Thomas Schierack zum Börsengang von Bastei Lübbe

"Ab September gehen wir auf Tour"

Bastei Lübbe zieht es an den Kapitalmarkt. Warum das nötig ist, die Anleihe zur Finanzierung der eigenen Strategie nicht ausreicht und was diesen Börsengang von anderen Börsenabenteuern unterscheidet: Antworten von Finanzchef Thomas Schierack.   VON INTERVIEW: CHRISTINA SCHULTE

Warum hat sich Bastei Lübbe für den Börsengang entschieden?
Schierack: Wir sehen darin eine konsequente Weiterentwicklung unserer Anleihefinanzierung. Mit ihr haben wir uns erfolgreich dem Kapitalmarkt genähert, uns in Publizitätspflichten geübt. Als familiengeführtes mittelständisches Unternehmen, das wir bleiben werden, bieten sich jetzt mit dem Börsengang ganz andere Finanzierungsoptionen an.


Wie viel Geld wollen Sie sich an der Börse beschaffen?

Schierack: Wir werden zwischen 35 und 40 Prozent der Unternehmensanteile an die Börse geben. Die Summe, die wir erlösen werden, hängt vom Ausgabekurs ab. Dieser steht noch nicht fest.

Wofür wollen sie das frische Kapital verwenden?
Schierack: Bei uns stehen weitere Investitionen in den digitalen Bereich und in die Internationalisierung auf dem Plan. Dazu zählt etwa, dass wir unseren Vertrieb im Ausland stärken, zum Beispiel bei den Plattformen.

Die 30 Millionen Euro der Anleihe reichen dazu nicht aus?
Schierack: Nein. Zwar haben wir das Geld noch nicht komplett ausgegeben. Aber um unsere langfristige Strategie verfolgen zu können und uns international erfolgreich aufzustellen, brauchen wir frisches Kapital. Zudem würde mit einer weiteren Anleihe unser Verschuldungsgrad steigen. Unsere Eigenkapitalquote liegt derzeit bei 22 Prozent, beim Börsengang wird sie steigen.

Für wie attraktiv halten Sie Bastei-Lübbe-Aktien für die Anteilseigner?
Schierack: Wir glauben, dass die Anleger, die die Aktien zeichnen werden, ihr Geld in gute Hände geben und dass es sich lohnt, in unser Unternehmen zu investieren. Im September gehen wir auf Tour und stellen die Pläne potenziellen Investoren vor. Unsere „Road-Show“ führt uns durch Europa.  Die Erstnotierung erfolgt am 8. Oktober, direkt vor der Buchmesse. Zu dieser Zeit steht die Buchbranche im Fokus der Medien, das werden wir nutzen.

Mit Ihrer jüngsten Verlagsneuerwerbung Eichborn haben sie kurioserweise ein Tochterunternehmen im Portfolio, das sich schon mal gehörig die Finger an der Börse verbrannt hat …
Schierack: Meiner Einschätzung nach war Eichborn damals viel zu klein. Der Verlag hatte tolle Inhalte, aber für einen Börsengang nicht die richtige Größenordnung. Wir erlösen fast 100 Millionen Euro pro Jahr, das ist etwas anderes.

 

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