Studie

Kinder lesen gerne, aber Zahl der Buchverweigerer steigt

Mehr als die Hälfte der 6- bis 13-Jährigen liest gerne oder sehr gerne Bücher. Allerdings: Der Anteil der Buchverweigerer nimmt zu. Das zeigt eine Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest.

KIM-Studie: Liebste Freizeitaktiviäten

KIM-Studie: Liebste Freizeitaktiviäten © Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest

Mediennutzung Buch bei Kindern

Mediennutzung Buch bei Kindern © Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest

Für die Studie wurden 1 200 Kinder und deren Haupterzieher im Frühsommer 2008 zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Demnach lesen 51 Prozent der 6- bis 13-Jährigen sehr gerne oder gerne Bücher. Der Wert hat sich im Vergleich zu 2006 sogar um 2 Prozent erhöht. 15 Prozent der befragten Kinder lesen jeden oder fast jeden Tag, 37 Prozent mindestens einmal in der Woche. Im Vergleich zu anderen Medien liegt das Buch jedoch weit hinter Fernsehen (73 Prozent täglich). Auch Computer (23 Prozent) und CD-Hören (23 Prozent) steht höher in der Gunst. Der Anteil der Kindern, die gar nicht lesen, nimmt zu: Er liegt bei 17 Prozent, mit deutlich steigender Tendenz im Verlauf der letzten Jahre (2006: 14 Prozent, 2005: 7 Prozent). 44 Prozent der Jungen und 30 Prozent der Mädchen lesen regelmäßig Comics und jedes zweite Kind sucht zumindest selten eine Bücherei auf. Beim Lesen unterscheiden sich Jungen und Mädchen sehr deutlich. Während zwei Drittel der Mädchen gerne oder sehr gerne lesen, gilt dies für gerade einmal 38 Prozent der Jungen. Entsprechend ist der Anteil der Nichtleser bei den Jungen mit 21 Prozent deutlich höher als bei den Mädchen (11 Prozent). Harry Potter weiterhin Favorit Knapp die Hälfte der Kinder las zum Zeitpunkt der Befragung gerade ein Buch, die meisten Nennungen entfielen hierbei auf eine Ausgabe der "Harry-Potter"-Serie. Jedes zehnte Kind, das gerade ein Buch las, schmökerte in einem Tierbuch. Weitere Nennungen entfielen auf die Buchreihen „Die drei Fragezeichen“ und "Die Wilden Kerle". Weiter werden Kinderklassiker wie "Pippi Langstrumpf" oder Bücher der "Eragon"-Reihe genannt. Auffällig ist, dass die meisten der derzeit gelesenen Bücher verfilmt wurden bzw. in verschiedenen Medien vermarktet werden. "Trotz multimedialer Umsetzung und crossmedialer Nutzung der Stoffe in Form von Kino- oder Fernsehfilmen oder Computerspielen behauptet sich auch der traditionelle Zugang über das Buch", heißt es in der Studie. Die Studienreihe KIM (Kinder und Medien, Computer und Internet) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1999 durchführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der 6- bis 13-Jährigen in Deutschland ab. Die vollständige Studie ist auf der Website des Forschungsverbands abrufbar.

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