Schwedischer Verlag sucht Geldgeber – gegen Urlaub

Ruhe in Rugerup

Välkommen: Die Übersetzerin und Verlegerin Margitt Lehbert ist für unkonventionelle Ideen bekannt. Nun will sie ihre Kasse für neue schöne Bücher mit zahlenden Gästen aufstocken – gern aus der Branche. VON NK

Ausblick nach Rugerup

Ausblick nach Rugerup © Nils Kahlefendt

In der südschwedischen Landeinsamkeit des Weilers Rugerup, knapp 50 Kilometer von Kommissar Wallanders Ystad entfernt, verlegt die Übersetzerin Margitt Lehbert seit 2005 renommierte Lyriker. In ihrer Edition Rugerup sind klangvolle Namen erschienen – vom Australier Les Murray, seit Jahren als heißer Literaturnobelpreis-Kandidat gehandelt, über den großen irischen Dichter John Mantague bis zum Immer-noch-Geheimtipp Ulrich Zieger. 

Wer als Ein-Frau-Verlag auf dem schwierigen Lyrik-Markt unterwegs ist, weitab von Berlin, München oder Leipzig, muss unkonventionell arbeiten. Denkwürdig etwa die Lösung, die Lehbert für die Reise ihrer Bücher nach Deutschland austüftelte, als sie in der Startphase der Edition noch ohne Auslieferung war: Um die hohen Kosten für den Buchversand aus Schweden zu sparen, drückte sie dem deutschen Bäcker von der Insel Rügen, der einmal pro Woche seinen Stand in der nahen Kreisstadt Hörby aufschlug, frankierte Bücherpäckchen in die Hand. 

Nun will die umtriebige Verlegerin ihre Kasse für neue schöne Bücher mit zahlenden Gästen aufstocken. Klasse Idee, finden wir, für die man als stressgeplagter Großstädter gern einmal Schleichwerbung machen darf: Schließlich wirkt der Dreiseithof  in Rugerup, nur anderthalb Autostunden von Trelleborg entfernt, wie eine waschechte Astrid-Lindgren-Idylle. Im 1866 erbauten Haus gibt es eine große Bibliothek, aber auch deutsches Fernsehen und – wer’s mag – ein „Spiegel“-Abo. Dank Internet bleibt man mit der Welt verbunden. Zum Hausstand gehören zwei aufgeweckte Kinder, 13 und 11 Jahre alt, sowie die Schäferhündin Laika und zwei Katzen. Zwischen „weltfernlichem Entspannen“ und „klösterlichem Arbeiten“ bietet Lehbert ihren Gästen drei Urlaubs-Varianten an: (1) Das „Ich muss schnell und konzentriert arbeiten“-Arrangement mit Vollpension für alle, die ein Buch oder eine Übersetzung endlich abschließen und zwischenrein entspannen wollen. (2) Die günstigere „WG-Style“-Variante mit Familienanschluss. Und (3) das Modell „Kevin allein zu Haus“, das Lehbert allerdings nur Einsamkeits-Erprobten mit Auto und ohne Hundeallergie anrät. 

Wer neugierig geworden ist, kann sich hier einen ersten Eindruck verschaffen. 

Infos zu Preisen und Kontakt unter: info@rugerup.de

 

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