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Start des neuen Biographie-Portals am 6. Juli

Goethe, Dürrenmatt und Schubert im Netz. Am 6. Juli startet an der Bayerischen Staatsbibliothek in München das neue Biographie-Portal www.biographie-portal.eu

Dahinter verbirgt sich das von Fachredaktionen betreute digitale Angebot von Neuer Deutscher Biographie (NDB), ihrer Vorgängerin Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), des Österreichischen Biographischen Lexikons 1815–1950 (ÖBL) und des Historischen Lexikons der Schweiz (HLS). Ein gemeinsames Suchformular macht eine übergreifende Trefferanzeige möglich. Aktuell werden insgesamt Informationen zu weit über 100.000 historisch bedeutsamen Personen und Familien angeboten.

Über die Ergebnisanzeige mit Namen, Lebensdaten und Berufsangaben gelangt man direkt zu den frei zugänglichen Artikeln. Zielgruppe sind gleichermaßen Wissenschaftler, Journalisten, Bibliothekare und eine im weitesten Sinne historisch interessierte Öffentlichkeit – und sicherlich auch Antiquare.

Kooperationspartner für das Projekt: Bayerische Staatsbibliothek (Münchener Digitalisierungszentrum), Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (NDB/ADB), Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖBL), Stiftung Historisches Lexikon der Schweiz (HLS).

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3 Kommentar/e

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  • Geert de Kuyper

    Geert de Kuyper

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    bestimmt ist es eine gute Sache, für die drei erwähnten deutschsprachigen Nachschlagewerke ein übersichtliches Register zu machen, das dann im Internet frei zugänglich wird und auch die gefundenen Artikel digital anzeigt.

    Ich möchte aber kritisch sagen, dass viele nicht so bekannte Personen gar nicht in diesen drei großen Encyclopädien stehen, sondern oft versteckt in kleinen biographischen Werken sind, und auch, dass für viele Fälle die Recherche auf weitere Länder sich ausweiten muß. Wenn Sie einmal versuchen, den im deutschen Wesel geborenen Erfinder des Fernrohrs Hans Lippershey zu suchen, werden Sie auch in der ADB etwas finden (unter dem Registernamen „Lippersheim“), aber vielleicht in den niederländischen biographischen Werken mehr oder vielleicht auch in Poggendorfs Lexikon. Wenn Sie nach einem verrückten französischen Adeligen suchen, der durch Europa gewandelt ist und zum Ende in Croatien Landmediziner war und gegen die Revolution geschrieben hat, werden Sie ganz international sein in Ihrer Suche und nur Erfolg haben mit kleinen biographischen Spezialwerken. So ist es mir gegangen.

    Dafür gibt es ja das sehr gut digitalisierte WBIS (World Biographical Informations System, auch manchmal als WBI, World Biographical Index, tituliert), das umfasst alle aktuellen nationalen Biographischen Indices, so wie man sie auch in Bibliotheken auf Mikrofiche benutzten kann. Das ist ein Geschenk vom lieben Gott und dem Verlag K.G. Saur für die Suche nach seltenen Namen und Personen. Aber es ist vom Heimcomputer aus nur frei geschaltet für Mitarbeiter von Universitäten oder großen Institutionen. Wenn man als normaler privater Mensch es benutzen will, muß man in die Bibliothek gehen und dort einen Ausweis beantragen. Es wäre doch vielleicht eine ganz gute Idee, dieses Informations System weiter zu erschließen und für alle mit einem guten Register zugänglich zu machen? Denn es reicht weit über die ADB und die großen deutschsprachigen Biographien hinaus, die doch begrenzt sind.

    Und es erscheint ja noch ein weiteres großes biographisches Encyclopädieprojekt, das aber nur bis zum Buchstaben „L“ fertig ist, soweit ich weiß. Das ist der „Index bio-bibliographicus notorum hominum“. Der ist manchmal ganz große Klasse. Aber es ist wieder ein paralleles Unternehmen zusätzlich. Es ist doch vielleicht besser, sich bei der Erschließung der biographischen Quellenwerke ein bisschen zu konzentrieren, oder meinen Sie nicht? Sonst muß man doch alles wieder einzeln mit der Hand machen.

    Freundliche Grüsse Ihr Geert de Kuyper

  • H. Erlemann

    H. Erlemann

    Sehr geehrter Herr de Kuyper,

    Sie sprechen mir aus dem Herzen. Forschung wird behindert durch ein chaotisches Gehabe von eigenbrödlerischem Institutionen, die bekanntes großkotzig als Innovation ankündigen. Welche Zeitverschwendung.

    Die übergreifende Organisation des unzweifelhaft wichtigen Projektes fehlt. Hat leider auch mit der förderalistischen Struktur des Staates zu tun.

    Schade!?

  • René Mettke

    René Mettke

    Bei der Pressemeldung hat sich das Biographie-Portal ziemlich aus dem Fenster gelehnt. Wenn ich im Zusammenhang mit der ADB lese, dass es sich um fundierte, wissenschaftliche Artikel handelt, dann möchte ich brechen. Natürlich enthält die ADB wirklich gute Artikel, aber ein nicht unbeachtlicher Teil ist sehr einseitig, stark wertend (vom totalen Verriss bis zu wahren Lobeshymnen ist das Spektrum gut abgedeckt) oder einfach (aufgrund ihres Altes) nicht mehr zeitgemäß.

    "Die bisherigen Angebote im Netz zu Biografien hielten einer wissenschaftlichen Prüfung oft nicht Stand, sagte Christine Gruber vom Österreichischen Biographischen Lexikon (ÖBL)."

    Wer mit solcherlei Argumenten sich gegen Wikipedia und Co. aufstellt, sollte dies nicht mit der ADB machen.

    Die angestrebte Nichtänderbarkeit hat man auch leicht realisiert: Es werden nur gescannte Seiten, nicht jedoch computerlesbarer Text ausgegeben.

    Fazit: Viel Wind um Nichts.

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