Kindles als Preise sorgen für Unmut

Sparkassen-Gewinnspiel verärgert Buchhändler

Es sollte ein harmloses Ostergewinnspiel sein, doch als ein Online-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe den Kreissparkassen drei Kindles plus Warengutscheine von Amazon anbot, trat er dem lokalen Buchhandel auf die Füße. Es gab Kritik aus der Branche – und eine Entschuldigung des Dienstleisters.

Die Sparkassen-Finanzportal GmbH (SFP), der Online-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe und eine Tochtergesellschaft des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, führt jährlich mehrere Gewinnspiele für die Sparkassen in ganz Deutschland durch: Mal werden dabei Reisen, mal Elektrogeräte als Gewinn ausgelobt. Im Falle des aktuellen Ostergewinnspiels verloste die SFP bundesweit unter allen registrierten Teilnehmern drei Amazon Kindle plus jeweils einem Amazon.de-Gutschein.

Den bundesweit 420 Sparkassen stand es frei, das Gewinnspiel auf der eigenen Website einzubetten – rund die Hälfte der Finanzinstitute hatte mitgezogen. „Auswahlkriterium für Gewinne war bisher allein die vermutete Attraktivität für die Kernzielgruppe: Online-affine Gewinnspieler aller Altersgruppen“, erklärt ein Sprecher des Dienstleisters. Zu den Lesegeräten gab es auch schwarze Lederhüllen und je einen 15 Euro-Gutschein. An den lokalen Einzelhandel dachten die Beteiligten aber nicht: „Die Verlosung ausschließlich regional nutzbarer Gewinne stellt für ein bundesweit gültiges Angebot ein erhebliches logistisches Problem dar. Hierbei stoßen wir an die Grenzen dezentraler Strukturen der Sparkassen-Finanzgruppe“, so das Unternehmen. Möglichkeiten zur Kooperation waren bei der SFP nicht bekannt.

Protest aus dem Buchhandel
Auf die Aktion aufmerksam geworden, empörte sich Buy-Local-Initiator Michael Riethmüller (Buchhandlung RavensBuch in Ravensburg) und verfasste einen offenen Brief an den Vorstand der Ravensburger Sparkasse Heinz Pumpmeier: „Ich erlaube mir, Ihnen als Vorsitzendem des Vorstands der Kreissparkasse Ravensburg meine Verärgerung mitzuteilen.“ Riethmüller, seit 1992 überzeugter KSK-Kunde, ärgert sich darüber, dass die Sparkasse Marketing mit der Aktion Werbung für den Online-Riesen aus Seattle betreibe – nicht etwa über die Gewinne in marginaler Höhe, wie er gegenüber boersenblatt.net verdeutlichte. „Es geht um den Klick, der zu Amazon führt“.

In seinem Brief führt er aus: „Leider muss ich feststellen, dass alle Kreissparkassen - auch die KSK Ravensburg - ausgerechnet in einem bundesweiten Gewinnspiel E-Reader von Amazon als Preise ausloben, obwohl diese Firma die Verödung der Innenstädte vorantreibt, nahezu keine Steuern in Deutschland bezahlt, und auch durch miserable Arbeitsbedingungen im Logistikbereich öffentliche Aufmerksamkeit erhalten hat. Das sollte  eigentlich auch bei den Kreissparkassen bekannt sein.“ Riethmüller kündigte an, seine Konten bei der Sparkasse schließen zu wollen.

Dem Protest Riethmüllers schlossen sich mehrere Buchhändler an, auch der Sortimenter-Ausschuss des Börsenvereins (SoA) reagierte mit einem Brief , der auch im aktuellen Newsletters des SoA zitiert wird:

„Ganz unabhängig davon, dass diese Aktion womöglich mit dem Buchpreisbindungsgesetz nicht vereinbar ist, was zur Zeit rechtlich von uns überprüft wird, ist Ihr Gewinnspiel ganz offensichtlich ohne jedwedes Bewusstsein der fragwürdigen Positionierung eines einzelnen Online-Händlers konzipiert worden und, bemerkenswerter noch, auch ohne jegliche Besinnung darauf, welches Signal Sie damit an Ihre zahlreichen Geschäftskunden aus dem stationären Buchhandel senden.“

Gutscheinverlosung: Kein Verstoß gegen die Buchpreisbindung
Nach einer Rechnung, die boersenblatt.net vorliegt, hat das Sparkassen-Finanzportal die Lesegeräte aus eigener Tasche bezahlt und verschenkte sie an die Gewinner weiter. Die SFP sagte außerdem auf Anfrage: „Es besteht keinerlei Kooperationsverhältnis zwischen der SFP und einem Unternehmen der Amazon-Gruppe. Ebenso wenig werden der SFP die Gewinne von Amazon oder Dritten gratis zur Verfügung gestellt.“ Die Preisbindungshüter hatten angekündigt, den Sachverhalt prüfen zu wollen. Update vom 12. April: Auch eine Rechnung über die Warengutscheine hat das Sparkassen Finanzportal der Redaktion von boersenblatt.net nun vorgelegt - ein Verstoß gegen die Buchpreisbindung lag demnach beim Gewinnspiel nicht vor.

Annäherung zwischen Sparkassen und Sortimentern
Auf den Protest von Seiten des Buchhandels reagierte der Dienstleister mit Verständnis: „Die spezifische Kritik an der Amazon-Gruppe können wir in Einzelaspekten teilen, uns war bis dato aber keine vergleichbare Alternative bekannt.“ Künftig solle der Buchhandel zum Zug kommen: „Gern stehen wir zum Austausch mit dem Börsenverein zur Verfügung, um zum Beispiel dezentrale Incentive-Lösungen für das zentrale Gewinnspiel abzustimmen.“ Außerdem will das Unternehmen die Aspekte regionaler Wirtschaftsförderung künftig noch stärker bei der Auswahl berücksichtigen.

Kyra Dreher, Geschäftsführerin des Sortimenter-Ausschusses, reicht den Sparkassen die Hand: „Wir könnten Ihnen zahlreiche Spielarten einer Kooperation nennen, die Ihren Geschäftspartnern, dem örtlichen Buchhandel, und Ihrem eigenen Selbstverständnis als Banken mit regionaler Verantwortung weit besser gerecht würden als dies aktuell der Fall ist.“

Auf lokaler Ebene scheint der Protest bereits Wirkung zu zeigen: In Ludwigsburg und in Würzburg reagierten laut Facebook-Einträgen von Buchhändlern die Sparkassen positiv – Gesprächstermine für gemeinsame Kooperationen wurden bereits vereinbart, wie im Buchhandelstreff auf Facebook nachzulesen ist.

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58 Kommentar/e

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  • heinzi

    heinzi

    da hilft nur: ein Ing-Diba-Plakat ins Schaufenster jeder deutschen Buchhandlung

  • Klaus

    Klaus

    Der Beißreflex der buy-local-Fraktion ist langsam peinlich. Man stelle sich vor, die Sparkassen würden z.B. versuchen auf das Sortiment der Buchhändler Einfluss zu nehmen. Da wäre das Geschrei groß. Wie wäre es, wenn die Buchhändler sich aus den Geschäftspraktiken der Sparkassen raushalten und umgekehrt?

  • Spundekäs'

    Spundekäs'

    Meine Güte,
    der Sortimentsbuchhandel dreht langsam richtig durch!
    Was für ein kleingeistiges Gehabe.

    Umgekehrt ist wahrscheinlich kein Sortiment(er) -oder nur wenige- mal auf die Idee gekommen, etwas mit der örtlichen Bank und/oder Sparkasse auf die Beine zu stellen.

    Und der Sortimenter-Ausschuss "reicht den Sparkassen die Hand"...
    Wie großzügig, wie versöhnlich, wie...überheblich!

  • hausmeister

    hausmeister

    Ich hoffe doch sehr, dass Michael Riethmüllers Buchandlung RavensBuch bald vor die Hunde geht. Leider wohne ich in Hamburg, sonst würde ich ihn boykottieren. Amazon beweist mir bei jedem Kauf aufs Neue, dass Kundenzufriedenheit an erster Stelle steht. Im stationären Handel erlebe ich das nur noch selten.

  • PhantaNews

    PhantaNews

    Das Gebaren der BuyLocal-Initiative ist nicht einmal ansatzweise akzeptabel. Wie können die sich anmaßen, irgend jemandem vorzuschreiben, welche Produkte er nutzen, oder in diesem Fall verlosen darf und welche nicht? Die Androhung der konzertierten Kontenauflösung bei Fortführung des Gewinnspiels könnte man auch als Nötigung interpretieren.
    Wenn der Kindle für Kunden attraktiv ist, dann sollte man bei sich selbst nach Gründen suchen, wie man das ändern kann, statt mit Methoden, die man als mafiös bezeichnen könnte, gegen Verlosungen eines von Nutzern gewünschten Geräts vorzugehen.

    Was kommt als nächstes? Boykott von Autoren, die auch für Kindle veröffentlichen?

    Statt durch solche unsympathischen Aktionen in die Schlagzeilen zu kommen mal darüber nachdenken, wie man sympathischer werden kann. Durch solche Nullnummern jedenfalls nicht.

  • Frank Hermsteiner

    Frank Hermsteiner

    Die Sparkassen präsentieren sich selber gerne als Förderer und Partner von Handel und Mittelstand, auch und gerade 'in der Fläche'. Nicht wenige Buchhandlungen führen dort ihre Geschäftskonten und bezahlen ihre Kredite ab. Da ist es dann zumindest irritierend, wenn man für das Gewinnspiel auf ein Produkt des Internetgiganten zurückgreift, der in Deutschland fast keine Steuern zahlt und auch nicht gerade bekannt dafür ist, die lokale Kultur zu fördern oder nichtprekäre Arbeitsplätze zu schaffen.

    Ich kann aber verstehen, wenn bei amazon veröffentlichende Hobbyautoren die Sache anders sehen.

  • PhantaNews

    PhantaNews

    Die "Hobbyautoren" sollten nicht ihre Sorge sein, eher die Kunden - mal davon abgesehen, welche Arroganz wieder einmal aus einer solchen Antwort trieft.
    Und bitte nicht wieder die Litanei mit der angeblich so schlechten Bezahlung bei Amazon, wir wissen alle, dass es in vielen Buchhandelsbetrieben mit der Bezahlung der Mitarbeiter ebenfalls nicht zum Besten steht.
    Was die Steuern angeht: dieser europäische Binnenmarkt mit allen seinen Möglichkeiten war politisch gewollt. Wenn Ihnen nicht gefällt, dass diese Möglichkeiten tatsächlich genutzt werden, sollten Sie ihre Kritik an die Parteien richten, die ihn eingeführt haben, nicht an Unternehmen, die völlig legal agieren.

  • Autorin

    Autorin

    Wenn ich als Autorin "RavensBuch" betrete, bin ich auch immer total verärgert über die Gedankenlosigkeit, mit der meine Bücher dort übergangen werden.

  • Augenroller

    Augenroller

    Stigmatisierung des Marktkonkurrenten macht nicht nur den Stigmatisierenden unsympathisch, sondern dokumentiert auch in aller Öffentlichkeit, dass man den Konkurrenten nicht durch Bessersein zu bekämpfen vermag.

  • Spundekäs'

    Spundekäs'

    @ 5. und 7. PhantaNews:

    Das alles sehe ich genauso!!

  • Kim

    Kim

    Armseelig. Wenn man zu solchen Methoden greifen muss,
    ist das Ende nah.

  • E-Leser

    E-Leser

    Und was passiert als nächstes?

    Wird der kleine Fernsehhändler (EP, expert) geächtet, weil er Kindles vor Ort verkauft? Drohen Lottoannahmestellen oder Tankstellen Reprässalien, weil sie Amazon-Guthabenkarten vor Ort verkaufen?

    Langsam aber sicher macht sich der Buchhändler-Mob lächerlich.

  • brotesser

    brotesser

    @ 5 und 7. wes Brot ich ess ...
    und wenn man sich dann noch den Luxus leisten kann, keine Gewinne erzielen zu müssen.

  • Wasertrinker

    Wasertrinker

    Falls brotesser damit die Autoren meint, fänd ich diese Bemerkung ziemlich daneben.

  • max

    max

    Ich finde das agieren von Herrn Riethmüller gut.
    Amazon macht druck, das kann der Handel auch!
    Wieso regen sich hier alle auf, wenn der kleine Buchhandel was unternimmt? Sonst heißt es immer "die tun nichts" etc..
    Niemand schreibt der Sparkasse vor, was sie zu tun hat, eigentlich wurde sie nur auf die Konsequenzen ihres Handelns hingewiesen.
    Der Brief scheint hier aber einen Nerv getroffen zu haben, sonst würden die Emotionen hier nicht schon wieder so hochkochen...
    Weiter so!

  • Peterknecht

    Peterknecht

    kurz zur Erinnerung: Es geht darum, dass die lokal vernetzten Sparkassen ihre Kunden direkt zum Onlinehändler amazon schicken. Rein in den goldenen Käfig der amazon Welt. Dies ist für ein lokal agierendes Unternehmen unlogisch.

  • Kleine Sortimenterin

    Kleine Sortimenterin

    Danke Max, Herrn Riethmüller kann man nur zustimmen.
    Was glauben Sie denn, wie meine Sparkasse reagiert,
    wenn ich zur Amazon-Bank wechseln würde? Sie würden
    mich auch "bearbeiten" und mich halten wollen. Das gleiche
    können wir doch auch den örtlichen Banken empfehlen,
    mit uns zusammenzuarbeiten. Das ist weder armselig noch Mobbing, so macht man Geschäfte zusammen.
    Global denken, lokal handeln.

  • Dr. Gallenstein

    Dr. Gallenstein

    Und als Nächstes kommt dann "Deutsche wehrt Euch, kauft nicht bei Amazon" oder wie? Die Buchblockwarte scheinen derzeit recht aktiv zu sein wenn es darum geht, alles und jeden anzumeckern der irgendwie mit Amazon zu tun hat. Nicht, dass man diesen Leuten vorher selbst Angebote gemacht hätte - dafür ist man schlicht und einfach zu dröge. Aber um Brandbriefe in Umlauf zu setzen hat man immer Zeit und Muße.

    Wenn man schon auf geschäftlicher Ebene gegen die Konkurrenten nicht mehr ankommt, dann hetzt man eben gegen sie. Zeit genug hat man ja, und der eine oder andere fällt sogar drauf rein. Macht sicher mehr Spaß als sich in den Laden zu stellen und einfach nur zu verkaufen.

    Dass die Spasskassen auf das Gemecker einsteigen wundert bei diesem verfilzten Haufen nicht. Ist nicht so, daß mir Amazon sonderlich sympathisch wäre, aber bei dem was in letzter Zeit so abgeht dreht sich mir nur noch der Magen um. Auf diese Art Buchhandel kann die Welt gern verzichten. Glauben Sie allen Ernstes, mit derartigen Methoden gewinnen Sie langfristig Kunden?

  • Spitzweg

    Spitzweg

    Die Sparkassen agieren über die DEKA wie jede andere Bank international. Vielleicht hält die DEKA über irgendeinen Indexfond auch Anteile an Amazon. Insofern stehen die Ratschläge aus den Kontoren der Buchandlungen an die Glasfassade der DEKA in der Frankfurter Mainzer Straße in einem skurrilen Missverhältnis.

    Ich will aber nicht bestreiten, dass die Ratschläge am vertrauten Marktplatz der kleinen Stadt auf die lokalen Honoratioren einen gewissen Eindruck machen. Dieser tapfere Trotz ist schon wieder sympathisch.

  • PhantaNews

    PhantaNews

    Zur Anmerkung "wes Brot ich ess":

    Es ist korrekt, dass ich Amazons Partnerlinks-Programm auf meiner Seite nutze, daraus mache ich auch keinen Hehl. Mir deswegen aber unterstellen zu wollen, ich würde nur deshalb diese fragwürdige Aktion der "Buy Local"-Initiative kritisieren, zeugt von fehlender Selbstkritik und einem gehörigen Maß Ignoranz.

    Übrigens: ich habe mich bemüht, auch andere Seiten, die Bücher anbieten via Affiliate-Links einzubinden, weil ich meinen Lesern die Wahl lassen wollte, ob man bei Amazon oder anderswo kauft. Wer schonmal versucht hat, Deeplinks auf libri oder ähnliche Angebote zu erzeugen, der weiß, dass das nur mit einer gehörigen Menge an Masochismus durchzuführen ist. Mein Kontakt mit dem libri-Support hat mich zudem überzeugt, dass überhaupt kein Interesse daran besteht, eine handhabbare Lösung für Blogger und ähnliche Seiten zu schaffen. Ich hätte sogar ein Wordpress-Plugin programmiert, damit auch andere davon profitieren können, leider scheiterte das am Desinteresse der Gegenseite.

    Solange es kein System gibt, das es mir ermöglicht Affiliate-Links auf Buchhandelsseiten zu setzen, ohne dass ich für jeden dieser Links zehn Minuten Zeit aufwenden muss, will ich mir das gern ansehen. Bis dahin verlinke ich weiter zu Amazon.

    Auch hier gilt: erstmal etwas Vergleichbares überhaupt anbieten, bevor man sich aufbläst ...

  • an des Brot ich verdiene

    an des Brot ich verdiene

    Ich halte genau wie PhantaN Amazon für den einzigen, annehmbaren und liebevollsten Händler! Aiuch ich bin gegwen jederwendige und vor allem dröge buchhandlungsspezifische Webseitlies. Ich bestelle meine Feu(n)de online! Aber nun soll PhantaN lieber selbst zu Wort kommen, sonst vergesse ich total, dass es ja im die Sparkassen geht, kleiner Spaß am Rande, líebe Holzhammerdiskutierer!

    Ich stellte mir um Zu­sam­men­hang mit der Amazon-Diskussion die Frage: gibt es gang­bare Al­ter­na­ti­ven zu Ama­zon für mich? Ja, ich be­ziehe diese Frage auf mich, der ich gern Phan­tas­tik, so­wie eng­lisch­spra­chige Ori­gi­nale lese, und der ich auf eBooks stehe. Und ob­wohl ich auch re­gel­mä­ßig Elek­tro­nik oder Ga­mes bei Ama­zon or­dere, habe ich diese Wa­ren aus­ge­las­sen, um halb­wegs Chan­cen­gleich­heit her­zu­stel­len. Un­ter die­sen As­pek­ten (aber auch in Hin­sicht auf Kun­den­freund­lich­keit und Ver­sand­kos­ten) habe ich deut­sche On­line­shops mit Schwer­punkt »Bü­cher« un­ter­sucht und in vie­len Fäl­len Gru­se­li­ges ent­deckt. Ich wun­dere mich be­reits lange nicht mehr, wa­rum Ama­zon mit den hie­si­gen An­bie­tern ei­ner trä­gen und kon­ser­va­ti­ven Bran­che den Bo­den wischt — nach den Er­geb­nis­sen mei­ner Tests schon gar nicht mehr …

  • PhantaNews

    PhantaNews

    Ja, und was soll dieser Artikelausschnittjetzt hier, so völlig aus dem Kontext gerissen?

    Das ist die Einleitung eines Meta-Artikels, der auf weitere Artikel verlinkt, nämlich Tests von Onlineplattformen die Bücher verkaufen. Und tatsächlich sind die weitaus meisten davon im vergleich zu Amazon untauglich.

    Das unterstützt meinen Standpunkt allerdings eher noch. Danke dafür.

  • Silver Raven

    Silver Raven

    Ich glaube kaum, dass diese Art von Hau-Drauf-Kritik dazu führen wird, dass die Sparkassen das nächste Mal sich an die lokalen Buchhändler wenden. Noch dazu da es sich ja um ein Gewinnspiel gehandelt hat, das bundesweit ausgeführt wurde - wie soll da der lokale Buchhandel mit eingebunden werden? Natürlich greift man da dann auch auf einen bundesweit agierenden Händler und Lieferanten zurück. Wäre der Gewinn eine Waschmaschine gewesen, so hätte man sich vermutlich an Media Markt gewandt.

    Wie wäre es, wenn die lokalen Buchhandlungen selber aktiv tätig wären? Sich an ihre lokale Bank wenden und mir ihr zusammen Ideen erarbeiten würden. Überhaupt den Schulterschluss mit anderen lokalen Unternehmen suchen würden?

    Statt dessen wird bei jeder Angelegenheit auf Amazon rumgehakt. Bald ist Amazon auch noch für den eingezogenen Spreisel im Finger, den Untergang des Abendlandes und das supermassive Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße verantwortlich.

    Macht es besser statt jedesmal zu nölen!

  • Spitzweg

    Spitzweg

    @ Dr. Gallenstein

    Amazon ist nicht irgendein Marktteilnehmer, Amazon will der Markt selbst sein, Die marktbeherrschende Stellung von Amazon ist nicht mehr zu übersehen und es ist kein Ende für einen weiteren Ausbau in Sicht. Die engstirnige Sicht einer preislich konditionierten Konsumentenschicht, verhindert in der öffentlichen Diskussion einen Blick auf diese Zusammenhänge.

    Hood.de hat gegen die "Preisparitätsklausel" von Amazon Klage beim Landgericht Köln eingereicht. Diese Klausel verbietet es den Verkäufern, ihre Produkte auf Amazon teurer zu verkaufen als auf anderen Websites. Damit missbraucht der Konzern seine marktbeherrschende Stellung und diktiert den Händlern Mindestverkaufspreise.

    Auch das Bundeskartellamt sieht die marktbeherrschende Stellung von Amazon kritisch und hat Ermittlungen gegen das Unternehmen eingeleitet.

    Eine zunftmeisterliche Diskussion zum Thema Amazon ist wenig hilfreich. Aussichtsreich sind die Anwendung des Kartellrecht, Anpassungen in der Besteuerung von "geistigen Leistungen", Transparenz der Steueroasen,... dagegen aber wird sich nicht nur Amazon wehren.

  • Kunde

    Kunde

    engstirnige, preisliche konditionierte Sicht? -Nein
    Customer Value orientierte Sicht? -Ja
    CV Amazon > CV Sortiment

    Und je mehr die Buchhaendler ueber die 'dummen' Kunden schimpfen, desto tiefer schaufeln sie ihr Grab...

  • Spitzweg

    Spitzweg

    @ Kunde

    So einfach ist es eben nicht oder nur wenn der Blick auf die Welt viereckig begrenzt ist....Macchiavelli nannte das "einfältig und den Nötigungen des Augenblicks gehorchend" und entsprechend leicht "zu betrügen".

    Die marktbeherrschende Stellung von Unternehmen in Oligopolen oder Monopolen führt zu Preisabsprachen oder Preisdiktaten...Strom, Stahl, Beton, Schienen, Kaffee sind die aktuellen Beispiele... Ein entsprechendes Beispiel des Agierens von Amazon nannte ich oben und das ist, so fürchte ich, erst der Anfang.



  • Kunde

    Kunde

    Chapot Spitzweg, muss man sich mehr überlegen bei dir...
    hast natürlich recht - war eine kurzfristige sicht (war auch 3 minuten bevor ich aus dem büro bin..trotzdem keine entschuldigung)

    ich kann das ewige hinhauen auf amazon trotzdem nichtmehr lesen...anstatt die energien zum hinhauen und aufplustern zu verwenden, sollten die sortimentler etwas tun um eben den nutzen für den kunden zu erhöhen - das bringt dann mehr als die böse sparkasse zu tadeln

  • ja ich

    ja ich

    und nächstes Jahr gibt es Gutscheine für McDoni !!!!!!!!!!!!!

  • Kvothe

    Kvothe

    Wenn ich mir den vom Buchhändler Riethmüller in der FB-Gruppe bylocal veröffentlichten Text ansehe, dann ist auch davon zu lesen er störe sich daran, dass Amazon in Deutschland so gut wie keine Steuern zahlt. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen ... Auf der Website seiner Buchhandlung setzt er als Bezahlverfahren "Paypal" ein, mit Firmensitz in Belgien. Paypal und die Direktbanken setzen unseren kleinen Träger des dreigliedrigen Bankensystems zu. Mit dem Einsatz von Paypal unterstützt Herr Riethmüller indirekt die Filialschließungen von Sparkassen und Volks- / Raiffeisenbanken auf dem Platten Land. Darüber hat er wohl in aller Selbstherrlichkeit vergessen nachzudenken. Diese kleine Banken unterstützen mit ihrem Sponsoring und Engagement viele soziale Einrichtungen, Vereine und Institutionen. Die Sparkassen sind z.B. meist die größten Steuerzahler und Ausbilder in den ländlichen Landkreisen und gehören auch diesen. Daneben halten die kleinen Banken auch ein Filialnetz vor, denn nicht jeder Kunde kann/will seine Bankgeschäfte mit einer holländischen Direktbank machen.

    Daneben sollte Herr Riethmüller auch mal darüber nachdenken, ob Amazon das Buch evtl. wieder zum Trendartikel gemacht hat. Vor Amazon haben viele Buchhändler ein sehr tristes Hinterhofdasein verbracht. Erst in den letzten Jahren haben sich viele Buchhändler enorm vergrößert.

    Wenn man sich die im Bundesanzeiger veröffentlichte Bilanzen von einigen Buchhändlern (auch von Herrn Riethmüller) genauer betrachtet, dann spricht das Wachstum der letzten Jahre Bände.

  • Spitzweg

    Spitzweg

    @ Kvothe

    Sie zeigen exemplarisch an "Paypal" die zunftmeisterlich beschränkte Sicht auf Amazon, gutes Beispiel.

    Das ist vermutlich auch die Mentalität auf welcher die "Buy Local" Kampagne beruht: Moral als geschmeidiges Instrument des Marketing. Solange "Heimat" als ein pragmatischer Umgang mit den menschlichen Wünschen nach Nähe, Gespräch, Vertrauen verstanden wird, kann ich dem folgen. Sobald "Heimat" lokal borniert oder gar nationalistisch daherkommt verdient sie nur noch Florian Silbereisen und einen großen Bogen darum.

    Amazon ist nicht deshalb ein Problem, weil es "amerikanisch", "unheimatlich", "anonym" ist, sondern weil es zu einer bisher nicht gekannten Konzentration von ökonomischer Macht und damit einhergehender Kontrolle von zu Konsumenten formatierten Menschen führen wird.

    Darauf mit "Heimat" im Sinne von Aufmerksamkeit, Engagement, Offenheit zu reagieren und dieses mit den Möglichkeiten von "Technologie" zu verbinden ist die Herausforderung. Allerdings setzt "Technologie" eben auch jene hohe Schwelle, die kleine Unternehmen mit ihren begrenzten Ressourcen nicht überwinden werden können. Der exkludierende Modus von "Buy Local" zerstört dabei eher die einzige Option, die kleine Unternehmen haben: offene Netzwerke bilden.

  • Nicht nur Paypal

    Nicht nur Paypal

    Solange circa die Hälfte (oder mehr) der bei Herrn Riethmüller in den Regalen stehenden Produkte in Asien (vornehmlich in China) gedruckt und produziert wird, ist sein Geschrei und das der anderen "lokalen" Buchhändler einfach nur verlogen.

  • rex

    rex

    Amazon-Bashing nervt! Nur zur Erinnerung: Amazon zwingt seine Kunden nicht zu kaufen, sie tun es freiwillig. Warum: Weil bei Amazon der Kunde König ist und seine Dienste reibungslos und einfach zu handeln sind. Der Tolino-Murks ist doch jetzt schon zum Scheitern verurteilt.

  • Dr. Gallenstein

    Dr. Gallenstein

    @Spitzweg

    Es ist die engstirnige und durch völlig falsche Selbstwahrnehmung des Buchhandels geprägte Sicht, die es diesem verbietet, sich dem Problem Amazon auf die einzig wirksame Art zu stellen.

    Nachdem man jahrelang die Entwicklung verschlafen oder ignoriert hat, greift nunmehr Panik um sich, und man versucht das eigene Versagen, das die Kunden zur Online Konkurrenz hat abwandern lassen, dadurch zu kompensieren, dass man immer fanatischer sich in Nebenkriegsschauplätzen verbeisst und versucht mit ebenso durchsichtigem wie abstossenden Medientamtam Stimmung zu machen.

    Derartige Medienhypes verschwinden allerdings ebenso schnell wie sie entstehen und sie ändern am eigentlichen Problem mit dem der Buchhandel sich herumplagt nicht das Mindeste.

    Leider beweist das auch ihr Beitrag. Sie zählen in Ihrer Schlusspassage letztlich nur Nebensächlichkeiten auf, übersehen aber den Punkt, an dem der Buchhandel eigentlich ansetzen müsste: Der Frage, wie man selbst für den Kunden attraktiver werden kann als Amazon - oder zumindest gleichermassen attraktiv.

    Mir scheint dies durchaus symptomatisch zu sein für die Einstellung vieler Buchhändler. Man ist derzeit vor allem damit beschäftigt, sich und anderen den Mitbewerber schlecht zu reden, und übersieht völlig, dass man nur dann überleben wird, wenn man dem Kunden Besseres als die Konkurrenz zu bieten hat. Hier scheint auch das grundlegend etwas gestörte Verhältnis zum Kunden im Weg zu stehen. Dieser scheint eher als eine Art störrisches Rindvieh, das auf der falschen Weide steht, und wieder auf die "richtige" Wiese zurückgetrieben werden soll betrachtet zu werden, als der König Kunde als den nicht näher genannte Firmen ihn behandeln. Was meinen Sie wohl, in welcher Rolle sich die Kunden auf Dauer wohler fühlen?

    Auch ständig dem Finger auf die Konkurrenz zu zeigen reicht auf Dauer nicht aus, und die Gerichte werden dem Buchhandel die verlorenen Kunden auch nicht wiederbringen. Ich sehe allerdings derzeit wenig Ansätze die über Weltuntergangsstimmung und zunehmde Verbissenheit hinausgehen.

    Die Angelegenheit mit den Sparkassen folgt dem üblichen Muster. Man agiert nicht, sondern reagiert nur, wenn man feststellt, dass die Konkurrenz wieder einmal die Nase vorn hat. Man lädt die üblichen Horrorvisionen samt ideologischen Beiwerk ab und erwartet dann dass die Trottel jetzt gefälligst beim "richtigen" Buchhandel bestellen. Klappt mitunter sogar, aber wie lange soll das bitte gut gehen?

    Was hier zunehmend verödet, sind nicht die Innenstädte sondern die "Konzepte" mit denen der Buchhandel versucht, den Kopf über Wasser zu halten.

  • Kleine Sortimenterin

    Kleine Sortimenterin

    Danke, Dr. Gallenstein, daß sie sich so umfassend
    und Kenntnisreich über "den Buchhandel" äußern, Sie
    müssen es ja wissen. Was machen Sie denn so
    beruflich und sind um so vieles besser als wir, die
    in Ihren Augen ewig gestrigen? Packen Sie schöne
    Pakete oder bedienen Sie auch Kunden, halten Kontakte,
    dekorieren ein Fenster, veranstalten eine Lesung
    und müssen sich noch um die Vermarktung ihres
    Produktes kümmern, während ein anderer ihnen
    über das Online-Geschäft die Sahne abschöpft?
    Nun mal raus mit der Sprache.

  • diebuchhaendlerin

    diebuchhaendlerin

    Es wird Zeit, dass die Beiträge moderiert werden, ich will diesen ganzen Schwachsinn auf einer Branchenseite nicht mehr lesen. Los, geht alle bei amazon shoppen und lasst uns in Ruhe unsere Arbeit tun und das tun wir gut, jedenfalls sehr viele Kollegen hier. Das Geschwätz nervt mehr, als amazon.

  • Zensur?

    Zensur?

    Den Schwachsinn muessen Sie mir jetzt erklaeren...

  • Spitzweg

    Spitzweg

    @ Dr. Gallenstein

    Nebensächlichkeiten? Meinen Sie damit die ordnungspolitischen Grundlagen des Kartellrechts? Oder meinen Sie die rechtlichen Grundlagen für die Regelung des Umgangs mit geistigen Leistungen?

    Sie schreiben zur "Hauptsächlichkeit" >>>Der Frage, wie man selbst für den Kunden attraktiver werden kann als Amazon - oder zumindest gleichermassen attraktiv. <<< Wie aber kommt die "Attraktivität" - die unbestritten ist - zustande? Durch ein beinahe vollständiges Reinvestment der bei einem Umsatz von weltweit 61 Mrd US-Dollar (2012, SZ) anfallenden Gewinne. Die Eigentümer nahmen 2012 einen Verlust von 39 Mio US-Dollar (Heise.de) hin. Dieser Verlust entspricht bei diesem Umsatz einem ca. 0,05% und ist wohl eher eine kleine Ungenauigkeit, als ein Problem. Ganz offensichtlich "kauft" Amazon Marktanteile und verzichtet auf Gewinn. Warum tun die das? Wegen der von Ihnen zur Hauptsache erklärten "Kundenzufriedenheit"?

    Ich halte es für völlig "nebensächlich" dem stationären Buchhandel Ratschläge wie die Ihren zu geben, die unter völliger Verkennung der ökonomischen Grundlagen, letztlich darauf hinauslaufen, dass sich die Buchhändler "mal zusammenreißen sollen und sich nicht so haben sollen". Kunden gewinnt man nicht durch Geschwätz sondern durch Investitionen und genau hier erweist sich, wie oben gezeigt, Amazon dem stationären Buchhandel als hochhaushoch überlegen.

    "Kunden" sind in der Wirtschaft operationale Faktoren und systemisch kalkulierbar, die im scheinbaren Gegensatz dazu als eine Ideologie daherkommende "Autonomie des Kunden" erschwert eine fundierte Diskussion des Themas "Marktmacht" und "Konzentration".

  • Knallharter Businessbuchhändler

    Knallharter Businessbuchhändler

    Kleine Sortimenterin

    ".... während ein anderer ihnen über das Online-Geschäft die Sahne abschöpft?...."

    Glauben Sie etwa, nur der böse Amazon schöpft Ihnen Onlinemäßig die Sahne ab? Das kann nicht Ihr Ernst sein. Jede kleine Buchhandelsklitsche mit LIBRI-Onlinstore schöpft Ihnen die Sahne genauso ab.

  • Dunkler Tann

    Dunkler Tann

    Ich bin erstaunt, wie ausgeprägt der Neidfaktor auch im Buchhandel ist. Amazon wird wo es geht nieder- und schlechtgeschrieben. Immerhin hat es Jeff Bezos innerhalb von 20 Jahren geschafft, aus einem kleinen Unternehmen einen weltumspannenden Konzern zu schmieden. Im Gegensatz zu vielen anderen Buchhändlern, die nach zwanzig Jahren immer noch in ihrer Klitsche sitzen oder max. ein oder zwei Fillialen haben. Es gilt wohl nach wievor die alt Weisheit: Der Grad des Erfolges bemißt sich an der Anzahl der Neider :-)

  • Spitzweg

    Spitzweg

    @ Dunkler Tann

    Ach Gottchen, der kleine Jeff und der kleine Bill und die neidischen Buchhändler im Dunklen Tann. Eigentlich ein ganz netter Kinderbuchtitel...



  • Manne

    Manne

    Warum meldet sich eigentlich H. Riehtmüller nicht zu den ganzen Kommentaren und nimmt Stellung. Sei es in persönlicher Form oder in Form als Vorsitzender von byebye local. Schließlich hat er das Ganze ja auch iniziert.
    Aus meiner Sicht ein Vorsitzender nach solch einer Aktion nicht mehr tragfähig.
    Diese Aktion hat mehr geschadet als genützt.

  • PhantaNews

    PhantaNews

    Ich lese gern und oft (sogar inzwischen fast ausschließlich) englischsprachige Belletristik, weil gerade im Bereich Phantastik der weitaus größte Teil gar nicht in deutschland erscheint und der Rest oft grausam übersetzt ist (weil man in vielen Verlagen auch den Übersetzern die Butter auf dem Brot nicht gönnt). Und ich bin aus Überzeugungsgründen aufs eBook umgesteigen, wenngleich ich auch noch Papierbücher lese.

    Bei den deutschen eBook-Anbietern sind die Preise für englische eBooks doppelt bis dreimal so hoch wie bei Amazon (wenn man Glück hat, es geht auch noch teurer). Auf meine Anfragen bei den deutschen eBook-Aggregatoren lautete die Antwort im Prinzip: "ist uns egal". Solange das die Kundenorientierung der hiesigen Unternehmen eindrucksvoll beschreibt, muss man sich nicht wundern, wenn diese Kunden lieber bei Amazon kaufen, als beim lokalen Fachhandel. Zumal der bei eBooks ohnehin nur abwinkt, aber die Preisgestaltung bei Paperbacks sieht nicht viel anders aus.

    Den ausführlichen Artikel findet man unter:

    http://phantanews.de/wp/aartikel/englische-ebooks- und-ihre-unerklarlichen-preise-in-deutschen-shops/

    Vielleicht mag mir ja mal jemand von der "Buy Local"-Initiative erläutern, warum ich angesichts solcher Zustände und des offensichtlichen Desinteresses an meinen Kundenwünschen bei lokalen Händlern einkaufen sollte. Zumal der lokale Händler aus Thalia besteht und wie aggressiv die gegen "kleine Buchhändler" vorgegangen sind, weiß nun auch jeder.

  • Frank Hermsteiner

    Frank Hermsteiner

    Herr Bezos ist auf Fürsprache nicht angewiesen. Darum fragt man sich schon, woher hier die anonymen amazon-Apologeten kommen. "Echte" Endkunden dürften hier eher selten mitlesen. Ich gehe deshalb davon aus, dass es sich bei so manchem um einen der Päckchenpacker handelt, die sich in den letzten Jahren (vielleicht oft ungewollt) selber vom gelben Riesen abhängig gemacht haben. Wenn man dann mit geschlossenem Visier auftritt, ist der Versuch unredlich, den Eindruck zu erwecken, man sei "der Kunde von der Straße".

    Die bisher bekannt gewordenen Rückmeldungen der Sparkassen lassen indes darauf schließen, dass man sich dort der Gedankenlosigkeit im Rahmen der Aktion durchaus bewusst geworden ist.

  • Kleine Sortimenterin

    Kleine Sortimenterin

    Knallharter, wenn Sie meinen Text genauer lesen, steht
    dort nicht der von Ihnen erwähnte A., Sie haben sich
    verraten und fühlen sich wohl angegriffen, weil Sie
    dort arbeiten? Mich dünkt es so.

  • Knallharter Businessbuchhändler

    Knallharter Businessbuchhändler

    @ Kleine Sortimenterin

    ".... wenn Sie meinen Text genauer lesen, steht
    dort nicht der von Ihnen erwähnte A., Sie haben sich
    verraten und fühlen sich wohl angegriffen, weil Sie
    dort arbeiten? Mich dünkt es so......"

    Mir dünkt Sie arbeiten in einer Käserei weil Sie das Wort "Sahne" in Ihrem Beitrag erwähnten!? könnte das sein?

  • Dr. Gallenstein

    Dr. Gallenstein

    @Spitzweg

    Wenn man sich Unternehmenserfolg per Investition nach Belieben kaufen könnte wie Sie suggerieren, dann dürfte es auf diesem Planeten keine einzige Firmenpleite mehr geben. Aber gut, mit dem Schlagwort "Kapital" hat Otto Normalbuchhändler eine prima Ausrede, um sich vor der Wirklichkeit und allem was er nicht wahrhaben will drücken zu können: Schuld an allem hat das Kapital, von dem der böse Onliner natürlich (?) mehr hat. Aber moralisch sind wir natürlich die besseren (nur schade dass die Kunden Deppen sind und zu blöd um das zu kapieren).

    Wenns so einfach ist, warum organisieren Sie nicht ein paar Hundert Millionen an Venture Capital und drehen den Amazonen eine Nase? Vielleicht weil man so leicht nicht an einen derartigen Haufen Geld nicht kommt, und selbst wenn man ihn hat, es nicht reicht, einfach mit Geld um sich zu werfen um erfolgreich zu sein. Dazu braucht es Einiges mehr. Wenn Kunden wirklich "systematisch kalkulierbar" sein sollen, dann frage ich mich, woher die Krisenstimmung mancher Leute nur kommt?

    Ihren Schlusssatz finde ich herrlich ideologisch, nur schade, dass der Preis für Ideologie entweder zu niedrig oder zu hoch ist, als dass sich wirklich ein Geschäft damit machen liesse.

    @Kleine Sortimenterin

    Ich bin einer von den Leuten, die früher sehr viel Geld in Buchhandlungen "investiert" haben, das jetzt beim Onliner landet. Das hängt nicht damit zusammen, dass ich Sie oder andere für "ewig gestrig" halten würde, sondern damit, dass der Onliner mir Manches bietet, das mir besser zusagt als das, was der Buchladen um die Ecke zu bieten hat. Vor allem englischsprachige Bücher alt & neu, mit gutem Preis, schnell lieferbar, die ich versandkostenfrei hinterher geschickt bekomme, wo immer ich mich herumtreibe. In den seltenen Fällen, in denen ich sie zurückschicke, werde ich sie ohne grossen Terz wieder los. Bevor jetzt die alte "Geiz ist geil"-Leier wieder kommt: Achten Sie als Unternehmerin nicht auch auf Preise und Konditionen?

    Würde der Händler um die Ecke es fertigbringen, mir mehr zu bieten, als sein Internetkonkurrent, würde ich den Onliner genauso links liegen lassen (und ein paar Millionen anderer Allerweltskunden würden genauso handeln). Kann er aber nicht, dafür bekommt man einen Vortrag nach dem anderen, wie wichtig die Leute doch sind, denen reihenweise die Kunden wegbleiben, und wie wie widerlich doch Amazon und jeder ist, der dort bestellt. Und das soll wieder Leute in die Läden bringen?

  • Spitzweg

    Spitzweg

    @ Dr. Gallenstein

    Investitionen sind die hinreichenden Bedingungen für den Unternehmenserfolg. Das bedeutet, das ohne diese nichts läuft. Notwendig sind natürlich Fachleute, Marktkenntnis,... aber ohne die hinreichende Voraussetzung der Kapitalkraft von Unternehmen nützen die gar nichts. Das merken Sie z.B. daran, dass die "guten" Leute sich in Richtung kapitalkräftigerer Unternehmen bewegen - mehr Gehalt, mehr Entwickung, mehr F&E,...VC bewegt sich auch in Richtung solcher "guten" Leute, was aber auch nur beweist, dass die Investitionen alles entscheiden.

    Was soll denn z.B. eine mittelständische Buchhandlung an F&E leisten?

    Wenn Sie "Kapital" lediglich als einen "ideologischen" Begriff verstehen, kann ich Ihnen nicht helfen. Auch Ihre "moralischen" Erörterungen zum "bösen Kapital" bewegen sich in Bereichen, in denen ich mich nicht aufhalte.

    Kunden sind nicht "systematisch" kalkulierbar, sondern wie ich schrieb "systemisch". Das aber führt jetzt zu weit.

  • Dr. Gallenstein

    Dr. Gallenstein

    @Spitzweg

    Völlig richtig, dass Geld ein grosser Attraktor ist, der imstande ist, vieles zu bewegen - vor allem wie Sie schreiben auch das geeignete Personal. Nun sagt dies aber noch nichts darüber aus, ob das reichlich vorhandene Kapital letztlich auch effektiv verwendet wird, oder ob damit nur weisse Elefanten auf die Wiese gestellt werden.

    Eine einzelne Buchhandlung kann grosse Investitionen wofür auch immer sicher nicht leisten, hat auch keinerlei Chance je an VC zu kommen. Derartige Vorhaben wären also allenfalls eine Gemeinschaftsaufgabe. Ob sich allerdings eine ausreichende Anzahl der doch recht heterogen strukturierten Buchhandlungen für derartige Zwecke zusammenfinden würde, ist eine andere Frage. Andererseits: Was bleibt besagten Händlern als Alternative als sich zusammen zu schliessen und Ressourcen zu bündeln?

    Das Beispiel Tolino zeigt, dass Kooperationen in Form zweckgebundener Allianzen auch bei vergleichsweise grossen Unternehmungen Sinn machen können (wobei das betreffende Produkt sich noch am Markt bewähren muss). Bei den kleineren ist es bereits jetzt mehr oder weniger eine Überlebensfrage.

    Ob systemisch oder systematisch. Streiten wir uns nicht darüber, die crux ist die Kalkulierbarkeit - die m.E. nicht in dem Masse gegeben ist, in der Sie sie vielleicht sehen.

    Ich finde es schön, dass sie mir "moralische Erörterungen" unterstellen. Jeder der mich persönlich kennt, würde dgl. bei mir zuletzt vermuten ;-)

    Dies alles nur in Eile. Muss leider dringend weiter.

  • Spitzweg

    Spitzweg

    Die Moral ist die kleine Schwester der Ideologie. Sie schreiben "Schuld an allem hat das Kapital", das aber ist eine moralische Kategorie. Ich versuche nur zu zeigen, welcher funktionalen Logik Kapital folgt.

    Insofern ist es schon von Bedeutung, wenn ich "systemisch" schreibe. Ein Unternehmen in der Größenordnung von Amazon, kann tatsächlich einen "Markt" konditionieren und verfügt auch über die Ressourcen, strategische Marktforschung zu betreiben, Feldversuche zu unternehmen, das "System" in seinem Funktionieren zu beobachten - und damit auch "den Kunden". Ein Unternehmen wie Amazon kann also, egal wie Kunden sich bewegen, solange dies "systemisch" erfolgt, "richtig" reagieren.

    Ein "Kunde" der in diesem System agiert, einige stellen sich ja hier als Testanten zur Verfügung, kann nicht mehr zwischen sich und Amazon unterscheiden, er verhält sich selbstreferenziell. Dieser Kunde verteidigt dann Amazon gar als Ausdruck seines Lebensgefühls.

    Was bedeutet das praktisch? Noch können Ihnen meine Überlegungen wie akademisches Geschwätz erscheinen. Ich aber sehe Amazon schon als Inkarnation des perfekten Marktes, angebetet von seinen mit Soma befüllten Konsumenten. Und davor bewahre mich Aldous Huxley, den ich mir, ohne registriert zu werden, in irgendeiner Buchhandlung kaufte.

  • topmodel

    topmodel

    Ich bin im Marketing eines Fachverlages tätig. Wir unterstützen Amazon beim Vertrieb unserer Titel nach Kräften. Im Gegensatz zum stationären Buchhandel verkauft Amazon unsere Bücher aktiv! Amazon empfiehlt Kunden unsere Bücher, es bewirbt diese aktiv im Netz, es ermöglicht Kunden ein seriöses und sicheres Onlineshopping - quasi mit Zufriedenheitsgarantie. MAcht der stationäre Handel vergleichbares? Im Falle unserer 1000 Titel starken Backlist: Nein!

  • Angestellte

    Angestellte

    ich arbeite im Vertrieb eines Publikumsverlags und spreche täglich mit dutzenden Buchhändlern, die mir erzählen, wie schlecht ihr Geschäft läuft und das die Kunden ausbleiben.
    Die Zahlen belegen das.
    Kommt man ihnen aber mit Titeln, die auf der Bestsellerliste stehen, die in der Presse rauf und runter besprochen werden, die man selbst mit Begeisterung gelesen hat, heißt es überwiegend: MEINE Kundschaft will das nicht lesen. Ach nein? Und warum dann die ganze Aufmerksamkeit? Weil es niemanden interessiert? Wohl kaum.
    Daher ließ mich der Satz "bei Amazon werde ich wenigstens nicht moralinsauer angeschaut, wenn ich kaufe, was ich möchte" lautstark aufjubeln.

  • Kleine Sortimenterin

    Kleine Sortimenterin

    Topmodel: Sie vergleichen den einzelnen Händler mit einem
    Riesen, der nur über einen PC funkioniert und zudem, auch
    wenn es wieder heißt, bashing, aus der Steuerersparnis
    ein Unternehmen aufbaut. Woher wollen Sie wissen, was
    ich meinen Kunden aktiv empfehle? Sie unterstellen sogar,
    daß Buchhändler nicht empfehlen. Seltsame Betrachtungsweise. Bei mir wird niemand moralinsauer
    angeschaut, und beim Onlinehändler schaut keiner mehr
    den Kunden persönlich an - unpersönlicher geht es nicht.

  • topmodel

    topmodel

    @Kleine Sortimenterin: "Unpersönlicher geht es nicht" - ich weiß was sie meinen - aber bei Amazon ist alles für den (ohne realen Berater) persönlicher als bei jedem Händler. Er bekommt auf seiner Interessen sehr perfekt ausgerichtete Produktempfehlungen. Das gilt nicht nur für Bücher sondern auch für alle anderen Waren. Deswegen schauen die Kunden dort auch so gerne vorbei. Ich will einen neuen Grill und bekomme direkt ein neuen Buch präsentiert. ich will eine neue Kamera, und da ist der passende Ratgeber. Dieses Konzept ist dem stationären Handel in vielerlei Hinsicht völlig überlegen. Eine große Zahl an Kunden nehmen dafür auch in Kauf, nicht mehr von einer Person beraten zu werden. Zudem niemand gerne etwas "verkauft" haben möchte. Vielmehr lieben wir es, Dinge vermeintlich selbst zu entdecken

  • Kleine Sortimenterin

    Kleine Sortimenterin

    topmodel: Sie haben es sehr treffend ausgedrückt, niemand
    stellt das Erfolgsprinzip des Onlinehändlers infrage, wir
    können im Handel nicht den Grill neben dem Buch anbieten.
    Gut, daß es Dinge gibt, die der große noch nicht hat,
    davon lebe ich überwiegend und schaue traurig auf eine
    zerstörte Buchhandelslandschaft und ausgeblutete Städte.
    Auch ich mußte meinen Laden bereits verlegen, zuviele
    Leute, die nicht mehr am "normalen Leben" teilnahmen
    und ihre Utensilien vor dem Laden nachts abluden, sind
    auch teil dieser Gesellschaft, die man im online nicht
    sieht, wohl aber, wenn sie durch die Städte gehen.
    Und denjenigen, die meine Kunden sind (Sozialarbeiter), die wiederum diese "Kunden" betreuen, denen fehlt das staatliche Geld ebenso wie den Schulen, die nicht mehr bei mir einkaufen können,
    Dank eines Systems, das dem Staat nicht mehr gibt,
    was dem Staate ist.

  • Kopfschüttel

    Kopfschüttel

    Haben Sie alle nichts besseres zu Tun?
    Mein Personal muß arbeiten und hat für diese Plattheiten keine Zeit.
    Jammert endlich zu Hause!
    Es gibt auch heute noch sehr erfolgreiche Buchhandlungen, die sowohl offline , wie auch online funktionieren!
    Wen interessieren die A onliner? Keinen!, die haben früher auch nicht in Buchhandlungen gekauft.

  • Spundekäs' meint...

    Spundekäs' meint...

    ..., bei dieser Diskussion zeigt sich mal wieder deutlich, dass die Buchhandelsbranche voll "am Rad dreht".

    Als ich vor 25 Jahren meine Ausbildung begann, habe ich mich riesig gefreut einen Ausbildungsplatz zu bekommen.
    Im Lauf der Jahrzehnte, um viel berufliche und persönliche Erfahrungen weiter, finde ich es nur noch peinlich, was mittlerweile abgeht.

    Die Probleme des deutschen Sortimentsbuchhandels liegen einzig und allein im eigenen Verhalten.

    Würde die Branche nicht mit der Ladenpreisbindung und großzügigen Remissionsmöglichkeiten und den damit verbundenen Gutschriften (und sonst was) künstlich am Leben gehalten, dann sähe es hier noch ganz anders aus.

    Was für eine gestrige und engstirnige Branche...!!

  • Mr. California

    Mr. California

    @ Spundekäs' meint...

    Was den Sortimentsbuchhandel angeht, der hier am lautesten geifert, handelt es sich eigentlich nur noch um das letzte aufbäumen einer Institution, die eigentlich keiner mehr braucht!

  • Claudia

    Claudia

    Ich finde es schon grotesk, dass die heimischen Buchhändler herumweinen.
    Autoren, die bei Amazon einigermaßen verkaufen, kommen bei ihnen doch gar nicht erst ins Regal geschweige denn ins Fenster, selbst wenn es sich um örtliche Autoren handelt. Auf den von Großverlagen gesponserten Tischen finden sich nur deren Bücher, die durch aufwendiges Markting hochgepuscht wurden.
    Amazon gibt den "Restautoren", für die sich der örtliche Buchhandel nicht im geringsten interessiert wenigstens eine Chance.

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