Weltbild-Verkauf vorerst abgeblasen

Es war offenbar eine schwere Geburt: Neun Monate haben die Gesellschafter der Weltbild-Gruppe nach einem Käufer gesucht – jetzt stoppen sie das Großprojekt.

© Weltbild

Wie Klaus Donaubauer, Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens, vor wenigen Minuten der Presse mitteilen ließ, seien die Pläne der Gesellschafter für einen Verkauf der Verlagsgruppe Weltbild vorerst auf Eis gelegt. »Vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise ist eine Veränderung der Gesellschafterstruktur zu angemessenen Bedingungen derzeit nicht realistisch«, so Donaubauer. »Den Gesellschaftern ist daran gelegen, dass sich das Unternehmen mit ganzer Kraft auf seine wirtschaftliche Stärkung konzentrieren kann.«

Was das heißt, haben die vergangenen Wochen und Monate gezeigt – zuletzt der Verkauf der BOL-Anteile (noch unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden). 

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7 Kommentar/e

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  • saguenay

    saguenay

    Das ist nicht weiter verwunderlich, eine Überraschung wäre es eher gewesen, wenn sich für das "Objekt" innerhalb dieser Zeit wirklich ein Käufer gefunden hätte. Denn neben den finanziellen Implikationen die ein Unternehmenskauf dieser Grössenordnung beinhaltet, stellt sich auch die Frage der strukturellen Neuorientierung. Und bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, dass im M&A Bereich ca. 2/3 aller Transaktionen mit einem Misserfolg enden.

    Selbst wenn man diese Zahlen relativiert, bleibt natürlich noch ein nicht unerhebliches Restrisiko bei einem entsprechend hohen finanziellen Transaktionsvolumen übrig. Und die eigentliche Arbeit beginnt ja erst nach dem Kauf. Schwer vorstellbar, dass welcher Käufer auch immer, ein Unternehmen wie Weltbild mit all seinen Verzweigungen und Strukturen 1:1 übernehmen und weiterführen würde. Hier käme also einiges an Umstrukturierungen auf die Beteiligten zu, nebst den damit verbundenen Unsicherheiten, ob diese auch wirklich zum Erfolg führen.

    Das alles ist aber mehr oder weniger einfache betriebswirtschaftliche Feldarbeit (d.h. nichts wirklich Unvorhersehbares). Weitaus interessanter finde ich persönlich die Frage, weshalb Mutter Kirche sich zuerst einen Buchkonzern basteln lässt, um ihn dann, wenn er anfängt, richtig gut zu laufen, plötzlich wie eine schweinchenfarbene Krawatte, die man zu Weihnachten geschenkt bekommen hat, wieder loswerden zu wollen. Herrscht in den Kassen des HERRN wirklich derart Ebbe?

  • Hans

    Hans

    Ähnlich wie beim Trainerwechsel, kurz vor der Trennung/Verkauf kommt der Schulterschluß und das große NEIN zur Veränderung.
    Schauen wir mal was im Sommer kommt!

    Ein besorgter Leser

  • Hans

    Hans

    Ein kleiner Zusatz für saguenay:

    Herr Donaubauer sitzt im Aufsichtrat von Weltbild und ist Finanzdirektor der Diözese.
    Der sollte die Gründe kennen. :-)

  • anna

    anna

    seit wann läuft weltbild gut?
    die roten zahlen von weltbildplus und der mailorder-geschichte sind bekannt!

  • saguenay

    saguenay

    @anna

    wenn man es nur mit roten Zahlen bis zur No 2 im Buchhandel schafft, dann Respekt, da stellt sich dann aber die Frage, wie pleite alle anderen eigentlich sind.

    By the way, kumuliert hat ja glaube ich selbst amazon noch eine rote Zahl stehen. Über den Wert des Unternehmens sagt das aber nur bedingt etwas aus. Über die Hintergründe des WB Verkaufs habe ich wenig mitbekommen, von daher finde ich die Überlegungen bez. möglicher Motive recht interessant. Es fällt mir aber schwer zu glauben, dass wirtschaftliche Not des Unternehmens der Beweggrund ist.

  • HANSI

    HANSI

    die fast zwei milliarden umsatz sagen ja nichts über die ausgaben aus.
    schließlich müssen 500 filialen, 2700 mitarbeiter xx-millionen aushilfen und sämtliche beteiligungen an x-unternehmen finanziert werden.

    das weltbild nicht mit dem kath. "weltbild" übereinstimmt, dass ist doch schon lange so.
    bisher hat das unternehmen jedoch noch genügend abgeworfen, sodass dies zweitrangig war...

    ich geh auch davon aus, dass es nicht sooo rosig für die verlagsgruppe aussieht.

  • asd

    asd

    nur dass es halt nicht 500 filialen sind! und die mitarbeiterzahl stimmt auch ganz und gar nicht.
    der verkauf geht weiter, nur dass es eben nicht so gut aussieht, wenn Weltbild ewig zum verkauf steht, sich aber im endeffekt nichts tut. sieht so aus, als würde keine das unternehmen kaufen wollen...

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