Weihnachtsgeschäft

Umsatzplus von 1,3 Prozent

Die Umsätze in den letzten Tagen vor Heiligabend haben dem Weihnachtsgeschäft noch einmal einen ordentlichen Schub gegeben: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnten die Buchhändler in der Woche vor dem vierten Advent ein durchschnittliches Umsatzplus von 6,8 Prozent verbuchen, an Heiligabend selbst sogar ein Plus von 16,2 Prozent. Unterm Strich endete das Weihnachtsgeschäft mit einem Plus von 1,3 Prozent.

Die Ergebnisse gehen aus aktuellen Marktdaten hervor, die das Börsenblatt ermittelt hat. Insbesondere kleinere Buchhandlungen konnten in der Woche vor dem vierten Advent Zuwächse verzeichnen: Bei ihnen wurde ein durchschnittliches Umsatzplus 5,6 Prozent ermittelt, an Heiligabend sogar ein Umsatzplus von 13,4 Prozent. Offenbar suchten nach dem vierten Adventswochenende viele Kurzentschlossene in Buchhandlungen nach dem ultimativen Geschenk: "Eigentlich passe ich gar nicht mehr in den Laden, so proppenvoll ist es hier", meinte eine Buchhändlerin scherzhaft, viele Kollegen berichteten unisono: "Hier steppt der Bär, Ausatmen geht nicht."

Allerdings kann der fulminante Endspurt nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Buchhandel in diesem Kalenderjahr sechs Öffnungstage fehlen und auch der Onlinehandel Kunden abgezogen hat. So ergibt sich bei den Buchhandlungen für das gesamte Weihnachtsgeschäft 2012 im Durchschnitt nur ein kleines Umsatzplus von 1,3 Prozent.

Vor allem regionale Literatur war als Geschenk beliebt und verkaufte sich überdurchschnittlich gut. Bei den Warengruppen waren Belletristik sowie Kinder- und Jugendbücher am stärksten gefragt. Die Liste der meistverkauften Titel führt in der Belletristik Jonas Jonassons „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ (Carl’s Books) an, der Überraschungserfolg im Weihnachtsgeschäft des vergangenen Jahres, gefolgt vom siebten Band von Gregs Tagebuch (Jeff Kinney: „Dumm gelaufen“, Baumhaus), Nele Neuhaus’ neuestem Krimi "Böser Wolf" (Ullstein) und John Greens berührendem Roman "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (Hanser).  Im Sachbuch lagen Florian Illies’ historisches Panorama „1913“ (S. Fischer) und Manfred Lütz’ „Bluff! Die Fälschung der Welt“ (Droemer) vorn. E-Reader wurden mehr als im vergangenen Jahr verkauft, allerdings in sehr kleinen Mengen. Im Non-Book-Bereich verkauften sich vor allem Kalender und Grußkarten gut, Hörbücher verzeichneten Umsatzrückgänge.
 
Für die Stichprobe hat das Börsenblatt deutschlandweit 50 Buchhandlungen unterschiedlicher Umsatzklassen befragt.

Schlagworte:

2 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Zahlen genau betrachten

    Zahlen genau betrachten

    Der Endspurt war sicher gut; aber hat dies bei vielen zu einem Plus geführt oder steht ein Großteil der Buchhandlungen Ende Dezember 2012 mit einem Minus da? Wenn ich mir die Umfrage betrachte die hier auf der BBL Seite online läuft, habe ich eher den Eindruck, von einem Plus im Weihnachtsgeschäft kann bei vielen nicht die Rede sein.

  • Negativ eingestellt

    Negativ eingestellt

    Vermutlich haben viele Buchhandlungen vor Weihnachten noch die Kurve gekriegt. Allerdings wird 2013 ein sehr schwieriges Jahr für den Buchhandel werden. Die Nachrichten aus der Wirtschaft verheißen bereits jetzt nichts gutes...

    • Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld