Interview

"Literarische Geselligkeit" beim Literaturfest München 2011

Der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Matthias Politycki wird Kurator des Programms forum:autoren im Rahmen des Literaturfests München 2011. boersenblatt.net sprach mit Politycki über seine neue Aufgabe. VON INTERVIEW: ANDREAS TROJAN

Matthias Politycki

Matthias Politycki © Mathias Bothor

Hat es Sie überrascht, dass Sie als neuer Kurator für das „forum : autoren“ innerhalb der Literaturfests München gewonnen wurden?
Matthias Politycki: Im Grunde genommen bin ich schon seit Frühjahr 2009 mit Reinhard Wittmann, dem Leiter des Münchner Literaturhauses, im Gespräch: Nach einer Veranstaltung im Literaturhaus haben wir gemeinsam darüber nachgedacht, wie ein Literaturfestival in München aussehen könnte. So gesehen bin ich eigentlich von Anfang an mit der Sache vertraut gewesen.

Wie wichtig ist ein eigenständiges Festival für eine Verlagsstadt wie München?
Jedes Literaturfestival, wenn es denn eine eigene Handschrift trägt, ist wichtig für eine lebendige Literaturszene. Die Idee, dass jedes Jahr ein anderer Autor als Kurator seine Vorstellungen von Literatur einbringen kann, garantiert meiner Meinung nach für München ein ganz eigenständiges und unverwechselbares Konzept. Denn jeder Kurator wird ja andere Ideen realisieren, andere Autoren einladen und letztlich also auch ganz andere Veranstaltungen auf die Beine stellen wollen, so dass sich die Besucher des Festivals auch jedes Jahr auf etwas Neues freuen können.

Können Sie schon ein wenig verraten, was Sie 2011 als Kurator von „forum : autoren“ machen wollen?

Ich denke, dass ich die deutschsprachige Gegenwartsliteratur in den Mittelpunkt rücken werde. Also: Was machen die einzelnen Autoren, wo liegen ihre Interessen und Themen, gibt es vielleicht sogar so etwas wie eine gemeinsame Poetik. Das alles soll aber nicht nur in Lesungen, sondern begleitend auch in Podiumsdiskussionen und Gesprächen erörtert werden. Übrigens auch in den Münchner Schulen und natürlich auch an der Universität – Literaturwissenschaftler sind für Schriftsteller in der Regel wunderbare Gesprächspartner. In Zeiten eines schnelllebigen Betriebs ist eine engere Verbindung zwischen der Geisteswissenschaft und der Gegenwartsliteratur vielleicht das, was eine nachhaltige, also eben: langsame, lang anhaltende Auseinandersetzung mit Schriftstellern und ihrem Werk überhaupt noch ermöglicht. Nicht zuletzt ist mir etwas wichtig, "was ich literarische Geselligkeit“ nennen möchte. Jeden Abend soll es nach den Veranstaltungen einen „Salon der lebenden Schriftsteller“ geben, einen festen Ort, wo sich die Autoren und die an Literatur interessierten Menschen während des gesamten Literaturfests treffen können. Was gibt es Schöneres, als einen Tag mit hoffentlich spannenden Diskussionen und Lesungen im Gespräch Revue passieren zu lassen?

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