Stellenabbau bei der DBH

Hugendubel und Buch Habel: Betriebsräte fordern weitere Fakten

In die Verhandlungen zwischen den Betriebsräten und der Geschäftsleitung kommt zwar Bewegung, Details zum Stellenabbau bei den DBH-Töchtern Hugendubel und Buch Habel stehen aber offenbar immer noch nicht fest. Nächste Woche sollen die Gespräche weitergehen.

Wie Uwe Kramm, Gesamtbetriebsratschef bei Hugendubel, boersenblatt.net auf Anfrage sagte, könne über einen Interessenausgleich vermutlich erst Ende Juli verhandelt werden. „Die Unterlagen zur wirtschaftlichen Situation, die uns die Geschäftsleitung mittlerweile zur Verfügung gestellt haben, weisen Lücken auf“, erklärt er. So sei zum Beispiel weiterhin unklar, wie der Geschäftsbetrieb in den Filialen nach dem massiven Stellenabbau überhaupt aufrecht erhalten werden könne.

Kramm zufolge wisse man bislang zudem nichts über die Umsatzentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr – was jedoch eine direkte Folge der Umstrukturierungen beim DBH-Gesellschafter Weltbild sein dürfte. Üblicherweise veröffentlicht die Verlagsgruppe stets im Juli ihre Umsatzdaten aus dem vergangenen Geschäftsjahr (1. Juli bis 30. Juni). Darauf muss die Branche 2009 jedoch ein wenig länger warten. Die Nachricht dazu aus Augsburg: "Angesichts des Umbaus der Verlagsgruppe wie zum Beispiel des Verkaufs der Beteiligung bol.com in den Niederlanden, der Einstellung des Versandhandels Moy Mir in Russland und des Verkaufs des Zeitschriftenbereichs wird der Geschäftsbericht zum abgelaufenen Geschäftsjahr voraussichtlich erst im vierten Quartal vorliegen."

Doch zurück zum Stellenabbau bei Hugendubel und Buch Habel: Nach Angaben von Uwe Kramm soll es in den nächsten Tagen zunächst darum gehen, die größten Informationslücken zu schließen. „Wir Betriebsräte sehen ganz klar noch Nachholbedarf.“ Mit Unterstützung eines Sachverständigen woller von der Geschäftsleitung nun weitere Fakten über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens einfordern – bei zwei Gesprächsterminen in der kommenden Woche.

An diesen Treffen werden auch Vertreter von  Buch Habel teilnehmen, und sie verfolgen derzeit auch eine ähnliche Strategie: Laut Buch Habel-Gesamtbetriebsrätin Edda Walther, die ebenfalls einen Sachverständigen eingeschaltet hat, um die Unterlagen zu prüfen, werde auch sie „gegebenenfalls Informationen nachfordern“.

Das Tauziehen zwischen Betriebsräten und der Hugendubel-Geschäftsleitung, innerhalb der DBH auch für Buch Habel zuständig, wird also aller Voraussicht nach noch eine Weile andauern. Ursprünglich war geplant, bereits Ende Juni die angekündigten 285 Blauen Briefe zu verschicken – 179 an Hugendubel-Mitarbeiter und 106 an Angestellte bei Buch Habel. Befristete Verträge, ist zu hören, laufen zusätzlich aus.

Die DBH-Tochter Weltbild plus ist beim Stellenabbau hingegen schon sehr viel weiter. „Die Umstellung auf das neue, stärker selbstbedienungsortientierte Ladenkonzept ist zum 1. Juli erfolgt“, sagt eine Unternehmenssprecherin gegenüber boersenblatt.net. „In diesem Zusammenhang wurden 322 Stellen abgebaut, derzeit finden in einigen, sehr wenigen Fällen die letzten Gespräche statt.“ Der Schritt, betont sie noch einmal, sei unumgänglich gewesen – nur so könnten „der Systembuchhandel wirtschaftlich erfolgreich geführt und die verbleibenden rund 1.250 Arbeitsplätze dauerhaft gesichert werden.“

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38 Kommentar/e

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  • Nervös

    Nervös

    Ob ich meine eigene Kündigung überhaupt noch erleben werde?
    Scheinbar geht das nun mehrere Monate so weiter.
    Schon mal dran gedacht, wie sich die Betroffenen fühlen bei diesem HickHack?
    Wie lange soll man mit der Ungewissheit noch leben? Es lebt sich nicht gut mit ihr!

  • tradebashers

    tradebashers

    @ nervös:
    Sei doch froh, wenn die Kündigung erstmal vom Tisch ist! Ich bin auch betroffen, kann aber viel besser damit leben, weil ich weiß, daß wir einen Betriebsrat haben! Hast Du etwa gedacht, Du bleibst in der heutigen Zeit noch 20 Jahre auf Deinem Pöstchen?! Fahr zwei-und dreigleisig, dann bist Du gerüstet für den Fall der Fälle..
    Daß auch die Buchhändler nie aus dem Jammern rauskommen...

  • ....

    ....

    ...man kann es natürlich auch noch so lang hinzögern und hin- und herschieben, bis wir ganz schließen müssen...

  • Eslangt

    Eslangt

    "...weil ich weiß, daß wir einen Betriebsrat haben!" Ach und der rettet Dir dann DEIN Pöstchen, Tradebashers? Was ist denn das bitte für ein Unsinn? Der BR rettet gar nichts.
    Der BR muß sich nicht beeilen - der sitzt sicher auf seinem Stuhl...und kann vielleicht nicht nachvollziehen wie man sich fühlt wenn nichts voran geht, man jetzt nicht weiß, wie und ob man einen Job haben wird, ob man schon nach was neuem suchen soll, ob man bleiben kann....

  • Marginales Interesse

    Marginales Interesse

    Die Mitglieder des Betriebsrates brauchen ja auch nicht weiterhin zu jedem Monatsende gnädig abwarten, was wieder einmal nicht entschieden worden sein mag und ob die angekündigten Blauen Briefe nun eintreffen oder nicht.
    Da es der DBH-Spitze ganz offensichtlich an Konzepten für die neuen beratungsarmen, umsatzstarken Läden und an einer zukunftsweisenden Vision überhaupt gebricht, möchte nun wirklich niemand noch zwanzig Jahre auf irgendwelchen Pöstchen verharren, sondern endlich mal klare Worte hören (und im Zweifelsfalls nicht auf den BR bauen, sondern auf die Rechtsschutzversicherung). Aber da das nicht der Wunsch des BR ist, fahren wir zwei- und dreigleisig, bewerben uns bei der Konkurrenz, melden uns für Hartz IV an und spielen heute Abend Lotto.
    Willkommen in der schönen Welt des tradebashers

  • Arcandor

    Arcandor

    ...@ "Eslangt ": Hat der BR eine Motivation auch nur irgendetwas zu tun oder zu unterlassen, was zum Nachteil seiner Kollegen oder der Belegschaft ist? Wär das für Ihn Nutzenmaximierend? Nur weil man selbst gerechtfertigt nicht beim nächsten Arbeitsplatzabbau der Nächste ist?

    Selbstverständlich kann keine Gewerkschaft, kein BR oder auch Harry Potter Firmen von betriebsbedingten Kündigungen, Rationalisierungsmaßnahmen, oder Selbstverstümmelung abhalten. Aber jeder einzelne Platz der sich durch eine Analyse der faktisch gegebenen wirtschaftlichen Daten (die auch von Seiten einer Geschäftsleitung gerne übertrieben schlecht dargestellt wird) retten lässt ist es wert... weil es am Ende dann vielleicht doch der Eigene ist.

    Und es bliebe noch die Frage offen wieso die Geschäftsleitung auf einmal Zeit hat unvollständige Unterlagen zu verteilen, so dass sich die ganze Geschichte noch weiter hinauszögert. Schließlich kostet das bares Geld. Und das ist angeblich nicht vorhanden.

    Was umso erstaunlicher ist, wenn man beachtet, dass das stationäre Sortiment beim Umsatz kumuliert nur 1 % Minus zum Vorjahr hinnehmen musste, wo es doch 2007 sogar noch ein kleines Plus gab. Rechnet man nun noch mit ein, dass die DBH seit 1 - 2 Jahren ein strategisches Kostenoptimierungskonzept fährt, dann verwundert es natürlich, dass von gut 1000 Hugendubel Mtarbeiter 179 gehen sollen,... aber was verwundert schon nicht?

  • Buchwatz

    Buchwatz

    betrachtet man das verhalten der geschäftsführung ist die bereitstellung unvollständiger unterlagen für den betriebsrat unverständlich. der gl ist doch wohl daran gelegen, den personalabbau schnellstmöglich voranzubringen. dies zeigt sich auch daran, das die kündigungen bereits ende juni ausgesprochen werden sollten. jede weitere verzögerung seitens der gl spielt dem betriebsrat aus sicht ebendieser gl nur in die hände. zudem sollte die gl im 21. Jh. den gutsherrenstil eigentlich abgelegt haben (weil obsolet) und das "einfache volk" ernst nehmen. ausserdem dürfte es in der zwischenzeit doch einige mitarbeiter geben, die das unternhemen verlassen möchten und die sich nun in ihren abfindungsverhandlungen ausgebremst sehen.

  • tradebashers

    tradebashers

    @ Arcandor
    endlich mal jemand, der mich versteht...
    außerdem zeugt es nur von einer eigenen, reichlich egoistischen Einstellung, wenn jedem Betriebsrat per se unterstellt wird, nur die eigene Haut retten zu wollen...
    Buchhändler, zeigt Euch endlich einmal solidarisch!
    Die Sache kann sich immer noch anders entwickeln...

  • Marginales Interesse

    Marginales Interesse

    @ tradebashers
    "Buchhändler zeigt Euch endlich mal solidarisch"
    Sind wir wieder in der SBZ?
    Natürlich steht am Ende ein ganz persönliches, vorrangig egoistisches Interesse im Vordergrund, den eigenen Job sicher zu wissen oder eine möglichst schmerzstillende Abfindung zu bekommen. Ich unterstellte nicht per se allen BR-Mitgliedern, nur die eigene Haut retten zu wollen. Aber dadurch, dass sie ihre eigene Haut bereits gerettet wissen, lässt es sich leichter über die Schicksale anderer verhandeln. Und natürlich auch die eigene selbstempfundene Wichtigkeit zementieren.

  • franz josef

    franz josef

    @marginales interesse, @eslangt
    jeder Tag den die Verhandlungen zwischen BR und GL länger bedeutet ein Tag später arbeitslos zu werden. Bei einer 3 Monatigen Kündigungsfrist zum Quartalsende (Bayerntarif nach 5 Jahren Beschäftigung) etwa bedeutet das das es der BR jetzt geschafft hat, das einige nicht schon wie von der GL vorgesehen zum 30.09. arbeitslos werden, sondern frühstens zum 31.12. Also ich finde das macht schon einen entscheidenden Unterschied
    Wer mal über den Hugendubel- Habel -Tellerrand hinaus einen ernsthaften Blick auf den Arbeitsmarkt wirft, dem ist bezahlte Unsicherheit angenehmer als die sichere Arbeitslosigkeit. Deshalb wünsche ich im Intresse der MitarbeiterInnen den Betriebsräten von Habel und Hugendubel möglichst lange Verhandlungen.

  • schwabenland-wurm

    schwabenland-wurm

    Wer die Unsicherheit, ob und wann er gekündigt wird, nicht aushalten kann oder will, sollte sich jetzt - aus ungekündigter Stellung- auf dem Arbeitsmarkt umtun. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Da gibt es Betriebsräte, die sich schon seit Jahren für die Interessen der Kollegen einsetzen und jetzt dafür gesorgt haben, dass Ihr Ende Juni noch nicht auf der Strasse gesessen habt.
    Ich habe Habel rechtzeitig verlassen können und in einen anderen Beruf gewechselt. Aber ich habe dem Betrieb 19 Jahre angehört und da ist es mir nicht egal, was da nun passiert. Ich habe auch noch immer Kontakt zu den Kollegen. Was sich hier in den Kommentaren an Unwissenheit - um nicht zu sagen Boshaftigkeit - findet, ist schon hanebüchen. Mir kam in diesem Zusammenhang schon der Gedanke, dass der eine oder andere sich auf der Seite der GL sieht, wenn man so dem Betriebsrat in den Rücken fällt. Zugegeben die Betriebsräte müssen sich nicht unbedingt Sorgen machen um ihren Job. Aber das heißt nicht, dass ihnen egal ist, was mit dem Rest passiert. Diejenigen, die sich da jetzt so mokieren, sollten sich vielleicht mal überlegen, dass jeder Monat, den sie länger bleiben können (und sich dabei ja trotzdem nach einem neuen Job umsehen können), für sie ein weiterer Monat mit vollen Bezügen ist. Da kann man zur Not ein "bißchen" Ungewissheit doch aushalten. Gäbe es den Betriebsrat nicht, wären sie nämlich vorzeitig und möglicherweise ohne Abfindung schon längst rausgeflogen. Das sollte man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen.

  • ...

    ...

    @schwabenland-wurm:
    So kann auch nur jemand schreiben, der davon nicht mehr direkt betroffen ist.

  • kleines

    kleines

    ...naja es gibt ja auch viele Verträge, die einfach so auslaufen...und um die tut's mir auch leid, denn schlechtere Angestellte sind die auch nicht.

  • schwabenland-wurm

    schwabenland-wurm

    Hallo, lieber anonymer Kommentator!
    Mit diesem profunden Kommentar hast Du Dich nur selbst disqualifiziert. Nur weil ich nicht mehr dabei bin, ist mir nicht das Urteilsvermögen verloren gegangen. Ich kann auch nicht Geige spielen und trotzdem beurteilen, ob jemand falsch spielt.
    Ich denke, Du solltest Dich mal wirklich umfassend informieren und zwar zum einen über die Rechte und Pflichten eines Betriebsrates und zum anderen über Deinen Nutzen dieser Institution. Oder bellt da ein getroffener Hund, von wegen Fraternisierung mit der GL?

  • eslangt

    eslangt

    Du würdest aber nicht beurteilen können, wie der Geigenspieler sich dabei fühlt, oder wie es sich anfühlt, Geige zu spielen.

    Aber diese Diskussion hier führt ja doch zu nichts. Die GL macht, was sie will, der BR wird tun, was er will - und wir letztendlich auch.

  • Was soll das?

    Was soll das?

    Wer seine Entlassung nicht erwarten kann oder will, der kann ja selbst kündigen - "Selbstmord" aus Angst vor dem "Tod". Alle anderen Beschäftigten von Buch Habel und Hugendubel werden sich über jeden Monat freuen, in dem sie einen Anspruch auf Gehalt haben und nicht in Erwerbslosigkeit und dann in Hartz IV rutschen. Ohne Betriebsräte ginge das natürlich viel schneller und vor allem billiger für die Hugendubel-Connection.

  • Nervös

    Nervös

    Was muss man denn so verbrochen haben, um der "Fraternisierung mit der GL" bezichtigt zu werden?
    Langt es da schon, normal jeden Tag zur Arbeit zu gehen und bislang gerne gearbeitet zu haben oder gehört da noch mehr dazu?
    Mann, Mann.....

  • Marginales Interesse

    Marginales Interesse

    @ schwabenland-wurm
    "Pflichten des Betriebsrats"
    guter Einwand!! Vielleicht mal eine kurze Zusammenfassung dieser Pflichten verfassen und einigen dieser BR-Mitglieder unters Kopfkissen legen! Wobei, einmal gewählt, sind deren Mitglieder schließlich nicht mehr abwählbar, dann ist es eigentlich auch egal. Vergessen Sie's

  • Nix wie weg

    Nix wie weg

    @franz josef, woher weißt du denn eigentlich jetzt schon, dass die Kündigungen bei 3monatiger Frist zum 31.12. ausgesprochen werden - also erst am 30. September????
    Und nicht am 31. August z.B.?
    Scheinbar weiß da jemand mehr....als wir.

  • HUG

    HUG

    Kündigungsfrist: 6 Wochen zum Quartalsende!
    d.h die nächste Welle kommt zum 30. September.
    Ich bin froh, um jeden Tag, den der BR hinauszögern kann. Ich lebe lieber mit einer Ungewissheit, anstatt mich auf dem Arbeitsamt zu melden. Meine Unterstützung hat der BR sicher!
    Schließlich ist es nicht der BR, der mich entlässt sondern die GL!!
    Und so wie ich das verfolgt habe, sind die Umsätze nicht so schlecht, wie es von der GL immer dargestellt wird. Dieser Zeitpunkt wird von der GL klug genutzt, um sich von Mitarbeitern zu trennen. Wirtschaftskrise usw. kommt da wirklich gerade günstig!!
    Bei manchen Kommentaren hier, kann ich nur ungläubig den Kopf schütteln. Der Mensch scheint wirklich ein egoistisches Wesen zu haben u. sich nicht um andere zu kümmern. Bin darüber echt erschüttert.

  • tom

    tom

    Bei der Diskussion muss man wirklich den EIndruck bekommen, als wäre der BR der Gegner, der die Entlassungen betreibt. Wer wirklich denkt, das ein Betriebsrat nicht seine Pflicht erfüllt, und Pflicht heißt, die Interessen der Beschäftigten zu vertreten, kann ja eine Abberufung einzelner oder des ganzen Gremiums beantragen. Allerdings braucht er mindestens ein Viertel aller Wahlberechtigten (die GL zählt nicht dazu - die würde sich aber sehr freuen!).

    Ich glaube, die meisten Betriebsräte haben sich die ganze Zeit den A... aufgerissen für Euch und verdienen Unterstützung. Und wenn man andere Interessen hat, soll man das dem BR sagen.

  • franz josef

    franz josef

    @ nix wie weg
    Kündigungsfristen lt. Manteltarifvertrag der Verlage und Buchhandlungen in Bayern immer zum Quartalsende also bei 3-monatiger Kündigungsfrist könnte die Kündigung egal ob am 31.7 oder am 31.8. erst zum 31.12. ausgesprochen werden,

  • nixwieweg

    nixwieweg

    @franz Josef:
    Ah, okay, vielen Dank. Das wusste ich nicht. Ist bei uns auch anders (nicht Bayern).

  • Leander

    Leander

    Schade, dass die Diskussion so ausgeufert ist.

    Ich hoffe, der BR prüft die Zahlen genau und rettet wa zu retten ist.

    Bin immer noch gespannt, wie die GL mit so wenig Personal ihre Läden bewirtschaften wollen...

  • ...

    ...

    Ausgeufert finde ich es eigentlich nicht.
    Diskussionen werden i.d.R. von Menschen geführt, die verschiedener Auffassung sind.
    Vielleicht nimmt ja der ein oder andere was mit und denkt auch über das nach, was andere geschrieben haben.

  • Marginales Interesse

    Marginales Interesse

    Kein Grund zur Erschütterung. Auch die im Buchhandel Beschäftigten sind nur Menschen, mithin also manchmal sehr egoistisch.
    @ Tom.
    Die Modalitäten zum Austausch von BR-Mitgliedern sind bekannt, aber in der aktuellen Lage faktisch schwer durchsetzbar. Denn kaum jemand, dessen Schicksal in die Hände des BR gelegt wurde (ohne gefragt worden zu sein), wird dem BR am schönen Lack kratzen wollen. Also nimmt die Mehrheit hin, was BR und GL aushandeln - oder auch gerade mal wieder einen Monat lang nicht.
    Das ist eben Demokratie, da ist die Minderheit schon mal unzufrieden.
    Ganz klarer Vorzug einer Diktatur, da sind alle unzufrieden und das ist dann irgendwie wieder gerecht :-)

  • tom

    tom

    ich dachte, wir leben in einer Demokratie - vielleicht nicht immer perfekt, aber wählen (und kandidieren) durften doch alle, oder habe ich da was verpasst???
    Meine Empfehlung für alle Unzufriedenen: Im nächsten Jahr sind Betriebsratswahlen und da können alle, denen die Arbeit der Betriebsräte nicht passt, es selbst in die Hand nehmen (soweit sie nicht in der GL sind) und kandidieren. Demokratie lebt vom Mitmachen - nicht vom Miesmachen!
    Mal sehen, was diejenigen rausholen, die jetzt nur an dem "schönen Lack" kratzen.
    Ich gratuliere jedenfalls den Betriebsräten zu dem Erfolg, die Kündigungen einen oder auch mehrere Monate hinausgeschoben zu haben, Vielleicht wird auch noch die Abfindung etwas höher. Und hoffentlich schauen sie nicht in diese Diskussionsrunde - das würde sie vermutlich sehr entmutigen und von Ihrer Aufgabe abhalten.

  • buchwatz

    buchwatz

    gefahr für die angestellten droht neben arbeitslosigkeit auch von anderer seite. sollte weltbild/hugendubel das (tochter)unternhemen in die insolvenz schicken, nützt der betriebsrat nichts mehr. und abfindungszahlungen dürften dann auch nicht mehr fließen. kürzlich erst bei hertie passiert.

  • Sonja

    Sonja

    Es mag sein dass ich falsch liege, aber rein von der Logik her:
    Ist es nicht so, dass man pleite gehen kann, wenn man mehr Geld ausgiebt, als man hat? ;-)
    Und wenn alles rausgezögert wird, die Gehälter jetzt erstmal weitergezahlt werden, hohe Abfindungen gezahlt werden, aber v.a. erstmal alle MA weiterbeschäftigt werden - ist es dann nicht so, dass die Firma mehr Geld ausgibt, als berechnet/als sie kann?
    Dann geht sie ja noch eher pleite.
    Oder nicht?

  • HUG

    HUG

    Klingt so, als bist Du aus der oberen Etage.
    Abteilungsleitung oder Geschäftsleitung?

    Die Firma wird ja wohl Rücklagen haben. Sonst würden sie wohl kaum Kredite von Banken bekommen oder neue Filialen eröffnen können. Ansonsten könnte man die Manager dort oben ja wirklich vergessen.
    Wir wissen doch gar nicht, wie die Zahlen wirklich sind. Als ob die GL das alles klar offenlegt.

    Ich würde allen empfehlen die Angst haben die Firma geht pleite, zu kündigen bevor sie die Kündigung erhalten. Das spart Zeit und Abfindungen. Damit retten sie bestimmt die Firma und alle Weiterbeschäftigen werden ewig dankbar sein!

  • Sonj

    Sonj

    Meinst Du mich?
    Ich bin Azubi ;-)
    Und werde sicher nicht kündigen, da ich gerne meine Ausbildung beenden möchte. Falls Du das verstehst.

  • ohoh

    ohoh

    Der BR macht hier, was er tun sollte. Die Intressen der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber schützen bzw vertreten. Der Arbeitgeber will kündigen, also sollte es doch für alle Arbeitnehmer von vorrangigem Intresse sein, möglichst viele Arbeitsplätze, womöglich auch seinen eignen zu schützen.
    Nicht zu prüfen ob die Gründe gerechtfertigt sind und denjenigen möglichst hohe Abfindungen zu ermöglichen die ggf entlassen werden ist das was von einem Betriebsrat erwartet werden sollte.
    Und um so länger das ganze hier dauert, um so länger bekommen alle die hier auf den Stühlen hibbeln Geld (dafür gehen wir arbeiten) und kann sich Gedanken für seine Zukunft machen, wenn er/sie meint uU betroffen zu sein.

    So what?

    P.S. und zum Azubi. Man darf nich immer alles glauben was einem so erzählt wird ;-)

  • ohoh

    ohoh

    .. zu prüfen ... sollte es natürlich heißen.

  • erschütterter Leser

    erschütterter Leser

    Mann habt ihr ne Scheibe...

    Lasst den BR machen, Ihr Buchhändler bekommt Geld für jeden Monat den der BR rausholt.
    Viell.werden höhere Abfindungen ausgehandelt.
    Und Ihr habt nix weitern zu tun als hier so einen Stuss zu schreiben.
    Euch müsste man fristlos entlassen.!
    Andere suchen Arbeit , der Markt ist mehr als überschwemmt.Was glaubt Ihr wie es sich anfühlt in den entlosen Reihen vorm Jobcenter zu stehen.

    Wirklich unfassbar was hier einige verzapfen...

    Und dann immer diese Verdächtigungen: "bist wohl in der Führungsriege usw."oder GF...
    willkommen in der REALITÄT

  • Marginales Interesse

    Marginales Interesse

    @ erschütterter Leser

    freie Meinungsäußerung = fristlose Kündigung?
    Ist das Ihre Realität? Das ist ja noch besser, als alle Geschäftsführungen, die ich bisher kennenlernen durfte!

  • Gut so

    Gut so

    Wunderbar, zerfleischt Euch gegenseitig und zerstört jede Art der Solidarität (deren Ausdrcuk auch ein Betriebsrat ist). Beispiel für Vorgehen ohne BR? Weltbild. Erst zeitnah massive Entlassungen (weit mehr als die 322 hier gemeldeten) und jetzt ebenso massiv Einstellung von Minijobbern für die Gefeuerten. Die Abfindungen haben sich in ein paar Monaten armortisiert und alles an der Öffentlichkeit vorbei. Hätte Euch auch so gehen können. Hier verteidigt der BR Euer Recht, Gründe für die Kündigungen zu erfahren bzw. ob es die überhaupt gibt, und nicht grundlos in die Wüste geschickt zu werden.

  • Andrea

    Andrea

    Ich bin relativ entsetzt, was ich hier lese. Als ehemalige Mitarbeiterin eines der betroffenen Unternehmens hätte ich von meinen ehemaligen Kollegen doch eine etwas größere Solidarität erwartet.
    Die GL, die so etwas hier mitliest, reibt sich die Hände über die Grabenkämpfe.
    Reißt euch zusammen und zieht an einem Strang! Unterstützt eure BR, statt ihnen in den Rücken zu fallen und das auch noch in aller Öffentlichkeit!
    Die Situation ist nicht schön, das ist mir klar. Aber mit dem Hickhack hier macht ihr es für keinen besser, nur für die GL einfacher.

  • Vorbei

    Vorbei

    Es ist vorbei. Wie konnte die Mauer fallen? Wenn doch die Menschen viel früher fallen können? Logik und Intellekt. Nehmt das minderwertige und ihr bekommt das angeblich Intelligente...
    Ich bin auch betroffen, aber kein Unternehmen. Ich bin ein Mensch...!!!!!!!!!!!!!!!!

    • ...

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