Offener Brief der Beschäftigten

Weltbild-Mitarbeiter fordern Jobgarantie

Die Verlagsgruppe Weltbild soll samt Filialen verkauft werden, haben die deutschen Bischöfe entschieden. Jetzt gehen die Mitarbeiter mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit und fordern einen Zukunftstarifvertrag, der ihnen für vier Jahre die Arbeitsplätze garantiert.

Weltbild: Bald eine Stiftung?

Weltbild: Bald eine Stiftung? © Verlagsgruppe Weltbild GmbH

"Wir respektieren Ihren Beschluss, Weltbild zu verkaufen", heißt es in einem offenen Brief der Beschäftigten an die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, die vom 27. Februar bis zum 1. März in Regensburg tagt. Aber sie hätten Angst um ihre Arbeitsplätze, Angst um die Sicherheit unserer Familien und Angst um die Arbeitsbedingungen. Deshalb würden sie seit fast drei Monaten um einen Zukunftstarifvertrag verhandeln. 2.300 Mitarbeiter haben unterzeichnet.

"In vielen Punkten sind wir uns mit Ihrem Beauftragten, Herrn Carel Halff, schon einig", schreiben die Beschäftigten: So würde der Standort Augsburg erhalten bleiben, genauso würden die Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen weiter gelten. Auch die Übernahme der Auszubildenden sei gesichert.

"Bei dem wichtigsten Punkt - Beschäftigungssicherung - kommen wir dagegen gar nicht weiter", heißt es in dem Schreiben weiter. Die Geschäftsführung wolle sich angesichts schwieriger Marktbedingungen alle
Wege offen halten und nicht auf die Möglichkeit betriebsbedingter Kündigungen verzichten. "Das mag man aus unternehmerischer Sicht verstehen; die Menschen im Betrieb verstehen es nicht", finden die Beschäftigten.

Die Mitarbeiter hätten aus einem kleinen Zeitschriftenverlag den Marktführer im deutschen Buchhandel gemacht und seien sich sicher, dass die Eigentümer einen Käufer finden könnten, der ihnen für vier Jahre die Arbeitsplätze garantiere. "Bitte unterstützen Sie unser Anliegen und machen Sie Ihren Einfluss gegenüber  dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung geltend", lautet ihre Forderung.

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8 Kommentar/e

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  • Hugendubel-Mitarbeiterin

    Hugendubel-Mitarbeiterin

    Vgl. auch die heutige Postkartenaktion der Hugendubel-Belegschaft!

    http://www.hugendubel-verdi.de

  • Lester Bangs

    Lester Bangs

    Mein Job in meiner jetzigen Buchhandlung wackelt ebenfalls seit Jahren.

    Ich hätte auch gerne eine Jobgarantie - von einem potentiellen Käufer, von der Bundeskanzlerin, vom Christkind und vom Heiligen Geist.

    Ist das jetzt ein Wunschkonzert? Wo sind wir eigentlich? Leute, das ist freie Marktwirtschaft!

  • wettbewerber

    wettbewerber

    Ich lach mich weg! JOBGARANTIE ... und wozu auch, ihr kommt doch alle in den Himmel ....wenigstens die Garantie sollte doch gelten

  • Garantie zurück

    Garantie zurück

    Die Forderung einer "Jobgarantie" seitens der Mitarbeiter ist reichlich naiv. In einer Zeit, die von Unsicherheit, Kurzfristigkeit und schnellen Wechseln geprägt ist, kann man keine Jobgarnatie mehr erwarten. Wir leben nicht mehr in den 80igern. Nebenbei: Ein Zukunftsvertrag, der 4 Jahre(!) die Jobs sichern soll??? Und was ist nach den 4 Jahren? Kommen dann die nächsten 4 Jahre?

  • Selber schuld

    Selber schuld

    Warum regt ihr Euch so auf?
    Wenn die Weltbild-Belegschaft und Betriebsrat so stark gewerkschaftlich organisiert ist, dass sie den kirchlichen Eigentümern das für vier Jahre abtrotzen kann, warum nicht?

  • Andreas Foth

    Andreas Foth

    @ 2,3 und 4

    Na wen wenn nicht die Bischöfe, die am Sonntag wohlfeil gegen den Kapitalismus predigen, soll man da mal beim Wort nehmen?

    Wie wirbt die Verlagsgruppe:

    "Der Erzbischof von München und Freising Reinhard Marx sucht nach Antworten auf diese drängenden Fragen und entwirft eine Vision sozialer Gerechtigkeit für die Welt von heute. Seine Analyse: Nie triumphierte das Kapital schamloser als heute, die Armen werden ärmer und die Reichen immer reicher. Um dem einen Riegel vorzuschieben, fordert Marx (...) appelliert an jeden Einzelnen, sich wieder mehr für die Gemeinschaft einzusetzen, denn »ein Kapitalismus ohne Menschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit hat keine Moral und auch keine Zukunft«.

    http://www.osiander.de/details.cfm?isbn=9783426783 603&source=LBR

  • Ein Weltbild

    Ein Weltbild

    Warum werden wir Weltbildmitarbeiter so oft belächelt ?
    Sind wir nicht in der gleichen Situation wie Thalia, Opel,
    Karstadt, usw........
    Auch wir sind Menschen.

  • wettbewerber

    wettbewerber

    @7 echt jetzt??? :) auch Menschen ...hm.... na dann ....

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