Börsenverein positioniert sich gegen Internetpiraterie

Digitale Marmelade

"Mein Buch gehört mir!", meint Milena Moser, und Keto von Waberer schreibt: "Aus Früchten vom Baum des Autors sollte niemand digitale Marmelade machen dürfen, ohne dafür zu bezahlen." Die Slogans von zwölf Autoren und Illustratoren blinken seit heute morgen auf der Buchmesse-Agora als ständig wechselnde Baustellenschilder und ziehend die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. Mit der Aktion macht der Börsenverein auf den Umgang mit Internetpiraterie aufmerksam.

Alexander Skipis setzt sich für Urheberrechte ein

Alexander Skipis setzt sich für Urheberrechte ein © Werner Gabriel

"Wissen ungehindert weiterzugeben, den Zugang zur Literatur zu vereinfachen und so Innovationen und Bildung zu fördern sind zentrale Anliegen der deutschen Buchbranche", so Börsenvereins-Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis zum Auftakt der Aktion. "Die deutschen Verlage, Buchhandlungen und Autoren begrüßen ausdrücklich die Chancen der Digitalisierung, aber es darf nicht dazu führen, dass deutsche Verlage durch illegales Kopieren de facto enteignet werden."

Schätzungen zufolge seien 49 Prozent aller Hörbuch-Downloads und 39 Prozent aller E-Book-Downloads illegal, teilt der Verband mit, Raubkopierer richteten erhebliche wirtschaftliche Schäden an. Der Börsenverein setzt auf ein juristisches Modell, bei dem rechtsverletzende Nutzer über ihre Provider zunächst gewarnt werden, dass ihnen rechtliche Konsequenzen drohen, wenn sie im Internet unbefugt mit geschützten Inhalten handeln oder diese von illegalen Websites herunterladen. Erst bei wiederholten Verstößen wird der Nutzer abgemahnt.

Schlagworte:

2 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • leser

    leser

    Die Schätzungen sind falsch. In dem aktuellen "Focus" Ausgabe gibt es einen ganzen Artikel zum Thema. 90% Verfügbarkeit heißt es dort.

  • Franz wanner

    Franz wanner

    die Lösung wird nicht in der Kriminalisierung der Interessierten liegen...
    - einerseits sollen Autoren und Verlage angemessen bezahlt werden
    - andererseits lassen sich immaterielle Werte nicht mietpflichtig wegschließen, das gilt für mathematische Formeln, gute Geschichten und Methoden des Weinanbaus
    - zirkulierte früher ein Buch im Freundeskreis, wird per download jetzt gleichzeitig gelesen
    - Erlebniszugang, Eigentumsrecht und Besitzerstolz stehen dem Grundanliegen von Literatur und Buch entgegen
    - wenn also Urheberleistung entgolten werden soll und gleichzeitig möglichst vielen und allen der "Gebrauch" anempfohlen wird, müssen andere Wege gesucht werden...
    - würde auch eine digitale Leihbibliothek einen Lesesaal brauchen?

    • Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld