Books at Berlinale

Networking auf dem roten Teppich

Gute Filme brauchen gute Geschichten. Für Verlage ist die Berlinale deshalb eine perfekte Gelegenheit, um bei Produzenten für ihre Stoffe zu werben – heute, bei "Books at Berlinale". Vier deutsche Romane waren im Rennen. Das Ergebnis? 

"Books at Berlinale" dient  nicht dem Selbstzweck, sondern dem Geschäft – zwischen der Buch- und der Filmbranche. Also zwischen zwei Welten, die sonst eher selten direkt miteinander in Berührung kommen. Im Kalender der Filmproduzenten und Rechtehändlern ist der 14. Februar 2012 deshalb seit Monaten rot angestrichen. Aber nicht Liebesbeweise standen heute auf der Agenda, sondern Bücher: Mehr als 100 Filmproduzenten und Rechtehändler aus der ganzen Welt fanden sich heute zu „Books at Berlinale“ im Berliner Abgeordnetenhaus ein – um neue Filmstoffe zu entdecken.


Vier von zwölf – keine schlechte Quote

Von 81 eingereichten Stoffen hatten es ingesamt zwölf Romane aus Deutschland, Italien, Finnland, Großbritannien, Belgien, Frankreich und der Schweiz in die engere Auswahl geschafft. „Eine mitreißende Story, ein spannender Plot oder ein gut durchdachter Charakter – wenn diese Voraussetzungen stimmen, hat ein Stoff gute Chancen, die Neugier von Produzenten zu wecken“, sagt Britta Friedrich von der Frankfurter Buchmesse. 

Aus Deutschland erfüllten diese Kriterien immerhin vier Romane: "Nackt unter Wölfen" von Bruno Apitz (Aufbau Verlag), "Finsterau" von Andrea Maria Schenkel (Hoffmann und Campe), "Chucks" von Cornelia Travnicek (Random House) – und D. S. Eicks "Der Pott des Grauens" (Rowohlt). Vier von zwölf: Das ist keine schlechte Quote. 

Michael Töteberg: "Ein sehr gutes Ergebnis"

Einer, der "Books at Berlinale" von Anfang an (seit 2006) kennt, ist Michael Töteberg, Leiter der Rowohlt Medienagentur. Und Töteberg spendet Applaus: „Die Veranstaltung heute war sehr gelungen, und ist für uns vor allem als Networking-Event sehr wichtig", meint er. In diesem Jahr seien unterschiedlichste Stoffe präsentiert worden – was den Termin auch so spannend gemacht habe.

Töteberg: "Wir haben Dennis Eicks Ruhrpott-Roman 'Der Pott des Grauens' vorgestellt, eine irrwitzige Genre-Parodie. Schon im Vorfeld, vier Wochen vor dem Termin, haben wir auf unserer Website jede Woche ein Romankapitel veröffentlicht mit dem Hinweis, dass ab heute – das heißt nach Vorstellung – auf der Berlinale über die Filmrechte verhandelt wird. Heute gab es dann vier konkrete Anfragen, das ist ein sehr gutes Ergebnis." In den nächsten Wochen, so Töteberg, würden die Gespräche jetzt fortgeführt.

Stefan Kumrow: "Erste Ideen für Angebote entwickelt"

Ähnlich gut lief es offenbar auch für Stefan Krumow, der für den Aufbau Verlag „Nackt unter Wölfen“ von Bruno Apitz pitchte. Sein Fazit für den Termin heute: „Wir bringen „Unter Wölfen“ im Frühjahr in seiner ursprünglichen Fassung heraus. Das Buch wurde in den 60er Jahren bereits von der DEFA verfilmt, der Stoff ist aber für Produzenten heutzutage immer noch aktuell. Bei Books at Berlinale haben wir mit einer internationalen Produktion erste Ideen für Angebote entwickelt, und wir sind sehr zufrieden mit den Gesprächen.“ 

Thomas Zeipelt: "Die Bandbreite ist beeindruckend." 

Branchenkenner Thomas Zeipelt lobte an der Veranstaltung vor allem drei Dinge: erstens die internationale Ausrichtung, zweitens die Themenvielfalt (Zeipelt: "Die Bandbreite der hier vorgestellten Stoffe ist beeindruckend.") – und drittens das Format an sich (Es ist "mit Pitching und Networking-Gelegenheit sowohl für Produzenten als auch für Verleger und Agenten sehr zielführend.")



„Books at Berlinale“ gibt es bereits seit 2006; organisiert wird die Veranstaltung von der Berlinale und der Frankfurter Buchmesse. Apropos Berlinale: Die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin bringen vom 9. bis 19. Februar 2012 rund 400 Filme auf die Leinwand, 18 davon konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären.

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