Zahl der Neuerscheinungen steigt

Novitäten ohne Ende

Die Flut ist wieder da. Nach zwei Jahren, nun Ebbe kann man es nicht wirklich nennen, aber immerhin nach zwei Jahren ohne steigende Pegelstände, ist die Zahl der Novitäten wieder in die Höhe gegangen. Eine Entwicklung, die der Branche nicht nur gut tut, schreibt Börsenblatt-Redakteurin Christina Schulte im Kommentar.

Christina Schulte

Christina Schulte © Werner Gabriel

Wer aufgeatmet hat, weil die Verlage die Botschaft, dass mehr Neuerscheinungen wirtschaftlich nicht unbedingt sinnvoll sind, verstanden zu haben schienen, muss nun wieder die Luft anhalten. Jetzt drängen erneut mehr Novitäten in den Handel – und nur wenige von ihnen werden die Aufmerksamkeit finden, die sich die Verlage erhoffen. Die Werbebudgets konzentrieren sich auf immer weniger Titel (Bestseller), die Mehrzahl muss sich auf anderen Wegen Leser verschaffen. Im besten Fall. Im schlechtesten Fall fristen die Bücher ein tristes Dasein in den Lagern der Verlage, Auslieferungen oder der Barsortimente.

Warum nun der Rückfall in alte Verhaltensmuster? Vielleicht deswegen: Die Verlagsumsätze steigen nur geringfügig, mithin gelingt es einem Verlag lediglich durch Verdrängung, weitere Marktanteile, sprich Umsatz, hinzuzugewinnen. Masse statt Klasse, heißt es da schnell.

Die Konsequenzen dieser Publikationsfreude scheinen für die Verlage nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Dabei tangieren sie alle drei Sparten. Gerade arbeitet die Branche mit Hochdruck und ersten bescheidenen Erfolgen daran, die Remissionsquote zu senken – da werden diese Bemühungen konterkariert. Mehr Novitäten heißt auch, dass mehr Bücher einfach so hin und her geschickt werden. Die Einzigen, die das freut: die Logistiker. Immerhin.

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