Jahrestagung der BücherFrauen

Frauen in der Buchbranche: unterbezahlt, unterrepräsentiert in Führungsebenen und kinderlos

Die Podiumsdiskussion zum Thema "MehrWert. Frauen in der Buchbranche" war der Höhepunkt der Jahrestagung der BücherFrauen, die am Wochenende im Schloss Fürstenried in München stattfand.

v.l.n.r. Sabine Dörrich, Katharina Scholz, Angelika Knopp, Helma Sick, Heike Faller

v.l.n.r. Sabine Dörrich, Katharina Scholz, Angelika Knopp, Helma Sick, Heike Faller © Eva Hehemann

Ausgangspunkt für die Diskussion waren die Ergebnisse der aktuellen Studie, die die Kommunikationswissenschaftlerin Romy Fröhlich im Auftrag der BücherFrauen durchgeführt hat.

Auf dem Podium diskutierten Sabine Dörrich, Inhaberin der Personalagentur für Verlage Sabine Dörrich, Heike Faller Redakteurin des "Zeit" Magazins und Autorin des Buches „Wie ich einmal versuchte, reich zu werden“, Katharina Scholz, ehrenamtliche Nachwuchssprecherin und Mitglied im Ausschuss für Berufsbildung des Börsenvereins und Helma Sick, unabhängige Finanzberaterin, Buchautorin, Brigitte-Kolumnistin und Inhaberin der Firma frau & geld.

Moderatorin Angelika Knop, Journalistin, Gesellschafterin der Partnerschaft fit for crossmedia und Sprecherin des Journalistinnenbundes München startete die Runde mit dem Fazit, das sie aus der Studie gezogen hat: „Frauen in der Buchbranche sind unterbezahlt, unterrepräsentiert in Führungsebenen und kinderlos.“

Das Podium lieferte verschiedene Erklärungsansätze dafür. In jedem Fall müssten sich Frauen mehr für Geld interessieren. Es sei geradezu sträflich und fahrlässig, sich nicht mit Geld zu beschäftigen, stellte Helma Sick klar. Heike Faller hatte sich dies auch lange zu Schulden kommen lassen, bevor sie sie sich ganz eng mit der Finanzwelt auseinander setzte. Als Tipp gab sie dem Publikum mit auf den Weg: „Man muss sich selbst mit dem Thema anfixen. Am Ende ist es besser, zu spekulieren, als sich gar nicht mit Thema zu beschäftigen.“

Die Buchbranche habe eine hohe Ausstrahlung, betonte Sabine Dörrich und benannte damit die Motivation vieler Frauen, in der Branche zu arbeiten. Sie stellte weiter fest: „Frauen denken beim Berufseinstieg nicht strategisch, sondern sind inhaltlich getrieben.“ Das muss sich ändern. Dieser Meinung ist auch Katharina Scholz, die deutlich macht, dass sich beim Antritt einer neuen Arbeitsstelle, nicht nur Position und Aufgabengebiet, sondern natürlich auch das Gehalt verbessern müsse. Die BücherFrauen als Netzwerk unterstützen viele Frauen individuell dabei, diesen Weg zu gehen und Karriere zu machen, zum Beispiel mit einem Mentoring-Programm.

Als die Diskussion mit dem Publikum weitergeführt wird, zeigt sich, dass viele auch die Gesamtsituation verändern möchten. Frauen in Führungspositionen sollen gestärkt werden, um die Situation in Unternehmen mitgestalten zu können. Gegenüber der gesamten Branche möchten die BücherFrauen strategischer und politischer auftreten.

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2 Kommentar/e

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  • Sigrid Strohschneider-Laue

    Sigrid Strohschneider-Laue

    Frauen halten die Buchbranche am Leben. Gingen alle Frauen, die mit der Buchproduktion und dem -vertrieb zu tun haben, in unbefristeten Streik, wären vorerst das letzte Buch produziert und Buchhandlungen geschlossen.
    Die seit Jahrzehnten andauernde Stagnation der Gleichberechtigung tritt in dieser Studie in ganz besonders erschreckender Weise zu Tage und bietet perfekten Anlass, die Diskussion neu zu eröffnen, statt den Feminismus permanent totzusagen.
    siehe dazu auch:
    MehrWert
    http://www.ebensolch.at/blog/archives/681
    Präsentation Frankfurter Buchmesse
    http://www.ebensolch.at/blog/archives/678

  • Frauke Ehlers

    Frauke Ehlers

    Eine weitere Sammlung von links zu Blogbeiträgen findet sich am Ende diese Beitrags auf der BücherFrauen website http://www.buecherfrauen.de/index.php?seite=Starts eite&content=&id=1074

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