Steffen Erhardt.

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