Buchmarketing: Präsentation in Leipzig

Vorsicht Buch! Der Vorhang geht auf

Augenzwinkernd und doppelbödig: Die Buchbranche startet zur Leipziger Buchmesse eine breite Kampagne für das Buch und den Buchhandel vor Ort - indem sie vor Büchern warnt. Heute war der Tag der Premiere. Bilder, Infos, Termine und der Link zur Kampagnenwebsite.

Im Mittelpunkt der Kampagne, die von der Hamburger Agentur Zum goldenen Hirschen für den Börsenverein konzipiert worden ist, steht die Kraft, die Bücher entwickeln können - eine Botschaft, die augenzwinkernd verpackt und in den Leitfarben Gelb und Schwarz transportiert wird.

Humorvoll warnt die Kampagne unter dem Motto "Vorsicht Buch!" vor den Erlebniswelten, die zwischen zwei Buchdeckeln stecken. Hier finden Sie Bildergalerien zu den Printmotiven der Kampagne, zu den Werbemitteln und zu einer Fotoaktion mit prominenten Unterstützern.

Die elf Printmotive orientieren sich an den Genres der Buchbranche. Vom Kinder- und Jugendbuch bis hin zum Sach- und Fachbuch, von einem kleinen Jungen, der über 136 Seiten lang Dämonen beschwört, bin hin zu einer älteren Dame, die Casanova auf 422 Seiten verführt. Viele Plakate spielen mit belletristischen Motiven, doch auch für Ratgeber ist Platz: So bekennt ein korrekt gekleideter Herr: "Ich habe Gras angepflanzt. Auf 314 Seiten" - was sich natürlich auf die Lektüre eines Gartenratgebers bezieht.
Auch zwei saisonale Kampagnenmotive für Ostern und Weihnachten wurden entwickelt: So hat etwa der Osterhase falschen Hasen gemacht, ein Kochbuch-Rezept von Seite 94. Und der Weihnachtsmann packt aus - während der Buchhändler den Kunden empfiehlt, was sie einpacken können.
Einige dieser Buchbotschafter dürften den Branchenkollegen bekannt vorkommen: Für die Kampagne sind zum Beispiel die stellvertretende Vorsteherin Viola Taube oder der Paderborner Buchhändler Antonius Linnemann in neue Rollen als Sekretärin und Pfarrer geschlüpft.

Die Kampagne startet auf der Leipziger Buchmesse und wurde heute auf einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt (Laufzeit: drei Jahre, Budget: drei Millionen Euro). Im Juni 2012 hatte sich die Hauptversammlung des Börsenvereins mit breiter Mehrheit für ein bundesweites Buchmarketing ausgesprochen. Den Entwicklungsprozess der Kampagne hat ein ehrenamtlicher Beirat begleitet.

Die Hamburger Agentur Zum Goldenen Hirschen, die das Buchmarketing-Konzept im Auftrag des Börsenvereins entwickelt hat, betreute unter anderem auch die PR-Kampagne "Raubkopierer sind Verbrecher" für die Zukunft Kino Marketing GmbH. Das Deutsche Weininstitut gehört ebenfalls zum Kundenkreis - mit einer Image-Kampagne zum deutschen Wein.

Aufgabe der Buchmarketing-Kampagne ist es, die Aufmerksamkeit für das Buch und den Buchhandel vor Ort zu steigern und somit auch verkaufsfördernd zu wirken. "Bücher sind viel mehr als ein bloßes Konsumgut. Als Kulturgut entführen sie in andere Welten, können Gesellschaften umwälzen und Menschen verändern", so Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, zum Auftakt in Leipzig.

"Unser Ziel ist es, mit dieser charmant-überraschenden Kampagne dies wieder in Erinnerung zu rufen und in Deutschland eine Bewegung für das Buch und den Buchhändler vor Ort zu initiieren. Dabei möchten wir vor allem auch diejenigen ansprechen, die eher selten lesen". Ganz bewusst habe man einen Ansatz gewählt, "der zum Schmunzeln animiert" und die Freude am Lesen in den Vordergrund rückt.

Die Branche ist jetzt zum Mitmachen aufgerufen. "Wir setzen bei der Kampagne nicht nur auf klassisches Marketing, sondern auch auf die Einbindung und aktive Mitarbeit sämtlicher Branchenteilnehmer", erklärt Anne-Mette Noack, Marketingleiterin des Börsenvereins. „Bereits im Vorfeld haben die Buchhandlungen Werbematerialien und ausgewählte Plakate erhalten, so dass die Kampagne ab heute bundesweit sichtbar ist. Dabei waren wir begeistert vom Vertrauen, vom großen Zuspruch."

Knapp 1.500 Verlage und Buchhandlungen haben sich mittlerweile als Partner der Kampagne unter www.boersenverein.de/buchmarketing/ registriert. Wer sich hier anmeldet, wird regelmäßig mit Aktionsideen und Informationen versorgt - und über eine Umkreissuche auch von potenziellen Kunden gefunden. Viele Unternehmen orderten schon im Vorfeld Werbemittel unter www.livendo.de, noch ohne den optischen Auftritt der Kampagne zu kennen. Denn der blieb bis zuletzt Verschluss-Sache, um einen Spannungsbogen aufzubauen und die Neugier der Medien wachzuhalten. Jetzt wird das Geheimnis gelüftet. 

Das Starterpaket, das dem Buchhandel in dieser Woche zugegangen ist und Appetit auf mehr machen soll, enthält zum Beispiel Aufsteller, Lesezeichen, Luftballons und gelb-schwarzes Absperrband. Dem Engagement der Buchhandlungen vor Ort komme beim Erfolg der Kampagne ganz besondere Bedeutung zu, so der Börsenverein. "Daher werden wir im Laufe der nächsten Monate immer wieder Anregungen für Aktionen geben, die bis hin zur aktiven Einbindung unserer Kunden in die Kampagne reichen. Natürlich auch immer mit den passenden Werbemitteln", kündigt Anne-Mette Noack an. Interessenten bietet der Börsenverein Individualisierungsmöglichkeiten für das Werbematerial an.

Leser können die Kampagne „Vorsicht Buch!“ und zahlreiche spannende Aktionen über die Facebook-Präsenz www.facebook.com/vorsichtbuch verfolgen, sich informieren und mit anderen Bücherfans austauschen, an Gewinnspielen teilnehmen und selbst aktiv werden. Zum Beispiel über eine Facebook-App, mit der eigene Kampagnenmotive erstellt werden können. Außerdem wird die Kampagnenwebsite www.vorsichtbuch.de freigeschaltet.

Besonderer Eyecatcher ist die auf der Messe startende Fotoaktion, die danach durch Deutschland tourt: Am Kampagnen-Stand auf der Leipziger Buchmesse sind riesige Buchinstallationen zu sehen, die die Besucher der Leipziger Messe im Wortsinn "fesseln" oder "umhauen" - und damit ein originelles Fotomotiv für das Publikum bieten. Auch prominente Buchliebhaber und Autoren nehmen an der Fotoaktion teil und unterstützen so aktiv das Buchmarketing, darunter Hellmuth Karasek, Christian Berkel, Dora Heldt, Cordula Stratmann, Thomas Rath, Uli Potofski, Paula Lambert, Franz Dinda und Jorge Gonzalez.

Der Buchhandel in Leipzig präsentiert sich bereits zur Buchmesse im "Look & Feel" der Kampagne. Beispielsweise wirbt die Buchhandlung Lehmanns großflächig auf ihren Schaufenstern für das Buchmarketing. Außerdem plant der Börsenverein Aktionen in der Leipziger Fußgängerzone. Auch das Messegelände steht ganz im Zeichen der Kampagne - mit einer schwarz-gelb dekorierten Treppe und einem Publikumsstand in der Glashalle, direkt neben der ZDF-Bühne. Bereits bei der Buchmesse-Eröffnung im Gewandhaus am Mittwochabend wird das Buchmarketing mit seinen Motiven Flagge zeigen. Außerdem laufen Werbespots im Fahrgast-TV der Leipziger Straßenbahnen.

Mehr Bildmaterial und Informationen finden Sie in unseren Bildergalerien hier auf boersenblatt.net, auf der Kampagnenwebsite und in der aktuellen Ausgabe des Börsenblatts, die am Mittwochabend als E-Paper erscheint und am Donnerstag, wie gewohnt, als Printheft.

Hier ein Überblick über alle Kampagnen-Termine in Leipzig:

  • Pressekonferenz: Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis stellt den Medienvertretern die Kampagne rund ums Buchmarketing vor (Mittwoch, 11 Uhr).
  • Branchenfrühstück: Der Börsenverein lädt alle Verlagsvertreter, Unternehmensberater und Vertreter des Zwischenbuchhandels dazu ein, sich über das Buchmarketing zu informieren (Donnerstag, 9 Uhr, Congress Center Leipzig, Mehrzweckfläche 3).
  • PR-Aktion: Blickfang unter dem Motto »Fesselnde Bücher« am Kampagnenstand in der Glashalle (Donnerstag).
  • Präsentation zum Buchmarketing: Fakten und Ideen rund um die Kampagne. Im Anschluss wird gemeinsam gefeiert – bei der Release-Party (Donnerstag, 17 Uhr, Berliner Zimmer, Halle 5).
  • Fachveranstaltung: Informationen und Hintergründe zur Buchmarketing-Kampagne – und zu den Möglichkeiten der Branche, sich zu beteiligen. Mit Alexander Skipis und Klaus Sielker von der Agentur Zum goldenen Hirschen (Freitag, 17 Uhr, Fachforum, Halle 5, Stand C 600).
  • An allen Messetagen kann sich die Branche außerdem am Stand des Börsenvereins über die Kampagne, über Teilnahmemöglichkeiten und Aktionsideen informieren (Halle 5, D 500).

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58 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Patrick Musial

    Patrick Musial

    Erster Eindruck: Klasse!

    Jetzt liegt es an uns allen, daraus etwas zu machen!

  • Caroline

    Caroline

    Das Motiv Sex on the Beach ist Anti-Werbung vom Feinsten.

  • saguenay

    saguenay

    @Caroline

    Ja, da kann ich nur zustimmen. Wobei auch die anderen Motive ein wenig "creepy" wirken. Meine (nicht vorhandenen) Kinder würde ich mit DEN Typen nicht allein in die Bibliothek gehen lassen. Herman Munster ist da eindeutig vertrauenswürdiger.

    Was die Prominenten an Book-Bondage zeigen, ist sicher auch etwas gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen platt. Muss man mögen sowas.

    Nun braucht mich persönlich niemand vom Wert des Buches zu überzeugen. Ob die Kampagne aber in dieser Form geeignet ist, Ungläubige zu konvertieren, wage ich mal zu bezweifeln. Aber vielleicht lässt sich da noch was nachbessern.

  • Buchhändlerin

    Buchhändlerin

    Wer kann mich vom Hauptverband informieren, was der Werbeagentur für diese Plattheiten gezahlt wurde?

  • Caroline

    Caroline

    Gesamtbudget: 1 Million Euro

  • Patrick Musial

    Patrick Musial

    Liebe anonymen BeschwerdeführerInnen,

    der Etat fürs erste Jahr war lange bekannt.
    Und warten Sie's doch erstmal ab. Die Printmotive sind ja nur ein Teil der Kampagne - und wahrscheinlich sogar nicht der entscheidende.

    Es geht, wenn ich den Ansatz richtig verstanden habe, auch nicht darum, mit der Kampagne "Bestandskundenpflege" zu betreiben, sondern in bestimmten Zielgruppen (die im Vorfeld klar definiert wurden) wieder Aufmerksamkeit für das Medium Buch zu erzeugen. Da dürfen die Motive ruhig etwas Erregungspotential haben.

    Und liebe Buchhändlerin (sofern Sie eine sind, bei anonymen Postings ist das ja nicht zu überprüfen): Wir Buchhändler und Buchhändlerinnen können uns wirklich freuen über den Hinweis auf den Buchhandel vor Ort.

    Das hatte ich so deutlich gar nicht erwartet und bin immer noch positiv überrascht.

    "Was tut der Börsenverein eigentlich für den Buchhandel vor Ort?" war ja eine oft gehörte Frage auf den letzten Branchentreffen. Nun passiert etwas. Da sollten wir nicht gleich wieder motzen und meckern, sondern die Vorlage kreativ aufnehmen und schauen, was wir noch an flankierenden Aktionen auf die Beine stellen können.

  • Zielgruppenangehöriger (im Vorfeld definiert)

    Zielgruppenangehöriger (im Vorfeld definiert)

    @ Patrick Musial

    "sondern in bestimmten Zielgruppen (die im Vorfeld klar definiert wurden) wieder Aufmerksamkeit für das Medium Buch zu erzeugen. Da dürfen die Motive ruhig etwas Erregungspotential haben."

    Hm, ich fühle mich von den Motiven nicht besonders erregt.

  • Karin

    Karin

    Hallo, Herr Musial,

    welche klar definierten Zielgruppen sollen das denn sein? Der Osterhase und der Weihnachtsmann? Die bestellen sicher bei Amazon! Und wo soll der Hinweis auf den Buchhandel "vor Ort" sein?

  • PR-Tante

    PR-Tante

    Wahnsinn. Da traut sich der Börsenverein mal was, und was folgt: Meckermeckermecker.
    Ich finde die Kampagne lustig und habe mich sehr über die Poster amüsiert. Aus Sicht einer PR-Tante kann ich nur sagen: Schön gemacht. Zieht Aufmerksamkeit. Und das soll doch mit so einer Kampagne erreicht werden.
    Und ganz ehrlich: Wer glaubt, so etwas besser zu können, hat jederzeit die Möglichkeit, sich in den diversen Arbeitskreisen selbst einzubringen.

  • Ich bin die Zielgruppe

    Ich bin die Zielgruppe

    Liebe PR-Tante, wenn ich mich "in den diversen Arbeitskreisen" einbringe, in welcher Höhe beläuft sich das Honorar? Eine Million? Klasse, bin sofort dabei!

  • PR-Onkel

    PR-Onkel

    ich vermute, dass mit dieser kampagne der buchverkauf im einzelhandel angekurbelt werden sollte. denn das sich eine pr-tante über die poster amüsiert, kann NICHT das ziel einer 1-millionen-aktion sein...

  • PR-Tante

    PR-Tante

    Aber eine PR-Tante kann zumindest beurteilen, wann eine Kampagne gelungen ist, denn sie ist durchaus fähig, sich in die Sicht der Kunden hineinzuversetzen.
    Klar, 1 Million ist wahnsinning viel Geld, aber dafür wird es sicher auch einiges geben. Vielleicht könnte das ja mal jemand vom Börsenverein aufdröseln? Es ist ja nicht so, dass die Million komplett im "Rachen" der Agentur verschwindet...
    Und ich kann mich nur Herrn Musial anschließen: Da passiert mal was - und dann gibt's nur auf die Mütze? Hm.

  • PR-Onkel

    PR-Onkel

    eine pr-tante, die am tag 2 nach start einer kampagne beurteilen kann, dass die kampagne gelungen ist, muss aber eine ganz tolle pr-tante sein. ganz, ganz toll...

  • Großväterchen-PR

    Großväterchen-PR

    @ PR-Onkel

    "eine pr-tante, die am tag 2 nach start einer kampagne beurteilen kann, dass die kampagne gelungen ist, muss aber eine ganz tolle pr-tante sein. ganz, ganz toll... "

    Geht eben nix über Fachexperten :-)

  • Caroline

    Caroline

    Die Idee, für das Buch und den Buchhandel zu werben, ist sehr gut. Die Umsetzung ausgesprochen fragwürdig. Eine der zentralen Fragen: welches Bild vom Lesen/Leser wird hier vermittelt?
    Bei einigen der Motive muss man leider antworten: Leser sind verklemmte, weltfremde Menschen, die ihre Abenteuer nur auf dem Papier erleben, Lesen ist langweilig. Mit einer Kampagne ein negatives Klischee zu festigen - das ist schon die ganz hohe Kunst der Werbung!
    Aufmerksamkeit ist gut und schön, und ohne hohe Aufmerksamkeit ist jede Kampagne sinnlos, aber wenn die erreichte Aufmerksamkeit DAFÜR genutzt wird, kann sie sogar schaden.
    Ganz davon abgesehen darf auch eine Kampagne, die neue Zielgruppen erschließen will, die Bestandskunden nicht verprellen.

  • Leser

    Leser

    @ Karin

    Hinweis zur Buchhandlung vor Ort steht auf dem Plakat!

  • PR-Tante

    PR-Tante

    Wie schade, dass hier jedem, der anderer Meinung ist, sofort das Wort im Mund umgedreht wird - ich hätte mir von diesem Forum irgendwie mehr, hm, Inellektualität gewünscht.
    Ich kann nur sagen: Nein, natürlich kann auch ich nicht beurteilen, ob die Kampagne gut laufen wird. Ich bin kein Hellseher. Ich kann aber durchaus beurteilen, ob eine Kampagne durchdacht und gut gemacht ist. Und ja, das kann ich, nachdem ich sie angesehen habe. Aber: Natürlich spielt auch hier meine persönliche Meinung eine Rolle, denn objektiv betrachten kann so etwas niemand. Und sowohl aus meinem persönlichen Eindruck heraus, als auch aufgrund meiner Ausbildung (ja, auch in der PR durchläuft man so etwas und ist dann, ebenso wie ein Buchhändler, durchaus Experte auf seinem Gebiet) kann ich zum derzeitigen Zeitpunkt sagen: Gefällt mir, hat Witz und ich kann mir gut vorstellen, dass die Kampagne bei der Zielgruppe Aufmerksamkeit erreicht.

  • Caroline

    Caroline

    @ Leser: ja, da gibt es einen Hinweis. Den man offensichtlich leicht übersehen kann oder sofort wieder vergisst. Liegt möglicherweise an der Formulierung. Teils umständlich, teils sagenhaft holprig.

  • Patrick Musial

    Patrick Musial

    @PR-Tante:

    Solange hier keine Registrierung notwendig ist, wird das Niveau der meisten Diskussionen unterirdisch bleiben.

    @an alle Nörgler:
    Die Motive müssen uns nicht gefallen. Sie müssen funktionieren.

    Das ganze wurde von Fachleuten entwickelt, die sich sicher etwas dabei gedacht haben.
    Wir nicht PR-Leute sollten einfach mal abwarten, was alles so passiert und am Ende des Jahres Bilanz ziehen.

    Dann gibt es die Möglichkeit, das Projekt (für das es ja in Berlin 2012 eine breite Mehrheit gab) auch wieder zu stoppen.

    Jetzt rumzunörgeln bringt also auch gar nichts und schadet uns allen.

    Und nochmal: Wer damals in Berlin aufmerksam zugehört hat oder sich auch jetzt noch vernünftig informiert, bevor er seinen Senf dazugibt, wird wissen, dass die Printmotive nur ein Baustein sind.

    Dass die Süddeutsche gestern (am Tag des Kampagnenstarts) auf der Seite 3 einen großen, positiven Artikel über den Buchhandel vor Ort gebracht hat, mag Zufall sein. Vielleicht aber auch nicht;-)

  • gabriele Schink

    gabriele Schink

    Bravo, Herr Musial! Die Kampagne ist gestartet, sie soll dem Buchhandel helfen, sich erfolgreich zu positionieren und ggf neue und evtl. verlorene Kundengruppen erreichen. Bücher als Geschenk z.B. Ist nicht mehr für jeden potentiellen Konsumenten ein erster Gedanke.... in diese Richtung geht die Kampagne und tut genau das, was ein einzelner Buchhändler in der Regel nicht kann: breit aufgestellt drei Jahre lang in den Medien, auf der Strasse und mit vielen Medienpartnern weitflächig aufzutreten. Dem einen gefällt halt Grün, dem anderen Rot, da wird man nie alle Geschmäcker treffen, das ist auch nicht wichtig. Aber Aufmerksamkeit ist wichtig! Und jeder Buchhändler kann nun seinem Geschmack und seiner regionalen Basis folgen und etwas daraus machen, was ihn dann auch selbst in den Fokus rücken kann. das ist doch eine grosse Chance. Die sollte man nixht. Zerreden, sondern nutzen. Ich wünsche allen viel Erfolg! Und fahre nun gerade im gelb-schwarzen Ringelshirt zur Leipziger Messe. Und sage dazu:mein Lieblingsoutfit ist das auch nicht. Aber es macht Spass, sich in ein grosses Thema zu integrieren!

  • Caroline

    Caroline

    @ P. Musial:
    Ja, das in der SZ war hervorragende PR und hat mich sehr gefreut.
    Ja, die Kampagne muss Aufmerksamkeit erzielen und funktionieren. Aufmerksamkeit wird sie sicher bekommen, schon wegen des hohen Werbedrucks.
    Aber was genau bedeutet in diesem Zusammenhang funktionieren? Ich denke doch: mehr Menschen zu Lesern machen. Was dieses Ziel angeht, habe ich Zweifel (s.o.). Das heißt nicht, dass es überhaupt nicht funktionieren wird, aber es hätte wirklich bessere Wege gegeben. Und das erlaube ich mir auch zu sagen.
    Es geht mir dabei selbstverständlich nicht um meine persönlichen Vorlieben, auch da stimme ich Ihnen zu: eine Kampagne, die allen Viellesern und Buchhändlern aus dem Herzen spricht, hätte die Zielgruppe nicht erreicht.
    Was die praktische Seite angeht: Sie haben Recht, man muss die Kröte jetzt schlucken und etwas daraus machen. Chancen sehe ich da vor allem durch die erhöhte Aufmerksamkeit und die PR-Arbeit. Ich wünsche allen viel Erfolg!

  • branchenkenner

    branchenkenner

    Hat sich hier schon mal jemand die Mühe gemacht und geschaut, was für Preise für die Werbemittel aufgerufen werden?

    Gesalzene Preise.

    Da fragt man sich echt, wofür eigentlich vom Börsenverein noch darüber hinaus Mitgliedsbeiträge erhoben werden bzw. was damit veranstaltet wird.

    Da kann man ja gar nicht anders, als den Verdacht zu äußern, dass das Budget für diese Kampagne wohl zu großen Teilen in die Taschen der Lifestyle-Yuppie-Agenturbetreiber und vielleicht noch in Honorare für selbstbeweihräuchernde Marketingstrategen des Börsenvereins geflossen ist.
    Also alles ganz "State of the Art" in Sachen moderner, medialer Geldverbrennung zur geschickt verschleierten Begünstigung einer priviligierten Minderheit. Je ein Dress mehr in der Armani-Sammlung - Mission erfüllt.

    Mal ganz im Ernst, ich wünsche der Kampagne den bestmöglichen Erfolg. Nichts desto trotz sehe hier einfach mal wieder ein Konzept, dass an der Basis komplett vorbeigeht und die echten Bedürfnisse der Mitglieder bzw. Sortimenter unberücksichtigt lässt.

    Toi, toi, toi.

  • Fönfrisur

    Fönfrisur

    @ branchenkenner

    Mir scheint, man sollte lieber eine Lifestyle-Yuppie-Agentur betreiben als eine Buchhandlung. Da bleibt mehr hängen ;-)

  • Susanne Martin

    Susanne Martin

    Heute beim Dekorieren des Sonderwürfels betritt eine Kundin den Laden und sieht mich mit den Absperrbändern auf der Leiter herumturnen. Ihr Kommentar: "Ach, Vorsicht Buch - das ist ja witzig!" Also kann's so falsch nicht sein, oder?

  • Patrick Musial

    Patrick Musial

    Man sollte die Trolle nicht füttern, aber manchmal fällt es schwer, sich eine Antwort zu verkneifen.
    Zumal ja auch "Branchenbeobachter" hier mitlesen und durch Postings wie die des vermeintlichen "branchenkenners" eventuell einen falschen Eindruck bekommen.

    Aber um die Fehlinformation des Unkundigen zu korrigieren:

    Das "Gratis-Aktionspaket", das man bekommt, wenn man sich registriert, enthält schon eine Menge Material.

    Keiner muss also unbedingt etwas kaufen, um die Aktion bei sich im Laden umzusetzen.

  • N.Eckert

    N.Eckert

    wir hätten die Sachen lieber in blau-weiß

  • PR-Tante

    PR-Tante

    Ok, dann mal Butter bei die Fische, @Caroline und @"branchenkenner": Was wären denn "bessere Wege" und was wäre nicht "an der Basis komplett vorbei" und würde "die echten Bedürfnisse der Mitglieder bzw. Sortimenter berücksichtigen"?
    Und ja, auch ich finde es völlig ok zu äußern, wenn einem etwas nicht gefällt. Aber mich würde dann einfach interessieren, was hätte besser gemacht werden können. Was hätten Sie sich gewünscht? Caroline kann das ja wenigstens schlüssig begründen (auch wenn ich anderer Meinung bin, kann ich die Kritik hier zumindest nachvollziehen). Aber "branchenkenner"? Ja, ich weiß, Herr Musial hat recht: Man soll die Trolle nicht füttern, aber vielleicht ja zu einer konstruktiven Kritik herausfordern?

  • Caro

    Caro

    @ PR-Tante:
    - Was wären denn "bessere Wege" und was wäre nicht "an der Basis komplett vorbei" und würde "die echten Bedürfnisse der Mitglieder bzw. Sortimenter berücksichtigen"? -
    Bin der Meinung, dass diese Fragen von denen beantwortet werden sollen, die 1 Million dafür kassieren!

  • Patrick Musial

    Patrick Musial

    @Caro:
    Ich denke, mit der Basis sind die Sortimenter gemeint, richtig?

    Ich weiß nicht, inwieweit Sie mit der Branche zu tun haben, aber ich als Sortimenter bin noch immer im positiven Sinne fassungslos, dass da jetzt eine Kampagne (die heute übrigens wieder positiv in der SZ erwähnt wurde) anrollt, die explizit auf die Buchhandlungen vor Ort verweist.
    Was bitte sollen wir Sortimenter vor Ort und denn noch wünschen von einer Kampagne?

    Es gab und gibt die Möglichkeit, sich einzubringen. Auf den Branchentreffen und auch sonst gibt es immer die Möglichkeit, die Verantwortlichen anzusprechen. Ich habe noch nie das Gefühl gehabt, da abgewimmelt zu werden. Und ich sehe durchaus einige Aktivitäten von Börsenverein und MVB sehr kritisch.

    Bei der Entwicklung der Kampagne gab es zudem eine Art Beirat, in dem auch unabhängige BuchhändlerInnen (und ich nehme an, auch Vertreter aus den anderen Sparten) saßen.
    Ich war nach der Präsentation in Berlin 2012 durchaus skeptisch (und habe auch mich auch bei der Abstimmung enthalten), aber aus meiner Sicht wurde diesmal wirklich alles richtig gemacht:
    - die Mitglieder des Börsenvereins haben abgestimmt über die Aktion (es gab eine große Mehrheit dafür)
    - in Einzelgesprächen wurden die Bedürfnisse und Erwartungen erfragt
    - Mitglieder wurden in die Planung und Umsetzung mit eingezogen
    - externe Fachleute wurden beauftragt
    - jedes Mitglied (das möchte!) erhält ohne weitere Kosten eine Kampagnen-Startpaket
    - es gibt eine Austiegsmöglichkeit nach einem Jahr, wenn sich die Erwartungen nicht erfüllen

    Die ersten Reaktionen der Kunden sind übrigens absolut positiv.
    Also bitte lasst uns die Kampagne nicht reflexartig zerbeißen und zerreißen, bevor sie überhaupt richtig gestartet ist. Schauen wir doch bitte erstmal, wie sich alles entwickelt.



  • Anne v.Bestenbostel

    Anne v.Bestenbostel

    Lieber Patrick, Du hast Nerven wie Stahlseile! Ich freue mich auch, dass es jetzt endlich losgeht und finde, alle Buchhändler, die hier ewig Zeit für Kommentare haben, sollten mal lieber ihren Laden schwarz-gelb machen und sich einen Button anpinnen. Da steht "Vorsicht, Buchhändlerin!" drauf, und nicht "Vorsicht, Meckerziege!"

    Hoffentlich kommen noch ganz viele Berichte über uns!

  • branchenkenner

    branchenkenner

    Also, dann will ich mich hier mal etwas genauer positionieren:

    - Punkt 1. Was ich mit "Basis" meine.
    Die Basis besteht meiner Ansicht nach nicht ausschließlich aus den Buchhändlern, die aufgrund unterschiedlicher Umstände noch einen Grund sehen, Engagement über die eigentliche, buchhändlerische Tätigkeit hinaus zu zeigen.
    Es sind nicht die Prädikats-Buchhandlungen, die Buy-Local-Buchhändler oder die hoffnungsvollen Mitglieder der eBuch/Anabel-Gemeinschaft, die ich meine. Es sind auch nicht die Sortimenter, wie Sie, Herr Musial, die hier in wirklich vorbildlicher Weise den Diskurs oder bestmöglichen Konsens mit streitbaren Kollegen wie mir suchen.
    Die Basis besteht in meinen Augen vor allem aus denjenigen Buchändlern, die keine Kraft mehr für derartige Initiativen haben. Mir liegen die Buchhändler am Herzen, die genau wie ich beim monatlichen Studium des Branchenmonitors den Kopf schütteln und nicht verstehen, wo bitte diese positiven Zahlen herkommen. Für diese Leute sieht die Realität einfach ganz anders aus. Und es manifestiert sich zwangsläufig der Gedanke, dass sich Engagement einfach nicht auszahlt.
    Trotzdem bilden auch diese Sortimente einen wichtigen Bestandteil der Basis, sogar einen besonders erhaltenswerten, wie ich finde. Denn diese Sortimente sind es vor allem, die in den sterbenden Kleinstädten, Dörfern und Vororten die Stellung halten. Die im Angesicht entstehender Einkaufsmetropolen schon vor vielen Jahrzehnten die Branche mit getragen haben und geleistet haben, was sich kaum ein Buchändler ohne Lage mit Laufkundschaft heute kaum noch vorstellen könnte. Nur diese Buchhändler bleiben in der Arbeit des Verbandes meiner Meinung nach zu oft unberücksichtigt, haben keine gewichtige Stimme. Es ist ja schön, dass jeder bei diesem oder jenem Projekt mitmachen oder mitreden kann, wenn er nur möchte. Ich würde mir aber für die genannten Kollegen wünschen, dass man einfach stärker auf sie zugeht, statt einfach nur aus der Ferne die Hand auszustrecken.

    - Punkt 2. Was ich mir für die besagte "Basis" wünschen würde.
    Ganz kurz und knapp: Know How.
    Ein Plakat im Schaufenster, dass die Begeisterung der Pasanten für Bücher anregen soll, ist gut und schön.
    Es hilft der Buchandlung jedoch nicht, wenn keine Passanten kommen. Ebenso wenig ist der Buchhandlung geholfen, wenn Passanten das Geschäft betreten, eine völlig unzeitgemäße Präsentation vorfinden und auf der Schwelle wieder kehrt machen.
    Deswegen mein Vorschlag für ein "3-Punkte-Hilfspaket", dass noch weit vor einer Lesekampagne wirklich Sinn machen würde:
    - Ein Internetauftritt für JEDE Buchhandlung. In Zusammenarbeit mit Libri meinetwegen, vom Börsenverein intensiv unterstützt und subventioniert.
    - Kostenlose und offensiv angebotene Schulungen der Buchhändler in Deko- und Einrichtungsfragen, zu Veranstaltungsmanagement, Social Media, etc., vor Ort.
    - Die lang ersehnte zentrale Metadatenbank, die noch besser als bisher auch für Kleinstsortimente nutzbar und vor allem bezahlbar ist. Hierfür muss diesen Sortimenten auch in EDV-Fragen noch stärker als bisher unter die Arme gegriffen bzw. Know How vermittelt werden.

    Außerdem würde ich mir mal echte Round Table Gespräche in unserer Branche wünschen. Unterhaltungen, bei denen Verleger, Sortimenter, Grossisten und vielleicht sogar Versandbuchhändler a la Amazon an einem Tisch sitzen. Und damit meine ich nicht die übliche Fachtagungen, Ausschusssitzungen oder oberflächlichen Messegespräche. Sondern verstärkt durch die Landesverbände initiierte Zusammenkünfte an den Brennpunkten. Damit man gerade in diesen Tagen einfach auch mal eine deutliche Initiative gegen Vorurteile und Unkenntnis gewisser Sachverhalte und Motive der Branchenteilnehmer begründet.

    Soviel zu meinen vielleicht ein wenig zu träumerischen Vorstellungen. Aber meiner Meinung nach ist halt erstmal eine "Aufmöbelung" der Branche notwendig, bevor wir auf unsere Kernkompetenzen bzw. Inhalte verweisen. Dies nutzt in meinen Augen im derzeitigen Metamorphose-Stadium unserer Branche wesentlich mehr, als eine gut gemeinte, aber allzu idealistische Imagekampagne, die schlicht und einfach vielen Buchhändlern kaum eine tatsächliche Hilfe sein wird. Der eigentliche Content ist nicht das wesentliche Problem und auch nicht die möglicherweise rückläufige Begeisterung für denselbigen. Das Problem ist die Verpackung, die Präsentation und die Verfügbarkeit. Hier geht es darum, gemeinsame Standarts zu setzen, die jeder Buchhändler erfüllen kann.

    - Punkt 3. Was ich an "Vorsicht Buch!" verbesserungswürdig finde.
    Den über die Werbemittel implizierten Gedanken der Corporate Indentity an sich. Unser Branche lebt von der Vielfalt, der Individualitität und der Buntheit ihrer Produkte. Zwar schaffen Leitfarben möglicherweise Aufmerksamkeit, würgen diesen Vielfaltsaspekt jedoch über die bildliche Sprache meiner Ansicht nach wieder ab. Corporate Marketing ist gut und schön, aber man sollte sich trotzdem mal überlegen, wieso Amazon beispielsweise nur so dezent davon Gebrauch machen muss. Weil Amazon gegenüber dem Kunden im Grunde gar nicht nicht durch seine Marke oder eine sonstige Corporate Identity argumentiert, sondern fast ausschließlich durch sein Angebot und dessen Präsentation und Vielfalt. Und durch sein technisches und logistisches Know How.

    Und genau das ist in der Konklusion mein roter Faden.
    ERST müssen wir uns fit und konkurrenzfähig machen. Und zwar absolut flächendeckend. Technisch auf dem Stand der Zeit, gut vernetzt, attraktiv in der Aßenwirkung und logistisch so vollkommen wie möglich.
    DANN haben wir unsere hieb- und stichfesten Argumente auf allen Ebenen des Spektrums unserer Leistungsfähigkeit als Branche und können mit gutem Gewissen unsere Produktpalette anpreisen. Bunt und vielfältig, weder grau in grau noch schwarz und gelb.

  • Buchhändlerin

    Buchhändlerin

    Diese Aktion erinnert allenfalls an die Krimireihe von Diogenes aus den Siebzigern, an den Fanblock von Borussia Dortmund und an Berlin Kreuzberg in den Achtzigern.
    Also lange her und laaaaangweilig.




  • kidgforce

    kidgforce

    Liebe Buchhändler,
    jetzt beruhigt euch mal ein bisschen, dann verrate ich euch - als einer der Leute, die das von der Werbeagentur aus verantworten - ein paar Geheimnisse:

    1. Die Kampagne funktioniert. Und zwar prima. Wann war das Thema Buch jemals so aufmerksamkeitsstark in den Medien? Ein Foto mit dem "gefesselten" Karasek ist mehr wert, als sich jeder einzelne von euch jemals leisten könnte.

    2. Von der 1 Million bekommt die Werbeagentur grade mal 10%, um die ganzen Leute zu bezahlen, die sich das wochenlang ausgedacht, geschrieben und grafisch umgesetzt haben. Der Rest geht in den Druck, die Herstellung der Anzeigen und sonstigen Werbemittel und an die Werbeträger wie Zeitungen etc, die die Kampagne veröffentlichen. Nicht zu vergessen: das kostenlose Paket für jeden Buchhändler ist da auch mit drin.

    3. 1 Million ist in der Werbebranche nicht wirklich viel. Es reicht gerade so, dass die Kampagne nicht völlig untergeht. Nutella und Konsorten geben das Hundertfache aus. Dafür erreicht die Kampagne aber auch mit wenig Mitteln viel weil sie so gut ist.

    4. Ob gelb-schwarz oder blau-grün, sowas ist natürlich Geschmackssache, genau wie die Models, das Layout oder die Headlines. Tatsache ist aber, dass von uns Profis genau so gemacht wurde, um größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzielen und in jedem einzelnen Motiv mit dem Verband abgestimmt wurde.

    4.Für die sowieso andauernd Bücher kaufenden Vielleser - wie mich auch - wäre es ja gar nicht nötig, eine Kampagne zu machen. Preaching to the saved. Es geht ja gerade darum, das Buch in eine breitere Öffentlichkeit zu tragen.

    5. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, die Kampagne zu entwickeln und betexten. Es gab noch jede Menge auch toller Motive, die Einzelnen von ihnen vielleicht besser gefallen hätten, aber euer Verbandsvorstand nicht wagte, zu veröffentlichen. Auch den Fotostil finde ich einfach klasse.

    6. Egal ob jemand vielleicht etwas ganz anderes wollte – jetzt rumzujammern ist kontraproduktiv. Die Leute da draußen nehmen es wahr, fühlen sich evtl auch mal provoziert - jedenfalls reden sie darüber. Jeder der die kostenlos bereitgestellten Werbemittel nutzt, trägt dazu bei, dass die Kampagne noch besser funktioniert.

  • kidgforce

    kidgforce

    PS:
    1. Okay, ich hab ein paar Kommata und irgendwo ein "es" vergessen. Bitte nicht zu pingelig sein.
    2. Für seine Individualität und seinen Kundenstamm ist jeder Buchhändler selbst zuständig. Sowas kann eine deutschlandweite Kampagne nicht leisten.

  • branchenkenner

    branchenkenner

    Ich kann nur für mich sprechen, aber ich möchte nochmal betonen, dass meine hier geäußerte Kritik nicht grundsätzlich nur auf die Machart der Kampagne oder die bezweckten Ziele ausgerichtet ist.

    Mir ist durchaus bewußt, dass da viel Arbeit drinsteckt, die es auch zu loben gilt. Und ebenso wünsche ich mir wie gesagt den bestmöglichen Erfolg.
    Mein Kritik ging eher in die Richtung, dass es eben gewisse Mißstände in unserer Branche gibt, die meiner Ansicht nach noch weit vor so einer Kampagne der Lösung bedurft hätten. Und da ich mir durchaus darüber im Klaren bin, was Werbung kostet, hätte ich eben das Geld lieber nach derzeitigem Stand der Dinge in anderen Bereichen ausgegeben gesehen. Sie sagen es ja selber, dieses und jenes kann die Kampagne halt nicht leisten. Nur zu verständlich.

    Was die grundsätzliche Machart der Kampagne angeht, ist meine Kritik natürlich vor allem persönlicher Natur. Ich will das deswegen gar nicht mehr groß ausführen.

    Nochmals, ich freue mich, wenn die ganze Aktion erfolgreich ist, und ich räume ihr persönlich auch durchaus gute Chancen ein. Ein leichter Stich in der Brust bleibt aber aufgrund der Chancen, die in unserer Branche leider zeitgleich verpasst werden.

  • René Kohl

    René Kohl

    Lieber Branchenkenner,

    man kann doch das eine tun, ohne das andere zu lassen.
    Wir könnten uns doch über einen Buchhändlerkongreß "Vorsicht Buch" Gedanken machen, der einen persönlichen Austausch über die Kampagnenfähigkeit der Buchhändler möglich macht, dazu vielleicht eine Ideendrehscheibe ist und, wenn nötig und gewünscht, noch Fortbildung und gezielten Input in diesen Transformationsprozeß bringt.

    Wir müssen ja die Kampagnen-Macher nicht alles alleine machen lassen!

  • Elisabeth Adam

    Elisabeth Adam

    Schade, daß Kritik in 90% mit Meckern gleichgesetzt wird. Ich erlebe das auch immer wieder bei anderen Gelegenheiten. Mein erster Eindruck war Enttäuschung. Aber ich gehe auch von meinem Umfeld, von meinen Kunden und der Bevölerungsstruktur aus. Was in Großstädten, ev. mit einer Uni, mit vielen jungen Leuten gut ankommt, ist eine Sache. In unserer konservativen Kleinstadt habe ich da m eine Bedenken. Abgesehen davon hat einer der Vorredner recht: um Erfolg zu erzielen, benötigt man erst ein mal Menschen auf der Straße. Die sind in vielen Kleinstädten zu Zeit Mangelware.
    Ich kritisiere diese Kampagne nicht, aber ich nehme mir das Recht als Börsenvereinsmitglied zu sagen, daß mir die Umsetzung der Idee nicht besonders gefällt. Dabei bin ich mir bewußt, daß alles Geschmacksache ist. Und natürlich hat die Werbeagentur recht, daß in anderen Branchen mehr Geld locker gemacht wird. Allerdings fand ich die Formulierung etwas herablassend, gegenüber seinen Auftraggebern, denn das sind doch eigenlich alle Mitglieder. Oder sehe ich das falsch?
    Ich persönlich hätte mir eine breite Un terstützung der "Buy local" Kampagne gewünscht. Das hätte in meinen Augen langfristig mehr Sinn gemacht. Aber wenn eine Mehrheit für diese bestehende Branchenwerbung war, dann ist das gelebte Demokratie.

  • Heinz Wertheim

    Heinz Wertheim

    @38 ja, da kann ich nur zustimmen.
    ich finde es mehr als eigenartig, dass - wenn es nicht ein Fake ist - hier mit "kidgforce" einer, "der Leute, die das von der Werbeagentur aus verantworten" anonym zu Wort meldet. Ich finde es auch ein wenig herablassend zu lesen, dass das mehr ist "als sich jeder einzelne von euch jemals leisten könnte." Was weiß denn dieser Werbefuzzi, was wir uns leisten können?
    Und wenn die Herrschaften Profis sich unterbezahlt fühlen, dann haben sie das vorher gewusst und den Profis sollte auch klar sein, dass bei so einer Aktion öffentlich Kritik und teilweise auch Nörgelei kommt. Ich finde, dass sich das hier noch sehr im Rahmen hält und dass das ein "Profi" abkönnen muss.
    Aber öffentliche (und anonyme) Auftragsgeberbeschimpfung (das sind wir alle, da gebe ich Frau Adam recht), das geht gar nicht!

  • Autor

    Autor

    Zielgruppe der Kampagne : Nichtleser, hier : Vollpfosten
    Wird der Nicht käufer hierdurch zum Käufer ?

    Motivation des Auftraggebers : Selbstbefriedigung
    Wird der Buchhandel hierdurch neue Kunden erhalten ?
    Oder werden die Nichtkäufer als SofaKäufer jetzt amazon stürmen ?

    Testimonials : Naja, nicht mal B-Promis, höchstens A-Schwätzer

    Und werden die TotholzProbukte noch sehr lange neben dem eBook bestehen können - das keinen Buchhändler benötigt ?

    Eine derartige Kampagne sollte die dräuenden Gefahren exakt definieren und dagegen Lösungen anbieten. Der "Bodybuilder" ist keine Lösung, Karasek auch nicht.

    Oder es ganz sein lassen und die Mio der Basis geben :
    LeseTouren, Internetauftritte, Datenbanken ...

  • PR-Tante

    PR-Tante

    @Heinz Wertheim: Aber der "Werbefuzzi" kann sich immerhin äußern, ohne beleidigend zu werden. Ich finde es echt schade, dass hier mit manchen (!!) eine anständige Diskussion ohne Beleidgungen anscheinend nicht wirklich möglich ist. Und "die Herren Profis" beschweren sich nicht über mangelndes Gehalt, sondern stellen klar, dass es ein Irrglaube ist, dass die 1 Million komplett an die Agentur geht. Zugegeben, der Beitrag ist nicht ganz geschickt formuliert und ich kann verstehen, dass sich hier mancher angegangen fühlt. Da hätte auch ich mir eine neutralere Formulierung gewünscht. Aber es wird doch recht gut erläutert, wie die Kampagne wirken soll. (Und dass der Agenturmitarbeiter oder die Mitarbeiterin sich anonym melden, wundert mich angesichts mancher Beiträge hier nicht.) Ach so - und ganz ehrlich: Ich denke schon, dass ein PR-Profi einschätzen kann, wieviel eine einzelne Buchhandlung an Werbeetat aufbringen kann und es schadet auch nicht, das mal mit anderen Etats zu vergleichen, um die Relationen aufzuzeigen.

    Ich möchte betonen, dass es mir nicht darum geht, Kritik im Keim zu ersticken. Sie ist legitim und gerade als Mitglied eines Verbandes wünscht man sich natürlich, gehört, verstanden und einbezogen zu werden. Dass der Börsenverein nicht alles richtig macht, sehe ich genauso. Ich habe mich in meiner Zeit als Buch-PR-Frau auch oft genug über vieles echauffiert. Ich sage das hier ganz deutlich: Ich sehe vieles hier als konstruktive Kritik und nicht als reine Meckerei. (Abgesehen davon: Wer bin ich, dass ich anderen das Wort verbieten könnte? Es gibt aber eben manche, die das mit den "sachlichen Kommentaren" nicht so ganz hinbekommen.) Ich möchte mich dennoch gerne Herrn Musial anschließen und sagen: Wenn einem etwas nicht gefällt, dann muss man auch selbst etwas dagegen tun und sich einmischen.
    Dass das bei einem vollen Tag in der Buchhandlung nicht immer einfach ist und zusätzlicher Kraftanstrengungen bedarf, lieber Branchenkenner (und ich finde es wunderbar, dass Sie sich nun so ausführlich und kenntnisreich äußern! Und das ist ernst gemeint und nicht sarkastisch!), weiß ich aus meinem Freundeskreis sehr gut, denn darin befinden sich viele Buchhändler. Die Frage ist dann aber ja: Was tun? Ein bißchen Kraft braucht es für alle Initiativen - und als Selbstständiger (auch das weiß ich aus eigener Erfahrung) muss man eben manchmal mehr Kräfte mobilisieren, als einem lieb ist. Selbst wenn der Börsenverein die Hand ein wenig mehr ausstreckt (und diesen Wunsch kann ich gut nachvollziehen), muss man sich ja immer noch ergreifen können.
    Sie wünschen sich eine Aufmöbelung der Branche und dazu passende Seminare? Ich bin sicher, die KollegInnen in der Bildungsabteilungen der Landesbörsenvereine freuen sich über Anregungen - die Programme für 2014 werden jetzt gemacht. Und die Seminare werden oft zu einem guten Preis angeboten - vergleichen Sie die Preise mal mit privaten Bildungsinstituten...
    Und, auch wenn Sie mich dafür jetzt hauen: Manche(n) ewig gestrigen Buchhändler(in) werden Sie auch mit den besten Seminarangeboten nicht moderner machen. Aber ich hoffe einfach, dass diejenigen, die entweder neu in die Branche einsteigen oder eben Leute mit Veränderungswillen, in der Mehrheit sind.
    Die Idee von René Kohl, einen Buchhändlerkongreß mit genau diesem Thema ins Leben zu rufen, finde ich wunderbar! Da macht der Herr Musial bestimmt auch mit. Und ich auch. Wenn man mich lässt. Als mittlerweile Außenstehende mit nach wie vor großem Interesse an der Buchbranche.

  • Elisabeth Adam

    Elisabeth Adam

    Vielleicht bin ich ja eine von den ewig gestrigen, aber wie soll ich mit jemanden diskutieren, dessen Namen ich nicht weiß. Pr-Tante, Branchenkenner etc.? Wenn ich schon aus Zeitgründen nicht zu einem Forum fahren kann, um auf Augenhöhe meine Meinung zu sagen, dann möchte ich auf dieser Plattform auch wissen, mit wem ich es zu tun habe.
    Am 8. April haben wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe - am Achten um Acht - eine Abend über den Freiherrn Knigge. Sein Buch heißt "Vom Umgang mit Menschen". Ein partnerschaftlicher fairer Umgang miteinander würde auch diese Diskussion vereinfachen. Ich habe nun für mich beschlossen, daß ich mich mit den Dingen an der Branchenwerbung beteilige, die ich für mich vertretbar halte. Und aus dem Button "Vorsicht Buchhändler" werden wir ein Namensschild mit einem Lachmund basteln, denn erschrecken will ich meine Kunden nicht.

  • PR-Tante

    PR-Tante

    Kann ich verstehen und habe selbst lange überlegt, ob ich anonym oder mit meinem Namen poste. Letztlich habe ich mich aufgrund negativer Erfahrungen (in einem anderen Forum) dagegen entschieden, denn: Bei einem persönlichen Treffen gehen die Menschen einfach so viel freundlicher und vorsichtiger miteinander um. Und solange es sich um ein offenes Forum handelt, bei dem man sich nicht anmelden muss, sprich: Bei dem ich eben nie weiß, wer da wirklich sitzt (was bei einer Akkreditierung zumindest wahrscheinlicher wäre), tut es mir sehr leid, aber solange werde ich hier auch anonym posten. Denn die Augenhöhe wird einfach allzu oft nicht eingehalten - da sind Sie sicher eine wunderbare Ausnahme. Oder zumindest hoffe ich das. (Schönes Thema übrigens - und der kreative Umgang mit Werbemitteln gefällt mir, um es mit faceboo zu sagen.)

  • kidgforce

    kidgforce

    @Heinz Wertheim: Lieber Heinz Wertheim, jetzt bin ich aber schon ein bisschen enttäuscht, dass Sie gleich mit "eigenartig" und "Fake" kommen, wenn ich als Insider ein paar Mißverständnisse, die sich hier in der Diskussion eingeschlichen haben, versuche aufzuklären.
    Auch diesen Anonymitätsvorwurf kann ich nicht nachvollziehen, in einem Forum, in dem sich Leute auch "Branchenkenner"oder "PR-Tante" nennen. Oder schauen Sie mal in ihre Bücherregale – da steht auch nicht auf jedem Buch der wirkliche Name des Autors drauf. Vielleicht hätte ich mich auch "Bradley Manning" nennen sollen? Jedenfalls wäre Ihnen dann klarer, wieso ich harte Wahrheiten nicht unter meinem Realnamen poste, der Ihnen im übrigen auch nichts sagen würde.

    Ich wüsste auch nicht, was daran beleidigend sein sollte, die finanziellen Dimensionen einmal klarzustellen. Ohne jetzt im einzelnen zu wissen, was Sie sich individuell leisten können – der Herr Karasek würde als Testimonial mindestens 100.000 kosten, zuzüglich Fotografen, Text, Druckerei etc. Ist das etwa Ihr Werbebuget?
    Die Grundidee, ihn lieber spontan kostenlos mitmachen zu lassen beim offiziellen Messeanlass, spart dem Verband jede Menge Geld, das müssen Sie auch mal bedenken.
    Dafür, dass wir uns solche Mühe machen, Konzepte zu entwickeln, die Ihnen jede Menge Geld sparen, finde ich die Bezeichnung "Werbefuzzi" dann auch ein bisschen beleidigend – aber nicht sehr, ich bin ja Kummer gewohnt.
    Wenn ich mich unterbezahlt fühlen würde, würde ich mich übrigens auch nicht an die Öffentlichkeit wenden, sondern an unseren Geschäftsführer.
    Danke übrigens @PR-Tante, die schon mal einiges davon klargestellt hat!

    Was ich hier vor allem mitbekomme, ist, dass es Unstimmigkeiten zwischen der Basis und dem Verband gibt. So wie ich das sehe, hat die Basis die Aufgabe, eine Werbekampagne für das Buch zu machen, an den Verband delegiert. Der hat entschieden, das Geld so auszugeben. Sicher sind auch andere Aktivitäten, etwa im "Buy local"-Bereich oder als Differenzierung zu amazon und e-book notwendig. Ich hoffe mal, der Verband hat auch dafür Gelder. Oder wird durch seine Mitglieder dazu veranlasst, diese bereitzustellen. Das ist dann unter anderem Ihre Aufgabe.

    PS: Jetzt noch, entschuldigen Sie, noch was persönliches, einfach, weil Sie mich auch persönlich angegangen haben, und weil ich mitbekommen habe, dasssSie sich von finanziellen Dingen besonders getroffen fühlen: Mit Ihren 357,30 Euro (oder was immer Sie als Jahresbetrag zum Verband zahlen) sind Sie noch lange nicht DER AUFTRAGGEBER, als den Sie sich hier hochstilisieren.

    Sorry, ich wollte nicht polemisch werden, aber ich hab auch Gefühle. Und ehrlich: Ich wollte nur ein bisschen die Fakten geraderücken, sonst nichts. Gerade weil mir die Kampagne als mein "Kind" irgendwie am Herzen liegt.

  • Heinz Wertheim

    Heinz Wertheim

    Werter kidgforce, ich wollte Sie in keiner Weise beleidigen und entschuldige mich hiermit für den "Werbefuzzi". Das scheint ein wunder Punkt zu sein, das wusste ich nicht und es tut mir leid, den getroffen zu haben.
    Aber ich kann Sie noch in anderen Punkten aufklären: ich habe keinen Anonymitätsvorwurf gemacht, auch mein "Heinz Wertheim" ist nur ein Pseudonym, es gibt hier Leute, die wollen "Klarnamen", also kriegen sie etwas, was nach Klarnamen klingt.
    Und was meinen Jahresbeitrag angeht (danke für die wertschätzenden Nachkommastellen, mit denen Sie meine Armseeligkeit unterstreichen wollen), der liegt deutlich höher, aber bestimmt noch in Bereichen, für die Sie morgens nicht aus dem Bett aufstehen.
    Übrigens habe ich mich hier nicht als DER AUFTRAGGEBER hochstilisiert, ich habe gesagt: wir sind die Auftraggeber. Denn es gibt hier viele, die glauben, WIR sind der Verband, auch wenn wir manchmal eines anderen belehrt werden. Manchmal auch von polemischen Werbetreibenden mit Gefühlen.
    Und wenn Sie das erklärt haben wollen, sollten Sie sich auch nicht an die Öffentlichkeit wenden, sondern an Ihren Geschäftsführer.

  • Buchhändlerin

    Buchhändlerin

    Weiß jemand, nach welchen Kriterien der Verband die Agentur ausgesucht hat, deren Mitarbeiter hier anonym auf arroganteste Art und Weise - "jetzt beruhigt euch mal ein bisschen, dann verrate ich euch - als einer der Leute, die das von der Werbeagentur aus verantworten - ein paar Geheimnisse" - den Buchhändlern, die die ganze Chose finanzieren, erklärt, sie seien "noch lange nicht die Auftraggeber". Zu diesem Statement des "Geheimnisträgers der Agentur" würde ich gerne mal eine Antwort von Herrn Skipsis hören.

  • aha

    aha

    @Kidgforce
    ist das ihr subjektiver Eindruck, der besagt dass die Kampagne funktioniert oder gibt's da auch Kennzahlen (die nach einer Woche erreicht wurden?)
    Mir faellt das leider oft negativ auf, dass Werbeagenturen bei ihrer ganzen Kreativitaet(?) leider auf die Erfolgskontrolle vergessen.

    PS: Ein "prima", "kommt gut an", "sieht nett aus", "ist viel in den Medien" meine ich hier nicht.

  • Mrs. Buch

    Mrs. Buch

    Nun habe ich mir nicht alle Kommentare durchgelesen und möchte dennoch fragen, wo diese Kampagne zu sehen sein wird.
    Über die Kampagne (Design, Message etc) lässt sich streiten, das ist Geschmackssache. Ich persönlich finde eine „Warnung“ vor dem Buch erstmal auch eher hinderlich, aber die Leute, die Bücher und deren Wirkung kennen, finden’s vermutlich witzig. Ich selbst bin unschlüssig und finde die meisten Wortspiele einfach ein bisschen zu platt. Wie gesagt: Subjektive Wahrnehmung und da muss sich auch nicht gegenseitig vollpflaumen oder beleidigt sein, wenn man diese Meinung und Ansicht nicht teilt. (So weit habe ich die ersten Kommentare dann doch gelesen).

    Allerdings frage ich mich, wo diese Kampagne zu sehen sein wird. Mit Ströer wurde in Leipzig immerhin kooperiert, das finde ich gut. Sonst aber auch? Außenwerbung? Irgendwo?

    Ich fürchte einfach, dass diese ganze Sache in der Branche kleben bleibt. Man wird ja irgendwann auch betriebsblind und nur weil man sich selbst ständig in den Branchenmedien informiert und tummelt und ergo mit der Kampagne dauernd konfrontiert wird, heißt das – nichts. Es ist eine reizende und nicht unwichtige Maßnahme, Werbemittel an Verlage und Buchhändler zu verteilen. Aber dort werden genau DIE Leute erreicht, die ohnehin schon wissen, dass Bücher fetzen. Buchhandlungen betretende Menschen sehen „Vorsicht! Buch!“ Ja, schön. Hätte man nicht ein paar Euro mehr in die Hand nehmen können und beispielsweise bei Mc Donalds, bei RTL, in Zügen, öffentlichen Verkehrsmitteln, im Radio etc pp werben können? Aber vielleicht ist das ja auch geplant und ich weiß es nur noch nicht, weil ICH mich an den meisten der genannten Orte selten aufhalte. Worum geht es? Menschen für das Medium Buch zu sensibilisieren? Menschen zum Buch zu führen? Wo sind diese Menschen? Sie lesen weder Börsenblatt noch gehen sie in Buchhandlungen oder besuchen die Buchmesse in Leipzig. Als Startpunkt gut gewählt, aber was passiert darüber hinaus? Das würde mich interessieren.

    Ich befürchte, dass hier zu eng und branchenintern gedacht und konzipiert wurde. Wäre schade ums Geld.

  • Der Bär

    Der Bär

    Anfangs habe auch mich gewundert, warum die Kampagne in den Buchhandlungen startet, also an den Orten, an denen die auserkorene Zielgruppe gar nicht hinkommt. Als würdet ihr Buchhandelsmenschen Metzger sein, die in ihren Läden eine Kampagne für Vegetarier starten, obwohl alle wissen, dass Vegetarier Metzgerläden meiden wie die Pest.
    Aber es ist am Anfang dieser Kampagne immens wichtig, euch Buchhandelsmenschen einzubeziehen, euch darauf vorzubereiten, was auf euch zukommt, wenn die Kampagne erfolgreich weiter geht. Es sollen nämlich Menschen in eure Buchläden kommen, die lange nicht da waren, die euch nicht kennen und die ihr nicht kennt. Hierfür dienen die Werbemittel, sie sollen euch und den neuen Kunden helfen, nicht mehr und nicht weniger, ob sie euch gefallen oder nicht.
    Wie diese Menschen den Weg zu euch finden und Bücher kaufen, das ist die nächste Aufgabe der Agentur und die ist – seien wir mal ehrlich – mit einem so geringen Etat ziemlich anspruchsvoll. Die Metzger hätten mehr Geld zur Verfügung gestellt.
    Wenn ihr also wollt, dass eine neue Gruppe von potentiellen Kunden in eure Buchläden kommt, dann seid ihr und die Agentur aufeinander angewiesen. Die Agentur wurde auf Herz und Nieren geprüft, es gab eine Qualitätskontrolle durch eine andere Agentur, die Kampagne wurde in zahlreichen, jedem Mitglied zugänglichen Gremien vorgestellt und diskutiert. Viel mehr geht nicht.
    Ich habe mich über Viola Taube als U-Boot-Kapitänin totgelacht. Mittlerweile ist mein Lachen in ein Schmunzeln übergegangenen und vielleicht kann ich in zwei Wochen das Plakat nicht mehr sehen. Aber das gehört zur Werbung und ich hoffe, dass die Agentur mit ihrer Kampagne darauf vorbereitet ist.

  • Eva Müller

    Eva Müller

    Also, alles sehr interessant zu Lesen, manches hart an der Grenze. Aber nun ja... Neben geschmacklichen Sichtweisen (normal) unterscheiden sich die Kommentare in ihrem Wissen über das, was Kampagnen können bzw. nicht können. da wünschte ich mir wtwas weniger Süffisanz. Es gibt erstmals eine Kampagne fürs Buch. das ist toll. Es wird sehr schön und differenziert auf die Leistungen des Sortiments higewiesen, das ist mehr als toll! Jeder von uns kann mit dem Material arbeiten, es so einsetzen, variieren, persönliche Gestaltungen ergänzen usw usw. Es wird in den Medien und in Kinos und und und das Thema weiter gespielt unter der Regie useres Verbandes. sehr toll, das haben sich doch viele Mitglieder gewünscht. und es auf der letzten Hauptversammlung so gemeinsam entschieden. warum meckern dann so viele? ich habe in einer der AGs, die Stimme des unabhängigen Sortiments mit vertreten, es wurden viele Buchhändler in die Vorbereitung der Kampagne einbezogen. Im Vorstand des Börsenvereins sind kleine und grosse Mitgliedsunternehmen vertreten, es gab hier eine gute Diskussion z.B. hinsichtlich der Agenturauswahl, der kampagnenkonzeption usw. So ging es weiter in den Arbeitsgruppen, immer wurden Buchhändler gefragt. Und gehört. Und ich kenne Kollegen, die haben zum Hörer gegriffen und einfach mal in Frankfurt oder bei den regionalen Landesverbänden angerufen und ihre Vorstellungen dort erläutert. Auch da gab es aufmerksames Zuhören, Bestätigung, Aufklärung usw. Ich erlebe nie einen Börsenvereinshauptamtler, der sich nicht um die Mitgliedersichtweisen kümmert! Vielmehr erlebe ich viele Kollegen, die keine Lust haben, Kontakt zu haben, sich zu informieren weiter zu bilden, mal auf eine Verbandsversammlung zu gehen, mit zu arbeiten im Verband. Die dann aber meckern , dass sie nicht entscheiden dürfen. da stimmt doch etwas nicht. Engagieren, einbringen, mitmachen, das kann jeder! Aber egL wie-nun haben wir eine Kampagne und können drei Jahre lang damit arbeiten. das sollten wir nun auch nutzen!

  • Paul Mayer

    Paul Mayer

    Ich hör immer "...eine breite Kampagne für das Buch und den Buchhandel vor Ort"... Sorry, das ist eine Kampagne fürs LESEN und die wirbt mitnichten für den "Buchhandel vor Ort", sondern ebenso für Stadtbüchereien, Amazon und erst dann für den Buchhandel vor Ort.

  • jan Meierbeer

    jan Meierbeer

    Hallo? natürlich wird hier für den Buxhhandel vor Ort gearbeitet. Dteht doch auf jedem Plakat!!!! Und auf jeder Postkarte!!!!! Und die überdimensionalen Aktionsutensilien kann man vor seiner eigenen Buchhandlung auf den Markt stellen und für sich selbst werben und Presse machen, waswill man mehr????? Aber lesen muss man eben auch Plakattexte...

  • Karin Müller

    Karin Müller

    Ich habe mir in Leipzig die Kampagne angesehen und mich über das Auftaktpaket gefreut.
    Es ist kostenlos, und es sind genug Dinge drin, die ich auch in meinem kleinen Laden unterbringen kann.Man kann sich ja aussuchen, was wohin passt.
    In Leipzig wurden auch Orte benannt, die in die Werbung fürs Buch einbezogen werden- Kinos, Condor macht mit usw.
    Finde ich prima.
    Natürlich gefallen mir auch nicht alle Motive der Plakate, aber das ist Geschmacksache, deshalb gibt es ja die Auswahl.
    Nachdem ich mich über das Geld für das neue Logo des Börsenvereins ziemlich geärgert habe, gibt es nun endlich mal was fürs Buch. Und es steht sogar "Buch" drauf.
    Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

  • Klaus Sielker

    Klaus Sielker

    Sehr geehrter Herr Wertheim, da ist offensichtlich Klärungsbedarf zur Kampagne bei Mitarbeitern der Agentur. Das ist ein wichtiger Punkt für uns. Ich nehme mich dem umgehend persönlich an. Klaus Sielker, Geschäftsführer Zum goldenen Hirschen

  • Julia H.

    Julia H.

    "Es hilft der Buchandlung jedoch nicht, wenn keine Passanten kommen. Ebenso wenig ist der Buchhandlung geholfen, wenn Passanten das Geschäft betreten, eine völlig unzeitgemäße Präsentation vorfinden und auf der Schwelle wieder kehrt machen."

    Bei solchen Problemen kann man sich nicht helfen lassen oder darauf warten, dass sich der Börsenverein eine passende Kampagne überlegt. Da sollte man sich selbst helfen und aktiv werden!
    Wenn der Buchhändler selbst nicht fähig ist, sein Sortiment zeitgemäß zu präsentieren, wie soll es dann jemand anders schaffen?

  • Schubiduuu

    Schubiduuu

    @ Der Bär

    "... warum die Kampagne in den Buchhandlungen startet, also an den Orten, an denen die auserkorene Zielgruppe gar nicht hinkommt. Als würdet ihr Buchhandelsmenschen Metzger sein, die in ihren Läden eine Kampagne für Vegetarier starten, obwohl alle wissen, dass Vegetarier Metzgerläden meiden wie die Pest...."

    Hm, das Argument ist nich von der Hand zu weisen. Wenn die Kampagne Menschen fürs Lesen und Buchhandlungen begeistern soll, dann muss sie außerhlab von Buchhandlungen starten. Bei Menschen, die Buchhandlungen besuchen, ist sie relativ wirkungslos. Es geht ja darum, die Menschen in die Buchhandlungen zu locken damit sie dort kaufen.

  • anderer Werbefuzzi

    anderer Werbefuzzi

    @50 und @55
    Die Kampagne ist treffend, wenn Buchhändler, deren Selbstbewusst sein gestärkt werden soll (von wegen Kulturträger und so) die Zielgruppe sein sollten. Die Zielgruppe sind aber die Nichtleser. Und das die sich von den skurrilen Testimonials in die nächste Buchhandlung locken lassen, ist zu bezweifeln. Und auf die Buchmesse gehen die schon garnicht.

  • Werbefachexperte

    Werbefachexperte

    anderer Werbefuzzi

    Sehe ich auch so. Wer eine Buchhandlung besucht, dem ist auch ein Interesse am Buch bzw. Lesen zu unterstellen. Denn sonst würde er ja keine Buchhandlung besuchen (außer er braucht Schulbücher). Daher verpufft die Aktion, wenn sie in Buchhandlungen positioniert ist. Die Kampagne muß da sein, wo sich der Nichtleser rumtreibt... Facebook, Xing, Twitter, Youtube, in den Einkaufsstrassen usw.

  • Gerd Schmüller

    Gerd Schmüller

    Ja, genau und da wird sie auch überall sein. In den sozialen Netzwerken ist sie bereits angestossen worden, auf der Strasse wird es jetzt losgehen, in den Kinos dank Kooperationspartnerschaften und z.B. bei Condor an den Flughäfen und in Fliegern. Und in Berichten und Trailern mit Bild, Laura, brigitte und anderen. You Tube auch, klar. Leipziger Messe war doch bloss der Start für die Branchenteilnehmer und die Presse, ist doch klar. Seid sicher, n drei Jahren wird viel geschehen!

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