Konditionenstreit

Kraftprobe: Amazon listet Independent-Titel aus

Der Onlineriese Amazon hat alle Titel der IPG-Verlage (Independent Publishers Group) aus seinem Kindle-Store entfernt. Nun hat der US-Kinderbuchverlag EDC (Educational Development Corporation) bekannt gegeben, dass er generell keine Bücher mehr über Amazon vertreiben will. Update: Nun hat der Verband der Fantasy- und Sci-Fi-Schriftsteller alle Links auf den Amazon gelöscht.

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In den USA streiten Verleger und Amazon weiter über angemessene Konditionen. Der Onlinehändler hat den Vertrag mit den unabhängigen Verlegern nun auslaufen lassen. Weil diese einem neuen Rabattierungssystem nicht zustimmen wollten, das eine höhere Marge für Amazon vorsieht, hat Amazon sämtliche IPG-Titel aus seinem Kindle-Store entfernt.

Das Branchenmagazin "Publishers Weekly" zitierte IPG-Chef Mark Suchomel gestern, es sei "offensichtlich, dass die Verleger nicht länger den Bedingungen der zunehmenden Reduzierung ohnehin geringer Margen zustimmen könnten." Gegenüber "PW" machte Suchomel aber auch deutlich, dass die Tür für Verhandlungen noch offen sei. Die IPG würde jederzeit die Gespräche wieder aufnehmen. Voraussetzung: Neue Verträge müssten den Vertrieb zu den bisherigen Konditionen als Grundlage haben.

Rückenwind erhält die IPG nun von der Educational Development Corporation, die angekündigte, keine Titel mehr über Amazon oder andere Kanäle verkaufen zu wollen, die zu Amazon führten. EDC erklärte seine Solidarität zur IPG, bereits seit längerem liegt der Verlag wegen der Margen im Clinch mit Amazon.

Mehr als 1.500 Titel seien von diesem Schritt betroffen. 13 Prozent des Jahresumsatzes macht EDC nach eigenen Angaben über Amazon. Zu EDC gehört der Kane/Miller Verlag, der auf Kinderbücher spezialisiert ist. Laut Medienberichten teilte EDC mit, diesen Schritt zu tun, um den lokalen Buchhandel und andere Buchverkaufsstellen zu stärken und kündigte an, man könne auch ohne Amazon existieren.

Update: Auch der amerikanische Verband der Sciene Fiction and Fantasy Writers Schriftsteller (SFWA) mischt sich in den Streit an. Mit sofortiger Wirkung habe man alle Links auf Amazon-Angebote gelöscht oder auf andere Verkaufsstätten umgeleitet, etwa zu indiebound.com, Powell's und Barnes & Noble. Das teilt die SFWA auf ihrer Homepage mit. Mehr als 1.800 Autoren sind in der Vereinigung organisiert. 

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